Schlagwort-Archive: USA

Infrastrukturen und Interessensausgleiche

Vorkehrungen zu rasanten Veränderungen
und mehr Mut zu „sozialdemokratischen Ansätzen“

von Stefan Frischauf

 

Es geht ein Ruck durch das Land.

„Der Klimawandel ist da!“ „Wir müssen uns dagegen stellen!“ „Selbstwirksam und voller Kraft können wir es schaffen!“ „Jede und jeder bei sich selbst zuerst – dann schaffen wir das! Gemeinsam!“

„Die Kinder und Jugendlichen von „Fridays for Future“ da, die freitags die Schule schwänzen für ihre und unsere Zukunft haben ja Recht: Es geht um unsere Zukunft! Und da müssen wir alle eng beieinander stehen. Dann können wir es schaffen!“

„Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“ – lässt Goethe den Faust sprechen.
Es erinnert zu vieles an die „Willkommenskultur“. Den Mauerfall. Medial geschürte und von politischen Schönwetterreden rosa und hellblau gefärbte Euphorien und Hysterien. Und mittendrin immer das Credo: „Wir schaffen das!“ – „Alles wird besser!“
80 Millionen für Europa! Und bald die ganze Welt!
Die Ernüchterung folgt bald. Aber: „die Guten“ werden weiter das Credo mantraartig beschwören. „Die Enttäuschten“ werden Täter und Opfer für ihre Selbsttäuschung suchen.
Teile und Herrsche, Folge ∞∞∞. Also ausweglose Endlosschleife?

Können wir uns das noch lange leisten?
Und: wer ist wir? Oder – wer sind WIR? Weiterlesen

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Xi Jinping, WIR und der „Neo-Konfuzianismus“

Andrea Nahles und der  „Neoliberalismus“.

von Stefan Frischauf

„Die Welt des Xi Jinping“1 und „Der tausendköpfige Drache“2, zwei Arte-Dokumentationen über China und den mächtigsten Mann an der Spitze des Landes zeichnen für den westlichen Betrachter ein Furcht erregendes Bild vom „Reich der Mitte“.

1

Meine Wenigkeit hat dieses Land 1989, einen Monat nach Niederschlagung der Studentenbewegung auf Pekings „Platz des Himmlischen Friedens“ von Indonesien kommend zum ersten Mal bereist.

Über die drei Monate, die ich durch das große „Reich der Mitte“ fuhr, habe ich viele Jahre lang kaum gesprochen. Die Angst vor Bürgerkrieg war damals überall greifbar. Das Lächeln im „Land des Lächelns“ war gefroren.

„Und meine Reisen in China haben wahrhaftig wenig Bedeutung verglichen mit den tastenden Schritten im Dunkeln vom Bett zur Küche, auf der Suche nach einem Glas Wasser.“

Wie Ennio Flaiano, Journalist und Schriftsteller und Drehbuchautor unter anderem auch von Federico Fellinis „La Dolce Vita – Das süße Leben“ sagt.

Als ich ab November 2011 ein halbes Jahr lang im schönen Hangzhou im reichen Osten des Landes arbeitete, da stand ein anderer radikaler Wechsel ins Haus: Die chinesische Immobilienblase war geplatzt. Die Frage war nur noch: würde es eine harte oder eine weiche Landung geben? Und: wie würde sich das auf Weltwirtschaft und Weltpolitik insgesamt auswirken?

Besonders „Die Welt des Xi Jinping“1 zeigt, dass China derzeit wieder in einer ähnlichen drastischen Phase des Umschwungs, vielleicht aber auch des Ab- oder Umbruchs zu sein scheint.
Viele Vorzeichen auch bei uns haben sich geändert.

Gerade gegenüber China. Dies gilt es denn auch hier genauer zu betrachten. Was da reale Bedrohungen sind oder werden können. Wie aber daraus trotz allem auch Chancen werden sollten. Müssten. Weiterlesen

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Humanismus oder Barbarei!

“Flächenbrand“ (2017) von Karin Leukefeld
und andere Perspektiven 2019 ff.

von Stefan Frischauf

Quelle: PapyRossa-Verlag

„Wenn man aus Afghanistan zurück kommt in den Westen, dann kann nichts mehr so sein, wie es war.“

Diesen Satz von meiner Wenigkeit kann, wenn man Afghanistan durch Syrien ersetzt die einzige dort akkreditierte deutsche Journalistin Karin Leukefeld sicher auch bestätigen.

Der Krieg und die Schicksale vieler Menschen, denen man dort begegnet – das lässt einen nicht mehr los. Es verbrennt einen selbst innerlich. Dennoch verspürt man unweigerlich den Drang, darüber zu berichten. Gegen die Ungerechtigkeiten und Verletzungen, die man erlebt hat, anzugehen. Darzustellen, was an einem solchen Ort falsch läuft. Was den Menschen dort angetan wird. Menschen wie Du und ich.

Auch den Tod möchte man besiegen, der sich unweigerlich immer wieder vor einem darstellt. Den eigenen wie den der anderen, deren Trauer man geteilt und darüber berichtet hat. Den man so auch immer wieder neu respektieren lernen muss.

Besiegen wird man ihn nie.
Fürchten immer.

 

Inhalt

 

1. In jedem Krieg ist „die Wahrheit“ das erste Opfer

Ganz viele schreien wild durcheinander „Mörder!“ und zeigen mit dem Finger auf das Gegenüber. Den oder die man schon lange mit großem Argwohn betrachtet hat. Gegen den oder die man dann auch bald gerne eigene „Kampfverbände“ und „Fußtruppen“ entsenden möchte. Ins Feld. In die Schlacht. Das Gemetzel.

Auch wer da vom Kriegsort berichtet, ist immer erst mit allergrößter Vorsicht zu genießen. Im Krieg kann man auch dem Verkünder von Nachrichten dort aus dem Feld nicht trauen. Weiterlesen

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Weltunordnung – Die globalen Krisen und das Versagen des Westens

Weltunordnung - Carlo Masala

Quelle: Verlag

“Carlo Masala ist Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr und gefragter Kommentator für deutsche und ausländische Medien” (so der Klappentext).

Die herausragende These seines Buches lautet, der Traum von der Verwestlichung der Welt ist ausgeträumt, statt Ordnung zu stiften habe der Westen Chaos geschaffen.

Es gibt weder globale noch regionale Institutionen, die wirklichen Einfluss haben. Die Machtfülle von multinationalen Konzernen und Finanzmärkten ist nicht einzuhegen.

Obwohl oft behauptet wird, dass die chaotischen Zustände im Nahen und Mittleren Osten oder in Teilen Afrikas von den dortigen Akteuren zu verantworten seien, wird vom Westen nach wie vor die Demokratisierung als Konfliktlösungsstrategie  propagiert, als ob es das westliche Scheitern in Afghanistan, im Irak und in Libyen nicht gegeben hätte.

Schon in der Einleitung des Buches zieht Masala eine erste Konsequenz:

Wir können uns nicht aussuchen, wer in anderen Teilen der Welt die Macht besitzt.

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Die USA DÜRFEN sich nicht aus Syrien zurückziehen. Nicht jetzt!

Zeichnung: Klaus Stuttmann

Die USA DÜRFEN sich nicht aus Syrien zurückziehen. Nicht jetzt!

Sie haben schließlich viele Milliarden Steuergelder zur direkten und indirekten Finanzierung des Kriegs in Syrien ausgegeben. Das Geld muss sich ja auch lohnen! Die USA dürfen sich nicht aus Syrien zurückziehen, sonst würde Präsident Trump ja zu recht kritisiert, weil er das von Obama begonnene Geschäftsmodell sprichwörtlich in den syrischen Sand gesetzt hätte. Glücklicherweise hat Trump zu Allem fähige Berater aus Militär, Geheimdiensten und nicht zuletzt der Waffenindustrie, die ihn auf den rechten Weg bringen werden. Es geht schließlich um die Bewahrung unserer westlichen kapitalistischen Werte! Weiterlesen

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