Wer erklärt mir Pegida?

Foto: Florian Schlund

Am 22.12.2014 haben in München auf dem Max-Josef-Platz vor dem Nationaltheater mindestens 12.000 Menschen demonstriert, gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine Kultur des Willkommens und Helfens angesichts von vielen Flüchtlingen in Deutschland.

Eigentlicher Anlass dieser Demonstration war aber Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes), der mehrfache Protest von über 10.000 Dresdener Bürgern, der sich gegen die Aufnahme von Fremden bei uns aber auch gegen soziale Verwerfungen in unserem Land richtet. Wogegen haben denn diese Bürger wirklich demonstriert? Ihr Sprecher kritisiert eine „unsägliche Asylpolitik“ der Bundesregierung, prangert aber auch soziale Zustände an, spricht über Rentner, die sich zu Weihnachten den Stollen nicht leisten können, und über Menschen, die auf der Straße leben müssen und nicht genug zu essen haben. Die Angst vor Überfremdung wird offen geäußert, aber der Sprecher fordert auch den sofortigen Stopp von Waffenlieferungen, denn die vielen Kriege auf der Welt seien die eigentliche Ursache für die vielen Flüchtlinge bei uns. Die Aufnahme von Asylsuchenden wird verhöhnt, diese sei „dezentrale Unterbringung mit Vollausstattung“ und darüber wird gelacht. Sie machen aber Unterschiede, sie wollen nur Kriegsflüchtlinge aufnehmen, keine Menschen, die die Armut nach Europa getrieben hat. (14_12_MITSCHRIFT_Pegida)

Für die Politiker ist dieser Protest nun richtig peinlich, sie reagieren, wie so oft, nach dem Motto: „Wir haben zu wenig erklärt!“ Sie sagen nicht, dass sie Fehler gemacht hätten. Und irgendwie ratlos wirken die Politiker auch – denn die Demonstranten von Pegida sagen nicht wirklich, was sie wollen, sondern viele schweigen oder singen Weihnachtslieder.

Insgesamt ist das eine gefährliche Gemengelage von sozialen Ängsten und Furcht vor Überfremdung und die Pegidas sagen, sie drücken nur das aus, was viele Menschen bewegt.
Sie verweisen auf die soziale Lage einer großen Minderheit in Deutschland, das kann ich nachvollziehen. Die Politik hat uns über 10 Jahre lange den Abbau von Sozialleistungen mit dem Wort „Reformen“ erklärt und ich bin mir sicher, bei Pegida, da war bestimmt die Oma dabei, die in der Finanzkrise ihre Ersparnisse verloren hat, schweigend mit marschiert ist sicherlich auch die Hartz IV-Familie, die keine Möglichkeiten der sozialen Partizipation mehr sieht, mit geschwiegen hat wohl auch das 35-jährige junge Paar, das ohne festen Arbeitsplatz den Kinderwunsch schon abgeschrieben hat und Weihnachtslieder gesungen hat sicherlich auch die ältere Dame, die 3 Jobs am Tag benötigt aber auf die doch die Altersarmut wartet.

Und wenn wir über die Grenzen schauen, dann wissen wir, unsere Politik hat eine Verarmung von ganzen Gesellschaften bewirkt: Über 26 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der EU sind arbeitslos. In Griechenland und Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 50 Prozent, in Italien bei 44 Prozent. In Griechenland bekommen nur 27 Prozent der Arbeitslosen Arbeitslosengeld. Die Säuglingssterblichkeit stieg in der Zeit der Krise um 21 Prozent, die Kindersterblichkeit stieg um 43 Prozent, die HIV-Ansteckungsquote stieg um 52 Prozent. Die Selbstmordrate stieg um 37 Prozent. (14_10_GYSI_Austeritaet)

Gegen die Zustände in Griechenland protestiert bei uns sicherlich niemand, denn unsere Medien haben es ja häufig wiederholt, die Griechen seien selber schuld. Sie müssten nur die Akropolis oder ihre Autobahnen verkaufen. Nur auch bei uns im doch so reichen Bayern liegt die Altersarmut mittlerweile bei 17%!

Wenn die einen gegen die angebliche „Islamisierung des Abendlandes“ demonstrieren, dann stelle ich fest, dass im Auftrag und im Namen dieses Abendlandes, mit dem sich laut Wikipedia der Begriff der „westlichen Welt“ definiert, Drohnenkriege geführt und Menschen gefoltert werden. Es würde mir leichter fallen, die westlichen Werte zu verteidigen, wenn nicht andauernd gegen sie vom „Westen“ verstoßen würde. Wir sehen zu, wie das Mittelmeer zum Friedhof wird, wie Papst Franziskus es gesagt hat, aber wir sind nicht in der Lage, eine ernsthafte gesellschaftliche Debatte über die wirklichen Ursachen der großen Fluchtbewegung anzustoßen. Wenn die „Pegidas“ nur Kriegsflüchtlinge aufnehmen wollen, dann verschweigen sie eben ganz bewusst, dass es auch unsere Handelsbeziehungen, unsere subventionierten Exporte in afrikanische Länder sind, die die dortigen Märkte überschwemmen und eine eigene wirtschaftliche Entwicklung dieser Länder verhindern. Ein Artikel in der SZ war neulich überschrieben mit dem Titel „Neben uns die Sintflut“. Stephan Lessenich schreibt:

“Eine Insel der Sicherheit, der Stabilität und des Wohlstands, umgeben von einem Meer
wirtschaftlicher Konkurrenten, umtost von der Brandung terroristischer Milizen und kriegerischer Konflikte, bedroht von einer Flut wanderungsbereiter Armutspopulationen: Ein solches Bild dürfte ziemlich genau das Lebensgefühl krisenverunsicherter Milieus in den Kemländern des nordatlantischen Raums treffen.” (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 30.10.2014, Seite 9, Feuilleton)

Unser Wohlstand basiert also auch auf der laufenden Ausbeutung vieler afrikanischer Länder. Aber – wie kann ich gegen den Sozialabbau bei uns und die Diskriminierung anderer Staaten gleichzeitig demonstrieren? An dieser Stelle müssten die Dresdener Demonstranten eigentlich sofort kehrt machen und wieder nach Hause gehen!

Dann würde ihnen womöglich einfallen, dass Frau Merkel in einer der letzten Weihnachtsansprachen dazu aufforderte, „den Gürtel enger zu schnallen“ und obendrein feststellte, dass „Multikulti gescheitert“ sei. Dabei – in München leben fast 40% der Menschen mit einem Migrationshintergrund!

Wenn es denn nur am Erklären liegt, dann sollten wir doch sofort anfangen! Ich erinnere mich an die Forderung der Grünen im letzten Bundestagswahlkampf, einen Veggie Day einzuführen, also einmal in der Woche fleischlos zu essen. Das war eine durchaus richtige Idee, denn der Klimawandel ist zu mindestens 30% mittelbar und unmittelbar auf den Fleischkonsum zurückzuführen. Aber sie hätten es auch wirklich argumentativ vertreten müssen. Vom Klimawandel werden am meisten diejenigen Länder im Süden betroffen sein, aus denen heute die Flüchtlinge zu uns kommen. Aber es fehlte wirklich der Mut, dieses Thema offensiv zu vertreten. Das wäre auch ohne erhobenen Zeigefinger möglich gewesen. Und nach der Wahl haben sie sich dann selber kritisiert und ihre Forderung leise zurückgezogen.

Ein weiteres Beispiel: Ein Tempolimit auf den deutschen Autobahnen wird seit Jahrzehnten diskutiert, weil es eben auch einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstosses leisten könnte. Wir sind das einzige Land, in man noch uneingeschränkt rasen darf. Aber erst hat es den Autokanzler gegeben, der so oft einfach „Basta“ gesagt, also nicht erklärt hat und dann war es unsere übertriebene Exportorientierung, die offenbar „alternativlos“ ist, also auch nicht erklärt werden muss.

Zurück zu Griechenland: Hier sind die Autobahnen privatisiert worden und die Bürger müssen für die Nutzung bezahlen. Und sie zahlen, obwohl die Autobahnen mit ihren Steuern gebaut worden sind. Ihnen wird sicherlich erklärt: „So funktioniert Neoliberalismus!“

Gespannt bin ich auf die Erklärung unseres Wirtschaftsministers, der plant, unsere Autobahnen mit privaten Geldern von Banken und Versicherungen auszubauen und ihnen eine Rendite für ihr eingesetztes Kapital über Jahrzehnte zusichern will. Ihn bewegt offenbar nicht, dass die Privaten immer teurer finanzieren müssen als der Staat, dass viele Gutachten von Rechnungshöfen diese Projekte der ÖPP (Öffentlich-Private Partnerschaft) für unwirtschaftlich erklärt haben. Wenn ich höre, wer Gabriel zurzeit in dieser Frage berät, nämlich durchgehend Lobbyisten von Banken und Versicherungen, dann ahne ich, dass er mir einiges zu erklären haben wird. Und er wird mir sagen müssen, warum er den Weg über höhere Steuern, die doch so häufig gesenkt wurden in den letzten zwanzig Jahren, zur Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur nicht gehen will?

Zu unserem Wohlstand gehören Fleisch essen und Auto fahren, ob auf öffentlichen oder privaten Straßen. Wer erklärt das den Demonstranten in Dresden?

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14 Gedanken zu „Wer erklärt mir Pegida?

  1. H. Plückhahn

    Die Politik beginnt endlich sich mit dem Phänomen Pegida auseinanderzusetzen.
    Dumm nur, dass genau dieselben jetzt nach Kommunikation und Auseinandersetzung rufen, die die Ängste und Forderungen von Pegida gerade erst als Zitat: „Rechtes Geschwurbel“ (O-Ton eines Mitveranstalters der Münchener Gegendemonstration) abtaten. Wie soll unter solchen ein echter Dialog ablaufen?

    Die Grenzen sind abgesteckt:
    Auf der einen Seite: Soziale und Verantwortungsvolle Bürger, die für den Islam und für eine Zuwanderung in Deutschland, für ein Miteinander unserer Gesellschaft sind.
    Auf der anderen Seite: Menschen die als „Rechte“ gegen den Islam, gegen Ausländer in Deutschland und für ein isolationistisches Gedankengut gegen Europa und die Welt stehen.

    Mit diesen Grenzen wurde allerdings auch das Niveau künftiger Diskussionen abgesteckt. Eine gleichberechtigte Diskussion scheint mehr oder weniger ausgeschlossen.

    Macht man sich die Mühe einmal die zentralen Forderungen der Pegida zu Recherchieren bekommt man plötzlich ein Bild, das so gar nicht zu den bisher aufgestellten Thesen passt. Denn das Fazit aus diesen kann man auf zwei Ebenen stellen:
    1. Eine einheitliche Neuordnung der Asylpolitik (dieses Anliegen wird derzeit von Bspw. der sächsischen Staatsregierung aufgegriffen).
    2. Eine echte und vor allem effektive Integrationspolitik.
    3. Einen Hinweis an den Islam das Deutschland ein Land ist, in dem Staat und Religion voneinander getrennt sind.

    Des weiteren bleiben zwei Fragen aus den reihen der Pegida, die unausgesprochen im Raum stehen. Zum einen die Frage nach den Gefahren die durch den Islam entstehen, zusammen mit der Überfremdung durch den Islam.
    In den vergangenen Jahren durfte man erfahren wie „gefährlich“ der Islam sei. Schließlich war er sogar so gefährlich, dass entgegen ursprünglicher Vereinbarungen Waffen in ein Kriegsgebiet geliefert wurden, um einen Islamischen Staat (IS) zu verhindern. Aus genau diesem Krisengebiet kommt nun ein Großteil der Asylbewerber. Gepaart mit Meldungen über die Gefahr durch (unzureichender!) Aufklärung über die Salafisten hierzulande braucht man sich über die Ängste der Bürger zu diesem Thema nicht wirklich zu wundern.

    Die zweite Frage ist die wohl schwerwiegendste: Wir beklagen uns über gefälschte Arbeitslosenstatistiken, über Hartz IV, eine Kapitalismuskritik, drohende Altersarmut, mangelnden bezahlbaren Wohnraum und vieles auf mehr.
    Kommen nun weitere zehntausende Menschen dazu, die in diese angespannte soziale Lage in unserem Staat ohne eigen Mittel und ohne finanzielle Mittel von „uns durchgefüttert“ werden müssen, ohne das die Grundprobleme adäquat geklärt werden, braucht niemand sich über die Ängste der Pegida Anhänger zu wundern.

    Wollen wir helfen, so wie es in unserer Verfassung, unserem solidarischen, ethischen und auch Glaubensgrundsätzen gefordert wird, müssen diese Dinge geklärt werden. Effektiv und schnell, denn sonst wird der Graben, der sich durch die Bevölkerung bereits gebildet hat tiefer.
    Dann werden wir weiter voneinander getrennt.
    Unüberbrückbar.

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  2. Andreas Schlutter

    Warum brauchen wir eine Neuordnung des Asylrechts? Reicht es nicht, dass 1993 das Asylrecht bereits drastisch eingeschränkt worden ist? Dass Deutschland mit den Dublin-Abkommen dafür gesorgt hat, dass kein Flüchling auf dem Landweg Deutschland noch legal erreichen kann? Dass jetzt mit Dublin III Deutschland letztlich jedes Land als sicher einstufen kann, was ja mit den Ländern gerade gemacht hat, in denen die Roma ihrer sozialen Grundrechte beraubt werden?
    Wenn es einer Neuordnung bedürfte, dann zurück in die Zeit vor 1993. Also eine Abschaffung aller zynischen Einschränkungen.
    Mal etwas zu den Zahlen und dazu, wie gering eigentlich die Quote derer ist, die in Deutschland aufgenommen werden:

    “Diese Asylbewerberquote ist seit 2009 im EU-Durchschnitt von etwa 5 auf annähernd 9 Schutzsuchende pro 10.000 EU-Bürger gestiegen. Im Vergleich zur jeweiligen Bevölkerungsgröße wurden 2013 die meisten Asylanträge in Schweden (57), Malta (53), Österreich (21), Luxemburg (20) sowie Ungarn und Belgien (je 19) registriert. Aber auch in Deutschland (16), Dänemark (13) sowie den Niederlanden, Frankreich und Bulgarien (jeweils 10) lag die Asylbewerberquote im vergangenen Jahr über dem EU-Durchschnitt.”
    Quelle: Europa: Ungleiche Verteilung der Asylsuchenden

    Wie macht Schweden das? Dreieinhalb mal so viele Flüchtlinge? Oder Malta, dieser kleine Inselstaat? Mit einem BIP pro Kopf gerade halb so hoch wie in Deutschland?

    Und wieso haben die Pegida Angst vor einer Islamisierung? Gerade in Sachsen? Demzufolge müssten wir hier in München ja schon längst in einem Kalifat leben. Der Anteil der bekennenden Christen liegt mittlerweile unter 50% – und unter den 1,4 Mio Einwohnern befinden sich ca. 370.000 Ausländer, davon 40.000 Türken.

    Nein, Zusammenleben will gestaltet werden, damit es gelingen kann. Und trotz aller Probleme in der Stadt wie z.B. explodierende Mieten und Wohnraummangel, das Zusammenleben zwischen den vielfältigen Kulturen gelingt in München über den Dialog doch recht gut.

    Was mir zu Pegida einfällt, ist die Studie “Deutsche Zustände”, die unter der Leitung von Wilhelm Heitmeyer an der Uni Bielefeld entstanden ist:

    “Die Entsolidarisierung der Gesellschaft wird Wilhelm Heitmeyer zufolge immer stärker von einem Gefühl politischer Machtlosigkeit begleitet. Auch hier hatte der Soziologe zunächst eine positive Botschaft: Die Wut bleibe in Deutschland vorerst privat und führe nicht zu gewalttätigen Unruhen oder vermehrter offener Gewalt gegen schwache Gruppen. Der Wille zur Konfrontation der politisch Verantwortlichen sei allerdings ebenfalls nur gering ausgeprägt. Gerade bei Menschen aus der unteren Soziallage sei die Bereitschaft stark gesunken, sich überhaupt noch aktiv an demokratischen Prozessen zu beteiligen. Stattdessen habe sich eine “wutgetränkte politische Apathie” ausgebreitet, von der vor allem der neue Rechtspopulismus profitiere.”
    Quelle: Entsolidarisierung – Die neue Heitmeyer-Studie über deutsche Zustände

    Dass es besondere Gründe gibt, die die Frustration gerade in den neuen Bundesländern höher sein lässt, verwundert nicht. Die fast schon verbrecherisch zu nennende Politik der Treuhand vor 25 Jahren hat einen Ausverkauf und eine De-Industrialisierung ohne Gleichen betrieben. Und noch heute ist das Armutsrisiko in den neuen Bundesländern höher als – insgesamt – im Westen, die Löhne sind deutlich niedriger. Nur: an all dem sind nicht die Menschen mit Migrationshintergrund Schuld, die in Westdeutschland leben.

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  3. ThFuegner

    ISLAMKRITIK IST KEINE FREMDENFEINDLICHKEIT!
    Geschichte wiederholt sich nicht, aber Sie reimt sich (Mark Twain): Schon damals stand es alles in “Mein Kampf”: Der Antisemitismus, die Demokratie- und Homosexuellenfeindlichkeit, die brutale Gewaltbereitschaft, der weltweit reichende Imperialismus, …und keiner las es oder nahm es ernst. Heute steht es im Koran. Und wieder liest es keiner, und keiner der Verantwortlichen aus Politik, Bildung, Justiz und Verwaltung nimmt die Bedrohung durch die Radikalisierung ernst!
    Damals warfen sich Medien, Bildungssystem, Justiz und Kirchen den Nazis an den Hals, um sich selbst zu retten- sie verrieten Ideale der Aufklärung, damit verriet die Kirche sich selbst(!), und vergewaltigen die Toleranz: “Toleranz wird zu einem Verbrechen, wenn man dem Bösen mit Ihr begegnet!” (Thomas Mann) Damals gab es “kein richtiges Leben im Falschen!” (Adorno) Und heute? Gibt es ein “richtiges” muslemisches Leben im falschen Islamismus?
    Heute werfen Sie sich wieder einer TOTALITÄREN IDEOLOGE an den Hals! Sie lassen sich täuschen von Taqquia, nehmen die die Warner nicht ernst oder verhöhnen sie, lassen Sie Imame in Kirchen predigen, verharmlosen die Frauendiskriminierung, Gewalt in Bildung und Medien, (“Das hat nichts mit dem Islam zu tun!”) und sprechen Sonderrecht für kriminelle Muslime. Warum? Was soll daraus werden?
    Sie verraten dabei wieder die historischen Werte des christlichen Abendlandes, der Aufklärung, unserer Kultur.
    Warum Thilo Sarrazin recht hat:
    http://www.welt.de/debatte/article9722366/Die-Gutmenschen-und-die-dunklen-Seiten-des-Islam.html?wtmc=RSS.Debatte.Debatte
    Aber: Muslime sind doch zum größten Teil FRIEDLICH!?
    Das ist eine Nebelkerze! Warum? Es brauchte nur 100.000 radikale, fanatische Nazis, um Deutschland, ganz Europa ins Chaos zu stürzen. Heute wie damals: Die schweigende Mehrheit, ob Deutsche damals oder Muslime heute, die “Schweigende Mehrheit” ist IRRELEVANT!
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_schweigende_mehrheit_ist_irrelevant
    Im Original von Brigitte Gabriel: https://m.youtube.com/watch?v=Ry3NzkAOo3s&feature=youtu.be&t=6s

    Ich bin gerne zu einem Dialog über das Nebeneinander von autochthonen Werten Europas MIT Muslimen bereit.
    Dazu ist absolut NOTWENDIG: RESPEKT UND TOLERANZ!

    Bitte unterlassen SIE SOFORT diese elenden Diffamierungen gegen Islamisierungsgegner. Vielleicht haben Sie ja den Mut, die berechtigten GRÜNDE der Ängste zur Kenntnis zu nehmen? Ich habe Ihnen ein paar Links, die die Ängste erklären, zusammengestellt.

    Der Islam liefert, nämlich * Morddrohungen gegen Juden!
    “… ob „der Islam“ tatsächlich „zu Deutschland“ und seiner freiheitlich-demokratischen Grundordnung „gehört“, das ist dann so eindeutig eben doch wieder nicht. Denn „der Islam“ umfasst keineswegs nur die Millionen friedlichen, friedliebenden und den verfassungsrechtlichen Wertekonsens respektierenden Muslime in Deutschland, sondern alle Facetten einer Religion, die dort, wo sie zur vollen Entfaltung kommt, verlässlich ihre totalitären Züge zeigt. Und in deren Namen auch jetzt wieder – und zwar auf deutschem Boden – zum Mord an Andersgläubigen aufgerufen wird. Wenn „der Islam“ zu Deutschland „gehört“, dann muss man wohl oder übel auch jenen Imam dazuzählen, der unlängst in der Berliner Al-Nur-Moschee predigte:
    * „Tötet sie bis zum Letzten.“ Gemeint waren natürlich die Juden.”
    http://m.tagesspiegel.de/meinung/wulffs-heldenmaer-zum-islam-gehoert-auch-die-gewaltverherrlichung/10241068.html
    Nicht zum ersten, auch nicht das einzige mal:
    * Hamed Abdel-Samad: “”Moderater Islam” ist eine Erfindung westlicher Islamwissenschaftler. Moderat und Islam ist ein Paradoxon, sie passen nicht zusammen. Die Wahrheiten der Islamisten stehen bereits fest. Auch das ist ein Kern des Faschismus.” http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article126336811/Schlacht-mit-apokalyptischer-Dimension.html
    * Auch der Holländische Politiker Geert Wilders steht wegen täglicher Morddrohungen unter Polizeischutz. Grund: seine Islam-kritischen Films Fitna.
    * Hirsi Ali: (Die schleichende Scharia) – unter Polizeischutz wg. Morddrohungen.
    * Sayran Antes, Frauenrechtlerin: Rückzug aus der Öffentlichkeit wg. Morddrohungen.
    * Sabatina James (Freiheit für Frauen): Unter Polizeischutz wg. Morddrohungen.
    http://www.blick.ch/news/schweiz/sabatina-james-nach-blick-interview-mit-tod-bedroht-ich-habe-alle-auftritte-abgesagt-id3276539.html
    * Minah Ahadi, (Ex-Muslime in Deutschland) Morddrohungen wg. Interviews.
    * Der dänisch-palästinensische Yahya Hassan prangert mit seiner Lyrik Heuchelei und Sozialbetrug seines Milieus an. … Nach Todesdrohungen musste er unter Polizeischutz gestellt werden.
    http://bazonline.ch/ausland/europa/Ehrlich-wuetend-talentiert/story/15026458

    Neben Morddrohungen liefert der moderate (!) Islam auch massive
    * Forderungen gegen die kulturelle und Meinungsfreiheit! Beispiele:
    * Deutsche Schüler in der Minderheit- gemobbt: ( v. Nicola Graef und Güner Balci)
    https://m.youtube.com/watch?v=-_Dyid3hZMg
    * Dasselbe Thema in panorama: Mobbing gegen Deutsche Schüler: (Die Opfer in dieser Doku heissen zufällig “Johnny” und “Dennis” …)
    https://m.youtube.com/results?q=panorama%20mobbing%20gegen%20deutsche&sm=3

    * Und das Schweigen über muslimischen “Rassismus” gegen Deutsche ist “multi-medial”! http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/rassismus-das-schweigen-der-schulen-ueber-deutschenfeindlichkeit-11056390.html

    * Berlin: Drohung, unkalkulierbares Risiko: Islamisten verhindern Mozart – Oper.
    * Konstanz: Türken setzen Theaterintendanz unter Druck! Die Freiheit der Kunst ist in Gefahr:
    http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=9293%3Atuerkische-demonstranten-setzen-theater-konstanz-unter-druck&catid=126%3Ameldungen-k&Itemid=100089

    * Düsseldorf Krimi der Autorin Gabriele Brinkmann – aus dem Programm genommen. Der Grund: Angst vor Islamisten.

    * Harald Schmidt wagt keine Witze mehr über den Islam: “Das ist mir zu heikel”.
    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/02/08/a0128

    * Hape Kerkeling: “Ich würde und werde mich öffentlich mit dem Islam nicht beschäftigen. Aus Angst.”

    * Roland Emmerich sparte die Vernichtung der Kaaba in seinem Katastrophenfilm “2012” bewusst aus: “Weil er Angst hatte vor einer Fatwa fundamentalistischer Islamisten!” Quelle: SZ.
    Wohin das führt?
    * Theo van Goghs letzte Worte, als ihm ein radikaler Muslim 2004 die Kehle durchschnitt, waren: “Wir können doch darüber reden!” Kann er jetzt nicht mehr.
    http://www.welt.de/kultur/article133887433/Nun-wisst-ihr-auch-was-euch-erwartet.html

    All das hat nichts mit dem Islam zu tun? Die Lüge hat System!

    “Koranische Grundlage für das Taqīya-Prinzip ist Sure 3:28, wo es heißt: “Die Gläubigen sollen sich nicht die Ungläubigen anstatt der Gläubigen zu Freunden nehmen. Wer das tut, hat keine Gemeinschaft (mehr) mit Gott. Anders ist es, wenn ihr euch vor ihnen (d.h. den Ungläubigen) wirklich fürchtet (illā an tattaqū minhum tuqāt).”
    http://de.wikipedia.org/wiki/Taq%C4%ABya

    Diese Quellen belegen: Die Islamisierung schreitet voran. Sie ist keine fremdenfeindliche, krankhafte Phobie von Menschen, die in der Gesellschaft zu kurz gekommen sind- sie ist ein unwiderlegbarer Prozess in Medien, Politik, Bildungssystem, Kultur und Justiz.
    Stoppen wir ihn jetzt. Bevor Europa in Barbarei versinkt und Köpfe von friedlichen Bürgern abgeschnitten werden, Kinder ermordet werden, unsere Freiheit ausgelöscht wird!

    Antworten
    1. Ludwig Brunner

      @ ThFuegner:

      “Das ist eine Nebelkerze! Warum? Es brauchte nur 100.000 radikale, fanatische Nazis, um Deutschland, ganz Europa ins Chaos zu stürzen. Heute wie damals: Die schweigende Mehrheit, ob Deutsche damals oder Muslime heute, die “Schweigende Mehrheit” ist IRRELEVANT!”

      Wenn für einen Herrn Fuegner der angesprochene Umstand eine Nebelkerze darstellt, warum hantiert er dann mit einer solchen?
      Wer geschichtlich nur in Grundrissen bewandert sein sollte, weiß, dass es erheblich mehr als nur 100.000 radikaler fanatischer Nazis bedurfte, um ganz Europa ins Chaos zu stürzen.
      Und ohne diese Basis ertrinkt jede Logik dahinter.

      Antworten
    2. Andreas Schlutter

      @ThFuegner: Es gibt keine “Islamisierung des Abendlandes” – nirgendwo in Deutschland gilt die Scharia statt Grundgesetz, BGB und StGB. Nirgendwo ziehen missionarisch Muslime durch die Straßen – das kenne ich in München nur von amerikanischen Mormonen.

      Stattdessen gibt es allerdings diverse Anschläge auf Moscheen:

      Zwischen 2001 und 2011 seien im Durchschnitt 22 Übergriffe jährlich registriert worden, 2012 seien es 35 und 2013 dann 37 Attacken gewesen. Allein in den vergangenen drei Wochen brannte es in drei deutschen Moscheen.
      Quelle: Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz

      Und was war da mit dem NSU? Sind da nicht vor allem Muslime ermordet worden? Aus rassistischen Gründen? Und das womöglich sogar mit dem Geld des Verfassungsschutzes?

      Antworten
  4. gerhard dengler

    Ich fasse es eigentlich immer noch nicht, wie jede Woche in Dresden “besorgte Bürger” rechtsextremen Populisten hinterher laufen und Stimmung machen gegen Flüchtlinge die genau vor denjenigen islamistischen Radikalen fliehen, vor denen die Pegida´s Stimmung machen.
    Am Meisten beeindruckt mich im negativen Sinn die Immunität gegenüber Zahlen und Fakten was Ausländer in Deutschland und Asyl anbelangt. All das interessiert nicht wenn es um den Erhalt der eigenen Vorurteile geht, da scheint mir als Erstes eine latente ausländerfeindliche Grundeinstellung da zu sein und die Bereitschaft mit pauschalen Urteilen sich die Welt so einfach wie möglich zu erklären.
    Oder wie Jutta Dithfurt kürzlich sagte “Die Krisenbewältigungsstrategie dieser Menschen besteht darin, andere Bevölkerungsgruppen abzuwerten.

    Ich hab so meine Zweifel, daß es gelingen kann, die Pegida-Feindbilder auf die “richtigen Themen” umzuleiten um nur einige zu nennen:
    – Finanzkrisen und die Folgen der Austeritätspolitik in der EU
    – Steuerhinterziehung durch Großkonzerne mittels Steueroasen
    – Nahrungsmittelspekulation durch Großbanken
    – Ungleichverteilung des Vermögens in Deutschland und die Ursachen hierfür
    – Schleichende Entwertung der gesetzlichen Rentenversicherung auf Sozialhilfeniveau
    – Ausbeutung der Arbeitenden in Bangladesh für unsere Billigkleidung
    – TTIP und vieles mehr
    Aber bei all diesen Themen müßte man sich selber um Infos bemühen, recherchieren, hinterfragen; und dann werden die handelnden Personen wie Politiker und Wirtschaftsführer und Organisationen als zu mächtig und überlegen angesehen, damit man diese als Feindbilder instrumentalisieren kann.
    Da ist es doch viel einfacher, Sündenböcke in Gestalt der Asylanten und Moslems auszumachen, die in der schwächeren Position sind und denen man alles Schlechte dieser Welt zuschreiben kann.
    Vielleicht sollte man sich – neben der Aufklärung über die Fakten und Ursachen – auch mal Gedanken machen, wie wir zumindest unsere Kinder und Enkel gegenüber diesem “geistigen Mitläufertum” immun machen.
    Was müßte in den Schulen vermittelt werden, um die Grundlagen einer toleranten, weltoffenen und humanistischen Gesellschaft zu legen die nicht auf einer entsozialisierten Konsumgesellschaft aufbaut und in der nur Profitorientierung und Privatisierung etwas gilt und das Gemeinwohl eine hohle Floskel geworden ist.
    Wie schafft man Identifikation mit diesem Land und seiner Politik und das nicht nur alle 4 Jahre bei einer Fußball-WM.
    Als m. E. wirklich gute Lektüre zu den psychologischen Ursachen der Ausländerfeindlichkeit empfehle ich den nachstehenden SZ-Artikel der zwar schon drei Jahre alt ist aber nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat.

    Gerhard Dengler
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/fremdenfeindlichkeit-nach-die-wurzeln-der-angst-1.1140450

    Antworten
    1. Andreas Schlutter

      Hallo Gerhard, danke für das Ausgraben des Beitrags aus der Süddeutschen. Gut erklärt wird die Sündenbock-Funktion, deshalb möchte ich das folgende Zitat aus dem Artikel hervorheben.

      “Gerade bei der Islamfeindlichkeit gab es von 2009 auf 2010 einen Anstieg bei jenen, denen es eigentlich gutgeht. Die haben während der Finanzkrise bemerkt, dass auch sie bedroht sein können.”

      Allerdings versuchen sie nun nicht, sich gegen die Banker zu wehren. Banker, dabei denkt man an die Ackermänner, Koppers und ihre Peanuts, an Menschen, die mit riesigen Geldmengen jonglieren, die an den Schalthebeln der Macht über die Normalsterblichen sitzen, schon weil sie mir meine Kredite kürzen können. Stattdessen suchen sich die verängstigten Bürger eine Gruppe, in die ein Bedrohungspotential projiziert werden kann. Dabei weiß jeder, dass Muslime nichts mit schrumpfenden Aktienpaketen zu tun haben.
      Es geht darum, dass man sich gegen diese schwächere Gruppe tatsächlich wehren zu können glaubt. Sie erfüllt die klassische Sündenbockfunktion.

      Es ist die eigene Ohnmacht den Mächtigen gegenüber, die gefährliche Züge annehmen kann. Statt sich mit den Tätern anzulegen, die doch klar zu benennen sind.

      Während die Einkommen einiger weniger exponentiell steigen, sind die der Mehrheit immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit. Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen. Darum bestreiten sie das Kontrollrecht der Staaten, die beauftragt sind, über den Schutz des Gemeinwohls zu wachen. Es entsteht eine neue, unsichtbare, manchmal virtuelle Tyrannei, die einseitig und unerbittlich ihre Gesetze und ihre Regeln aufzwingt. Außerdem entfernen die Schulden und ihre Zinsen die Länder von den praktikablen Möglichkeiten ihrer Wirtschaft und die Bürger von ihrer realen Kaufkraft. Zu all dem kommt eine verzweigte Korruption und eine egoistische Steuerhinterziehung hinzu, die weltweite Dimensionen angenommen haben. Die Gier nach Macht und Besitz kennt keine Grenzen. In diesem System, das dazu neigt, alles aufzusaugen, um den Nutzen zu steigern, ist alles Schwache wie die Umwelt wehrlos gegenüber den Interessen des vergötterten Marktes, die zur absoluten Regel werden.
      Quelle: EVANGELII GAUDIUM

      Ich denke, wir müssen nicht nur recherchieren und uns informieren, sondern wir müssen eine demokratische, soziale und solidarische Antwort auf die aktuellen Herausforderungen formulieren, und das geht nur, wenn wir uns mit den Gewinnern dieser Wirtschaft anlegen.

      Antworten
  5. Andreas Schlutter

    Ursache – Wirkung.

    Wer sorgt für Ausbeutung? Wer gefährdet mit seinem Handeln in Deutschland erfolgreiche Lebensbiographien und stürzt Menschen in Unsicherheit oder prekäre Lebensverhältnisse? Und wer sorgt dafür, dass Menschen sterben, weil sie kein Geld haben, sich die Lebensmittel zu kaufen? Wer profitiert von den Kriegen um Selen, Tantal, Diamanten, Öl? Wendet sich – bei allem Verständnis für die Ängste bei Einzelnen, die aber nicht alle haben – Pegida nicht gegen die falschen? Die Gruppe der Pegida-Anhänger, so der Versuch der soziologischen Einordnung von Heinz Bude und Ernst-Dieter Lantermann in der Süddeutschen am 23.12., ist zudem extrem homogen: drei Gruppen mit ausgeprägter Islamophobie (verhärtete Selbstgerechte, denen es im Prinzip gut geht; grundsätzliche Beleidigte, die von Auschlussempfinden geprägt sind; die dritte Gruppe sind Menschen mit relativ hoher Bildung, aber in tendenziell prekären Verhältnissen lebend, weltoffen und tolerant, wobei es dies aufhört, wenn es um den Islam, um Muslime geht).

    Dabei wird auch nicht mehr unterschieden zwischen zum Teil gut integrierten Moslems, die bei uns in Politik und Wirtschaft erfolgreich “Karriere” machen und denen, die a) ein Leben eher am Rande dieser Gesellschaft führen (müssen) und b) denjenigen, die sich radikalisieren bzw. radikalisieren lassen. Islamismus hat mit dem Islam genauso viel zu tun wie George W. Bush mit dem Christentum. Beide missbrauchen die Religion für ganz andere Zwecke.

    Wenn für das Entstehen des IS jemand Verantwortung trägt, dann doch vor allem die europäischen Länder (namentlich Großbritannien und Frankreich) sowie die USA, die seit mittlerweile 100 Jahren, also nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches, immer ihre wirtschaftlichen Interessen durchgesetzt, aber nie die Interessen und Bedürfnislagen der Menschen, die in der Region leben, berücksichtigt haben.

    Dazu noch ein passender Beitrag aus der Anstalt vom 23.09.2014

    Antworten
  6. Ludwig Brunner

    Die “Panik”-Attacken der “Pegida”-Anhänger, welche sich in “Spaziergängen” an verabredeten Orten äußern, nur als fehlgeleitete Sorgen “besorgter” Mitbürger zu interpretieren, geht fehl mit der Realität.

    Die oben aufgestellte These habe ich hier zwar nicht gefunden, aber auf diese Weise wird ziemlich oft versucht, Anknüpfungspunkte und Verständnis für solche Menschen zu finden.

    Wer aber mit Begriffen wie “Abendland” und “Islamisierung” im bekannten Kontext hantiert, hat sicher mehr als nur eine Schraube locker und ist weder für eine funktionierende Analyse, noch einer darauf aufbauenden Lösung in irgendeiner Weise zu gebrauchen.
    Die Losung ist vielmehr Ausdruck einer “dreckigen” Gefühlswelt der Demonstrierenden, welche ihre “Herrenrasse-Mentalität” als “Leitkultur” zu deklamieren versuchen und mit ihrer Dumm-Sophisterei anscheinend nicht nur ins Finale des Wettkampfs “Deutschland sucht die größten Phillister” zu gelangen versuchen, sondern diesen sogar schnell zu gewinnen.
    Und wie sich die Parole “Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes” mit dem oft zu vernehmenden Ausspruch “wir haben nichts gegen Muslime” vereinbaren lässt, weiß wohl nur ein “hochgebildeter” Syntax-Error-Fetischist.

    Mit diesen Gedanken wünsche ich euch ein gutes neues Jahr

    und den Pegida-Anhängern den Ankunft in der Realität im Jahr 2015
    (dieses Jahr schaffen sie es dann doch wohl nicht mehr)

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  7. Ludwig Brunner

    @ Andreas Schluter:

    “die dritte Gruppe sind Menschen mit relativ hoher Bildung, aber in tendenziell prekären Verhältnissen lebend, weltoffen und tolerant, wobei es dies aufhört, wenn es um den Islam, um Muslime geht)”

    Was nützt eine formal relativ hohe Bildung, wenn man trotzdem nicht zu differenzieren in der Lage ist? Ist es da ein Wunder, dass solche Menschen sich in “prekären” Verhältnissen widerfinden? Denn diese sind nach kapitalistischen Verhältnissen nur bedingt nutzbar/ausbeutbar bzw. nur bedingt in die Stufenleiter der Ausbeutungskette zu integrieren, weil das, was sie wirklich können, wenig ist – und das Wenige ziemlich schlecht.

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    1. Andreas Schlutter

      Tja, was nützt es? Relativ hohe Bildung schützt leider nicht vor Ressentiments. Erstens wäre es wichtig, die tatsächlichen Machtverhältnisse zu durchschauen. Und zweitens dann, sich mit den Mächtigen anzulegen statt sich schwächere als Sündenböcke zu suchen.

      Ich weiß gar nicht, ob Menschen in prekären Verhältnissen wenig können. Darum geht es doch auch nicht. Ideal ist es doch, wenn Menschen in ähnlichen Lagen sich mehr solidarisieren. Und sich mehr gewerkschaftlich organisieren. Dies ist wohl der einzige Weg, um gemeinsam das “Prekariat” zu verlassen.

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      1. Ludwig Brunner

        Wenn jemand relativ hohe Bildung genossen hat und sich in prekären Verhältnissen befindet – und dennoch gegenüber den falschen Adressaten “herumstänkert”, dann kann er wirklich herzlich wenig bzw. ist sich zu schade dafür, herauszufinden, ob er auch “anderswo” (malochend) etwas und gut kann. Beim ungebildet Prekarisierten kann man es noch einigermaßen nachvollziehen und ein gewisses Verständnis entwickeln, beim erstgenannten Personenkreis geht das eigentlich nicht mehr, wenn man sie damit nicht privilegieren möchte.

        Solidarisieren könnten sich eigentlich alle Menschen, wenn sie nicht auf das besondere Privileg ihrer Person angewiesen wären, was für mich ein Zeichen von Schwäche und Schäbigkeit ist.

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        1. Willi

          Und ein Zeichen von Dummheit!
          Ich verstehe nicht, warum eine soo große Mehrheit immer noch die Parteien wählt, die sie in Hartz4 geschickt haben, die die prekären Arbeitsverhältnisse gefördert haben, die die Renten gekürzt haben und immer weiter kürzen, bei denen “Reformen” immer zu Lasten der Schwächeren gehen, bei denen “Wettbewerbsfähigkeit” darin besteht, dass Einkommen von unten nach oben umverteilt werden, die für Krieg stimmen, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung dagegen ist, die uns belügen und für dumm verkaufen, etc. Alle diese Dinge, die auch Leute mit weniger Bildung durchschauen könnten, wären Gründe, sich zu solidarisieren.
          Aber anscheinend ist die Gehirnwäsche durch die großen Medien sehr erfolgreich! Wie oft sagt jemand, wenn solche Themen angesprochen werden: “Uns geht es doch noch gut!”? Im Unterbewussten steht vielleicht dahinter: “Ich muss noch nicht zum Amt, ich gehöre nicht zu denen da unten!”.

          Willi

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          1. Andreas Schlutter

            … weil es keinen konsistenten Gegenentwurf zur neoliberalen Erzählung gibt. Gerade hier in Deutschland ist die gesellschaftliche Linke zersplittert. Die SPD hält nach wie vor mehrheitlich fest daran, dass Hartz IV im Großen und Ganzen richtig war und ist, fällt also für den Gegenentwurf nahezu völlig aus.

            Die Linke bleibt vor allem im Westen schwach, Bündnis 90/Grüne liebäugeln zum Teil mit dem Erbe der FDP. Und all die Organisationen der Zivilgesellschaft schaffen es nicht, Druck aufzubauen. man denke nur an das Bündnis UmFAIRteilen, das nach der Bundestagswahl im Herbst 2013 in der Versenkung verschwunden ist.

            Zu beobachten ist allerdings auch, dass sich die PEGIDA-Anhänger verstärkt in den neuen Bundesländern finden, also dort, wo es weniger Ausländer und insbesondere weniger Moslems gibt. Das Zusammenleben im Westen scheint hier ein wenig geholfen zu haben, Vorurteile abzubauen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.

            Anteile der Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung in % und Anteile der Migrantenguppen innerhalb aller Menschen mit Migrationshintergrund, Nach Bundesländern

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