{"id":564,"date":"2014-08-23T09:31:10","date_gmt":"2014-08-23T08:31:10","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=564"},"modified":"2014-08-23T09:31:10","modified_gmt":"2014-08-23T08:31:10","slug":"big-data-beim-fc-bayern-oder-der-arzt-kann-einpacken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=564","title":{"rendered":"Big Data beim FC Bayern oder Der Arzt kann einpacken"},"content":{"rendered":"<p><strong>Big Data ist der Begriff f\u00fcr eine neue IT-Technologie. Sie bietet die M\u00f6glichkeit, gro\u00dfe Datenmengen zu analysieren, zu speichern und auszuwerten. Die gesammelten Daten stammen aus sehr unterschiedlichen Quellen: z.B. aus Unternehmensdaten \u00fcber Marktanteile, Ums\u00e4tze und Gewinne oder aus privaten Kommunikationsdaten, wie Internetzugriffen, Kameraaufzeichnungen und Telefongespr\u00e4chen.<\/strong><\/p>\n<p>Mittwoch, 20.8.2014 im Sportteil der SZ: Ich denke ich verstehe nicht so richtig, was da steht: \u201eBig Data beim FC Bayern\u201c. Was hat Big Data mit Fu\u00dfball zu tun? Was ist denn Big Data \u00fcberhaupt?<!--more--><br \/>\nHintergrund ist zun\u00e4chst, dass die Firma SAP, gro\u00dfer deutscher Softwarehersteller, beim FC Bayern als Investor einsteigt und verspricht: \u201eWir werden die digitale Welt beim FC Bayern komplett einf\u00fchren.\u201c<br \/>\nDass viele Daten bei einem Fu\u00dfballspiel erzeugt werden, das haben wir mittlerweile mitbekommen. Regelm\u00e4\u00dfig w\u00e4hrend eines Spiels werden wir aufgekl\u00e4rt \u00fcber %-Anteile im Ballbesitz, \u00fcber gewonnene Zweik\u00e4mpfe, \u00fcber das Eckballverh\u00e4ltnis sowieso oder \u00fcber Distanzen von Kilometern, die die Spieler gelaufen sind. Mehrere Dutzend Kameras sind auf das Spielfeld gerichtet, identifizieren die einzelnen Spielen und zeichnen ihre Leistungsdaten auf.<\/p>\n<p>So f\u00fchrt Johannes Aum\u00fcller in seinem Artikel aus:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eIn erster Linie aber geht es um Daten, und zwar um ganz viele Daten, die der FC Bayern f\u00fcr m\u00f6glichst viele aufbereiten m\u00f6chte. F\u00fcr die Fans, f\u00fcr die medizinische Abteilung und vor allem f\u00fcr den Trainerstab. Sie speisen sich aus den aktuellen Spielen, aus den Trainingseinheiten und aus zahlreichen Fernsehaufzeichnungen. Bei einer Trainingseinheit gebe es pro Sekunde eine Million Daten, sagte SAP-Vorstandsmitglied Gerhard Oswald. Im Idealfall soll die Technik helfen, Spiele besser zu analysieren und gesundheitliche Gefahren fr\u00fcher zu erkennen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Verstanden habe ich also, dass bei einem Fu\u00dfballspiel sehr viele Daten gewonnen, gespeichert und ausgewertet werden. Aber was wird wirklich konkret daraus gewonnen?<br \/>\nSchauen wir uns doch zun\u00e4chst ein anderes Beispiel von Big Data an, z.B. in der Medizin: Wenn das Krankheitsbild eines Menschen durch viele Daten eindeutig gekennzeichnet ist (z.B. Blutwerte, Fettwerte, Urinwerte) und wenn man zugeordnet hat, welche Behandlungsmethoden zur Heilung gef\u00fchrt haben, dann muss man gar nicht mehr den Arzt hinzuziehen, sondern man ben\u00f6tigt die einfache Erfassung der Daten und bekommt als Ergebnis die angewandten Therapieschritte, vorausgesetzt die vorhandene Datenbasis ist gro\u00df genug.<br \/>\nWir ahnen, warum also so viele Daten erforderlich sind und so viele erfasst werden. Big Data ersetzt die Kausalit\u00e4t (in unserem Fall also die Analyse des Arztes) durch Korrelation, also dadurch, dass es viele Daten miteinander in Beziehung setzt.<br \/>\nAuch bei der \u00dcbersetzung von Texten aus einer Sprache in eine andere hilft Big Data, ohne dass wir dazu ein W\u00f6rterbuch oder einen \u00dcbersetzer zu Hilfe ziehen. Voraussetzung ist eben nur eine gro\u00dfe Anzahl von \u00fcbersetzten Texten, die mit zu programmierenden Algorithmen ausgewertet werden.<br \/>\nSiehe dazu auch SZ vom 21.5. 2014, In der Au\u00dfenansicht, S.2 schreibt Christian Hesse \u201eDer Arzt kann einpacken \u2013 Warum man mit Mathematik Menschen heilen kann, ohne etwas von Medizin zu verstehen \u2013 und Big Data besser ist als sein Ruf\u201c<br \/>\nZur\u00fcck zum Fu\u00dfball: Der FC Bayern gewinnt sicherlich die meisten seiner Spiele, weil Big Data das aus den Daten seiner Spieler und der Mannschaft vorhersagt.\u00a0 Wird er alle Spiele gewinnen, wenn die Daten dieses belegen? Nun, Gott sei Dank, gibt es noch menschliche Fehler, es gibt die Tagesform, es gibt Pfosten und Latte und es gibt die Schiedsrichter und eben auch andere Mannschaften mit \u00e4hnlich guten Leistungsdaten.<\/p>\n<p>Der Artikel in der Au\u00dfenansicht der SZ endet so:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie verantwortliche Nutzung riesiger Datenmengen schafft ungeahnte neue M\u00f6glichkeiten. Man kann Energie effizient nutzen, Verbrechen bek\u00e4mpfen und verhindern, die Wissenschaft voranbringen. Big Data hat einen schlechten Ruf, doch die gesammelten Datenmengen sind nicht per se schlecht. Der Missbrauch von Daten muss nat\u00fcrlich konsequent bek\u00e4mpft werden. Doch die Chancen von Big Data \u00fcberwiegen die Risiken.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Wo sind die Risiken anzusiedeln? Personenbezogene Daten unterliegen nach wie vor den Bestimmungen des BDSG, des Bundesdatenschutzgesetzes. Dieses vertritt das Recht des B\u00fcrgers, selbst zu bestimmen \u00fcber die Speicherung und Verwendung seiner Daten.<br \/>\nAber k\u00f6nnen wir \u00fcberhaupt noch nachvollziehen, welche Daten von wem und wo \u00fcber uns gespeichert sind und damit auch ausgewertet werden k\u00f6nnen?<br \/>\nIm US-Film <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minority_Report\" target=\"_blank\">Minority Report<\/a> wird thematisiert, dass mit Hilfe von Pers\u00f6nlichkeitsprofilen menschliches Verhalten vorhergesagt wird und kriminelle Handlungen prognostiziert werden. Die Algorithmen, die benutzt werden, um die Prognosen zu st\u00fctzen, sind nicht transparent. Ist das wirklich nur eine Science-Fiction-Vorstellung?<\/p>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_564 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_564')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_564').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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