{"id":5054,"date":"2019-07-18T00:09:19","date_gmt":"2019-07-17T22:09:19","guid":{"rendered":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=5054"},"modified":"2019-07-18T00:09:19","modified_gmt":"2019-07-17T22:09:19","slug":"die-kriege-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=5054","title":{"rendered":"Die Kriege der Zukunft"},"content":{"rendered":"<h3><strong>\u00dcberhaupt: die Zukunft?!<\/strong><\/h3>\n<p><strong>von <\/strong><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.stefanfrischauf.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Stefan Frischauf<\/strong><\/a><\/p>\n<p><em>\u201eDie Zukunft ist digital. Wir werden die Realit\u00e4t und unsere Bed\u00fcrfnisse mit Apps und vielen anderen digitalen Funktionen steuern und befriedigen.\u201c<br \/>\n<\/em>N.N.,\u00a0 ca. in den letzten 5-10 Jahren so oder \u00e4hnlich im Wortlaut vermehrt anzutreffende Aussage<\/p>\n<p><em>\u201eDie Kriege der Zukunft werden ums Wasser gef\u00fchrt\u201c.<br \/>\n<\/em>N.N., seit ca. 40 Jahren immer wieder medial weit verbreitete Aussage<\/p>\n<p><em>\u201eWas jetzt passiert, ist die totale Besetzung mit Gegenwart\u201c.<\/em><br \/>\nHeiner M\u00fcller <sup>1<\/sup><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>\u201e<\/em><em>WIE FR\u00dcHER GEISTER KAMEN AUS VERGANGENHEIT \/ SO JETZT AUS ZUKUNFT EBENSO.\u201c<br \/>\n<\/em>Bertolt Brecht, Fatzer-Fragment, bearbeitet von Heiner M\u00fcller <sup>1<\/sup><\/p>\n<p><em>\u201eDie Zukunft ist ein sanft dahinflie\u00dfender Fluss,<br \/>\ndessen Schaumkronen wir vom Fenster aus betrachten\u201c<\/em>.<br \/>\nN.N., Zeitpunkt und Quelle unbekannt<\/p>\n<p><em>\u201eDie Zukunft ist ein kleines Fenster im Strom der Ereignisse zwischen Vergangenheit und Gegenwart.<br \/>\nEin M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnendes &#8211; ein Gelegenheitsfenster.\u201c<\/em><br \/>\nN.N., Zeitpunkt und Quelle unbekannt<\/p>\n<p><em>\u201eGlaubt Saskia an Paar-Zukunft mit \u201aGet the Fuck out\u2019-Peter?\u201c<\/em><br \/>\n\u201ePromiflash\u201c <sup>2<\/sup><\/p>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/condition_humaine_1_1024.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/condition_humaine_1_1024.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"359\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">La condition humaine: \u201eDas Menschsein\u201c, Andr\u00e9 Malraux\u2019s Roman auf Deutsch: \u201eSo lebt der Mensch\u201c. <sup>3<\/sup><\/p><\/div>\n<h4><strong>Wasserknappheit und Krieg<\/strong><\/h4>\n<p>Abgesehen davon, dass Kriege historisch immer Eroberungsfeldz\u00fcge um Boden und damit auch Quellen und Wasserl\u00e4ufe waren, sagt die Aussage, dass die Kriege der Zukunft ums Wasser gef\u00fchrt werden nichts wirklich Neues. \u201eNeu\u201c oder charakteristisch ist jedoch der massenhafte Verbrauch von Wasser: die mangelnde \u201eNachhaltigkeit\u201c mit der lebensnotwendigen Ressource und der zunehmende Verteilungskampf zwischen Stadt und Umland vielerorts. Und damit dann auch die viel heftiger sich auswirkenden Trockenzeiten. All dies zudem in Zeiten, in denen sich das Wetter \u00fcberall \u00a0drastisch messbar \u00e4ndert und dann eben auch Starkregen und andere extremen Wetterereignisse auftreten. Der so genannte Klimawandel. Und da ist es einmal mehr der schiere Ma\u00dfstab, der alles sprengt. <!--more--><\/p>\n<p>Kriege wurden also immer um Boden und Wasser und andere Rohstoffe im Boden gef\u00fchrt. In Kulturen indes, in denen die Menschen sich zun\u00e4chst prim\u00e4r in Systemen der \u201eSubsistenz- oder Bedarfswirtschaft\u201c <sup>4 \u00a0<\/sup>selbst versorgen, wird auch das \u201ead hoc Versprechen der digitalen Wunscherf\u00fcllung\u201c zum Menetekel: Bei Wegfall oder Zerst\u00f6rung der Lebens- und Versorgungsgrundlagen helfen \u201egute Geister\u201c oder \u00c4hnliches. Der \u201eNaturzustand\u201c des \u00dcberlebenskampfes von Tag zu Tag wird hingenommen. Das Nomadisieren, das in der Regel auch Teil eines solcherart geweckten \u201eNaturzustands\u201c ist, f\u00fchrt jedoch auf Dauer vielerorts zu immer weiter gehender Entwurzelung der Menschen. Und zu immer h\u00e4rteren Verteilungsk\u00e4mpfen zwischen Bewohnern der Zielorte dieser nomadisierenden Menschen und den Neu-Ank\u00f6mmlingen selbst dort.<\/p>\n<p>Binnenfl\u00fcchtlinge in B\u00fcrgerkriegsl\u00e4ndern und Landfl\u00fcchtlinge allgemein auch in \u201efriedlichen L\u00e4ndern\u201c bev\u00f6lkern zun\u00e4chst die Randbereiche der St\u00e4dte. Diese \u201eurbanen Zentren\u201c jedoch sind eher \u201edorfartige Mega-Agglomerationen\u201c mit kleinem st\u00e4dtischem Kern. Dieser liegt in und um ein historisches Zentrum. Falls dies \u00fcberhaupt vorhanden ist. In jedem Falle ist der Kern der wirtschaftlich am schnellsten wachsende Teil einer Stadt. Er dehnt sich denn auch weiter aus und verdr\u00e4ngt die dorfartigen Agglomerationen an seinem Rande. Gleichzeitig dr\u00e4ngen Neu-Ank\u00f6mmlinge von drau\u00dfen in die Stadt und bald auch in den prosperierenden Kern. Wie unsere Vorfahren vor nicht allzu langer Zeit folgen sie dem \u201eStadtluft macht frei\u201c Versprechen von mehr Sicherheit und bescheidenem Wohlstand.<\/p>\n<p>Andere wiederum werden vom Kern nach drau\u00dfen gedr\u00e4ngt. St\u00e4ndige aufzehrende Umw\u00e4lzungsbewegungen sind die Folge. Aufzehrend f\u00fcr Mensch und Um- oder Mitwelt.<\/p>\n<p>Die Suche nach einem kleinen bisschen Sicherheit und Gl\u00fcck vieler Menschen hat die Orte immer ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt. Entscheidend ist, wie sich in solchen Zeiten scheinbar grenzenloser und freier globaler Bewegungen von Waren- und Menschen Ziel- und Herkunftsort von Fl\u00fcchtenden verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, um eine Verbesserung der Sicherheits- und Lebensbedingungen an beiden Orten zu erreichen. Und somit Bleiben statt Herumziehen und Nomadisieren zu erm\u00f6glichen. An beiden Orten:<\/p>\n<p>Stadt und Land. Im Ziel- und im Herkunftsland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>\u201ePlanet der Slums\u201c 2006 und \u201eBlade Runner 2049\u201c<\/strong><\/h4>\n<p>Mike Davis 2006 verfasstes Buch \u201ePlanet der Slums\u201c beschreibt basierend auf der gro\u00dfen UN-Habitat-Studie von 2003 eindringlich diese Zust\u00e4nde in und um die St\u00e4dte der Welt. Insbesondere des \u201eglobalen S\u00fcdens\u201c. Der in Los Angeles lehrende Stadtsoziologe beschreibt in vielen Berichten von \u201eStreet- und field-workern\u201c aller Art auch g\u00e4ngige Methoden von \u201eTransformation von Grund und Boden\u201c in Stadt und Land. Darunter auch vielf\u00e4ltige Formen von \u201eLandraub\u201c. F\u00fcr viele ein verst\u00f6rendes, aber 2019 weitgehend authentisches, immer noch oder gerade wieder hoch aktuelles Buch. <sup>5<\/sup><\/p>\n<p>Dennis Villeneuves \u201eBlade Runner 2049\u201c breitet die Zust\u00e4nde der \u201efragmentierten Zerst\u00f6rung und v\u00f6lligen Gesetzlosigkeit\u201c dann auch f\u00fcr westliche Metropolen aus.<\/p>\n<p>Los Angeles, das in Ridley Scotts erstem \u201eBlade Runner\u201c von 1982 sich 2019 noch als \u201evielfach \u00fcberschichtete, aber irgendwie doch noch intakte Metastadt f\u00fcr Menschen und Replikanten\u201c darstellt, ist 30 Jahre sp\u00e4ter schon ein zerbrochener Moloch nach einer nicht genau definierten Katastrophe, die auch ein schleichender Niedergang gewesen sein kann. \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz\u201c erscheint da mehr als Bedrohung, denn als Verhei\u00dfung. Gleichwohl verhei\u00dft sie dem oder der einzelnen Person auch gl\u00fcckliche Momente. Ausfl\u00fcchte aus der Einsamkeit des humanen \u00dcberlebenden zwischen lauter \u201eHumanoiden\u201c, also \u201eMenschen\u00e4hnlichen\u201c, k\u00fcnstlichen Gesch\u00f6pfen. Den von Menschenhand programmierten \u201ewiderstandsf\u00e4higeren Weggef\u00e4hrten\u201c. \u201eReplikanten\u201c verschiedener Generationen. <sup>6<\/sup><\/p>\n<p>Zust\u00e4nde, die sich im Hinblick auf die soziale Aufspaltung derzeit in dem, was Chris Hedges die \u201egescheiterte Demokratie\u201c Amerikas nennt gerade auch in St\u00e4dten wie San Francisco und LA deutlich abzeichnen. Dies betrifft dabei sowohl die \u201er\u00e4umliche Kontrolle\u201c der herrschenden Schicht mittels \u201esozialer Medien\u201c <sup>7<\/sup>, als auch die zunehmende Verelendung und damit auch deutliche Verslumung ganzer Stra\u00dfenz\u00fcge in der ehedem \u201esiebtst\u00e4rksten \u00d6konomie der Welt\u201c im kalifornischen \u201eSunshine-State\u201c. Einem gespaltenen Land, das f\u00fcr immer mehr Menschen eher eine dunkle H\u00f6lle geworden ist.<\/p>\n<p>Die Ursachen daf\u00fcr werden von Manchen alleine im \u201eunkontrollierten Zuzug aus der 3. Welt\u201c, von anderen beim \u201eglobalen Liberalismus so genannter freier M\u00e4rkte\u201c gesucht. <sup>8<\/sup><\/p>\n<p>Dass und inwieweit das eine das andere bedingt und verursacht und wo und wann da die Henne, wo und wann da das Ei ist und war \u2013 das soll und kann hier nur marginal er\u00f6rtert werden. Es f\u00fchrt auch zu nichts. Weder zwischen Silicon Valley und Hollywood, noch hier.<\/p>\n<p>Es gilt nur zu bedenken, dass die \u201eLiberalisierung der M\u00e4rkte&#8221; ein Geschehen ist, das von der fr\u00fcheren \u201e1.Welt&#8221; ausgegangen ist und die massenhafte Zuwanderung in urbane Slums derzeit prim\u00e4r in der fr\u00fcheren \u201e3.Welt&#8221; geschieht. Die Verwendung dieser heute eher &#8220;politisch inkorrekten Ausdr\u00fccke&#8221; impliziert jedoch sowohl zeitliche, als gerade auch herrschaftliche Anspr\u00fcche. Das Aussprechen dieser Anspr\u00fcche ist im \u201epost-Orwellianischen Sinne\u201c gebannt \u2013 die Anspr\u00fcche selbst bestehen jedoch nach 1984 transformiert fort.<\/p>\n<p>Eine neue Form des &#8220;Neo-Post-Kolonialismus&#8221;, also ein \u201ever\u00e4nderter Kolonialismus\u201c ist so entstanden. Die Zuwanderung von marginalisierten, aus dem &#8220;System&#8221; herausgefallenen Bewohnern der &#8220;1.Welt&#8221; und der Fl\u00fcchtlinge \/ Migranten aus der &#8220;3. Welt&#8221; im &#8220;globalen Norden&#8221; in neue urbane Slums auch dort schafft nun neue Verteilungs- und Verdr\u00e4ngungsk\u00e4mpfe hier wie dort. Vielen &#8220;Post-Neo-Liberalen&#8221;, also Verfechtern und Gewinnern des Dogmas der freien M\u00e4rkte aus der &#8220;freien Wirtschaft&#8221; indes scheint das fortw\u00e4hrende &#8220;Teile und Herrsche&#8221; selbst allm\u00e4hlich unheimlich zu werden. Doch der bedingungslose Kurs auf der Einbahnstra\u00dfe wird weiterhin eingehalten. Angst und die entsprechenden irrationalen Abwehrmechanismen beherrschen im &#8220;(post-)post-demokratischen&#8221;, zunehmend eher &#8220;neofeudalen Diskurs&#8221; alle &#8220;Abweichman\u00f6ver&#8221;. Und bremsen diese bedingungslos aus.<\/p>\n<p>Auf den &#8220;Sankt-Nimmerleinstag&#8221;?<\/p>\n<p>Und dann gibt\u2019s ja auch noch \u201eMOUT: Military Operations on Urban Terrain\u201c <sup>9<\/sup>.<br \/>\nDer H\u00e4userkampf ist seit 1997 eine der wichtigsten Einsatzdoktrinen des Pentagon zur Aufstandsbek\u00e4mpfung. Gerade in urbanen Slums. Teile und Herrsche, Folge \u221e\u221e\u221e.<br \/>\nAlso ausweglose Endlosschleife?<\/p>\n<p>Ein Jahrhundert also der Kriege, dieses 21. Jahrhundert? Oder geht\u2019s da doch noch weiter irgendwann bald auf friedlicheren Wegen? Also \u2013 Diplomatie statt Messerstechen und S\u00e4belrasseln und mehr?<br \/>\nSo seltsam und v\u00f6llig illusorisch das auch gerade derzeit klingen mag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>2019, 2049 und \u00fcberhaupt: vom \u201ePost-postmodernen Menschen\u201c<br \/>\nzum \u201eHyper-postmodernen Sein\u201c?<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn im Architekturmagazin BAUMEISTER dann unter der Rubrik \u201eFragen: Der andere Ort \u2013 Fantastischer Film \u2013 Architektur des Postfaktischen\u201c Mark Kammerbauer titelt: \u201eBlade Runner und Blade Runner\u00a0 2049 \u2013 Gesichter der Hyperpostmodernen Stadt\u201c, dann fragt sich zudem, was diese seltsame Etikettierung soll. <sup>10<\/sup><\/p>\n<p>Aber diese Frage geht auch als Fortsetzung eines Diskurses vom Herbst 2014 an die in M\u00fcnchen beheimatete Redaktion der Zeitschrift, die sich durchaus nicht zu Unrecht als \u201eDAS Architekturmagazin\u201c bezeichnet. Soll der Schwenk vom \u201ePost-postmodernen Menschen\u201c zum \u201eHyper-postmodernen Sein\u201c den Blick erweitern oder vernebelt er da mehr? Zumal bez\u00fcglich unserer Rolle in der Gegenwart, dem alles beherrschenden Hier und jetzt? <sup>11<\/sup><\/p>\n<p>Sollen Worte im Sinne eines wie auch immer gearteten \u201eErbes der Aufkl\u00e4rung\u201c den Blick \u00fcber den Tellerrand hinaus lenken oder soll der Blick auf den Inhalt des Tellers gehaftet bleiben? Welches Haltbarkeitsdatum hat das, was sich da auf dem Teller als nahrhafte Speise darstellen soll? Oder ist das Verfallsdatum gar schon lange \u00fcberschritten? Was bedeutet das f\u00fcr uns? Und: nicht nur f\u00fcr uns?<\/p>\n<p>Wer sind \u201eDIE\u201c? Und wo stehen \u201eWIR\u201c?<br \/>\nWelche Stadt ist jene \u201ehyperpostmoderne Stadt\u201c?<br \/>\nUnd wie leben wir darin? In welchen mit \u201etotaler Gegenwart\u201c besetzten R\u00e4umen \u00fcberleben wir?<br \/>\nWelche Geister aus welcher Zukunft sind diese \u201eGegenwart\u201c?<br \/>\nWelche \u201eVergangenheit\u201c vermag diese \u201eGegenwart\u201c noch zu erkennen?<br \/>\nVermag das Auge manches Humanoiden mehr Empathie f\u00fcr die letzten Menschen zu empfinden als die Masse Mensch vor ihrer Ausl\u00f6schung? Zu sp\u00e4t?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Trumps &#8220;America first&#8221;, der US-Wahlkampf 2020:<br \/>\nAfghanistan, die Taliban dort, IS, der Iran und wir<\/strong><\/h4>\n<p>Das offiziell siebte Treffen zwischen US-Diplomaten und afghanischen Taliban-Vertretern in Katar wird in der ZEIT verhei\u00dfungsvoll mit \u201eUSA und Taliban verhandeln \u00fcber Frieden in Afghanistan\u201c \u00fcberschrieben.<sup>12<\/sup><\/p>\n<p>Was ist ein solches \u201eAbkommen zur Beendigung des Afghanistankriegs\u201c <sup>12<\/sup>, das bis September 2019 vorliegen soll wirklich wert? Eines Krieges, der nun 18 Jahre andauert, aber:<\/p>\n<p>Wann begann denn der Afghanistankrieg? 1955 mit dem Staatsbankrott? Mitte der 1960er, als sich auch der Westen wieder mehr f\u00fcr das Land am Hindukusch zu interessieren begann? 1979 mit der sowjetischen Invasion? 1990 mit dem B\u00fcrgerkrieg? 2001 mit der westlichen Invasion und zun\u00e4chst einmal Zerschlagung des Taliban-Regimes in Kabul?<\/p>\n<p>18 Jahre sind schon l\u00e4nger als 1. und 2. Weltkrieg zusammen. 1979 ist schon 40 Jahre her. Bis 2049 sind\u2019s gerade mal 30 Jahre. 40 Jahre und kein bisschen Frieden in Sicht?<br \/>\n30 Jahre: 1618 bis 1648.<br \/>\nEin ewiger \u201eNaturzustand der Barbarei\u201c? Hobbes\u2019 Leviathan, Plautus in Endlosschleife zitierend mit Blut triefenden Lefzen? Der Mensch dem Menschen immer ein Wolf?<\/p>\n<p>Bis zu welchem Ende?<br \/>\n2019 bis 2049?<\/p>\n<p>Nach Lekt\u00fcre aller bisherigen Kommentare in der ZEIT zu oben angegebenem Artikel und des Tagesspiegel-Artikels vom 12.02.19 &#8220;Deutschland will Taliban zu Friedenskonferenz einladen&#8221; <sup>13<\/sup> l\u00e4sst sich vieles zwischen den Zeilen lesen.<\/p>\n<ol>\n<li>Zu allererst, ein Seitenstrang der Kommentare zum derzeitigen S\u00e4belrasseln gegen den Iran (06-07 \/ 2019): Chinesische und russische Truppenverb\u00e4nde und Luftwaffen sind in stetigem h\u00f6chstem Alarmzustand. Der Krieg und das st\u00e4ndige Sch\u00fcren von Kriegsgefahr ist nicht nur ob der st\u00e4ndig in der Luft gehaltenen Fliegerverb\u00e4nde der gr\u00f6\u00dfte Klimakiller. Das wollen und k\u00f6nnen nur manche Gr\u00fcne scheinbar nicht verstehen. Bolton und Pompeo als vorderste Kriegstreiber in der US-Regierungsadministration k\u00fcmmert das auch weniger. Aber das wei\u00df auch Trump. Er wird alles tun, um die Show weiterzuf\u00fchren, die ja auch \u201eglobalen Machtanspruch\u201c des Imperiums darstellt. Des Imperiums, das mit \u201eAmerica first\u201c aber auch einen \u201ediskreten R\u00fcckzug\u201c von seiner F\u00fchrungsrolle vollzieht.<br \/>\nEinen Angriff auf den Iran wird Trump tunlichst vermeiden. Das wird vom ersten Moment an kein &#8220;kleiner Guerillakrieg&#8221;. Was auch immer das ist. Die Mutma\u00dfung also, der US-Pr\u00e4sident wolle die aus Afghanistan abgezogenen Truppen f\u00fcr den Iran bereitstellen, ist eher abwegig.<\/li>\n<li>Taliban und IS: Urspr\u00fcnglich waren die Taliban eher &#8220;nationalistische afghanische Wahhabis&#8221;. Prim\u00e4r Paschtunen, deren Einfluss- und Zielgebiet Afghanistan und die FATAS entlang der Durand-Linie in Pakistan waren. Tendenziell sind sie das immer noch.<br \/>\nMit IS ist eine Chim\u00e4re aufgetaucht, die als internationalistische Killertruppe mit globalem Machtanspruch agiert und im Land zum sch\u00e4rfsten Widersacher der Taliban wird. Inwiefern der Westen und der &#8220;Krieg gegen den Terror&#8221; etc. die Entstehung dieses vielk\u00f6pfigen Ungeheuers beg\u00fcnstigt haben, kann hier nicht weiter erl\u00e4utert werden.<\/li>\n<li>Auch unter den Paschtunenst\u00e4mmen und ihren Anf\u00fchrern gibt es viele gem\u00e4\u00dfigte kluge Stimmen. Einmal habe ich gar einen Paschtunenf\u00fchrer Helmut Schmidt zitieren geh\u00f6rt. Diese klugen und friedlichen Stimmf\u00fchrer hat man vers\u00e4umt, verst\u00e4rkt einzubinden.<\/li>\n<li>Damit sind wir denn auch bei der afghanischen Zivilbev\u00f6lkerung. Den \u201e99%\u201c dort. Deren Schutz wird hier einmal mehr gef\u00e4hrdet. Sie geraten jetzt einmal mehr zwischen die M\u00fchlen.<br \/>\nIch pers\u00f6nlich habe vielen Geschichten von Leid und Elend und ausgel\u00f6schten Familien und zerst\u00f6rter Hoffnung gelauscht in Kabul 2009 \/ 10. Dennoch habe ich selten so stolze und fr\u00f6hliche Menschen erlebt, die jeden Tag als gro\u00dfes Geschenk erleben. Die trotz allem so ein gl\u00fcckliches und bescheidenes ehrliches Leben f\u00fchren. Und die jedes freundliche L\u00e4cheln, das sie eingehend gepr\u00fcft haben umso freundlicher erwidern. F\u00fcr die diese Erwiderung nach vielen H\u00f6flichkeitsfloskeln, die letztlich in allererster Linie dem Vertrauensaufbau und dem Abtasten des Befindens des Gegen\u00fcbers dienen eine Frage der Ehre ist.<\/li>\n<li>Damit stellt sich nicht nur f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen der 54 gefallenen Bundeswehr-Soldaten und der \u00fcber 1000 direkt vor Ort gefallenen US-Soldaten die Frage, warum ihre Liebsten gestorben sind.\u00a0Die vielen Suizid- und noch lebenden PTBS-Opfer unter Veteranen und Hinterbliebenen jetzt mal au\u00dfen vor gelassen. \u201eGermans to the front&#8221;, wie Frau von der Leyen und andere da stetig propagieren:<br \/>\nohne Plan f\u00fcr Aufbau und resiliente Strategie zur Errichtung rechtsstaatlicher Fragmente, die ma\u00dfgebliche Interessensausgleiche regeln helfen f\u00fcr einen &#8220;Wiederaufbau f\u00fcr alle&#8221; ist das nur ein Verheizen von jungen Menschen.<br \/>\nEin harter Weg, der nur mit erkl\u00e4rtem politischem Willen m\u00f6glich ist. Dieser fehlte bisher aber immer &#8211; in Br\u00fcssel genauso wie in Berlin. In London und DC auch. Die liegen aber ohnehin viel weiter weg vom Geschehen.<\/li>\n<li>Afghanistan und ein zentralasiatischer Fl\u00e4chenbrand sind aufgrund der N\u00e4he zu Pakistan und Indien als fragile verfeindete Atomm\u00e4chte ein gro\u00dfes Menetekel, das alle f\u00fcrchten. Der Whakan-Korridor zu China, Sinkiang und die gleichfalls zunehmend aufst\u00e4ndischen Uyguren-Gebiete dort, der Iran als gleichfalls instabile, und durch &#8220;Kanonenboot-Sanktionen&#8221; zus\u00e4tzlich destabilisierte lokale Gro\u00dfmacht: ob dies alles Folgen des &#8220;Krieges gegen den Terror&#8221; sind? Vielleicht. Ein weiteres Z\u00fcndeln jedoch ohne zivilen Aufbau auf Augenh\u00f6he destabilisiert alles weiter. Ein R\u00fcckzug so jedoch liefert die Afghanen IS und Taliban aus. Verbrannte Erde. Und weitere Gefahren.<\/li>\n<li>Einerseits werden so der milit\u00e4risch-industrielle Komplex und jene damit eng verbandelten Teile der &#8220;Finanzindustrie&#8221; weiter aufgebl\u00e4ht, andererseits werden so die erforderlichen Mittel f\u00fcr &#8220;Strategien zur Klimaanpassung&#8221; und mehr verbrannt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Fazit: Wir hier in Deutschland, Ausw\u00e4rtiges Amt (AA) und Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und andere Regierungs-Institutionen zu allererst sollten uns \u00fcberlegen, wie man durch stetige Kriegsangst verdr\u00e4ngte Themen endlich \u201enachhaltig&#8221; angeht.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich auch mit \u201ebewaffneten Sozialarbeitern&#8221;= Soldaten. Aber mit klarem Auftrag; der Sicherung des Aufbaus von Schutzprogrammen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung und der m\u00fchsamen R\u00fcckeroberung von Diplomatie im internationalen und interkulturellen Handel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>\u201eGerman Angst\u201c und kein Ende? <\/strong><\/h4>\n<p>Oder: was bleibt von uns, wenn wir uns selbst \u00fcberholt haben, aber nicht einmal den viele Trommelfelle zerberstenden Knall beim Durchbrechen der Schallmauer in einem Ausbremsman\u00f6ver verlangsamt geh\u00f6rt haben? Oder: wer gibt vor, dass wir nichts h\u00f6ren, sehen, riechen, den verbrannten Braten im Ofen nicht schmecken k\u00f6nnen d\u00fcrfen? Wer bestimmt, dass das \u201eEnde der Geschichte\u201c der Siegeszug des \u201ePost-Neo-Liberalismus\u201c, also eines so genannten \u201eLiberalismus\u201c ist, der selbst einem privilegierten \u201eSchwafeler und Denkfabrikanten\u201c wie Francis Fukuyama, der ja diese \u201eIdee\u201c vom \u201eEnde der Geschichte\u201c eingebracht hat und vielen seiner Gefolgsleute unheimlich wird?<\/p>\n<p>Oder andersherum gefragt: Ist das \u201ePromiflash\u201c Niveau von Saskia und Peter das einzige, was dem Plebs zugestanden wird? <sup>2 <\/sup>Ablenkung von inhaltsleerer Konzeptlosigkeit durch kurze Personalrochaden zwischen Container-WG und Macht- und Schaltzentralen, ganz gleich ob in Berlin, Br\u00fcssel oder DC oder sonst wo in der \u201enicht so demokratischen Welt\u201c?<\/p>\n<p>Die Zukunft: ein \u201eDschungelcamp-Verdr\u00e4ngungskampf\u201c von Blendern und Posern, die nat\u00fcrlich alles \u00fcber die Welt wissen? Zumal sie ganz viele Orte auf Google-Maps und Google-Earth ganz schnell finden? Wirklich? Ist es das oder \u2013 war es das dann?<\/p>\n<p>Ein ganz wesentliches Thema der \u201edeutschen Angst\u201c ist denn auch das \u201eAuslandsempfinden\u201c der \u201eUrlaubsweltmeister\u201c: viele Deutsche (und nicht nur die) verwechseln Urlaub mit Alltag. Und urteilen dann immer wieder haarstr\u00e4ubend oberfl\u00e4chlich auf die eine oder andere Art \u00fcber Momentaufnahmen, die oft wenig mit dem \u201ekollektiven Sein oder Nicht-Sein\u201c eines Landes und seiner Menschen zu tun haben.<\/p>\n<p>Zumal in solchen Zeiten wie diesen.<\/p>\n<p>Die bleierne Schwere aller Denkverbote, die da auf allen weiter gehenden \u00f6ffentlichen Diskursen liegt, l\u00e4sst es fast vermuten, dass die Menschen immer noch mit \u201eGlobalisierung\u201c komplett \u00fcberfordert sind. \u00a0Zumal unter den Vorzeichen des \u201eKampfes der Kulturen\u201c. Und des Post-Orwellianischen Sprachgebrauchs nach 1984. Aber vielleicht ist das auch von vielen Stellen im \u00fcberforderten Regierungsverwaltungsmodus so gewollt? Vielleicht auch, weil man selbst mit Vielfalt und den damit verbundenen Herausforderungen \u00fcberfordert ist?<\/p>\n<p>Wenn \u201eFreiheit\u201c, insbesondere \u201eMeinungsfreiheit\u201c bedeutet, dass man alles aussprechen darf, aber mit den Folgen von stetig gesteuerter Ignoranz und Verdr\u00e4ngung bis hin zur massiven Verbl\u00f6dung eben auch alleine klarkommen soll, was ist diese \u201eFreiheit\u201c dann noch wert? Ein immer d\u00fcmmeres und zwielichtigeres \u201eSchattenboxen\u201c, das die gro\u00dfe Kunst des Dojo und des Theaters immer mehr ad absurdum f\u00fchrt? Denn: dass stetiges Ausbremsen und Debattieren auf \u201eNebenschaupl\u00e4tzen\u201c zur \u00dcberforderung f\u00fchrt, wenn da der Blick einmal vom Verwaltungsduktus des Abbremsungsmodus weggef\u00fchrt wird: das ist eine immer wieder gemachte Beobachtung. Nicht nur von meiner Wenigkeit.<\/p>\n<p>Alleine dieser Text f\u00fchrt bei ganz Vielen zu formalen Vorbehalten, die jegliche inhaltliche Auseinandersetzung von vorne herein ausschlie\u00dfen. Und so weiter, und so fort.<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn sie nicht gestorben sind, dann kr\u00e4ht auch kein Hahn mehr nach ihnen.\u201c<\/p>\n<p>Oder wie war das mit dem Ende vieler M\u00e4rchen, \u00fcberliefert von den Gebr\u00fcdern Grimm?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eInfrastruktur\u201c und die Zukunftstauglichkeit des Sozialen<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht sollte man den Begriff der \u201eInfrastruktur\u201c um eine zukunftstaugliche Komponente erweitern:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eInfrastruktur betrifft alle Ma\u00dfnahmen, die ein friedliches Miteinander in menschlichen Gesellschaften und von verschiedenen menschlichen Gesellschaften untereinander erm\u00f6glichen. Das Soziale darin betrifft die F\u00f6rderung eines ausgleichenden, auf Basis der allgemeinen und unver\u00e4u\u00dferlichen Menschenrechte zielenden politischen Willens. Teilnahme und Teilhabe an unver\u00e4u\u00dferlichen Gemeing\u00fctern sind dabei essentiell: Luft, Wasser und k\u00f6rperliche Unversehrtheit sind unbedingt zu sch\u00fctzende Gemeing\u00fcter. <\/em><\/p>\n<p><em>Dass dabei Tiere und Pflanzen als Teile der menschlichen Mitwelt gleichfalls einen besonderen Schutz im Hinblick gerade auch auf diese allerh\u00f6chsten Gemeing\u00fcter haben, das muss noch erg\u00e4nzt werden. <\/em><\/p>\n<p><em>Das Zeitalter des Anthropoz\u00e4n, in dem der Lebensraum Planet Erde ma\u00dfgeblich von der Spezies Mensch ge- und verformt wird, erfordert auch eine erh\u00f6hte Verantwortungsbereitschaft dieser Spezies f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung eines weiterhin noch intakten Lebensraumes Erde. <\/em><\/p>\n<p><em>Das gemeinsame Lernen voneinander, das gleichfalls essentieller Bestandteil von sozialer und zukunftstauglicher Infrastruktur ist, soll entschieden helfen, die Angst vor dem Fremden und Unbekannten zu verringern. Vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten der Zusammenarbeit sollen so zur Erh\u00f6hung von Sicherheit und Verbesserung der Lebensbedingungen zur Erbauung gesunder Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Menschen, Tiere und Pflanzen entschieden gef\u00f6rdert werden. Somit soll Freundschaft statt Hass, Gewalt und Homophobie, Unsicherheit und Verfolgung entstehen. <\/em><\/p>\n<p><em>Freundschaft der V\u00f6lker und der einzelnen Menschen und ihrer Familien darin. Menschen, die Zukunft als Versprechen und als Herausforderung annehmen d\u00fcrfen sollen. Und deren Bereitschaft zur Mitarbeit daran unbedingt gef\u00f6rdert und belohnt werden soll.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Mit einer solchen Programmatik, die \u00fcber die Willensbekundung ohne wenn und aber hinausgeht, k\u00f6nnte man vermutlich endlich auch eine Basis f\u00fcr die \u201eUnited People\u201c innerhalb und parit\u00e4tisch neben den \u201eUnited Nations\u201c schaffen. Eine Institution, die lange \u00fcberf\u00e4llig ist und deren Aktionspotenziale einerseits und Handlungsm\u00f6glichkeiten andererseits unbedingt auszuarbeiten und zu f\u00f6rdern sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Soziale Sicherheit, Vielfalt und Stadt- und Regionalentwicklung<\/strong><\/h4>\n<p>Afghanistan muss dabei eines der Kernl\u00e4nder sein, das endlich etwas Besseres bekommen sollte als den Fu\u00dfabdruck von fremden M\u00e4chten, die letztlich mit der Vielfalt und dem Stolz und Freiheitswillen der Menschen dort v\u00f6llig \u00fcberfordert sind. Die dann also bald zu Besatzern werden.<\/p>\n<p>Denn Afghanen sind wie Sizilianer, wie Leoluca Orlando, B\u00fcrgermeister von Palermo die Bewohner der gr\u00f6\u00dften Insel im Mittelmeer charakterisiert: Sie reichen dem Besucher ihr Herz auf den H\u00e4nden. Wehe aber, der Besucher will dieses Herz ergreifen und verletzt es. Dann wird er all ihren Zorn ob dieses ihnen zugef\u00fcgten Schmerzes ernten.<\/p>\n<p>Sizilien wurden im Laufe der Jahrhunderte auch von vielen Kulturen beherrscht: die Araber und Ph\u00f6nizier, die Normannen und Hohenstaufen, Franzosen und Spanier: alle haben ihre Spuren dort hinterlassen.<\/p>\n<p>Besonders augenf\u00e4llig ist dies im Stadtplan von Palermo zu sehen: Das un\u00fcbersichtliche und entsprechend auch nicht kontrollierbare Gassengeflecht der arabisch-ph\u00f6nizischen Stadt wurde im 16. Jahrhundert durch die Begradigung der alten Hauptstra\u00dfe und im 17. Jahrhundert durch die West-Ost-Achse gevierteilt. Mancher sagt gar:<\/p>\n<p>\u201ePalermo wurde ans Kreuz genagelt\u201c.<\/p>\n<p>Was sagt da doch in einem anderen Zusammenhang der US-Journalist und Literat George Packer:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eUm den Gegner schlagen zu k\u00f6nnen, muss man ihn verstehen. Das tun aber viele Menschen, mit denen ich in New York und Washington zu tun habe, bis heute nicht.\u201c <sup>14<\/sup><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Bei Packer geht es um die US-Demokratie und Trump anhand seines \u201eepochalen Tatsachenromans \u00fcber den Niedergang der USA\u2013 entlang des Lebens des Diplomaten Richard Holbrooke.\u201c <sup>14\u00a0<\/sup><\/p>\n<p>Aber der Ausspruch ist durchaus weiterzudenken: um Frieden zu schlie\u00dfen, muss man den Gegner verstehen. Man muss seine Lebensumst\u00e4nde, Grundrisse und Ansichten seiner Behausungen, seiner D\u00f6rfer und St\u00e4dte lesen und mit den Bewohnern darin sprechen. Man muss diese verstehen lernen.<\/p>\n<p>Sei es die Mafia, seien es die Taliban. Seien es Nationalisten andernorts. Trump-W\u00e4hler im Mittleren Westen. AFD-W\u00e4hler in der Lausitz. Brexiteers im UK. Lega-W\u00e4hler im italienischen S\u00fcden.<\/p>\n<p>Im Mezzogiorno.<\/p>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Palermo_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Palermo_1.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Collage mit den drei Transformationsphasen der sizilianischen Hauptstadt Palermo in der Mitte und Fotos der arabisch-normannischen Bauten der Zisa (links) und der Cuba (rechts unten) und aus der Altstadt: 1. Die arabische Hauptstra\u00dfe El Kasr wird im 16. Jahrundert begradigt und als Cassaro linear zum Meer gef\u00fchrt. 2. Die Via Maqueda zerschneidet die beiden H\u00e4lften im 17. Jahrhundert. Am Schnitt- und Kreuzungspunkt werden die Quattro Canti, die \u201eVier Ecken\u201c der Stadt ausgebildet. 3. Die weitere Besiedlung der Conca d\u2019Oro, der \u201egoldenen Muschel\u201c, der Bucht von Palermo. Im 18. und 19. Jahrhundert verl\u00e4sst die Stadt ihre Ummauerung. Als 4. Transformation k\u00f6nnte man den Bau der Umgehungsstra\u00dfe an den R\u00e4ndern der Bucht in den 1960er \/ 70er Jahren bezeichnen. (Alle Schwarzpl\u00e4ne hier vom Verfasser, auf Basis historischer Pl\u00e4ne <sup>15<\/sup>)<\/p><\/div>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Palermo_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Palermo_2.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Noch einmal der Kreuzungspunkt, die Quattro Canti \/ Piazza Vigliena in Palermo und der arabisch- normannische Bau der Zisa auf Basis des Plan Loussieux von 1818 <sup>15<\/sup>.<\/p><\/div>\n<p>Dieselbe Art von \u201eTransformation\u201c erfolgte in Kabul im Jahre 1949. Die Stadt wurde nicht im Laufe von zwei Jahrhunderten schrittweise \u201eans Kreuz genagelt\u201c, sondern mit einem Hieb \u201egevierteilt\u201c.<br \/>\nSie sollte besser zu verwalten sein. Und damit auch zu beherrschen.<\/p>\n<p>Die am schnellsten wachsende Stadt Zentralasiens und viele andere Orte dieser Art jedoch ben\u00f6tigen nicht \u201erigide Beherrschung\u201c im Zeichen \u201efreier M\u00e4rkte\u201c. Sondern M\u00f6glichkeiten zur Verbesserung von sozialer Sicherheit, Gesundheit und zum Erreichen von bescheidenem Wohlstand.<br \/>\nVon Gl\u00fcck und k\u00f6rperlicher Unversehrtheit.<\/p>\n<p>Bildung und Chancengleichheit.<\/p>\n<p>So wie alle Orte. Auch unsere Orte hier.<\/p>\n<p>Als ich dort im Februar 2009 meinen afghanischen Architektenkollegen diese Planausschnitte der Altstadt Palermos pr\u00e4sentierte, da fielen diese schier vom Glauben ab, wie man so sch\u00f6n sagt. Sie hatten nicht erwartet, dass es bei uns \u00e4hnliche Themen und entsprechende st\u00e4dtebauliche Ausformulierungen gibt.<\/p>\n<p>Und: dies ist nur ein pr\u00e4gnantes Beispiel von ganz, ganz vielen.<\/p>\n<p>Wenn man will, dann findet man immer mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede, die auch eine sinnf\u00e4llige Zusammenarbeit befruchten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Kabul_Plan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Kabul_Plan.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><\/p>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Kabul_Luftbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Kabul_Luftbild.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"180\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Kabul mit der prim\u00e4r in der Zeit der Einigung Afghanistans durch Amir Abdur Rahman (1880-82) erbl\u00fchenden Altstadt s\u00fcdlich des Namen gebenden Flusses. Das dichte Geviert der Altstadt vierteilende Achsenkreuz von 1949. Sowjetisches Stra\u00dfenraster und Siedlungserweiterungen \/ Plattenbauten aus den 1960er \/ 1970er Jahren. Links unten im Plan die Achse zum \u201eafghanischen Reichstag\u201c Darulaman, einer Stadterweiterung ma\u00dfgeblich unter deutsch-franz\u00f6sischer Regie. Rechts unten der Fluss blau und das Achsenkreuz von Jade Maiwand und Jade Nader Pashtoon rot markiert. <sup>15<\/sup><\/p><\/div>\n<p>Die Altstadt Kabuls weist weiterhin, insbesondere nach den grausamen K\u00e4mpfen im B\u00fcrgerkrieg 1990-92 einen Zerst\u00f6rungsgrad von rund 60 % auf.<\/p>\n<p>Insbesondere das islamischem Recht entsprechende \u201eIstimlaq-Verfahren\u201c zur \u201eGrundst\u00fccks-\u00dcberschreibung\u201c erweist sich als zunehmend ungeeignet, den vielf\u00e4ltigen \u00dcberschichtungen und Zerst\u00f6rungen und entsprechenden Eigentumsrechten bei Exil-Afghanen in aller Welt und m\u00e4chtigen \u201eLandlords\u201c,\u00a0 also Feudalherren vor Ort gerade denn auch den Schutz von Gemeinwohlinteressen und ihren G\u00fctern entgegenzusetzen. Interessensausgleiche werden so unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>\u00d6ffentliche Wasserversorgung steigert den Verbrauch<\/strong><\/h4>\n<p>Ein so einfacher wie schl\u00fcssiger Merksatz. Unter den derzeit weltweit gegebenen Umst\u00e4nden verst\u00e4rken sich damit auch die Verteilungsk\u00e4mpfe. Zwischen Stadt und Umland und in den St\u00e4dten selbst.<\/p>\n<p>Da keine oder v\u00f6llig unzureichende innerst\u00e4dtischen Wasseraufbereitungs- und Kl\u00e4rsysteme bestehen und Landgewinn und Landraub zur Grundst\u00fccksspekulation <sup>5 <\/sup>auch durch die Trockenlegung innerst\u00e4dtischer Wasserquellen und Wasserspeicher geschieht, mehren sich die Berichte \u00fcber Wassernotstand in St\u00e4dten. Gestern Kapstadt in S\u00fcdafrika, heute Chennai, die Hauptstadt des s\u00fcdindischen Bundesstaates Tamil Nadu <sup>16<\/sup>, vorgestern eine Reise 600 km entlang der Yamuna vor M\u00fcndung in den Ganges in Indien <sup>17<\/sup>, morgen vielleicht Dhaka in Bangladesch oder Lagos in Nigeria : Solche Entwicklungen sind lange abzusehen.<\/p>\n<p>Der &#8220;Neoliberalismus&#8221;, also die Gesetzlosigkeit neofeudaler M\u00e4rkte (auf dem Weg zur Sklavenhaltergesellschaft?) hat gerade in S\u00fcdasien entsetzliche Verheerungen hinterlassen. Es geht eigentlich &#8220;nur&#8221; noch um &#8220;Klimaanpassung&#8221;, sprich, um die Erh\u00f6hung der Widerstandsf\u00e4higkeit von Mensch und Mitwelt gegen rasante Klimaver\u00e4nderungen. Hier wie dort.<\/p>\n<p>Auch hier gibt es eine einfache Beobachtung, die als Merksatz gelten k\u00f6nnte:<\/p>\n<blockquote><p><em>Immer mehr St\u00e4dte im Norden rufen den so genannten \u201eKlimanotstand\u201c aus.<br \/>\nSt\u00e4dte im globalen S\u00fcden rufen nach mindestens einer Generation drastischer Wassermisswirtschaft den akuten Wassernotstand aus. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Einzelf\u00e4lle? Zusammenh\u00e4nge? Die Berichterstattung in den Medien l\u00e4sst immer wieder diesen Eindruck aufkommen. Aber es handelt sich eher um fl\u00e4chendeckende Ph\u00e4nomene, die viel zu selten zu Vergleichsstudien gef\u00fchrt werden. Vergleichsstudien, die zudem auch auf operativem Gebiet M\u00f6glichkeiten und Perspektiven zur Lageverbesserung vor Ort entwickeln helfen.<\/p>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Kabul_Kl\u00e4rbecken.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Kabul_Kl\u00e4rbecken.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Ein Kl\u00e4rbecken der Kl\u00e4ranlage der sowjetischen Plattenbausiedlung Macrorayon in Kabul. Hier d\u00fcrfte eigentlich kein Gras wachsen. Dennoch: die Anlage hat auch rund 40 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme Ende der 1960er \/ Anfang der 1970er Jahre immer noch einen gesch\u00e4tzten Effizienzgrad von ca. 70 %.<\/p><\/div>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Kabul_Anlage.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Kabul_Anlage.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Der Mann im blauen Overall hat seinerzeit diese Anlage mit den Sowjets erbaut. Auch 2010 kann er noch durchaus stolz auf diese seine Arbeit sein. Ohne die in langj\u00e4hriger m\u00fchsamer Zusammenarbeit erworbenen Kenntnisse solcher Menschen funktioniert bald gar nichts mehr. Die Wertsch\u00e4tzung solcher Lebensleistungen jedoch ist allgemein viel zu gering. Die Weitergabe von pragmatischem Wissen, aus solcher Arbeit resultierender Erfahrung ist lebendige Geschichte. Nicht nur im Bereich der Technik.<\/p><\/div>\n<p>Das Aufbauen \u201enachhaltiger urbaner Wasserwirtschaften\u201c und der damit gleichzeitig einhergehende Ausgleich zwischen Stadt und Umland jedoch scheint heutzutage in Medien und der Politik selbst eine geringere Lobby zu haben als die R\u00fcstungswirtschaft. Gewehre und Sprengs\u00e4tze aller Art jedoch helfen nicht wirklich gegen Wassermangel und gegen korrupte Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer.<\/p>\n<p>Gegen den anthropogenen Klimawandel k\u00f6nnen wir als Einzelne, als Sandk\u00f6rner in der W\u00fcste, Tropfen im Ozean auch nichts machen. Wohl aber gibt es auch bei uns massenhaft Themen, wie dezentrale Systeme der Gemeinwohl\u00f6konomie auch hier vernetzt ganz massiv den Verbrauch fossiler Brennstoffe verringern helfen k\u00f6nnen. Was fehlt dazu ist die Offenheit. Wir befinden uns halt immer noch im \u201ePost-Neoliberalismus\u201c, am selbst gesetzten \u201eEnde der Geschichte\u201c.<\/p>\n<p>Das kann auch ein Wirtschaftsprogramm sein. Im nationalen, wie im internationalen Raum. Es vermag \u201einternationale und interkulturelle Zusammenarbeit\u201c auf neue F\u00fc\u00dfe zu stellen.<\/p>\n<p>Wenn man nur wirklich will. Wenn wir nur wirklich wollen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Punkt des \u201erasenden Stillstands\u201c, des \u201ePost-Neoliberalismus\u201c sollten wir selber hinauskommen. Bevor wir oder einzelne ohnm\u00e4chtige Machthalter in die Not kommen, dass die mangelnde Verantwortungsbereitschaft im vom Menschen bestimmten Zeitalter des Anthropoz\u00e4n zu weiteren kurzsichtigen Handlungen f\u00fchrt. Vielleicht ist es sogar eine evolution\u00e4re Erfordernis, diese Bewegung vom \u201eEnde der Geschichte\u201c weg heute endlich zu steuern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Institutionen hierzulande und sonst wo in Zeiten des Krieges und der Notwendigkeit Frieden zu bauen<\/strong><\/h4>\n<p>Sollte noch etwas rechtsstaatlicher Grund und Boden unter dem Ausw\u00e4rtigen Amt (AA) in Berlin und dem Ministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) in Bonn und Berlin sp\u00fcrbar sein, dann sollte man dort zumindest erw\u00e4gen, diese Themen einmal genauer zu er\u00f6rtern und auch die entsprechenden Strategien vorzubereiten.<\/p>\n<p>Oder ist die Verfassung, will sagen: das Grundgesetz seit dem 12. September 2001, also der Ausrufung des B\u00fcndnisfalles und des NATO-Alarmes zu gro\u00dfen Teilen au\u00dfer Kraft gesetzt? Oder handelt es sich um eine Art vorauseilenden Gehorsam gegen\u00fcber der fr\u00fcheren st\u00e4rksten westlichen Schutzmacht, den US, dass man sich da st\u00e4ndig hinter diesem m\u00e4chtigen Imperium versteckt? Oder ist es einfach Angst, \u201eGerman Angst\u201c, die da alle wesentlichen Themen und Kurs\u00e4nderungen blockiert? Angst auch vor dem im stetigen Kriegsmodus fest sitzenden gro\u00dfen Sheriff und seiner Launenhaftigkeit?<\/p>\n<p>Der Launenhaftigkeit insbesondere auf der F\u00fchrungsetage? Denn:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie US-Verfassung ist auf dem Lauf eines Gewehres begr\u00fcndet\u201c. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Das sagen auch US-Freunde von mir. Im drohenden Niedergang und nach verfehlten Chancen auf einen \u201edemokratischen Umbau\u201c wird diese waffenstarrende Haltung zunehmend weniger berechenbar. Und damit nicht nur unzuverl\u00e4ssig. Auch f\u00fcr Freunde und Partner wird\u2019s dann bedrohlich.<br \/>\nAlso auch f\u00fcr uns hier auf dem \u201eAlten Kontinent\u201c. Und nicht nur dort.<\/p>\n<p>Als Grundlage f\u00fcr eine friedliche und damit zukunftstaugliche Kooperation mit L\u00e4ndern wie Afghanistan und den Menschen dort jedoch ist es h\u00f6chste Zeit, endlich mutige neue Strategien einzuleiten. Einen systematischen zivilen Aufbau anzugehen. An den Kernpunkten von Vertrauens- und Raumbildung anzusetzen: Nachhaltige Zukunftstauglichkeit, Sicherheit, Bestand und Wandel. Gesunde Lebensbedingungen. M\u00f6glichkeiten zum Aufbau von bescheidenem Wohlstand. F\u00fcr viele, f\u00fcr immer mehr Menschen. Sicherheit insofern mit zivilem und milit\u00e4rischem Aufbau parit\u00e4tisch nebeneinander.<\/p>\n<p>Mit dem Schwerpunkt auf Um- und Aufbau tragf\u00e4higer ziviler Strukturen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erfordert dies einen gewissen Mut. Aber jeder erste Schritt erfordert das. Auch als Kleinkinder haben wir gegen viele Widerst\u00e4nde der Schwerkraft und der menschlichen Anatomie aufstehen, gehen und bald dann laufen gelernt.<\/p>\n<p>Also?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Post Scriptum und Post Dictum: Der neueste, dem Plebs vor die F\u00fc\u00dfe gezwitscherte Braten<\/strong><\/h4>\n<p>Hat eigentlich schon jemand \u00fcber eine Amnestierung von Honecker, Mielke, Ulbricht und anderer DDR-Granden nachgedacht in Anbetracht der Show, die Machterhalter und P\u00f6stchenschacherer der sogenannten Eliten um jeden Prei\u00df heute abliefern? Zumindest, was ihre Bewertung in den Geschichtsb\u00fcchern betrifft,\u00a0 sollte man allm\u00e4hlich dar\u00fcber nachdenken.<\/p>\n<p>Gegen die Container-Show: \u201eIch habe sieben Kinder in Schl\u00fcsselpositionen und werde meine Position verbessern bis zur letzten Schrotladung aus dem verbogenen Lauf meiner Flinte! Koste es, was es wolle!\u201c der Ursula von der Leyen, mit freundlicher Unterst\u00fctzung von McKinsey und der Kanzlerin und vielen anderen \u201elupenreinen Demokraten\u201c nun in einem furiosen B\u00fchnenspektakel zum Abschluss gebracht erscheinen die DDR-Postenschacherer zunehmend geradezu als Kindergeburtstag.<\/p>\n<p>So h\u00e4lt man den Plebs auf Trab und bei Laune.<\/p>\n<p>Den gro\u00dfartigsten Kommentar, der mir da untergekommen ist zur Rolle von Frau Merkel bei dieser Scharade vom McKinsey gesponsorten \u201eGermans to the front \u2013 but not my seven Kids-Ministerium\u201c nach Br\u00fcssel der Frau VdL gibt ein Herr Georg L\u00f6wisch, seines Zeichens wohl Chefredakteur der taz.<br \/>\nDer Kommentar dazu von \u201eUnsinn\u201c hat auch was. <sup>19<\/sup><\/p>\n<p>Eric Bonse ist einmal mehr \u201eVerloren in Europa\u201c &#8211; \u201eLost in Europe\u201c und kommentiert n\u00fcchtern:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer falsche Weg, die falsche Frau.\u201c <sup>20<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch der Deal mit Macron zur Installation von Christine Lagarde bei der EZB: Respekt.<br \/>\nDa k\u00f6nnen Lady Macbeth und andere Intriganten noch was lernen.<\/p>\n<p>So bekommt man Friday for Future-Kids und andere aus den Schlagzeilen. Und aus dem R\u00fccken.<\/p>\n<p>Viel Theater. Wenig wirklich entscheidende Themen auf den Weg gebracht. Das ist ja auch nicht gewollt.<\/p>\n<p>Oder?<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, ist es n\u00f6tig, dass alles sich ver\u00e4ndert.\u201c <sup>21<\/sup><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Was sagte Max Liebermann doch anno 1933, als die Nazis symboltr\u00e4chtig durchs Brandenburger Tor zogen? Aber nein \u2013 wir wollen ja nicht den Miesepeter spielen. Wie hie\u00df doch die sch\u00f6ne Tragikom\u00f6die von Roberto Benigni zur \u00dcberlebenskunst auch in einem Konzentrationslager:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Leben ist sch\u00f6n!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Was sagen Saskia und Peter und Promiflash eigentlich zu dieser Knaller-Show? <sup>2<\/sup><\/p>\n<p>Oder \u2013 gibt die Antwort hier einmal mehr nur der Wind?<\/p>\n<div style=\"width: 369px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/condition_humaine_2_1024.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/condition_humaine_2_1024.jpg\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"480\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">La condition humaine: \u201eDas Menschsein\u201c, Andr\u00e9 Malraux\u2019s Roman auf Deutsch: \u201eSo lebt der Mensch\u201c. <sup>3<\/sup> Ecke Linienstra\u00dfe \/ Ellerstra\u00dfe in D\u00fcsseldorf-Oberbilk. Neben Flingern wichtigstes innenstadtnahes altes Industrie- und Arbeiterviertel. Traditionell der Stadtteil mit dem gr\u00f6\u00dften Anteil von Migranten unter den Bewohnern der am Niederrhein gelegenen Landeshauptstadt Nordrhein Westfalens. Ein schr\u00e4ger Seitenblick aus meinem Fenster zur Stra\u00dfe.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anmerkungen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/stefan-bock\/heiner-mueller\">https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/stefan-bock\/heiner-mueller<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.promiflash.de\/news\/2019\/04\/26\/glaubt-saskia-an-paar-zukunft-mit-get-the-fuck-out-peter.html\">https:\/\/www.promiflash.de\/news\/2019\/04\/26\/glaubt-saskia-an-paar-zukunft-mit-get-the-fuck-out-peter.html<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/So_lebt_der_Mensch\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/So_lebt_der_Mensch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Subsistenzwirtschaft\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Subsistenzwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/mike-davis\/planet-der-slums.html\">https:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/mike-davis\/planet-der-slums.html<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blade_Runner_2049\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blade_Runner_2049<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/die-macht-der-angst-wie-nextdoor-die-gesellschaft-homogenisiert-ld.1490584\">https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/die-macht-der-angst-wie-nextdoor-die-gesellschaft-homogenisiert-ld.1490584<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/rinoswamp.com\/liberalism-turns-san-francisco-into-slum-homeless-pooping-in-streets\/\">https:\/\/rinoswamp.com\/liberalism-turns-san-francisco-into-slum-homeless-pooping-in-streets\/<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=45qSj4_DVxs\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=45qSj4_DVxs<\/a> und <a href=\"https:\/\/newspunch.com\/san-francisco-filthiest-slums\/\">https:\/\/newspunch.com\/san-francisco-filthiest-slums\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.globalsecurity.org\/military\/ops\/mout.htm\">https:\/\/www.globalsecurity.org\/military\/ops\/mout.htm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/36320057\/Blade_Runner_und_Blade_Runner_2049_Gesichter_der_hyperpostmodernen_Stadt\">https:\/\/www.academia.edu\/36320057\/Blade_Runner_und_Blade_Runner_2049_Gesichter_der_hyperpostmodernen_Stadt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.baumeister.de\/der-post-postmoderne-mensch\/\">https:\/\/www.baumeister.de\/der-post-postmoderne-mensch\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2019-06\/katar-taliban-usa-friedensgespraeche-afghanistan?cid=25225595\">https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2019-06\/katar-taliban-usa-friedensgespraeche-afghanistan?cid=25225595<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/afghanistan-deutschland-will-taliban-zu-friedenskonferenz-einladen\/23978488.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/afghanistan-deutschland-will-taliban-zu-friedenskonferenz-einladen\/23978488.html<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2019-06\/george-packer-buch-our-man-diplomat-richard-holbrooke\/komplettansicht\">https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2019-06\/george-packer-buch-our-man-diplomat-richard-holbrooke\/komplettansicht<\/a><\/li>\n<li>Plangrundlagen aus: Leonardo Benevolo: \u201eDie Geschichte der Stadt\u201c, aus dem Italienischen von J\u00fcrgen Humburg; Campus Verlag GmbH, Frankfurt \/ New York 1983, 2. Auflage 1984, Abb. 515 \/ 516, S. 316 \/ 317 und \u201eLe Citt\u00e0 Immaginate\u201c \u2013 Un Viaggio in Italia; Nove Progetti per Nove Citt\u00e0, XVII Trinennale di Milano, 1987, Edizioni Electa, Milano<\/li>\n<li>Plan aus \u201eDas historische Zentrum von Kabul \u2013 Grundlagen f\u00fcr eine Strategie der Wiederbelebung\u201c, Dissertation von Zahra Breshna, 2007, Dissertation Universit\u00e4t Karlsruhe (TH), Fakult\u00e4t f\u00fcr Architektur, 2004, Universit\u00e4tsverlag Karlsruhe 2007, Abb. 122, S. 90 <a href=\"https:\/\/www.ksp.kit.edu\/9783866441040\">https:\/\/www.ksp.kit.edu\/9783866441040<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/chennai-kaempft-um-den-letzten-tropfen-wasser-ld.1490722\">https:\/\/www.nzz.ch\/international\/chennai-kaempft-um-den-letzten-tropfen-wasser-ld.1490722<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ngo-online.de\/2013\/05\/6\/klagelied-auf-einen-fluss\/\">https:\/\/www.ngo-online.de\/2013\/05\/6\/klagelied-auf-einen-fluss\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/taz.de\/Kommentar-von-der-Leyen-und-Bruessel\/!5609282\/\">https:\/\/taz.de\/Kommentar-von-der-Leyen-und-Bruessel\/!5609282\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/der-falsche-weg-die-falsche-frau-aufwertung-fuer-die-ezb\/\">https:\/\/lostineu.eu\/der-falsche-weg-die-falsche-frau-aufwertung-fuer-die-ezb\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/wiki.zum.de\/wiki\/Tomasi_di_Lampedusa,_Giuseppe:_Der_Leopard\">https:\/\/wiki.zum.de\/wiki\/Tomasi_di_Lampedusa,_Giuseppe:_Der_Leopard<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_5054 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_5054')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_5054').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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