{"id":4883,"date":"2019-02-04T11:28:53","date_gmt":"2019-02-04T10:28:53","guid":{"rendered":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883"},"modified":"2019-02-13T21:15:39","modified_gmt":"2019-02-13T20:15:39","slug":"xi-jinping-wir-und-der-neo-konfuzianismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883","title":{"rendered":"Xi Jinping, WIR und der \u201eNeo-Konfuzianismus\u201c"},"content":{"rendered":"<!--nextpage-->\n<strong>Andrea Nahles und der \u00a0\u201eNeoliberalismus\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>von <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.stefanfrischauf.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stefan Frischauf<\/a><\/p>\n<p>\u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c<sup>1<\/sup> und \u201eDer tausendk\u00f6pfige Drache\u201c<sup>2<\/sup>, zwei Arte-Dokumentationen \u00fcber China und den m\u00e4chtigsten Mann an der Spitze des Landes zeichnen f\u00fcr den westlichen Betrachter ein Furcht erregendes Bild vom \u201eReich der Mitte\u201c.<\/p>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Xi_Jinping.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Xi_Jinping.jpg\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">1<\/p><\/div>\n<p>Meine Wenigkeit hat dieses Land 1989, einen Monat nach Niederschlagung der Studentenbewegung auf Pekings \u201ePlatz des Himmlischen Friedens\u201c von Indonesien kommend zum ersten Mal bereist.<\/p>\n<p>\u00dcber die drei Monate, die ich durch das gro\u00dfe \u201eReich der Mitte\u201c fuhr, habe ich viele Jahre lang kaum gesprochen. Die Angst vor B\u00fcrgerkrieg war damals \u00fcberall greifbar. Das L\u00e4cheln im \u201eLand des L\u00e4chelns\u201c war gefroren.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eUnd meine Reisen in China haben wahrhaftig wenig Bedeutung verglichen mit den tastenden Schritten im Dunkeln vom Bett zur K\u00fcche, auf der Suche nach einem Glas Wasser.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie Ennio Flaiano, Journalist und Schriftsteller und Drehbuchautor unter anderem auch von Federico Fellinis \u201eLa Dolce Vita \u2013 Das s\u00fc\u00dfe Leben\u201c sagt.<\/p>\n<p>Als ich ab November 2011 ein halbes Jahr lang im sch\u00f6nen Hangzhou im reichen Osten des Landes arbeitete, da stand ein anderer radikaler Wechsel ins Haus: Die chinesische Immobilienblase war geplatzt. Die Frage war nur noch: w\u00fcrde es eine harte oder eine weiche Landung geben? Und: wie w\u00fcrde sich das auf Weltwirtschaft und Weltpolitik insgesamt auswirken?<\/p>\n<p>Besonders \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c<sup>1<\/sup> zeigt, dass China derzeit wieder in einer \u00e4hnlichen drastischen Phase des Umschwungs, vielleicht aber auch des Ab- oder Umbruchs zu sein scheint.<br \/>\nViele Vorzeichen auch bei uns haben sich ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Gerade gegen\u00fcber China. Dies gilt es denn auch hier genauer zu betrachten. Was da reale Bedrohungen sind oder werden k\u00f6nnen. Wie aber daraus trotz allem auch Chancen werden sollten. M\u00fcssten. <!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p><span style=\"color: #c00202;\"><span style=\"color: #c00202;\"><span class=\"collapseomatic \" id=\"id69d2a8f22e464\"  tabindex=\"0\" title=\"Inhalt\"    ><strong>Inhalt<\/strong><\/span><div id=\"target-id69d2a8f22e464\" class=\"collapseomatic_content \"><\/span><\/span><\/p>\n<ol>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a1\">Xi Jinping und \u201eDer chinesische Traum\u201c<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a2\">\u201eWer ist Xi Jinping und welche Welt plant er f\u00fcr uns?\u201c<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a3\">Karriere des Sohns eines \u201eGe\u00e4chteten\u201c: \u201eAnpassung oder Wagnis\u201c?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"a4\">Traum \u2013 Alptraum \u2013 R\u00fcckbesinnung: Revanche?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a5\">Anforderungen an eine \u201eeurop\u00e4ische und soziale, eine demokratische Geschichtsschreibung\u201c heute<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a6\">2019: Chinas schneller Aufstieg, \u201efreie M\u00e4rkte\u201c und nur gemeinsam zu bew\u00e4ltigende Herausforderungen<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;page=2#a7\">Totalitarismus als Garant f\u00fcr Stabilit\u00e4t?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;page=2#a8\">Chinas Au\u00dfenpolitik: \u201eDie neue Seidenstra\u00dfe\u201c<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;page=2#a9\">Was m\u00fcsste eine \u201eneue Sozialdemokratie\u201c im 21. Jahrhundert endlich zumal mit China leisten?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;page=2#a10\">Chinesische Einflussnahme und milit\u00e4rische Pr\u00e4senz<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;page=3#a11\">Xis Versuch der Verkn\u00fcpfung von Mao und Deng<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;page=3#a12\">Zwischen \u201eNeo-Liberalismus\u201c und \u201eNeo-Konfuzianismus\u201c<br \/>\n\u201eIndividualismus\u201c, \u201eKollektivismus\u201c und \u201eTotalitarismus\u201c: \u201eAnpassung oder Wagnis\u201c<br \/>\nUnd WIR in Europa dazwischen? &#8211; Perspektiven 2019ff.<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;page=4#a13\"><span style=\"color: #c00202;\">Statt eines Nachrufs: Susi Neumann, wie ich sie verstehe<\/span><\/a><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;page=4#a14\">Anmerkungen<\/a><\/span><br \/>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>1.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a1\"><\/a>Xi Jinping und \u201eDer chinesische Traum\u201c<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Xi Jinping ist seit 2012\u00a0Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei Chinas, Vorsitzender der\u00a0Zentralen Milit\u00e4rkommission\u00a0und seit 2013\u00a0Staatspr\u00e4sident des Landes.<\/p>\n<p>Der \u201eOberste F\u00fchrer der Volksrepublik China\u201c ist zudem seit der Entscheidung des Nationalen Volkskongresses, des mit 3.000 Mitgliedern gr\u00f6\u00dften Parlaments der Welt \u201eam 11. M\u00e4rz 2018, die in den 1980er Jahren eingef\u00fchrte Amtszeitbegrenzung des Pr\u00e4sidenten aufzuheben und damit Xi Jinping eine Amtszeit \u00fcber das Jahr 2023 hinaus zu erm\u00f6glichen\u201c definitiv in die Fu\u00dfstapfen von Mao Zedong getreten.<sup>3<\/sup><\/p>\n<p>Zum Jahreswechsel 2018 \/ 19 wird eine solche Pr\u00e4sidentschaft auf Lebenszeit im sich neu ausrichtenden \u201eReich der Mitte\u201c in \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c als \u201eBedrohung f\u00fcr unsere westlichen Werte\u201c dargestellt.<sup>1<\/sup><\/p>\n<p>Die von Ludger Elmer am 25.02.2018 auf der Ulmer Regional-konferenz zum Mitgliedervotum der SPD f\u00fcr oder gegen die \u201eGroko\u201c notierte \u00c4u\u00dferung der damals kurz vor der Wahl zur Parteivorsitzenden stehenden Andrea Nahles steht deutlich im Kontext dieses Bedrohungsszenarios:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eNicht der Neoliberalismus sei das Problem, sondern der chinesische Staatskapitalismus.\u201c <sup>4<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Frage ist also zu stellen: Inwiefern ist dieses Bedrohungsszenario gerechtfertigt?<\/p>\n<p>Ist die in \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c durchaus rational begr\u00fcndete \u201eAngst vor einer gelben Gefahr\u201c begr\u00fcndet? Oder besser: in welchem Falle k\u00f6nnte diese Gefahr 2019 und in der Folge wirklich akut werden? Oder noch besser:<br \/>\nWas ist zu tun, um dieser Gefahr mutig gegen\u00fcberzutreten und sie somit denn auch abwenden zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>2.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a2\"><\/a>\u201eWer ist Xi Jinping und welche Welt plant er f\u00fcr uns?\u201c<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>ist eine im Film anfangs gestellte Frage.<sup>1<\/sup><\/p>\n<p>Diese ist insofern auch zu \u00fcberpr\u00fcfen und einer realistischen \u201eRisikobewertung\u201c zu unterziehen. Auch und vor allem im Hinblick auf den zitierten \u201eAngriff auf die freiheitlichen Ideen\u201c, die \u201e7 westlichen Ideen, die am gef\u00e4hrlichsten f\u00fcr China sind. Darunter die Demokratie, die universellen Menschenrechte und die Pressefreiheit\u201c.<sup>1<\/sup><\/p>\n<p>\u201eWerte\u201c und \u201eIdeen\u201c, die uns nat\u00fcrlich \u201eim Lichte der Aufkl\u00e4rung heilig\u201c sind. \u201eWerte\u201c, die eben von der \u201efreiheitlichen Demokratie\u201c ausgehen. Eine \u201ewestliche Gefahr\u201c, die Xi Jinping also bef\u00fcrchtet und deren Bek\u00e4mpfung von Seiten \u201eseines Chinas\u201c auch sogleich von westlicher Seite als \u201echinesische Bedrohung\u201c und Menetekel an die Wand gemalt wird.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eChinesische Propaganda, die den Westen st\u00e4ndig kritisiert, unsere Werte verurteilt und die politischen Ideale zu bek\u00e4mpfen versucht\u201c.<sup>1<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Der \u201eoffene ideologische Krieg\u201c indes, von dem da gesprochen wird: er wird st\u00e4ndig auf diese immer wieder beschworenen \u201eWerte\u201c und \u201eIdeen\u201c zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ist die auch hier wieder beschworene \u201eliberale Demokratie\u201c jedoch in ihrer derzeitigen Auspr\u00e4gung im historischen Kontext des 20. und jetzt, des beginnenden 21. Jahrhunderts so noch tragf\u00e4hig? Und vor allem: wo sto\u00dfen wir an \u201eGrenzen und Irrt\u00fcmer des Idealismus\u201c? Und wo und wie k\u00f6nnen wir das f\u00fcr uns vitale Interesse, \u201eFreiheit und Demokratie\u201c weiter zu entwickeln im Zuge eines \u201eNeuen Realismus\u201c in einer mehrpoligen Weltordnung verwirklichen?<sup>5<\/sup><\/p>\n<p>In einer \u201emehrpoligen Weltordnung\u201c also, in der Europa auch geostrategisch seiner neuen Rolle als \u201egeografisch dazwischen stehend\u201c zwischen den US und China gewachsen ist?<\/p>\n<p>Wo Europa als Mittler und Bezugspunkt, also als selbst nicht zu \u00fcbergehender \u201ePol\u201c ein gleichwertiger Partner auf Augenh\u00f6he sein kann?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>3.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a3\"><\/a>Karriere des Sohns eines \u201eGe\u00e4chteten\u201c: \u201eAnpassung oder Wagnis\u201c<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Xi Jinpings Traumen in Maos Kulturrevolution, die \u00c4chtung seines Vaters und Landverschickung des Heranwachsenden, des Teenagers erwecken zun\u00e4chst den Eindruck des \u201eOpfers\u201c.<\/p>\n<p>Xis Entschluss dann, der Gefahr von Abstieg und Fall durch \u201e\u00dcber-Anpassung\u201c zu begegnen, also \u201eder beste Maoist und Kommunist\u201c zu werden: das ist ein wesentlicher Teil seiner Geschichte, die ihn der \u201eOpferrolle\u201c entkommen l\u00e4sst. Wird er damit aber automatisch zum T\u00e4ter? Und: was hei\u00dft das dann?<\/p>\n<p>\u201ePraktische Erfahrung\u201c,\u00a0 die f\u00fcr einen \u201eerstklassigen roten Prinzen unerl\u00e4sslich ist\u201c<sup>1<\/sup> \u2013 die Hinwendung des jungen Mannes und endlich Parteikarrieristen dann zum \u201eKonfuzianismus im kommunistischen Gewand\u201c, die Arbeit von unten und aus der Provinz heraus in die Machtzentralen, die Heirat einer starken, anfangs bekannteren Frau, der erste Parteijob als Sekret\u00e4r des Verteidigungsministers: das sind weitere Teile seiner Biographie.<\/p>\n<p>Sein einziger Rivale dann um den Parteivorsitz 2012: \u201eder charismatische Bo Xilai, ein anderer roter Prinzling\u201c.<sup>1<\/sup><\/p>\n<p>Bo Xilais Vater geh\u00f6rt gleichfalls dem engsten Machtzirkel um Mao Zedong an, f\u00e4llt jedoch nicht in Ungnade wie der Vater Xis. Bo ist bis 2012 Parteif\u00fchrer und B\u00fcrgermeister in Chongqing, der mit rund 30,5 Mio. Einwohnern im Gro\u00dfraum am Oberlauf des Jangtse und Zusammenfluss von Jangtse und Jialing gelegenen gr\u00f6\u00dften Stadt der Welt als Verwaltungseinheit (2016).<sup>6<\/sup><\/p>\n<blockquote><p>\u201eBo galt als Vertreter und Hoffnungstr\u00e4ger des linken Fl\u00fcgels der Partei. Er strebte eine R\u00fcckbesinnung auf die\u00a0Mao-Zedong-\u00c4ra an und bek\u00e4mpfte eine Ausweitung der marktwirtschaftlichen Orientierung der Parteif\u00fchrung.\u201c<sup>7<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Als Bo Mitte M\u00e4rz 2012 abgesetzt und er und seine Frau verhaftet wurden, arbeitete ich in Hangzhou, rund 180 km s\u00fcdlich von Shanghai. Die \u201ePutschger\u00fcchte\u201c, die versch\u00e4rfte Internet-kontrolle mittels Abschaltung \u201esozialer Medien\u201c, die st\u00e4ndige Pr\u00e4senz von Milit\u00e4rflugzeugen und Hubschraubern im Luftraum \u00fcber Hangzhou an diesen Tagen: das ist mir noch sehr gut in Erinnerung.<\/p>\n<p>Welche Intrigen und R\u00e4nke da dazu verholfen haben, den Sohn Bo Yibos, wie Deng Xiaoping also von einem der \u201eAcht Unsterblichen\u201c<sup>7<\/sup> nun als \u201eLinksabweichler\u201c zum Ge\u00e4chteten zu machen und ob auch Xi darin eine Rolle als \u201eT\u00e4ter\u201c spielt: das ist sicher eine spannende Frage, die aber im Schweigen hinter den Mauern der Verbotenen Stadt vergraben werden wird.<\/p>\n<p>Denn: dass Xi Jinping seinen \u201eKampf gegen die Korruption\u201c gleichwohl nutzt, um politische Gegner aus dem Weg zu r\u00e4umen: auch das wird im Film gesagt.<\/p>\n<p>Auch zwischen der \u201eGro\u00dfen Halle des Volkes\u201c und der \u201eVerbotenen Stadt\u201c in Peking kochen die M\u00e4chtigen mit Wasser. Und auch dort fragen nicht wenige sich bisweilen, was denn nun wirklich das Besondere an der neuen Kollektion von \u201eDes Kaisers neuen Kleidern\u201c<sup>8<\/sup> ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>4.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a4\"><\/a>Traum \u2013 Alptraum \u2013 R\u00fcckbesinnung: Revanche?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Xis \u201eChinesischer Traum\u201c indes, dass China bis 2049, also zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Volksrepublik zur \u201eweltweit gr\u00f6\u00dften Wirtschafts- und Milit\u00e4rmacht\u201c<sup>1<\/sup> werden soll: das weckt nicht zu Unrecht Bedrohungs\u00e4ngste beim westlichen Betrachter.<\/p>\n<p>Das Programm des \u201eTraumes\u201c, das Xi zudem als \u201eWiedergeburt\u201c bezeichnet, beruft sich auch auf die Traumen und Dem\u00fctigungen der chinesischen Nation aus ihrer j\u00fcngeren Geschichte: Allen voran die Opiumkriege in den 1840er Jahren und demzufolge, \u201edie Kr\u00e4nkungen, die der Westen dem Land zuf\u00fcgte\u201c.<sup>1 <\/sup><\/p>\n<p>Diese Kr\u00e4nkungen und Dem\u00fctigungen gipfelten, nachdem Millionen von Chinesen infolge der \u00d6ffnung chinesischer Warenm\u00e4rkte f\u00fcr Opium, wichtigstes Exportgut Britisch-Indiens danach s\u00fcchtig geworden waren in den \u201eUngleichen Vertr\u00e4gen\u201c, die den Verlust auch territorialer Souveranit\u00e4t und von Hafenrechten etwa in Shanghai, Canton (Guangzhou), Hongkong und Qingdao f\u00fcr China bedeuteten. Eine Art \u201everdeckte Kolonialisierung des Reichs der Mitte\u201c geschah so.<\/p>\n<p>Die britische Sinologin Julia Lovell hat dies 2011 eindr\u00fccklich in \u201eThe Opium War: drugs, dreams and the making of China \u2013 Der Opiumkrieg: Drogen, Tr\u00e4ume und die Entstehung Chinas\u201c<sup>9 <\/sup>beschrieben.In der deutschen Geschichtsschreibung sind die Opiumkriege eher eine kleine Randnotiz. Julia Lovell spricht von einem Opiumkrieg und bewertet denn auch den ersten Opiumkrieg, der von 1839 bis 1842 andauerte als das Schl\u00fcsselereignis.<\/p>\n<p>In der britischen Geschichtsschreibung indes auch gerade Gro\u00dfbritanniens als Kolonialmacht und demzufolge auch des Commonwealth ist der Opiumkrieg eine heute wieder neu er\u00f6rterte, wie der Rezensent Rana Mitter im Guardian sagt, eher \u201eschamvolle Episode britisch-chinesischer Beziehungen\u201c.<sup>9 <\/sup>\u201eDas Gef\u00fchl der Erniedrigung angesichts all dieser ausl\u00e4ndischen Aggressionen ist bei den Chinesen sehr tief verwurzelt.\u201c<sup>1<\/sup><\/p>\n<p>Das \u201ekollektive Ged\u00e4chtnis\u201c eines Volkes und einer Nation ist im Rahmen von \u201eglobalem Lernen\u201c von- und \u00fcbereinander und im Rahmen \u201edemokratischer Willensbildung\u201c immer wieder neu zu verorten. Geschichtsschreibung muss insofern diesen politischen \u201eDialog der Nachgeborenen\u201c w\u00fcrdigen und herausfordern.<\/p>\n<p>Eine \u201eeurop\u00e4ische Geschichtsschreibung\u201c muss dies noch viel mehr entsprechend vorantreiben. Auch wenn das Vereinigte K\u00f6nigreich aufgrund der dummen, \u201epopulistisch einf\u00e4ltig gelenkten\u201c Entscheidung des Brexit bald wahrscheinlich nicht mehr formaler Teil der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft ist und 1839 bis 1842 die alleine Krieg f\u00fchrende Nation war, so ist diese \u201eschamvolle Episode\u201c insgesamt im Verh\u00e4ltnis zu China in Europa aufzuarbeiten.<\/p>\n<p>Die Zerst\u00f6rung des kaiserlichen Sommerpalastes erfolgte durch britische und franz\u00f6sische Truppen. Die Handelskonzessionen in Shanghai bewirkten auch eine Aufteilung in von Briten und \u00a0von Franzosen kontrollierte Stadtteile.Qingdao geriet unter deutsche Kontrolle.Insofern ist es durchaus nicht grundlos, dass die Chinesen von \u201eWunden aufgrund von Aggressionen des Westens\u201c sprechen.<\/p>\n<p>Zumal dann auch im Sinne von Bertolt Brechts \u201eFragen eines lesenden Arbeiters\u201c zu erfragen ist, wer am meisten von Opiumkrieg und Handelskonzessionen profitiert hat. Bertolt Brecht l\u00e4sst den die Geschichtsb\u00fccher lesenden Arbeiter ja unter anderem fragen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer junge Alexander eroberte Indien.<br \/>\nEr allein?<br \/>\nC\u00e4sar schlug die Gallier.<br \/>\nHatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?\u201c<sup>10<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Die einige Zeilen sp\u00e4ter gestellte Frage:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWer bezahlte die Spesen?\u201c<sup>10<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>ist auch nach den Fanalen der beiden in und von Europa ausgehenden Weltkriege und am Ende der Kriege nach 1998 und dann nochmals 2001 unbedingt neu zu stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>5.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a5\"><\/a>Anforderungen an eine \u201eeurop\u00e4ische und soziale, eine demokratische Geschichtsschreibung\u201c heute<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Handelt es sich bei den vielen Stellvertreterkriegen am \u00dcbergang vom 20. zum 21. Jahrhundert nur um \u201eSt\u00f6rf\u00e4lle der Globalisierung\u201c?<\/p>\n<p>Ist der Versuch einer Neuordnung der St\u00e4nde und Klassen nach Ende des 2. Weltkrieges gescheitert? St\u00e4nde und Klassen, die als durchl\u00e4ssige Schichten ausgebildet ja ma\u00dfgeblich \u201eChancengleichheit\u201c und \u201eDemokratie in sozialen Marktwirtschaften\u201c verk\u00f6rpern sollten?<\/p>\n<p>Zur integrativen europ\u00e4ischen Anforderung an die Geschichtsschreibung kommt insofern noch die soziale\u00a0 &#8211; man m\u00f6chte sagen: die sozialdemokratische Komponente, die eine europ\u00e4ische Geschichtsschreibung innerhalb der globalen Geschichte des 21. Jahrhunderts erf\u00fcllen muss.<\/p>\n<p>Auf das innenpolitische Dilemma der \u201eReparatur des Hartz-IV-Gesetzes\u201c durch das Bundesverfassungsgericht soll jetzt hier nicht vertieft eingegangen werden. Jenes Gesetzes, \u201e\u00fcber die Grundsicherung f\u00fcr Arbeitssuchende\u201c, das, \u201eseitdem es dieses Gesetz gibt, ein Gesetz zur Grundverunsicherung der Arbeitssuchenden\u201c<sup>11<\/sup> ist, wie Heribert Prantl es bezeichnenderweise in der S\u00fcddeutschen bezeichnet.<\/p>\n<p>Es geht hier prim\u00e4r um die Stellung denn auch Deutschlands und der Sozialdemokratie gegen\u00fcber der \u201eGlobalisierung\u201c \u2013 gegen\u00fcber dem \u201eRest der Welt\u201c.<\/p>\n<p>Insofern gilt es auch, Xis und andere chinesische Stimmen, die von \u201eder westlichen Aggression als Ursache des chinesischen Traums\u201c<sup>1<\/sup> und \u201eWiederaufbau\u201c und \u201eMission\u201c zum Erreichen einer \u201eVormachtstellung durch R\u00fcckkehr zur Gr\u00f6\u00dfe des Kaiserreichs China\u201c, \u201eUnterwerfung des Volkes unter den Plan\u201c zur \u201egemeinsamen Welteroberung\u201c<sup>1<\/sup> sprechen mit moderateren Verhandlungspositionen von chinesischer Seite abzuw\u00e4gen.<\/p>\n<p>Das martialische Auftreten strauchelnder Weltm\u00e4chte haben wir schlie\u00dflich in einem seltsam \u201epostheroischen Duktus\u201c gerade selbst mit unseren Partnern in der so genannten \u201ewestlichen Wertegemeinschaft\u201c er- und \u00fcberlebt. Insofern gilt es auch, Xis \u201eneue Ideologie\u201c und seinen \u201eglobalen Entwicklungsplan f\u00fcr China\u201c<sup>1 <\/sup>angstfrei ohne Aufgabe der eigenen Identit\u00e4t auf Augenh\u00f6he als Partner und Vermittler mit zu gestalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>6.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a6\"><\/a>2019: Chinas schneller Aufstieg, \u201efreie M\u00e4rkte\u201c und nur <\/strong><strong>gemeinsam zu bew\u00e4ltigende Herausforderungen<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Eine Tatsache, die in allen westlichen Diskursen zu China immer wieder vergessen wird: Seit rund 30 Jahren umgehen westliche Unternehmen wichtige und begr\u00fcndete Regeln bei uns und ziehen \u201eProduktivkr\u00e4fte\u201c ab. Diese Regeln beinhalten prim\u00e4r:<\/p>\n<ul>\n<li>Mindestl\u00f6hne und Sozialtarife bei der Bezahlung von Arbeitskr\u00e4ften.<\/li>\n<li>Umweltauflagen bei industrieller Produktion und Wahl von Standorten daf\u00fcr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dinge, f\u00fcr die die Arbeiter und Gewerkschaften lange bei uns gestritten, und teilweise auch erbittert gek\u00e4mpft haben. Und mit ihnen auch gro\u00dfe Teile der \u201eB\u00fcrgerschaft\u201c, die gesehen haben, wie industrielle Produktion uns in Sackgassen gef\u00fchrt hatte. Uns und nachfolgende Generationen.<br \/>\n\u201eGlobalisierung\u201c hat so in der \u201eSchattenwelt der Konkurrenz\u201c individueller Interessen zu stetigen \u201eStellvertreterkriegen\u201c auf allen Ebenen gef\u00fchrt.<\/p>\n<ul>\n<li>Arbeitskr\u00e4fte hier gegen Arbeitskr\u00e4fte dort.<\/li>\n<li>Standorte hier gegen Standorte dort.<\/li>\n<\/ul>\n<p>China als gro\u00dfer Absatzmarkt f\u00fcr Waren aller Art wurde so zur \u201eWerkbank der Welt\u201c. Das rasante Tempo dieser \u201eBefreiung von mehreren hundert Millionen, wahrscheinlich jetzt rund der H\u00e4lfte der chinesischen Bev\u00f6lkerung, also rund 700 Mio. Menschen aus der Armut\u201c innerhalb von nur einer Generation jedoch zeigt nun deutlich einige \u201eNebenerscheinungen\u201c, die uns alle bedrohen:<\/p>\n<ul>\n<li>Zerst\u00f6rte Sozialsysteme bei uns und zunehmende soziale Unterschiede in \u201eaufstrebenden Volkswirtschaften\u201c.<\/li>\n<li>Zerst\u00f6rte Umwelt an vielen Standorten solcherma\u00dfen ungeregelter industrieller Produktion und v\u00f6llige \u00dcberforderung bei der Bew\u00e4ltigung von diesen Umweltsch\u00e4den mit den Mitteln der \u201e(Neo-) Liberalisierung\u201c.<\/li>\n<li>Damit auch mangelnde F\u00e4higkeit zur \u201eKlimaanpassung\u201c, also zur Erh\u00f6hung der Widerstandsf\u00e4higkeit von Land und Leuten gegen Folgen von rasant verlaufenden Klimaver\u00e4nderungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Themen jedoch werden wir nur gemeinsam bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Die derzeitig vorherrschende Polarit\u00e4t der \u201eliberalen Demokratie\u201c bei uns \u00fcbersieht dabei willentlich die eigene Verantwortlichkeit. Neue Feindbilder werden geschaffen.In China jedoch macht man es umgekehrt genauso:<br \/>\nDer \u201eNeo-Konfuzianismus\u201c und \u201efreie M\u00e4rkte\u201c mit \u201eIndividuen, die selber Vorsorge f\u00fcr eigenverantwortliche Themen\u201c treffen sollen, schaffen unaufl\u00f6sbare Gegens\u00e4tze. Auch hier werden Pragmatismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt fehl geleitet. Br\u00fcche, die dem \u201eReich der Mitte\u201c immer wieder sehr gef\u00e4hrlich wurden im 20. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Und uns hier nicht minder.<\/p>\n<!--nextpage-->\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>7.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a7\"><\/a>Totalitarismus als Garant f\u00fcr Stabilit\u00e4t?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wirtschaftliche und (gesellschafts-)politische Entwicklung erfolgt immer und \u00fcberall nicht linear, sondern zumeist eher schubweise. Und schon gar nicht verl\u00e4uft so ein Prozess immer im selben Tempo. Zyklen und Phasen wechseln einander ab.<\/p>\n<p>Wenn da also gesagt wird, dass nach Meinung des wichtigsten Beraters Xis, Wang Qishan \u201esozialer und politischer Fortschritt\u201c warten kann, dann ist dies eben auch der Angst vor vielen blutigen Verwerfungen in der j\u00fcngeren turbulenten chinesischen Geschichte des 20. Jahrhunderts geschuldet. Zumal hier gekoppelt mit den pers\u00f6nlichen R\u00fcckschl\u00fcssen Xi Jinpings aus seiner eigenen Geschichte als \u201eoberster Mann des Volkes im Reich der Mitte\u201c und ergo auch wichtigster Entscheidungstr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Gleichwohl kann man diesen \u201eTotalitarismus\u201c auch als eine \u201eArt Zwischenphase\u201c betrachten. Deren L\u00e4nge wiederum h\u00e4ngt auch vom Vertrauensaufbau mit uns, dem Westen ab.Diese Abh\u00e4ngigkeit ist begr\u00fcndet durch<\/p>\n<ul>\n<li>die Verkn\u00fcpfung von rasantem, oft v\u00f6llig ma\u00dflosem Wachstum der chinesischen Wirtschaft<\/li>\n<li>und damit verheerender Blasenbildung und damit<\/li>\n<li>erfolgter zunehmender \u201eNeo-Feudalisierung\u201c<\/li>\n<li>einer eigentlich als oberstes Verfassungsziel \u201eklassenlosen Gesellschaft\u201c mit<\/li>\n<li>rasanter medialer \u00d6ffnung der Gesellschaft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sprich: unserem Verst\u00e4ndnis von China und<\/p>\n<ul>\n<li>dem ganzen chinesischen Volk in seiner gro\u00dfen und faszinierenden Vielfalt.<\/li>\n<li>Und umgekehrt: China geht im Zeitraffer nun einige Phasen (\u00f6konomie-) geschichtlicher Entwicklung durch, die wir viel l\u00e4nger er- und \u00fcberlebt haben.<\/li>\n<li>Aber: mit chinesischem Vorzeichen.<\/li>\n<li>Insofern ist der \u201e(Neo-) Konfuzianismus\u201c \u00e4hnlich zweifelhaft wie der \u201e(Neo-) Liberalismus\u201c in ihrer jeweiligen aktuellen Erscheinung. Ein Zwischenzustand, der unbedingt zu \u00fcberwinden ist. Der als Dauerzustand hoch gef\u00e4hrlich wird.<\/li>\n<li>Ihrer jeweiligen Form und ihrem jeweiligen Inhalt nach gilt es also, zum \u201ePost-Neo-Konfuzianismus\u201c und zum \u201ePost-Neo-Liberalismus\u201c und von dort zu einer dem Menschen und seiner Verantwortung im Anthropoz\u00e4n, also dem von der menschlichen Species dominierten Erdzeitalter angemessenen Ordnung zu kommen.<\/li>\n<li>Zu dieser Zeit, Anfang 2019 an diesem und an jenem Ort.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ob und wie die im Film \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c zitierte \u201egro\u00dfe Anti-Korruptionskampagne\u201c wie dort gesagt \u201eMachtsicherung und Machterweiterung des Parteiapparates und der F\u00fchrung Xis sichert\u201c<sup>1<\/sup> oder nicht vielleicht schon zunehmend zu massiver Verunsicherung vieler Menschen in den staatlichen Verwaltungen f\u00fchrt und somit auch ins Gegenteil umschl\u00e4gt \u2013 auch das gilt es, sorgsam zu beobachten.<\/p>\n<p>Mehr als 1,5 Mio. Parteifunktion\u00e4re, die im Gef\u00e4ngnis landeten \u2013 das ist keine kleine Zahl. Und es verunsichert alle Schichten, wenn dann auch von Xi als \u201eerbarmungslosem Diktator\u201c gesprochen werden kann. Zumal er ja wirklich ganz wesentliche Elemente der Machtteilung zwischen Staats- und Parteif\u00fchrung, die Deng Xiaoping noch beibehielt in sich vereinigt hat.\u00d6ffentliche Selbstanzeigen sind im digitalen Zeitalter denn auch hunderte von Millionenfach abrufbare Fortf\u00fchrungen der Ma\u00dfnahmen der Kulturrevolution. Und diese k\u00f6nnen so auf Dauer nicht den weiteren politischen und wirtschaftlichen Fortschritt der chinesischen Gesellschaft auf dem Weg zu (Chancen-)Gleichheit einerseits im Sinne des Verfassungsziels Kommunismus und die Befreiung von den Fesseln des Feudalismus andererseits gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Der \u201eGesichtsverlust\u201c ist in allen Kulturen ein gewichtiges Thema.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>8.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a8\"><\/a>Chinas Au\u00dfenpolitik: \u201eDie neue Seidenstra\u00dfe\u201c<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Seidenstrasse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Seidenstrasse.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"296\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">1<\/p><\/div>\n<p>Das gewaltige Investitionsvolumen der Infrastrukturma\u00dfnahmen zur Verkn\u00fcpfung Asiens und Europas sprengt in Anbetracht der vielen \u201eInvestitionsblasen\u201c gerade im Immobiliensektor, die wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten gesehen haben einmal mehr den Ma\u00dfstab und macht schon etwas Angst.<\/p>\n<p>Und: diese Investitionsblasen gehen zudem ja auch mit gewaltigem Ressourcenverbrauch einher.Die Themenkomplexe<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eKlimawandel\u201c und \u201eKlimaanpassung\u201c \u2013<\/li>\n<li>also \u201eResilienzsteigerung gegen drastische Wetterereignisse und Naturkatastrophen\u201c einerseits und<\/li>\n<li>\u201eAuf- und Umbau der Infrastrukturen an die daraus resultierenden Anforderungen des 21. Jahrunderts\u201c andererseits und<\/li>\n<li>Verkn\u00fcpfung dieser Erfordernisse mit \u201eglobalen Arbeitsformen\u201c und lokalen, energiearmen, also \u201eweitestgehend energieautarken Gemeinwohl\u00f6konomien\u201c und deren Schutz bed\u00fcrfen jedoch vielf\u00e4ltiger Koordinationsma\u00dfnahmen.<\/li>\n<li>Und: planerische Teilhabe und Mitsprache von unserer Seite sind erforderlich.<\/li>\n<li>Besser: Zusammenarbeit ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr alles.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daf\u00fcr muss Europa sich weitaus konsequenter und mutiger positionieren und mittel- und langfristige Strategien entwickeln.<\/p>\n<p>Die Beschleunigung von Warenhandel und Absatz darf nicht auf Kosten lokaler und damit energiearmer oder gar energieautarker \u201eSubsistenz- und Gemeinwohl\u00f6konomie\u201c geschehen.<\/p>\n<p>Der Konflikt zwischen \u201ezentraler Steuerung\u201c einerseits und \u201edezentralen Strukturen\u201c andererseits bedarf immer eines ganz besonderen Augenmerkes. Und gr\u00f6\u00dfter Sorgfalt.<\/p>\n<p>Die in \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c dargestellte Konkurrenz zum Westen, die gar zur Formulierung der mittels der Seidenstra\u00dfe erfolgenden \u201eUmgehung der Westm\u00e4chte, um ihren Einflussbereich nach und nach auszuh\u00f6hlen\u201c <sup>1<\/sup> f\u00fchrt, kann durch entsprechende St\u00e4rkung dezentraler Strukturen auch entlang der Seidenstra\u00dfe mit den dortigen L\u00e4ndern und V\u00f6lkern zu einer konstruktiven und effizienten Partnerschaft gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Dies kann auch zu einer mittel- und langfristigen Planungsstrategie von westlicher Seite und ganz wesentlich:<br \/>\nzur Kooperation mit China gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Kernpunkt ist bei all dem:<br \/>\nInteressensausgleiche und St\u00e4rkung lokaler, dezentraler Strukturen.<br \/>\nMithin: Ein genauer Blick. Und dann der Aufbau von (sozial-)demokratischen Vorw\u00e4rtsstrategien.<\/p>\n<p>Kluge Kooperation statt dummer Konfrontation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>9.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a9\"><\/a>Was m\u00fcsste eine \u201eneue Sozialdemokratie\u201c im 21. Jahrhundert endlich zumal mit China leisten?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das Dilemma der westlichen \u201eEntwicklungshilfe\u201c der letzten Dekaden war genau das, was Xi Jinping jetzt mit dem Seidenstra\u00dfenprojekt laut Film verfolgt: Man gibt den \u00e4rmsten L\u00e4ndern Geld zum Aufbau ihrer Infrastrukturen, aber die gro\u00dfe Gefahr besteht, dass unter gegebenen Bedingungen<\/p>\n<ol>\n<li>diese Gelder zumeist bei korrupten f\u00fchrenden Eliten landen,<\/li>\n<li>zentrale Steuerung mit geringer und oftmals fehlender dezentraler Verteilungs\u00fcberwachung so viele Konflikte in schwachen oder armen Staaten versch\u00e4rft,<\/li>\n<li>etwa zwischen Stadt und Umland, also der Region.<\/li>\n<li>Gerade die existentiellen Probleme der Klimaanpassung und<\/li>\n<li>der \u201eAllmende\u201c \u2013 der \u00f6ffentlichen Gemeing\u00fcter Luft, Wasser und Boden und deren gerechter Verteilung drohen so einmal mehr \u201ehinten her\u00fcber zu fallen\u201c.<\/li>\n<li>Und zudem entsteht bald eine neue Abh\u00e4ngigkeit, die China oder den Westen zum \u201eneuen Kolonialherrn\u201c macht.<\/li>\n<li>Eine solche Art der \u201eBesatzung\u201c jedoch kann keine \u201eparit\u00e4tische Zusammenarbeit\u201c bef\u00f6rdern. Diese ist unbedingt erforderlich, um ansatzweise \u201eNeo-Konfuzianismus\u201c und \u201eNeo-Liberalismus\u201c \u00fcber den \u201ePost-Neo-Konfuzianismus\u201c und den \u201ePost-Neo-Liberalismus\u201c zu einer am jeweiligen Ort verwurzelten \u201e(sozial-) demokratischen Selbstorganisation\u201c zu verhelfen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Insofern k\u00f6nnte Europa da mit Augenmerk auf diese Themen und Konfliktfelder \u201eeffiziente, auf Interessensausgleiche abzielende\u00a0 Projektsteuerung\u201c durchf\u00fchren. Dies geht auch einher mit einer Neubestimmung von Entwicklungs-Zusammenarbeit unter diesen \u201esozialdemokratischen Maximen\u201c im 21. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr jedoch bedarf es genau dieser strategisch klugen Verhandlungsf\u00fchrung und Vermittlung mit Chinas F\u00fchrung und lokalen Kommunen, einzelnen Staaten entlang der Seidenstra\u00dfe. Nur so kann man vermeiden, dass China wie etwa im hier dargestellten Falle des Containerhafens in Sri Lanka aufgrund der R\u00fcckzahlungsunf\u00e4higkeit der Kredite von Seiten der Regierung in Colombo dieselbe \u201everdeckte Kolonialisierung\u201c mit Drittstaaten praktiziert, die es nach dem Opiumkrieg lange schmerzhaft vom Westen erleiden musste. Zu Lasten in diesem Falle des Volkes der Singhalesen und Tamilen in einem ohnehin sehr fragilen Staat.<\/p>\n<p>Insofern kann man bedingt Sigmar Gabriel in seinem Statement vom Februar 2018 zur \u201eimperialen Note des chinesischen Seidenstra\u00dfenprojektes\u201c zustimmen. Was jedoch weiterhin fehlt, gerade von Seiten der europ\u00e4ischen Sozialdemokratie sind Wille und Strategie, dem entsprechend gegen\u00fcberzutreten.\u201eFreiheit, Demokratie und individuelles Menschenrecht\u201c<sup>1<\/sup>, die Sigmar Gabriel da als Gegensatz zum chinesischen Modell betont, bed\u00fcrfen nach den Kriegen 1998 bis 2018 und nach \u201eAusterit\u00e4tsdogma\u201c und Abbau der sozialen Komponenten unserer \u201eMarktwirtschaften\u201c einmal mehr einer \u201eneuen sozialdemokratischen Fassung\u201c. Auch und gerade im Dialog mit fragilen Staaten und vulnerablen Gesellschaften auf der s\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re.<\/p>\n<p>Da m\u00fcssen wir viel entschiedeneren europ\u00e4ischen Zusammenhalt erreichen. Gerade von links der Mitte.So wie es ja auch Jean-Pierre Raffarin, republikanischer Premierminister in der Regierung Chirac 2002-2005 betont. Dass er als konservativer Franzose damit jedoch \u201e(sozial-)demokratische Interessensausgleiche in der Entwicklungszusammenarbeit\u201c meint, das kann hier soweit eher ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Und: dass etwa die wirtschaftliche und damit auch wachsende politische Abh\u00e4ngigkeit Griechenlands von China auch mit der Verschleppung der Eurokrise gerade auch von deutscher Seite zu gro\u00dfen Teilen begr\u00fcndbar ist: das ist leider auch nicht von der Hand zu weisen. Auch Serbien und Ungarn, die vermehrt chinesische Investitionen erlaubt haben und insofern Pekings Schuldner sind, nehmen in Menschenrechtsfragen China in Schutz. Warum wohl?<\/p>\n<p>Die ablehnenden Aussagen des portugisischen Regierungschefs und Sozialisten Alberto Costa auf Emanuel Macrons Forderung eines europ\u00e4ischen Protektionismus gegen\u00fcber chinesischen Investitionen verdeutlichen dies:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAls Portugal in der Schuldenfalle sa\u00df, wer hat diese Unternehmen aufgekauft? Die Chinesen. Daher sind wir heute gezwungen, China zu sch\u00fctzen.\u201c<sup>1<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Europa droht also die Uneinigkeit bei jeglicher Krisenbew\u00e4ltigung vor die F\u00fc\u00dfe zu fallen. Und das betrifft ganz ma\u00dfgeblich auch sozialpolitische Konsenspolitik von Links der Mitte.<\/p>\n<p>\u201eMethoden zur Infiltration demokratischer L\u00e4nder\u201c<sup>1<\/sup>, die China, wie hier gesagt wird, ma\u00dfgeblich in Australien und Neuseeland erprobt habe k\u00f6nnen nur erfolgreich sein, wenn demokratischer Konsens und Interessensausgleich im Westen nicht mehr funktionieren. Da ist ganz ma\u00dfgeblich einmal mehr die Sozialdemokratie gefordert.<\/p>\n<p>Dass China in erster Linie konservative und neoliberale Politiker \u201eeinbindet\u201c oder \u201ekauft\u201c \u2013 das verdeutlicht auch der Posten des fr\u00fcheren britischen Premiers David Cameron in leitender Position f\u00fcr einen Investmentfond\u00a0 und f\u00fcr die Seidenstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Wenn das erste Menschenrecht chinesischer Vertragspolitik auch in Afrika \u201edas Recht auf wirtschaftliche Entwicklung\u201c <sup>1<\/sup> ist, dann ist die Rolle europ\u00e4ischer Entwicklungs-Zusammenarbeit noch einmal mehr kritisch zu hinterfragen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eOffensichtlich ist Afrika f\u00fcr die Chinesen ein Chancen-Kontinent, w\u00e4hrend wir immer noch Afrika als Problemkontinent definieren.\u201c<sup>1<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Satz Sigmar Gabriels vom Februar 2018 zeigt in diesem Zusammenhang deutlich auf, welche M\u00e4ngel da auch im politischen Willens- und Meinungsbildungskanon in Europa zu beklagen sind. Der koloniale Blick von oben nach unten verhindert zudem, mit den Menschen ihre Probleme anzugehen, \u00a0Strategien gegen die Armut und f\u00fcr Interessensausgleiche aufzubauen. Die \u201ediktatorisch herrschenden Eliten\u201c, die von Weltbank und IWF nicht, aber von China als Partner akzeptiert werden jedoch und ihre St\u00e4rkung versch\u00e4rfen viele Konflikte auf Dauer. Und das nicht nur in Afrika.<\/p>\n<p>Aber genau da muss eben eine \u201eneue europ\u00e4ische Entwicklungs-Zusammenarbeit\u201c ansetzen. Wenn Xi sich als \u201eVerteidiger der afrikanischen V\u00f6lker gegen den westlichen Imperialismus\u201c<sup>1<\/sup> darstellen kann, letztlich aber genauso \u201eneo-koloniale Abh\u00e4ngigkeiten\u201c aufbaut umso mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>10.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a10\"><\/a>Chinesische Einflussnahme und milit\u00e4rische Pr\u00e4senz<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Er\u00f6ffnung der ersten chinesischen Milit\u00e4rbasis au\u00dferhalb des Reichs der Mitte am 1. August 2017 im ostafrikanischen Djibouti am s\u00fcdlichen Zugang zum Roten Meer l\u00e4sst da nochmals aufhorchen: Zwar hat man von chinesischer Seite immer wieder verneint, dass man den amerikanischen Weg kopieren wolle. Gerade das Beispiel des nicht weit entfernt liegenden, zuletzt einmal mehr sehr instabilen Sudan jedoch verdeutlicht, wie brisant da schon bald auch direkte milit\u00e4rische Konfrontationen zwischen den US und China in Afrika drohen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u201eneo-liberaler Auslegung von V\u00f6lkerrecht\u201c stehen \u201eMarktanteile und Rohstoffsicherheiten\u201c vor dem Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker. Mit anderen Worten: Regeln, die nach dem 2. Weltkrieg zur Vermeidung weiterer Fanale vereinbart wurden, gelten nicht mehr. Sie wurden j\u00fcngst immer wieder mit allerhand Lug und Betrug ausgehebelt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eXi Jinping tr\u00e4umt von einer Weltklassearmee. Er denkt wie Mao, dass alle Macht aus den Gewehrl\u00e4ufen kommt.\u201c<sup>1<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Da man in den US auch sagt: \u201eUnsere Verfassung wurde auf dem Lauf eines Gewehres begr\u00fcndet\u201c, zeigt sich denn auch, wie \u00e4hnlich die beiden Kontrahenten da sind.<\/p>\n<p>In der Relation zum milit\u00e4risch industriellen Komplex der US und dessen Budget ist Chinas Milit\u00e4r noch klein. Aber:<br \/>\nDroht so ein neues prim\u00e4r konventionelles Wettr\u00fcsten?<\/p>\n<p>Und einmal mehr zeigt auch diese Entwicklung, wie wichtig es sein wird f\u00fcr Europa, da eine Strategie zu entwickeln, die deeskalierend wirkt und friedliche Zusammenarbeit der V\u00f6lker erm\u00f6glicht. Zumal nach den Lehren des 20. Jahrhunderts.Die \u201eneo-liberale Auslegung von V\u00f6lkerrecht\u201c formt auch die Auslegung dessen durch den \u201echinesischen Staatskapitalismus\u201c. Das legt ja auch die Aussage Andrea Nahles<sup>4<\/sup> nahe.<\/p>\n<p>Der \u201eNeo-Konfuzianismus\u201c erscheint dabei so wie der solcherma\u00dfen deformierte \u201eLiberalismus\u201c nur als k\u00e4ufliche Fassade der Vorlage.<\/p>\n<p>Der zunehmende Streit um die Hoheitsgew\u00e4sser und Inseln der chinesischen Nachbarn im Pazifik \u2013 S\u00fcdkorea, Japan, die Philippinen, Malaysia und Vietnam verdeutlicht in diesem Zusammenhang einmal mehr, wie wichtig neue internationale Rechtsverbindlichkeiten und Organisationsformen nun, nach den Kriegen im Nahen und Mittleren Osten sind. Dies zeichnet sich schon lange ab und sollte gerade von Deutschland und Europa endlich entschieden nach vorne gebracht werden.<\/p>\n<p>Dass China, das ja lange auch die westlichen Milit\u00e4rinterventionen beobachtet und dann auch Rohstoffvertr\u00e4ge in Kriegsgebieten erbeutet hat gerade unter Xi Jinping genauso wenig verl\u00e4sslich wie westliche Partner ist, das sollte eigentlich niemanden mehr verwundern. Zumal die offenen Ansagen f\u00fcr Handels-und Standortkriege auch immer wieder hoch kochen.<\/p>\n<p>Das erste Opfer jeden Krieges ist eben die \u201eWahrheit\u201c.<\/p>\n<p>Und damit die Verl\u00e4sslichkeit denn auch von Zusagen fr\u00fcherer Partner, die nun immer mehr zu Gegnern werden.<\/p>\n<p>Konfrontative Milit\u00e4rpolitik der vollendeten Tatsachen hat auch der Westen reichlich ge\u00fcbt j\u00fcngst. Es wird Zeit f\u00fcr entschiedenere und nachhaltigere Schritte zur Deeskalation.<\/p>\n<p>Die Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SOZ) als politische und milit\u00e4rische Organisation verdeutlicht das nochmals. Neuer Kalter und hei\u00dfer Krieg k\u00f6nnen nur durch vertragliche Regelungen f\u00fcr die Partnerschaft von NATO und SOZ und St\u00e4rkung von UN und Unterorganisationen mittel- und langfristig vermieden werden. Dass es eines Gegen\u00fcbers der NATO bedurfte jedoch: das verdeutlicht nicht nur der Krieg in Syrien und der Einfall der Regionalm\u00e4chte dort.<\/p>\n<p>Letztlich haben auch US und NATO selbst die nach dem 2. Weltkrieg entstandene Weltordnung gekippt. Wenn da von \u201eXi Jinpings Plan zur Durchsetzung einer neuen Weltordnung\u201c; \u201edie gro\u00dfe globale Einheit mit China im Zentrum\u201c<sup>1<\/sup> gesprochen wird, dann sollte klar sein, dass die \u00fcber- und eigenm\u00e4chtige NATO und US eines Gegen\u00fcbers bedurften.<\/p>\n<p>Und: dass Diplomatie und Bereitschaft zur Verst\u00e4ndigung und zur Zusammenarbeit anstelle von S\u00e4belrasseln bis hin zu milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen Gebot der Stunde sind.<\/p>\n<p>Die von Sigmar Gabriel in \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c beschworene \u201eSystemkonkurrenz zwischen entwickelten Demokratien und Autokratien\u201c<sup>1<\/sup> erfordert von denjenigen, die sich entwickelt nennen im Zeitalter der \u201ePost-Demokratie\u201c eine neue realistische Einsch\u00e4tzung. Und damit auch eine neue Positionierung im Hinblick auf demokratische Inhalte und Formen.<\/p>\n<p>Und auf ihre gemeinsam wirksame Erneuerung.<br \/>\nIn der Verst\u00e4ndigung miteinander ohne die Drohgeb\u00e4rden im Hintergrund.Der Historiker Zhang Lifan spricht von der Partei und ihrem \u201egro\u00dfen Versprechen einer strahlenden Zukunft und wunderbarer Perspektiven\u201c<sup>1<\/sup> und sagt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSeit Mao tr\u00e4umt China vom Aufbau einer kommunistischen und paradiesischen Welt\u201c<sup>1<\/sup>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses \u201eVersprechen\u201c stellt sich in China jedoch ganz anders dar als bei uns.<\/p>\n<!--nextpage-->\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>11.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a11\"><\/a>Xis Versuch der Verkn\u00fcpfung von Mao und Deng<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u201eXi Jinpings Welt gr\u00fcndet auf einem zentralen Versprechen: Reichtum f\u00fcr alle\u201c<sup>1<\/sup>.<\/p>\n<p>Diese Aussage\u00a0 verdeutlicht dann auch, wie Xi Mao und Deng verkn\u00fcpft und mit dieser Priorit\u00e4t gerade der \u00f6kologische Kollaps der Welt so eher beschleunigt zu werden droht.<\/p>\n<p>\u201eDie oppositionslose Gleichschaltung\u201c auch der Medien, denen Xi sagt, \u201eEure Familie ist die kommunistische Partei\u201c, weil \u201eXi Jinping tr\u00e4umt von einer Welt unter seiner Kontrolle\u201c<sup>1<\/sup>: All diese Themen kann man als Bedrohung wahrnehmen. So, wie es auch weitestgehend die Intention der Macher des Filmes \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c ist.<\/p>\n<p>Man kann das aber auch als Herausforderung f\u00fcr eine dialogf\u00e4hige neue demokratische und \u00f6kologische Ausrichtung des Westens annehmen.<br \/>\nDer Welt mit China und seinen Partnern und dem Westen.<\/p>\n<p>2011\/12, als Chinas Immobilienblase platzte und die Frage war, ob es eine harte oder weiche Landung der Blase g\u00e4be, empfand ich die chinesische Presse dort arbeitend als kritisch und offen.<br \/>\nSie debattierte diese Gefahr offen.<\/p>\n<p>Die in \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c zitierte \u201eVernichtung aller Hoffnungen auf Demokratisierung Chinas\u201c <sup>1<\/sup> von Seiten Xis: ich habe nach meinem zweiten eineinhalbmonatigen Arbeitsaufenthalt in China damals in Deutschland einen Vortrag \u201eChinas Boom &#8211; Reich ohne Mitte oder Chancen f\u00fcr einen nachhaltigen Entwicklungsprozess?\u201c gehalten. Die darin geforderten Perspektiven wurden von westlicher Seite angefeindet. Ein eigentlich geplanter zweiter Vortrag dazu wurde ersatzlos von der Stadt als Betreiber der \u201eVolkshochschule\u201c gestrichen. Zensiert?<\/p>\n<p>Die \u201eArroganz der Systemgewinner\u201c ist nach der Krise 2008 in gro\u00dfe Angst umgeschlagen. L\u00e4hmende Angst, die stetig neue Feindbilder als Projektionsfl\u00e4chen erfordert. Die aber so keinerlei L\u00f6sungsstrategien zu entwickeln vermag.<\/p>\n<p>China b\u00fcndelt gewaltige Produktivkr\u00e4fte. Die \u201eWerkbank der Welt\u201c ist reich geworden. Und sie vermag insofern die Welt zu beherrschen.<\/p>\n<p>Mit schroffer Konfrontation sind die Dinge nicht zu bewegen. Zumal die autorit\u00e4re Steuerung dort unter Xi h\u00f6chst subtil gestaltet ist.<\/p>\n<p>Viele Beschreibungen der Zust\u00e4nde in China im Film erinnern an die Kulturrevolution. Konzentrationslager aus dieser Zeit habe ich auch bei meiner ersten Reise im bewegten Jahr 1989 in Yunnan im tropischen S\u00fcdwesten des Landes gefunden. Ein verlassenes buddhistisches Kloster mit vielen Inschriften zur Umerziehung und zur Selbstanklage an den W\u00e4nden.<\/p>\n<p>Die Internierung von rund einer Million Uyguren in Lagern im Nordwesten, in ihrer Heimatprovinz Sinkiang, die versch\u00e4rfte Internetkontrolle, bei der jegliche Kritik an Xi und der Partei mit sofortiger Verhaftung geahndet wird:<br \/>\nChina scheint wieder in einer explosiven Situation wie 1989 zu sein. Die Beschneidung von immer mehr Freiheiten durch Xi gerade auch in den von anderen V\u00f6lkern in Chinas Westen besiedelten Gegenden wie Tibet und der fr\u00fcheren britischen Kronkolonie Hongkong, das hier als \u201esemidemokratische Enklave\u201c\u00a0 bezeichnet wird: das sind dieselben Zeichen wie anno 1988\/89.<\/p>\n<p>Gerade der im Film portr\u00e4tierte Buchh\u00e4ndler dort in Hongkong und sein Schauprozess, seine \u201eGehirnw\u00e4sche\u201c verdeutlichen, wohin die subtile Machtkontrolle geht.<\/p>\n<p>Das \u201eSozialkreditsystem\u201c , das so von Xi angewandt wird, veranschaulicht, wie weit wir \u00fcber George Orwells \u00dcberwachungsszenario \u201e1984\u201c hinaus sind.<\/p>\n<p>\u201eBig brother\u201c \u2013 \u201eDas Auge der Regierung\u201c, das einen \u00fcberall beobachtet und mit \u201eneuer Gesichtserkennungssoftware\u201c sofort Namen und Daten zuordnet und so entsprechend alles zentral speichert: Das ist weiter als jede Horrorvision der totalen Kontrolle. Die Bewertung mittels solcher Instrumente, ob die B\u00fcrger \u201egute oder schlechte B\u00fcrger\u201c sind:<br \/>\ndas ist eine Gleichschaltung, die Mao in dieser Perfektion in der Kulturrevolution nicht erreichen konnte. Die perfekte soziale Kontrolle. Die perfekte Normierung des Einzelnen.<\/p>\n<p>Der in den US lebende Dissident und Biograf von Xi, Yue Jie, dessen kritischer Facebook-Eintrag zur KP mit einer 24-st\u00fcndigen Sperre belegt wurde, verdeutlicht dabei, dass auch \u201ewestliche Standards\u201c sich zusehends dem chinesischen Modell ann\u00e4hern. Was kam fr\u00fcher: Henne oder Ei? Eine m\u00fc\u00dfige Frage.<\/p>\n<p>Die Worte des fr\u00fcheren US-Botschafters 2014 bis 17 in Peking, Max Baucus, dass Xis Machtf\u00fclle und der Umgang damit die Frage aufwirft, wie eine Demokratie mit einem solch autorit\u00e4ren Regime umgehen solle und die US \u2013 der Westen viel intensiver dar\u00fcber nachdenken sollten:<br \/>\ndas ist tats\u00e4chlich die Kernfrage.<\/p>\n<p>Wenn Baucus sagt: \u201eDenn bisher sind wir damit noch nicht weit gediegen\u201c<sup>1<\/sup>, dann verdeutlicht er das Dilemma der Arroganz der Systemgewinner. Und ihrer Angst ob eines starken, bald ebenb\u00fcrtigen Gegners.<\/p>\n<p>Eines Gegners aber in welchem Konflikt auf welchen Ebenen zu welchen Zeiten? Anders herum gefragt:<br \/>\nIst die Verl\u00e4ngerung des \u201eKalten Krieges\u201c mit vielen hei\u00dfen Stellvertreterkriegen an verschiedenen Standorten im Anthropoz\u00e4n, in dem Homo Sapiens Sapiens erkannt hat, dass er mit, nicht gegen seinen \u201eHeimatplaneten\u201c nur \u00fcberleben kann die einzig richtige Antwort?<\/p>\n<p>Welche anderen Antworten jedoch gibt es und:<br \/>\nwie kommen wir dahin?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>12.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a12\"><\/a>Zwischen \u201eNeo-Liberalismus\u201c und \u201eNeo-Konfuzianismus\u201c<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>\u201eIndividualismus\u201c, \u201eKollektivismus\u201c und \u201eTotalitarismus\u201c: \u201eAnpassung oder Wagnis\u201c<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>Und WIR in Europa dazwischen? &#8211; Perspektiven 2019ff.<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Politik als \u201eOrganisationsform gesellschaftlichen Zusammenlebens\u201c ist in \u201epostdemokratischen\u201c Zeiten in erster Linie dem Statuserhalt oder dem Ausbau des Status\u2019 des Zahlungskr\u00e4ftigsten und am besten Vernetzten verpflichtet.<\/p>\n<p>Im \u201eRechtsstaat\u201c, dessen Regeln ja f\u00fcr jeden irgendwie verbindlich sein wollen, hei\u00dft das: das Recht und dessen \u201eBeweglichkeit\u201c wird von denjenigen mit den h\u00f6chsten Mandaten, ergo auch den besten Anw\u00e4lten oder den besten, prim\u00e4r \u201eschlag- und zahlungskr\u00e4ftigsten Partnern\u201c gesteuert.<\/p>\n<p>Flexibilit\u00e4t bei Rechtsanspruch und Rechtswirklichkeit und ihrer Darstellung ist insofern die Kardinalforderung des Spiels um Machtgewinn, ihren Erhalt und ihren Ausbau.<br \/>\nAuf allen B\u00fchnen.<\/p>\n<p>Entscheidungsprozesse sind so behutsam zu gestalten und nach allen Seiten abzusichern. Jeder Mensch, der im Spiel um Macht eine f\u00fchrende Position inne hat wei\u00df, dass ein Scheitern schnell zu seinem oder ihrem Untergang f\u00fchrt.<br \/>\nUnd zum Abschied von allen eigenen Hoffnungen.<\/p>\n<p>Mehrheiten sind also im \u201eNeo-Liberalismus\u201c und im \u201eNeo-Konfuzianismus\u201c im \u201eallt\u00e4glichen betrieblichen\u201c, und erst recht im \u201epolitischen R\u00e4nkespiel\u201c dringendst erforderlich. \u201eLinientreue\u201c zahlt sich darin bis zu einem gewissen Zeitpunkt unbedingt aus.Sp\u00e4testens der Moment der Machtfestigung jedoch bedarf des kalkulierten Risikos. Xi Jinping ist da zwischen Mao Zedong und Deng Xiaoping den Weg der gr\u00f6\u00dften Anpassung gegangen:<br \/>\nder bessere \u201eKommunist\u201c als Mao, der bessere \u201eStaatskapitalist\u201c, also \u201echinesische Neo-Liberale\u201c als Deng.<br \/>\nDer so auch den \u201eLinksabweichler\u201c Bo Xilai ausstechen konnte.<\/p>\n<p>Der im \u201eNeo-Konfuzianismus\u201c angelegte Gehorsam erm\u00f6glicht Xi denn auch die Installation des \u201eSozialkreditsystems\u201c, der perfekten digitalen \u00dcberwachungsmachinerie.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend unter und nach Mao Zedong Macht- und Richtungsk\u00e4mpfe noch \u00f6ffentlich ausgetragen wurden und zu entsetzlichen Verwerfungen wie auch der Kulturrevolution selbst, also letzlich verheerendem B\u00fcrgerkrieg f\u00fchrten, verlief all das bei Deng Xiaoping schon viel \u201ediskreter\u201c.<\/p>\n<p>Nur einmal fiel Deng gerade auch dem \u201ekritischen Blick des Westens\u201c gegen\u00fcber in Ungnade: bei der Niederschlagung der Studentenbewegung auf Pekings \u201ePlatz des Himmlischen Friedens\u201c im Sommer 1989.<\/p>\n<p>Die Einsch\u00fcchterung des \u201eganzen chinesischen Volkes\u201c danach, die Angst vor B\u00fcrgerkrieg ob der sehr wechselhaften und blutigen Geschichte des Reichs der Mitte gerade auch im 20. Jahrhundert:<br \/>\n\u201eBrot und Spiele\u201c erfordern auch in China dann Ma\u00dfnahmen zur \u201ebes\u00e4nftigenden Aufmunterung\u201c einerseits und zur \u201eD\u00e4mpfung des Volkszorns\u201c andererseits.<\/p>\n<p>Dengs Reise in den S\u00fcden Chinas und der Besuch der dortigen Parteifunktion\u00e4re auch zur \u00dcberzeugung der dortigen Bev\u00f6lkerung dann 1992 lie\u00df ihn 87-j\u00e4hrig am Ende seiner Amts- und Lebenszeit die \u201echinesische sozialistische Marktwirtschaft\u201c begr\u00fcnden und damit ein bis heute g\u00fcltiges Erbe hinterlassen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eMan muss etwas mehr Mut bei der\u00a0Reform- und \u00d6ffnungspolitik\u00a0an den Tag legen, Mut zum Experiment, nicht wie Frauen mit gebundenen F\u00fc\u00dfen. Wenn man das Ziel erkannt hat, dann mutig versucht, dann mutig drauflos! Ohne Draufg\u00e4ngertum, ohne \u201aAbenteurertum\u2018 bleibt alles saft- und kraftlos, dann werden wir keinen guten Weg, keinen neuen Weg nehmen und auch nichts Neues zustande bringen k\u00f6nnen. \u2026<\/p>\n<p>Bei der Reform der St\u00e4dte wie der l\u00e4ndlichen Gebiete geht es nicht um Debatten, sondern um mutige Versuche, mutiges Drauflosgehen; unsere Politik l\u00e4sst Versuche zu, das Zulassen von Versuchen ist viel besser als jeder Zwang. \u2026<\/p>\n<p>Man muss die Gelegenheit beim Schopfe packen und jetzt ist so eine Gelegenheit. Ich mache mir Sorgen, dass die Gelegenheit verpasst, die Gelegenheit nicht beim Schopfe gepackt wird; wenn man eine Chance sieht und sie nicht nutzt, ist auf einmal der richtige Zeitpunkt vorbei.\u201c<sup>12<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Im Gegensatz zu Maos Erbe, das tiefe Wunden im kollektiven Ged\u00e4chtnis, der \u201echinesischen Seele\u201c hinterlassen hat und vielfach nach seinem Tode revidiert wurde, blieb Dengs Reformkurs im Prinzip auch nach seinem Tode 1997 bestehen.<\/p>\n<p>Der letzte geostrategisch kluge gro\u00dfe Kosmopolit im deutschen Kanzleramt, Helmut Schmidt fragte Deng einmal ja auch 1984, ob er denn nicht eher ein \u201eKonfuzianer\u201c als ein \u201eKommunist\u201c sei und Dengs kryptische, aber auch h\u00f6chst pragmatische Antwort lautete: \u201eSo what?\u201c \u2013 also: \u201eNa und?\u201c \u2013 oder, wie Schmidt in seinen Erinnerungen 2008 sagt: \u201eWas hast Du dagegen?\u201c<sup>13<\/sup>\u00a0Xi hingegen laviert nun zwischen den beiden.<\/p>\n<p>Zu Maos Zwang zur Installation des \u201eKommunismus\u201c und Dengs \u00d6ffnung zum Erlangen \u201eindividuellen Reichtums\u201c in einer \u201esozialistischen Marktwirtschaft\u201c kommt nun die offen \u201eNeo-Konfuzianische Etikette\u201c.<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der die Angst vor Statusverlust \u00fcberall vorherrscht, baut Xi ein \u00dcberwachungssystem auf, das den bedingungslosen Gehorsam als eine Komponente des Konfuzianismus betont, aber alle anderen Komponenten der Charakterbildung in \u201ekonfuzianischer Ethik\u201c diesem so unterordnet. Uniformierung, die nicht mehr mit der blauen Einheitskleidung Maos eine auch \u00e4u\u00dferlich sichtbare bedingungslose Gleichschaltung des Milliardenvolkes bewirken soll, sondern das Heer der Menschen zudem innerlich v\u00f6llig gleichschalten will.<\/p>\n<p>Auch die im Fr\u00fchjahr 2011 ausgeschriebenen Ziele im 12. F\u00fcnfjahresplan der Volksrepublik China zur Bek\u00e4mpfung der\u00a0 gewaltigen Immobilienblase und zum Abk\u00fchlen der \u00fcberhitzten Volkswirtschaft werden so dem pers\u00f6nlichen Machterhalt Xis und seiner Parteidoktrin untergeordnet:<br \/>\ndie \u201eBinnenentwicklung\u201c wird zu einer weiteren sozialen Spaltung der Gesellschaft gef\u00fchrt, \u201egr\u00fcne Entwicklung\u201c und \u201edas Gl\u00fcck des Volkes\u201c bleiben komplett in der Hand des Parteiapparates und der Oligarchen.<sup>14<\/sup><\/p>\n<p>Ergo wird auch weiter auf Teufel komm raus \u201eBetongold\u201c produziert und gewaltige Ressourcen werden in der \u201eurbanen Revolution\u201c an Bedarf und M\u00f6glichkeiten des gr\u00f6\u00dften Teils der Bev\u00f6lkerung vorbei verschwendet.<\/p>\n<p>\u201eSchattenbanken\u201c haben zudem vielen Folgen der aufgeplatzten Blasen zum \u201eAbschreiben\u201c und \u201eAuffangen\u201c verholfen. Und zur ma\u00dflosen Bereicherung einiger weniger beigetragen.<\/p>\n<p>F\u00fchrt so die \u201eurbane Revolution\u201c Chinas auch zu einer neuen Aufspaltung des Landes? Verliert das Reich so seine Mitte, oder &#8211;\u00a0 wie Mee Kam Ng, hoher Stadtgeograph und Stadt-Forscher aus Hongkong sagt, f\u00fchrt dies \u00e4hnlich wie Maos \u201eKulturrevolution\u201c nun zur Aufspaltung Chinas in \u201eZwei Chinas\u201c?<\/p>\n<p>Oder gelingt nach \u00fcber drei Jahrzehnten der \u00d6ffnung Chinas f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investitionen der Spagat zwischen \u201eDezentralisierung\u201c und \u201eRezentralisierung\u201c?<sup>15<\/sup><\/p>\n<p>Der Westen hat es China mit seinem \u201ePost-Neo-Liberalismus\u201c und den darin verpufften sozialen \u201eRef\u00f6rmchen\u201c jedoch sicher leicht gemacht, einen Weg der allergr\u00f6\u00dften Scheinheiligkeit und Problemverschiebung zu gehen.Dieser Irrweg zeichnet sich bei Xi derzeit deutlich ab. Der erste Auslandst\u00fctzpunkt der Volksarmee in Djibouti zur Kontrolle der afrikanischen M\u00e4rkte und die Landbesitzanspr\u00fcche im pazifischen Raum verdeutlichen zudem, in wie weit man in China nun den amerikanischen Weg zu kopieren bereit ist.<\/p>\n<p>Der Umgang mit Schuldnern im Rahmen des Seidenstra\u00dfenprojektes erinnert zudem an den Umgang des Westens mit China in Folge der Dem\u00fctigung des Opiumkrieges Mitte des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>\u201eNeo-Post-Kolonialismus\u201c auch chinesischer Pr\u00e4gung?<br \/>\nF\u00fchrt so ein \u201eneuer Kaiser auf Lebenszeit\u201c China einmal mehr in ein \u201eneues Feudalsystem\u201c?<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu vielen westlichen Herrschern muss Xi keine Neuwahlen f\u00fcrchten. Wohl aber Aufst\u00e4nde seines Volkes.<\/p>\n<p>Lady Macbeth und seine Gegner haben immer viele Pfeile im K\u00f6cher. Und Xi als Hamlet wei\u00df, dass ein falscher Schritt alles zunichte machen kann.\u00a0Deswegen ben\u00f6tigt er die totale Kontrolle. Innen wie au\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Westen, in dem Fehler und Vers\u00e4umnisse \u201edemokratisch gew\u00e4hlter Technokraten\u201c auch niemals geahndet werden, wohl aber stetig \u201eTeile und Herrsche\u201c zur Verschiebung von Verantwortlichkeiten auf den Plebs gespielt wird, gibt ihm da st\u00e4ndig neue Steilvorlagen.<\/p>\n<p>Gesichts-, Status- und Machtverlust auf den B\u00fchnen des politischen und betrieblichen Lebens findet nur bei den zahlenden Zuschauern im Parkett und den Komparsen im Hintergrund statt.Auf der B\u00fchne k\u00f6nnen die Akteure ungeschminkt schalten und walten, l\u00fcgen und betr\u00fcgen. Regisseure und Souffleusen sorgen f\u00fcr schnelles Vergessen bei der \u00f6ffentlichen Meinung.<\/p>\n<p>Wie steht es also bei uns?<br \/>\nWo stehen wir?<br \/>\nWIR hier in Europa?<\/p>\n<p>Die \u201eErfinder des Neo-Liberalismus\u201c, die Epigonen von Maggie Thatcher und Ronald Reagan verabschieden sich. Fr\u00fchere Mitarbeiter gerade aus der Reagan-Administration haben sich gar schon vollends mit Grauen abgewandt.<\/p>\n<p>In der \u201ePost-Demokratie\u201c wenden sich nun aber auch die \u201ederzeitigen Systemverwalter\u201c der britischen Insel und der \u201everbliebenen Supermacht des Kalten Krieges\u201c von Europa ab. Nationalismus allenthalben. Aber auch:<br \/>\n\u201eTeile und Herrsche\u201c als \u201eJede(r) gegen Jede(n)\u201c?<\/p>\n<p>Brexit und Trump: \u201eSymptome, nicht die Erkrankung\u201c, um hier einmal mehr den fr\u00fcheren CNN-Kriegsreporter und Journalisten Chris Hedges, der von \u201eAmerika als gescheiterte Demokratie\u201c spricht zu Worte kommen zu lassen.<sup>16<\/sup><\/p>\n<p>Andrea Nahles hier eingangs nochmals von Ludger Elmer notierte Aussage:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eNicht der Neoliberalismus sei das Problem, sondern der chinesische Staatskapitalismus.\u201c<sup>4<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>und viele Erfahrungen meinerseits in den letzten Jahren verdeutlichen mir, dass man in Deutschland \u201eGlobalisierung\u201c weiter nicht bew\u00e4ltigen kann und will. Vor allem in Hinblick auf eine \u201eRenaissance der sozialen Marktwirtschaft\u201c.<\/p>\n<p>Die Angst auch der Herrschenden wird so zum l\u00e4hmenden Nervengift f\u00fcr die Beherrschten. Immerfort.<\/p>\n<p>Der provokante Ausspruch meinerseits:<br \/>\n\u201eGlobalisierung wird heute gr\u00f6\u00dftenteils in Deutschland auf dem Niveau von Dorfsch\u00fctzenk\u00f6nigen gestaltet\u201c, der aus schmerzhaften Erfahrungen resultiert, die mich letztlich auch 2009\/10 nach Afghanistan gef\u00fchrt haben:<br \/>\ner bleibt erst einmal im Raum stehen.<\/p>\n<p>Man redet von \u201elebenslangem Lernen\u201c und vielen anderen sch\u00f6nen Dingen, auch von Gewerkschaftsseite. Aber auch in \u201esozialdemokratischen Kreisen\u201c schottet man sich gegen die entscheidenden Themen ab. Man zeigt auf Probleme, tippt sie mit dem Finger an. Dann verbrennt man sich vielleicht die Finger und schreckt zur\u00fcck.Ein Problem l\u00f6sen kann man so nicht einmal ansatzweise.<\/p>\n<p>So schlafend ist Europa zwei Mal in die Katastrophe gest\u00fcrzt.<br \/>\nWenn wir Gl\u00fcck haben, dann wird\u2019s im 21. Jahrhundert nur ein schleichender Niedergang. Der ist so aber unausweichlich.<\/p>\n<p>China hat gewaltige Produktivkr\u00e4fte geb\u00fcndelt. \u201eDas Reich der Mitte\u201c steht vor \u00e4hnlichen Zerrei\u00dfproben wie wir hier, wie die US auf der anderen Seite des Atlantiks. Themen, die eigentlich gemeinsamer Strategien bed\u00fcrfen. Denn diese Themen betreffen ma\u00dfgeblich das \u00dcberleben unserer Spezies.<br \/>\nIn quantitativer wie erst Recht in qualitativer Hinsicht.<\/p>\n<p>Die Welt ist ein k\u00e4uflicher Ort geworden. Das Ausma\u00df von Kultur- und Naturzerst\u00f6rung dabei ist atemberaubend.<\/p>\n<p>\u201eKulturrevolutionen\u201c und \u201eurbane Revolutionen\u201c, die in k\u00e4uflichen Kreisl\u00e4ufen der Regellosigkeit gefangen sind indes zerst\u00f6ren nicht nur unsere Identit\u00e4t. Sie zerst\u00f6ren auch unsere Lebensgrundlagen. Dies zu regeln und Auswege daraus zu finden: das geht nur \u00fcber einen gemeinsamen Willen.<br \/>\nUnd die damit einher gehende Demut.<br \/>\nDie aber auch Verhandlungsf\u00e4higkeit mit m\u00e4chtigen Gegnern, die wir dringend als Partner gewinnen m\u00fcssen einschlie\u00dft.<\/p>\n<p>So wie es im 20. Jahrhundert nach dem 2. Weltkrieg geschah, als die Welt in Tr\u00fcmmern lag und man \u00dcbereink\u00fcnfte f\u00fcr Wiederaufbau und Umbau erreichen musste.<\/p>\n<p>So wie nach 1968 und Anfang der 1970er Jahre, als man sah, dass \u201eNaturschutz\u201c auch Sicherung der Zukunft unserer Kinder entspricht. Und auch unsere Lebensbedingungen verbessert.<\/p>\n<p>\u201eKlimaschutz\u201c und Erh\u00f6hung der Widerstandsf\u00e4higkeiten gegen Unwetter und Klimaver\u00e4nderungen ist nun ein \u00e4hnliches Thema, das dringender gemeinsamer L\u00f6sungsstrategien bedarf.<\/p>\n<p>\u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c<sup>1 <\/sup>und \u201eDer tausendk\u00f6pfige Drache\u201c<sup>2<\/sup> und viele hier dargelegten Themenkomplexe dazu verdeutlichen, wie gefangen wir da alle in der Vergangenheit sind.<br \/>\nWie unf\u00e4hig, die Gegenwart und die Zukunft anzugehen.<\/p>\n<p>Ein im 20. Jahrhundert gefangenes 21. Jahrhundert wird uns keinen Schritt weiterbringen. Gerade uns hier in Europa. Das \u201eAnthropoz\u00e4n\u201c wird so unweigerlich zum Fanal von Homo Sapiens Sapiens. Das sollte es nicht sein.Spionage, wie besonders in \u201eDer tausendk\u00f6pfige Drache\u201c<sup>2 <\/sup>dargestellt ist dabei kein spezifisch chinesisches Thema, das also nur f\u00fcr uns hier ein Problem darstellt. Chinas \u201eSozialkreditsystem\u201c und Chinas Heere von \u201eIndustriespionen\u201c im Westen machen das, was wir sp\u00e4testens seit den Enth\u00fcllungen von Edward Snowden auch ahnen k\u00f6nnten. Sie bringen es vielleicht einen Schritt weiter. Aber:<br \/>\nWer wei\u00df, wo NSA und westliche Partner jetzt sind?<br \/>\nWie da welche Menschen wie \u00fcberwacht und welche Nachrichten wie manipuliert oder zumindest \u201egefiltert\u201c werden?<\/p>\n<p>Dazu ist aber auch noch zu erg\u00e4nzen: Edward Snowdens kolportierte \u00c4u\u00dferung zur CIA als &#8220;Erfinderin des Klimawandels&#8221; indes ist \u00e4hnlich einf\u00e4ltig wie Nahles \u00c4u\u00dferung zu &#8220;Neoliberalismus&#8221; und &#8220;chinesischem Staatskapitalismus\u201c.<\/p>\n<p>Es ist eben durchaus mit Nietzsche gesagt, \u201emenschlich allzu menschlich\u201c, auch einmal \u00fcberfordert zu sein.<sup>17<br \/>\n<\/sup>\u00d6ffentliche \u00c4u\u00dferungen jedoch sollten wohl \u00fcberlegt sein.<br \/>\nFehler macht jeder. Wichtig ist jedoch, aus welchem Fundus heraus man die Dinge angeht. Und mit welchem Ziel.<\/p>\n<p>Geheim- und Intelligenzdienste dienen in jedem Falle derzeit allerorten der Festigung und Kontrolle von Machtstatus und dem Ausbau von Macht. Plattit\u00fcdenartige Gemeinpl\u00e4tze wie die Aussage von Andrea Nahles dienen indes dazu, eigene Fehler abzub\u00fcgeln. Letztlich meint sie damit wohl auch, die Macht der eigenen schwindenden Nomenklatur durch solche Verr\u00e4tselungen sichern zu k\u00f6nnen.<br \/>\nWeil sie selbst keinen Durchblick durch diese Dinge hat?<\/p>\n<p>Ein fatales Signal f\u00fcr eine Sozialdemokratie am Abgrund. Denn Nahles selbst, geschweige denn die Sozialdemokratie in Deutschland insgesamt k\u00f6nnen mit den solcherma\u00dfen selbst erzeugten Bedrohungsszenarien umgehen. Sie stehen selbst wie vernagelt vor diesen frontalen Gemeinpl\u00e4tzen. Ohne Ausweg?<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir sind nicht nur verantwortlich f\u00fcr das, was wir tun, sondern auch f\u00fcr das, was wir nicht tun.\u201c<sup>18<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Der gro\u00dfe franz\u00f6sische Dramatiker und Schauspieler aus der Mitte des 17. Jahrhunderts Moli\u00e8re sagt da etwas, was in gewissem Sinne auch als Erg\u00e4nzung zu Deng Xiaopings Zitat von der vers\u00e4umten Gelegenheit gelten kann: \u201e&#8230;Ich mache mir Sorgen, dass die Gelegenheit verpasst, die Gelegenheit nicht beim Schopfe gepackt wird; wenn man eine Chance sieht und sie nicht nutzt, ist auf einmal der richtige Zeitpunkt vorbei.\u201c<sup>12<\/sup><\/p>\n<p>Die \u201eTr\u00e4gheit und Angst der Systemgewinner\u201c, die da auch die Sozialdemokratie ergriffen hat, l\u00e4sst diese so jede M\u00f6glichkeit f\u00fcr Wechsel und Ver\u00e4nderung in angsterf\u00fcllter Erstarrung verstreichen.<br \/>\n\u201eKein Ausweg?\u201c<\/p>\n<p>Disparit\u00e4ten und Br\u00fcche zwischen verschiedenen kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen und damit verkn\u00fcpfte Erfahrungshorizonte, die aber so stetig ignoriert werden, drohen gerade den \u201eAlten Kontinent\u201c immer mehr zwischen den Machtbl\u00f6cken zu zerreiben. Wie gesagt:<br \/>\nEin schleichender, aber kontinuierlicher Niedergang k\u00f6nnte so das Ergebnis sein. L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Fehlentwicklungen verschwinden so zusehends in revanchistischen Machtspielen ohne Zukunftsperspektiven.<br \/>\n\u201eDumm gelaufen?\u201c<\/p>\n<p>Anders gefragt: ist die \u201e\u00dcberforderung\u201c, mit den entscheidenden Themen der \u201eGlobalisierung\u201c umzugehen von herrschenden \u201eEliten\u201c eine \u201etragf\u00e4hige Antwort\u201c auf die Herausforderungen, denen wir uns gegen\u00fcber sehen?<br \/>\nVerschlafen wir so nicht jede M\u00f6glichkeit, eine lebenswerte Zukunft f\u00fcr unsere Kinder zu erm\u00f6glichen?<\/p>\n<p>Die D\u00fcnnh\u00e4utigkeit des Alltags \u00fcberall:<sup><br \/>\n<\/sup>Was bleibt da von L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten, wenn immer mehr Wege durch die Gefahr des Fehlermachens und den damit drohenden \u201eGesichtsverlust\u201c verstellt sind?<\/p>\n<p>Oder, wieder anders herum gefragt:<br \/>\nIst gute Arbeit nicht eine \u201eAnn\u00e4herung an realistische Umsetzbarkeit\u201c? Und insofern auch: ein Weg, der die Vergangenheit ohne Verbitterung betrachtet, so die Gegenwart St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck erschlie\u00dft und dann eben auch allm\u00e4hlich Chancen auf eine w\u00fcrdevolle und vor allem: eine verhei\u00dfungsvolle Zukunft er\u00f6ffnet?<\/p>\n<p>Moli\u00e8re und Deng Xiaoping, den \u201eAltkanzler\u201c Helmut Schmidt ja auch in dem bemerkenswerten Interview von 2008 mit dem Titel:<br \/>\n\u201eChina ist ein gigantisches Experiment\u201c als \u201eganz klugen Kerl\u201c<sup>13 <\/sup>bezeichnet, reichen sich da die Hand.<\/p>\n<p>Und wahrscheinlich sch\u00fctteln auch beide, Moli\u00e8re und Deng \u00fcber manchen Zeitgenossen aus ihrem jeweiligen Kulturkreis heute den Kopf und greifen sich da an die Stirn.<br \/>\nDer altersweise Vision\u00e4r Schmidt macht das sicher auch.<\/p>\n<p>Andrea Nahles und Olaf Scholz, der sich ja nun Anfang 2019 als Kanzlerkandidat der deutschen Sozialdemokraten ins Spiel gebracht hat indes werden wahrscheinlich dieses schlechte Theater weiterf\u00fchren. Von den anderen Partnern in der \u201eGroko\u201c ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Der (sozialdemokratische) Konsens der \u201esozialen Marktwirtschaft\u201c, die nach dem Fanal des in den Versailler Vertr\u00e4gen 1919 schlecht gel\u00f6sten 1. und dann des 2. Weltkrieges eine \u201ehistorische Notwendigkeit\u201c in und f\u00fcr Europa darstellte, wird sich unter diesen Bedingungen nicht wiederherstellen lassen. Weil man sich gar nicht erst den Anforderungen dieses 21. Jahrhunderts stellen kann und will?<\/p>\n<p>Die \u201e\u00dcberforderung\u201c, mit \u201eglobalisierten Herausforderungen\u201c umzugehen und entsprechende Antworten zu finden ist der st\u00e4ndig verschleierte Minimalkonsens bei allem, was da auf politischen und betrieblichen B\u00fchnen geschieht.Das k\u00f6nnen wir uns leider nicht mehr leisten.<br \/>\nGerade wir hier in Europa.<br \/>\nIn einer \u201ebipolaren Welt\u201c, die eigentlich sehr vielf\u00e4ltig ist.<\/p>\n<p>Der Weg ins 21. Jahrhundert sollte diesem Geist folgen. Nicht dem Ungeist der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts.Wer sollte das besser wissen als wir hier?<br \/>\nWarum jedoch sind wir gefangen in den alten R\u00e4derwerken?<\/p>\n<p>Vielleicht, weil eine vielf\u00e4ltige Welt nicht auf uns wartet.<br \/>\nWeil Mensch die Verantwortung f\u00fcr sein Tun und Lassen im Anthropoz\u00e4n endlich \u00fcbernehmen muss.<br \/>\nNicht mehr. Nicht weniger.<\/p>\n<!--nextpage-->\n<strong><a id=\"a13\"><\/a>Statt eines Nachrufs: Susi Neumann, wie ich sie verstehe<\/strong><\/p>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Susi_Neumann_Sigmar_Gabriel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Susi_Neumann_Sigmar_Gabriel.jpg\" width=\"480\" height=\"319\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">19<\/p><\/div>\n<p>Sigmar Gabriel, im Februar 2018 noch \u201eBundesminister des Ausw\u00e4rtigen\u201c wird in \u201eDie Welt des Xi Jinping\u201c<sup>1 <\/sup>ausgiebigst zitiert.<\/p>\n<p>Das \u201eOberbayrische Volksblatt Rosenheim, OVB-online\u201c schreibt am 26.01. 2019: \u201eIn der SPD w\u00e4chst offenbar die Sehnsucht nach einer R\u00fcckkehr des\u00a0fr\u00fcheren Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel. Nahles m\u00fcsse ihm ein attraktives Angebot machen, fordert ein SPD-Politiker.\u201c<sup>20<\/sup><\/p>\n<p>Darunter sind auch deutlich Meldungen und Reaktionen auf Susi Neumanns Tod dargestellt. Auch mehrere Videos mit ihr und Sigmar Gabriel sind dabei.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWenn die SPD weg ist, haben wir \u00fcberhaupt nichts mehr.\u201c<sup>21<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Susi Neumann ist am 13. Januar 2019 nach langer schwerer Krankheit und langem, schwerem Arbeitsleben gestorben. Das harte Arbeitsleben, das sich in der SPD nicht mehr wiederfindet, hat sie auch im Interesse vieler sich ausgeschlossen f\u00fchlender Menschen mit und ohne Arbeit gerade gegen\u00fcber Sigmar Gabriel immer wieder betont.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich hoffe, Susi Neumann kann nach ihrer Reise dorthin auch den Himmel wieder putzen. Er hat&#8217;s n\u00f6tig und sie kann das sicher. Im richtigen Leben habe ich sie nur einmal erlebt. Einer jener wundervollen Menschen, die den Ruhrpott so einzigartig machen.<\/p>\n<p>Die \u201eAkademisierung\u201c der SPD, die Sigmar Gabriel auch gegen\u00fcber Susi Neumann beklagt, schlie\u00dft auch jegliche Erfahrung aus. \u201eLebenserfahrung\u201c, die heutzutage geradewegs in die Prekarisierung f\u00fchrt. \u201eLebenserfahrung\u201c aber auch, die \u201elebenslanges Lernen\u201c einschlie\u00dft. Die aber bei \u201eeinseitiger Akademisierung\u201c genauso ausgeschlossen wird wie harte schwere k\u00f6rperliche Arbeit.<\/p>\n<p>Susi Neumann wird keinen Nachruf, kein stilles Gedenken wollen.<\/p>\n<p>Gedenken an diese gro\u00dfartige Frau kann nur bedeuten, endlich wieder sich glaubhaft den ausgeschlossenen Menschen mit und ohne Arbeit zu widmen und Politik f\u00fcr diese zu machen.<\/p>\n<p>\u201eSachgrundlose Befristung\u201c interessiert uns nicht, Sigmar. \u201eMode und Maloche\u201c schon eher.<br \/>\nW\u00fcrde, Achtung und Respekt und die M\u00f6glichkeit zur Teilhabe an den Dingen erst Recht. Und sei es nur das Gespr\u00e4ch. Das aber dann endlich auch weitergef\u00fchrt werden muss.<br \/>\nIn eine zukunftsf\u00e4hige Politik f\u00fcr die Mehrheit der Menschen.<br \/>\nIm Ruhrgebiet genauso wie in der Lausitz.<br \/>\nMit diesen Menschen vor Ort.<br \/>\nEine vor allem ehrliche und aufrichtige Politik.<br \/>\nKeine leeren und lehren Versprechungen, bei denen uns im Nachhinein wieder alles abgezogen wird.<\/p>\n<p>Eine friedliche Zusammenarbeit aber auch mit den Menschen in Ohio und in Sinkiang. Politik auch f\u00fcr diese. Und ihre und unsere Freunde und Verwandten dazwischen.<br \/>\nUnter anderem.<\/p>\n<p>Das ist die wahre Kunst, zu der die europ\u00e4ische Sozialdemokratie zur\u00fcckfinden muss.<\/p>\n<p><a id=\"a14\"><\/a>Anmerkungen<\/p>\n<ol>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/078193-000-A\/die-welt-des-xi-jinping\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/078193-000-A\/die-welt-des-xi-jinping\/<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/060821-000-A\/der-tausendkoepfige-drache\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/060821-000-A\/der-tausendkoepfige-drache\/<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xi_Jinping\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xi_Jinping<\/a><\/li>\n<li>\u201eWohin geht\u2019s nach dem \u201e(Post-) Neoliberalismus\u201c!? (sf)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4228\">https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4228<\/a> und<br \/>\n\u201eSieht so Erneuerung aus?\u201c (le)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4125\">https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4125<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.wiley.com\/en-us\/The+Rise+of+Realism-p-9781509519026\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.wiley.com\/en-us\/The+Rise+of+Realism-p-9781509519026<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chongqing\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chongqing<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bo_Xilai\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bo_Xilai<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Des_Kaisers_neue_Kleider\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Des_Kaisers_neue_Kleider<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2011\/sep\/02\/opium-war-julia-lovell-review\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2011\/sep\/02\/opium-war-julia-lovell-review<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"http:\/\/sgipt.org\/wisms\/geswis\/brecht.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/sgipt.org\/wisms\/geswis\/brecht.htm<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/sozialleistungen-hartz-iv-ist-das-kuerzel-fuer-den-niedergang-der-spd-1.4288552\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/sozialleistungen-hartz-iv-ist-das-kuerzel-fuer-den-niedergang-der-spd-1.4288552<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deng_Xiaoping#Dengs_Reise_in_den_S%C3%BCden_Chinas\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deng_Xiaoping#Dengs_Reise_in_den_S%C3%BCden_Chinas<\/a> , aus \u201eZur Lage der chinesischen Bauern\u201c, Chen Guidi und Wu Chuntao, 2004, Seite 354<\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/interview-china-ist-ein-gigantisches-experiment\/1204526.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/interview-china-ist-ein-gigantisches-experiment\/1204526.html<\/a> Der altersweise Altkanzler und \u201eVision\u00e4r\u201c Helmut Schmidt stellt da in einem Interview aus dem Jahr 2008 sehr deutlich dar, warum China solch ein Faszinosum ist und warum vieles da nicht mit westlichen Ma\u00dfst\u00e4ben zu messen oder gar zu beurteilen ist.<\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.china-botschaft.de\/det\/dszl\/baogao\/t826701.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.china-botschaft.de\/det\/dszl\/baogao\/t826701.htm<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/lsecities.net\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/New-Urban-Governance_Essay05.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/lsecities.net\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/New-Urban-Governance_Essay05.pdf<\/a> und das auch darin verlinkte Video von Chai Jing, eine intensive Forschungsarbeit zu Umweltzerst\u00f6rung, insbesondere Luftverschmutzung in Chinas St\u00e4dten. Von rund 200 Mio. Chinesen gesehen, inzwischen von der KP verboten:<br \/>\n<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.woahworld.com\/video?v=T6X2uwlQGQM&amp;utm_source=cr&amp;utm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.woahworld.com\/video?v=T6X2uwlQGQM&amp;utm_source=cr&amp;utm<\/a><\/li>\n<li>Gespr\u00e4ch mit Chris Hedges im Kanadischen Fernsehen und deutsche \u00dcbersetzung \/ Auswertung und Kommentierung nach Runterscrollen auf meiner Seite hier: <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tPk9HSLagVg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tPk9HSLagVg<\/a> und <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.stefanfrischauf.com\/solidarit%C3%A4t-abschied-der-us-11-2018\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.stefanfrischauf.com\/solidarit%C3%A4t-abschied-der-us-11-2018\/<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/klima-luegendetektor.de\/tag\/snowden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/klima-luegendetektor.de\/tag\/snowden\/<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.gutzitiert.de\/zitat_autor_moliere_thema_verantwortung_zitat_2971.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.gutzitiert.de\/zitat_autor_moliere_thema_verantwortung_zitat_2971.html<\/a><\/li>\n<li>Facebook-Auftritt von Susi Neumann:<br \/>\n<a title=\"\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/profile.php?id=100012862624796\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.facebook.com\/profile.php?id=100012862624796<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.ovb-online.de\/weltspiegel\/politik\/sigmar-gabriel-spd-spd-wirtschaftsexperte-will-ihn-zurueck-in-erste-reihe-holen-zr-10806333.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.ovb-online.de\/weltspiegel\/politik\/sigmar-gabriel-spd-spd-wirtschaftsexperte-will-ihn-zurueck-in-erste-reihe-holen-zr-10806333.html<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/susanne-neumann-susi-und-die-schwatten-1.4288372\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/susanne-neumann-susi-und-die-schwatten-1.4288372<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4883&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4883 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_4883')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_4883').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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