{"id":4827,"date":"2019-01-20T17:48:15","date_gmt":"2019-01-20T16:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4827"},"modified":"2019-06-02T18:41:51","modified_gmt":"2019-06-02T16:41:51","slug":"arbeitfairteilen-kuerzer-arbeiten-besser-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4827","title":{"rendered":"#ArbeitFairTeilen: K\u00fcrzer arbeiten \u2013 besser leben"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/vJ-30-h-Sonne.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/vJ-30-h-Sonne.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Arbeitszeitverk\u00fcrzung <\/strong>geh\u00f6rt wieder auf die <strong>Tagesordnung<\/strong>. Anders sind gro\u00dfe gesellschaftliche Probleme wie Massen\u00adarbeits\u00adlosig\u00adkeit und prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung nicht zu l\u00f6sen. Wir brauchen einen <strong>neuen Arbeitszeitstandard<\/strong> von etwa 30 Stunden pro Woche. Diese <strong>\u201ekurze Vollzeit\u201c<\/strong> ist nicht statisch, sondern nach pers\u00f6nlichen und beruflichen Situationen variierbar (Erziehungszeiten, Projektarbeit, Weiterbildung etc.), muss aber im Durchschnitt pro Jahr erreicht werden.<span id=\"more-1446\"><\/span><\/p>\n<p>Nach volkswirtschaftlichen Berechnungen ist mit dieser neuen Normalarbeitszeit <strong>Vollbesch\u00e4ftigung wieder herstellbar<\/strong>. Diese \u201eVollbesch\u00e4ftigung neuen Typs\u201c ist m\u00f6glich und n\u00f6tig, weil die <strong>Arbeitsproduktivit\u00e4t <\/strong>kontinuierlich steigt. Wir ben\u00f6tigen heute f\u00fcr die Herstellung notwendiger G\u00fcter nur noch etwa die H\u00e4lfte der Zeit wie im Jahr 1960; demgem\u00e4\u00df ist das <strong>Arbeitsvolumen gesunken<\/strong>, w\u00e4hrend die Erwerbsbev\u00f6lkerung gewachsen ist. Da 1960 regelm\u00e4\u00dfig 48 Stunden pro Woche gearbeitet wurde, k\u00f6nnte die Arbeitszeit heute sogar Richtung 20-Stunden-Woche tendieren. <!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr Arbeitszeitverk\u00fcrzung setzen sich Attac (AG ArbeitFairTeilen), die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, kirchliche ArbeitnehmerInnenorganisationen, Jugend-, Frauen- und Umweltgruppen sowie soziale Bewegungen ein. In einigen Teilen unseres Landes gibt es regionale Initiativen, die f\u00fcr dieses Ziel eintreten. Die\u00a0 Gewerkschaftstage von EVG, ver.di und IG Metall haben einen Neustart f\u00fcr die Debatte um Arbeitszeitverk\u00fcrzung beschlossen und erste Tarifabschl\u00fcsse dazu erk\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Dieser Neustart ist umfassend notwendig, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschenzu verbessern, sie fair und sicher zu gestalten. Die Initiatorinnen und Initiatoren wissen um die gro\u00dfen Herausforderungen bei der Wiederbelebung und Durchsetzung der Forderungen nach Arbeitszeitverk\u00fcrzung. Gleichwohl:Wir wollen sie angehen \u2013 weil sie notwendig und vern\u00fcnftig sind! Die Diskussion geh\u00f6rt in die Betriebe, die Gewerkschaftenund die Gesellschaft \u2013 weil wir unsere Zukunft lebenswert gestalten wollen.<\/p>\n<p><strong>Warum Arbeitszeitverk\u00fcrzung dringend geboten ist<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben in Deutschland zurzeit eine <strong>Arbeitslosigkeit <\/strong>nicht von 3 Millionen, wie von der Bundesregierung behauptet, sondern von mindestens 5 bis 6 Millionen: Realistisch m\u00fcssen Ein-Euro-JobberInnen, jugendliche und \u00e4ltere Langzeitarbeitslose, Arbeitslose in Weiterbildung, kranke Arbeitslose, die \u201estille Reserve\u201c derer, die sich nicht mehr arbeitslos melden und die gro\u00dfe Zahl unfreiwillig in Teilzeit und geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigter zur offiziellen Zahl dazugerechnetwerden. Arbeitszeitverk\u00fcrzung ist f\u00fcr die allermeisten dieser Menschen die Voraussetzung daf\u00fcr, (wieder) in (ausreichende) Erwerbsarbeit zu kommen. Insbesondere f\u00fcr junge Menschen schafft Arbeitszeitverk\u00fcrzung die Voraussetzungdaf\u00fcr, nach der Ausbildung \u00fcbernommen zu werden. Auch dem (angeblichen) <strong>Fachkr\u00e4ftemangel <\/strong>w\u00e4re durch Arbeitszeitverk\u00fcrzung statt durch Arbeitszeitverl\u00e4ngerung, wie von interessierter Seite behauptet, beizukommen: insbesondere Frauen, die den Spagat zwischen beruflicher T\u00e4tigkeit und h\u00e4uslicher Erziehungs- und Pflegearbeit besser bew\u00e4ltigen wollen, k\u00f6nnten mit k\u00fcrzeren Arbeitszeiten entsprechend ihren vielf\u00e4ltigen Qualifikationen f\u00fcr die Betriebegewonnen werden, \u00e4ltere Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen mit k\u00fcrzeren Arbeitszeiten l\u00e4nger und ges\u00fcnder im Arbeitsleben bleiben.Eine k\u00fcrzere Normalarbeitszeit w\u00fcrde au\u00dferdem den <strong>prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten<\/strong> in Minijobs und unfreiwilliger Teilzeit erm\u00f6glichen, ihre Arbeitszeit zu erh\u00f6hen. Befristet und in Leiharbeit Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnten \u00fcbernommen und gleichbezahltwerden.<\/p>\n<p><strong>Zuviel Arbeit macht krank.<\/strong> Immer mehr Vollzeitbesch\u00e4ftigte arbeiten \u00fcber das vertr\u00e4gliche Ma\u00df hinaus \u2013 50- bis 60-Stunden-Wochen und mehr sind in vielen Bereichen keine Ausnahme. Psychische Erkrankungen aufgrund vonArbeits\u00fcberlastung sind inzwischen der h\u00e4ufigste Krankschreibungsgrund. Ab der 8. Arbeitsstunde nehmen berufsbedingte Erkrankungen und Arbeitsunf\u00e4lle dramatisch zu. Erkrankungen wegen langer Arbeitszeiten stellen f\u00fcr die Krankenkassenund damit f\u00fcr die Versicherten eine enorme und wachsende finanzielle Belastung dar. Auch die be\u00e4ngstigende Zunahme des Burnout-Syndroms weist in diese Richtung. Aber nicht nur zu viel Arbeit macht krank. <strong>Keine Arbeit<\/strong> zu haben, birgt einnoch h\u00f6heres <strong>Krankheitsrisiko<\/strong>. Arbeitslose sind drei- bis viermal so h\u00e4ufig psychisch krank wie Erwerbst\u00e4tige.<\/p>\n<p>Arbeitzeitverk\u00fcrzung brauchen wir f\u00fcr die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern und f\u00fcr die Familien. Nur eine \u201ekurze Vollzeit\u201c f\u00fcr alle anstelle langer Vollzeit f\u00fcr M\u00e4nner und kurzer Teilzeit f\u00fcr Frauen er\u00f6ffnet beiden Geschlechtern die Chance auf existenzsichernde und gleichberechtigte Teilhabe und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten in der Erwerbsarbeit.Frauen in Minijobs und unfreiwilliger Teilzeit k\u00f6nnen ihre Arbeitszeit aufstocken, M\u00e4nner k\u00f6nnen ihre Erwerbsarbeit reduzieren und haben mehr Zeit f\u00fcr Haus- und Sorgearbeit. Die <strong>\u201ekurze Vollzeit\u201c f\u00fcr alle ist Voraussetzung f\u00fcr die geschlechtergerechte Aufteilung jeglicher Arbeit<\/strong>: Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Erziehungs- und Pflegearbeit. Nur mit solchen kurzen Arbeitszeiten haben wir au\u00dferdem <strong>genug Zeit<\/strong>, Familien zu gr\u00fcnden und uns um Kinder wie um pflegebed\u00fcrftige Angeh\u00f6rige in angemessener und w\u00fcrdiger Form zu k\u00fcmmern. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, nicht nur eine tarifliche oder gewerkschaftliche Forderung.<\/p>\n<p>Neben der Pflege von Beziehungen, von Kindern und Alten, brauchen wir <strong>k\u00fcrzere Arbeitszeiten<\/strong> auch zur Pflege und <strong>Schonung der Natur<\/strong>. Arbeitszeitverk\u00fcrzung ist die einzige Besch\u00e4ftigung sichernde und Besch\u00e4ftigungschaffende Alternative zu Wachstum, welches unser Klima, unsere Gesundheit und so unsere Lebensgrundlagen ruiniert.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt brauchen wir Arbeitszeitverk\u00fcrzung, um au\u00dfer f\u00fcr Erwerbsarbeit auch genug Zeit f\u00fcr Sorgearbeit, gesellschaftliches und politisches Engagement und kreative Selbstentfaltung zu haben, wie es z. B. im Konzept der Vier-in-Einem-Perspektive entwickelt ist. <strong>Politische Beteiligung braucht Zeit<\/strong>, die Vollzeitbesch\u00e4ftigte oft nicht haben, w\u00e4hrend Arbeitslose durch <strong>Verlust von Zeitstruktur<\/strong>, Isolation und Schamgef\u00fchle behindert werden, sich gesellschaftlich und politisch zu engagieren. Arbeitszeitverk\u00fcrzung ist ein gutes Mittel gegen den oft beklagten R\u00fcckgang der politischen Beteiligung und Voraussetzung f\u00fcr die <strong>demokratische Kontrolle<\/strong> politischer Prozesse auf allen Ebenen.<\/p>\n<p>Die Massenarbeitslosigkeit hat zu einer <strong>strukturellen Schw\u00e4chung von Gewerkschaften<\/strong> beigetragen mit dem Ergebnis gesunkener L\u00f6hne, verl\u00e4ngerter Arbeitszeiten und der Ausdehnung prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigung. Die verbreiteteAngst vor Arbeitslosigkeit und vor dem Abrutschen in Hartz IV l\u00e4hmt Besch\u00e4ftigte und Gewerkschaften und erzwang Konzessionsbereitschaft f\u00fcr \u201eArbeit um jeden Preis\u201c. Jede\/r Arbeitslose weniger, die\/der durch Arbeitszeitverk\u00fcrzung wieder in Besch\u00e4ftigung kommt, <strong>st\u00e4rkt die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften<\/strong>, welche wiederum <strong>h\u00f6here L\u00f6hne <\/strong>und mehr Kaufkraft erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>Bedingungen erfolgreicher Arbeitszeitverk\u00fcrzung<\/strong><\/p>\n<p>Trotz all dieser guten Gr\u00fcnde f\u00fcr Arbeitszeitverk\u00fcrzung stehen viele Besch\u00e4ftigte der Arbeitszeitverk\u00fcrzung skeptisch gegen\u00fcber. Sie haben in den letzten Jahren die Erfahrung von Reallohnverlusten gemacht und f\u00fcrchten beiArbeitszeitverk\u00fcrzung weitere Einkommenseinbu\u00dfen. Teilzeitarbeit nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz, Arbeitszeitverk\u00fcrzung (Kurzarbeit) in Krisenzeiten mit Lohnverlust bilden daf\u00fcr den Erfahrungshintergrund. Reallohnverluste undder enorm gewachsene Niedriglohnsektor f\u00fchren dazu, dass viele Besch\u00e4ftigte nur mit \u00dcberstunden \u00fcber die Runden kommen. Deshalb ist <strong>Arbeitszeitverk\u00fcrzung nur mit Lohnausgleich <\/strong>machbar. Rein rechnerisch ist ein voller Lohnausgleichf\u00fcr alle realisierbar und anzustreben, f\u00fcr die unteren Einkommensgruppen ist er unabdingbar. Gleichzeitig w\u00fcrden durch Arbeitszeitverk\u00fcrzung und die dadurch m\u00f6glichen Neueinstellungen die enormen<strong> Kosten der Arbeitslosigkeit<\/strong> drastisch gesenkt. Diese Kosten betragen j\u00e4hrlich ca. 58 Milliarden Euro nach Berechnungen des Institutes f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit. Darin enthalten: Arbeitslosengeld I und II, Steuerausf\u00e4lleund Ausf\u00e4lle bei den Sozialbeitr\u00e4gen. Noch nicht enthalten sind die Folgekosten von Arbeitslosigkeit durch Krankheit, soziale Isolation etc. Durch einen Bonus bei Steuern und\/oder Sozialversicherungsbeitr\u00e4gen f\u00fcr durchschnittlich k\u00fcrzere Arbeitszeiten bzw. einen entsprechenden Malus bei l\u00e4ngeren Arbeitszeiten\/\u00dcberstunden k\u00f6nnte ein diese Folgekosten minimierender Anreiz f\u00fcr k\u00fcrzere Arbeitszeiten gesetzt werden.<\/p>\n<p>Ein weiterer Grund f\u00fcr die Skepsis vieler Besch\u00e4ftigter ist die Bef\u00fcrchtung von weiterer <strong>Arbeitsverdichtung <\/strong>in Folge von Arbeitszeitverk\u00fcrzung. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass Arbeitszeitverk\u00fcrzung f\u00fcr sie bedeutet, die gleiche Arbeit in k\u00fcrzerer Zeit zu erledigen bzw. Arbeit von Teilzeitbesch\u00e4ftigten mitmachen zu m\u00fcssen. Insbesondere im Angestelltenbereich bzw. Bereichen ohne definierte Personalbemessung (z. B. Forschung, Entwicklung, Sachbearbeitung)fand Arbeitszeitverk\u00fcrzung h\u00e4ufig ohne Personalausgleich statt. Deswegen setzt Arbeitszeitverk\u00fcrzung mit dem Effekt von mehr Besch\u00e4ftigung Regelungen zum vollen <strong>Personalausgleich <\/strong>voraus. Das hei\u00dft: Neben Maschinenbesetzung,St\u00fcckzahlen, Akkords\u00e4tzen geh\u00f6rt auch die Definition realistischer Ziel- und Zeitvorgaben bei Projektarbeit und die Mitbestimmung von Betriebs- und Personalr\u00e4ten bei Personalbemessung und -ausgleich dazu. Nur so kann gew\u00e4hrleistet werden, dass Arbeitszeitverk\u00fcrzung nicht zu Arbeitsverdichtung und Arbeits\u00fcberlastung, sonderntats\u00e4chlich zu mehr Besch\u00e4ftigung f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Viele Menschen in hoch qualifizierten Berufen arbeiten in bestimmten Lebens- und Projektphasen gerne lange, weil sie ihr Projekt fertig kriegen und den Job gut machen wollen. Gleichzeitig herrscht in Deutschland in vielen Betrieben eine Langzeitarbeitskultur, die die Karriere an die Bereitschaft bindet, zeitlich unbegrenzt verf\u00fcgbar zu sein. L\u00e4ngere Arbeitszeiten aufgrund konzentrierter Arbeit an definierten Projekten k\u00f6nnen zul\u00e4ssig sein, wenn der <strong>Zeitausgleich<\/strong> daf\u00fcr verbindlich geregelt und garantiert ist \u2013 z. B. in Phasen von Freizeit nach einer Phase \u00fcberlangerArbeit, z. B. in Weiterbildungsbl\u00f6cken, Ausstieg auf Zeit mit garantierter R\u00fcckkehr oder Sabbatjahren.<\/p>\n<p>Trotz Skepsis: Der<strong> Wunsch der Mehrheit<\/strong> der Vollzeitbesch\u00e4ftigten ist, <strong>k\u00fcrzer zu arbeiten<\/strong> und w\u00e4hrend des gesamten Arbeitslebens ein gutes Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen mit Zeit f\u00fcr sich, f\u00fcr die Familie, die Kinder, f\u00fcr Freunde und f\u00fcr kulturelle und politisch-gesellschaftliche Bet\u00e4tigung. Und wenn Teilzeitarbeit und Vollzeitarbeit durch die Anzahl der Besch\u00e4ftigten geteilt wird, dann ist es tats\u00e4chlich so, dass die durchschnittliche Arbeitszeit fast genau 30 Stunden betr\u00e4gt \u2013 nur eben sehr ungleich verteilt. Das kann und soll durch Arbeitszeitverk\u00fcrzung zun\u00e4chst in Richtung 30-Stunden-Woche ver\u00e4ndert werden \u2013 <strong>mit vollem Lohn- und Personalausgleich<\/strong>. Der <strong>Reichtum unseres Landes<\/strong>, die steigende Produktivit\u00e4t und die Gewinne der Unternehmen erlauben einen solchen Schritt, das Elend der jahrelangen <strong>Massenarbeitslosigkeit <\/strong>und deren hohe gesellschaftliche Kosten erfordern diesen Weg ebenso wie die <strong>Grenzendes Wachstums<\/strong>.<\/p>\n<p>Das Ziel einer Vollbesch\u00e4ftigung neuen Typs durch kurze Vollzeit von ca. 30 Stunden kann nur im Verbund mit anderen<strong> L\u00e4ndern Europas<\/strong> verfolgt werden. Wie bei den L\u00f6hnen darf es ein Niederkonkurrieren durch l\u00e4ngere Arbeitszeiten nicht geben. In vielen L\u00e4ndern Europas haben wir eine weit h\u00f6here Arbeitslosigkeit als in Deutschland, in manchen \u00fcber 20 %. Die Jugendarbeitslosigkeit mit bis zu 50 % in Spanien und Griechenland muss dringend bek\u00e4mpft werden. Schon jetzt kommen viele Arbeitslose aus diesen L\u00e4ndern nach Deutschland, und das Schrumpfen der Wirtschaft in den europ\u00e4ischen Abnehmerl\u00e4ndern deutscher Exporte wird bald zu einem Schrumpfen der Exportindustrie in Deutschland und einem entsprechenden Wiederanstieg der Arbeitslosigkeit auch bei uns f\u00fchren. Deswegen brauchenwir die <strong>30-Stundenwoche f\u00fcr Europa<\/strong>!<\/p>\n<p><strong>Arbeitszeitverk\u00fcrzung als Richtschnur<\/strong><\/p>\n<p>Arbeitszeitverk\u00fcrzung muss und kann wieder die Sto\u00dfrichtung der Arbeitszeitpolitik werden. Dazu m\u00fcssen <strong>Gewerkschaften <\/strong>und andere <strong>gesellschaftliche Kr\u00e4fte<\/strong> sich verb\u00fcnden. N\u00f6tig ist eine gesellschaftliche Bewegung, in deren Verlauf das <strong>Arbeitszeitgesetz <\/strong>verbessert wird, in der <strong>Tarifvertr\u00e4ge <\/strong>in Richtung Arbeitszeitverk\u00fcrzung mit vollem Lohnausgleich vereinbart werden und eine erweiterte Mitbestimmung der Besch\u00e4ftigten und ihrer Betriebsr\u00e4te \u00fcber denPersonalausgleich Leistungsverdichtung verhindert und Besch\u00e4ftigung schafft. Daf\u00fcr steht die Initiative \u201eArbeitszeitverk\u00fcrzung jetzt!\u201c Wir laden alle ein und fordern auf zu Diskussionen dar\u00fcber in Betrieben, Gewerkschaften und Hochschulen,in Kirchen und Krankenkassen, in Frauen-, Umwelt- und Wohlfahrtsverb\u00e4nden, in den sozialen Bewegungen und Erwerbsloseninitiativen, in Parteien und Stiftungen.<\/p>\n<p><em>Berlin, Bremen, Gelsenkirchen, Hannover<\/em><\/p>\n<p><em>Heinz-Josef Bontrup, Stephan Krull, Mohssen Massarrat, Margareta Steinr\u00fccke<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Daten, Fakten und Argumente zu Arbeitszeitverk\u00fcrzung:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Manifest zur \u00dcberwindung der Massenarbeitslosigkeit \u201eArbeitszeitverk\u00fcrzung und Ausbau der \u00f6ffentlichen Besch\u00e4ftigung jetzt!\u201c, Bontrup \/ Massarrat, Sonderdruck Ossietzky-Verlag 05\/2011 sowie <a title=\"\" href=\"http:\/\/www.attac-netzwerk.de\/ag-arbeitfairteilen\/manifest\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.attac-netzwerk.de\/ag-arbeitfairteilen\/manifest\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>ABC der Arbeitszeitverk\u00fcrzung, <a title=\"\" href=\"http:\/\/www.bremer-arbeitszeitinitiative.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bremer-arbeitszeitinitiative.de<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\u201eArbeitFairTeilen. Massenarbeitslosigkeit \u00fcberwinden!\u201c, Heinz-Josef Bontrup \/ J\u00f6rg Melz \/ Lars Niggemeyer, attac Basistext, VSA 2007<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\u201eSchritte aus der Krise. Arbeitszeitverk\u00fcrzung, Mindestlohn, Grundeinkommen: Drei Projekte, die zusammengeh\u00f6ren\u201c, Stephan Krull \/ Mohssen Massarrat \/ Margareta Steinr\u00fccke, VSA 2009<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\u201eDie Vier-in-Einem-Perspektive \u2013 Politik von Frauen f\u00fcr eine neue Linke\u201c, Frigga Haug, Argument-Verlag 2008<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\u201eArbeiten wie noch nie? Unterwegs zur kollektiven Handlungsf\u00e4higkeit\u201c, Sabine Gruber \/ Frigga Haug \/ Stephan Krull (Hrsg.) Argument-Verlag 2010<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\u201eAtmende Betriebe, atemlose Besch\u00e4ftigte?\u201c, Thomas Haipeter, Steffen Lehndorff, edition sigma 2004\u201eDie Halbtagsgesellschaft\u201c, Carsten Stahmer \/ A. Schaffer \/ S. Hartard (Hrsg.), Nomos 2006leben<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><em>Wir dokumentieren hier den Text der Initiative\u00a0\u201e<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.arbeitszeitverkuerzung-jetzt.de\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitszeitverk\u00fcrzung jetzt!<\/a>\u201c, weil die Frage der L\u00e4nge der Normalarbeitszeit angesichts der vielen prek\u00e4ren Jobs, der unfreiwilligen Teilzeitbesch\u00e4ftigung, der Aufstocker im Hartz-IV-System dringend einer Antwort bedarf &#8211; ganz im Sinne der hier von Stefan Frischauf hier im Dezember diskutierten Frage \u201e<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4774\">Was zu tun ist<\/a>\u201c.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Beitrag ist zuerst erschienen auf dem <a title=\"\" href=\"http:\/\/stephankrull.info\/category\/arbeitszeit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog von Stephan Krull<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer sich f\u00fcr die Initiative interessiert, hier sind die Kontaktdaten:<\/em><\/p>\n<p><em>Initiative Arbeitszeitverk\u00fcrzung jetzt!<\/em><br \/>\n<em>Stephan Krull<\/em><br \/>\n<em><a href=\"mailto:stephan@krullonline.de\">stephan@krullonline.de<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Wer sich in bzw. um M\u00fcnchen zu der Frage der Arbeitszeitverk\u00fcrzung informieren oder engagieren will, dem empfehlen wir den <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.attac-muenchen.org\/arbeitskreise\/ak-arbeitfairteilen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitskreis ArbeitFairTeilen<\/a> von Attac M\u00fcnchen, Kontakt per Mail unter <a href=\"mailto:arbeitfairteilen@attac-m.org\">arbeitfairteilen@attac-m.org<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4827 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_4827')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_4827').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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