{"id":4817,"date":"2019-01-06T19:37:08","date_gmt":"2019-01-06T18:37:08","guid":{"rendered":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817"},"modified":"2019-02-03T23:50:23","modified_gmt":"2019-02-03T22:50:23","slug":"humanismus-oder-barbarei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817","title":{"rendered":"Humanismus oder Barbarei!"},"content":{"rendered":"<!--nextpage-->\n<strong>&#8220;Fl\u00e4chenbrand\u201c (2017) von Karin Leukefeld<br \/>\nund andere Perspektiven 2019 ff.<\/strong><\/p>\n<p>von <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.stefanfrischauf.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stefan Frischauf<\/a><\/p>\n<div style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/shop.papyrossa.de\/WebRoot\/Store23\/Shops\/26606d05-ee0e-4961-b7af-7c5ca222edb7\/5489\/D2F3\/88B4\/745B\/2DDB\/0A48\/355D\/D38D\/577-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/shop.papyrossa.de\/WebRoot\/Store23\/Shops\/26606d05-ee0e-4961-b7af-7c5ca222edb7\/5489\/D2F3\/88B4\/745B\/2DDB\/0A48\/355D\/D38D\/577-4.jpg\" width=\"220\" height=\"332\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Quelle: PapyRossa-Verlag<\/p><\/div>\n<p>\u201eWenn man aus Afghanistan zur\u00fcck kommt in den Westen, dann kann nichts mehr so sein, wie es war.\u201c<\/p>\n<p>Diesen Satz von meiner Wenigkeit kann, wenn man Afghanistan durch Syrien ersetzt die einzige dort akkreditierte deutsche Journalistin Karin Leukefeld sicher auch best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Der Krieg und die Schicksale vieler Menschen, denen man dort begegnet \u2013 das l\u00e4sst einen nicht mehr los. Es verbrennt einen selbst innerlich. Dennoch versp\u00fcrt man unweigerlich den Drang, dar\u00fcber zu berichten. Gegen die Ungerechtigkeiten und Verletzungen, die man erlebt hat, anzugehen. Darzustellen, was an einem solchen Ort falsch l\u00e4uft. Was den Menschen dort angetan wird. Menschen wie Du und ich.<\/p>\n<p>Auch den Tod m\u00f6chte man besiegen, der sich unweigerlich immer wieder vor einem darstellt. Den eigenen wie den der anderen, deren Trauer man geteilt und dar\u00fcber berichtet hat. Den man so auch immer wieder neu respektieren lernen muss.<\/p>\n<p>Besiegen wird man ihn nie.<br \/>\nF\u00fcrchten immer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p><span style=\"color: #c00202;\"><span style=\"color: #c00202;\"><span class=\"collapseomatic \" id=\"id69d59319a6011\"  tabindex=\"0\" title=\"Inhalt\"    ><strong>Inhalt<\/strong><\/span><div id=\"target-id69d59319a6011\" class=\"collapseomatic_content \"><\/span><\/span><\/p>\n<ol>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a1\">In jedem Krieg ist \u201edie Wahrheit\u201c das erste Opfer<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a2\">An Stelle einer Rezension<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a3\">Man w\u00fcnscht allen und sich einfach nur, dass die Grausamkeiten aufh\u00f6ren<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"a4\">(Neo-)Postkoloniales: Frankreichs \u201eneues Selbstverst\u00e4ndnis\u201c?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"#a5\">Eitelkeiten und Profilierungss\u00fcchte:Das wei\u00dfe Haus mit Hillary Clinton im Au\u00dfenamt<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=2#a6\">Anfang 2017: \u201eAusblick\u201c Karin Leukefeld<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=2#a7\">2018: Saudi-Arabien und der Iran \u2013 Ausweitung des Fl\u00e4chenbrandes im Jemen?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=2#a8\">Berlin und Paris: (Neo-) Postkoloniales Wegducken unter die Doktrinen des \u201eKriegs gegen den Terror\u201c?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=2#a9\">2019: Sudan \u2013 fr\u00fcherer \u201eSchurkenstaat\u201c G.W.Bushs. Ausweitung des Fl\u00e4chenbrandes?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=2#a10\">2019: Syrien. Beginn des Wiederaufbaus?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=3#a11\">2011-2018: H\u00e4tte es Chancen f\u00fcr einen \u201edemokratischen Umbau\u201c Syriens ohne den Krieg gegeben?<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=3#a12\">\u201eMan muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will. Alles verschwindet!\u201c<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=3#a13\">\u201eDie \u00c4sthetik des Aufdeckens\u201c und das \u201eMuseum des Unfalls\u201c<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=3#a14\">Humanismus oder Barbarei\u201c<\/a><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"color: #c00202;\"><a style=\"color: #c00202;\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4817&amp;page=4#a15\">Anmerkungen<\/a><\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>1.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a1\"><\/a>In jedem Krieg ist \u201edie Wahrheit\u201c das erste Opfer<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ganz viele schreien wild durcheinander \u201eM\u00f6rder!\u201c und zeigen mit dem Finger auf das Gegen\u00fcber. Den oder die man schon lange mit gro\u00dfem Argwohn betrachtet hat. Gegen den oder die man dann auch bald gerne eigene \u201eKampfverb\u00e4nde\u201c und \u201eFu\u00dftruppen\u201c entsenden m\u00f6chte. Ins Feld. In die Schlacht. Das Gemetzel.<\/p>\n<p>Auch wer da vom Kriegsort berichtet, ist immer erst mit allergr\u00f6\u00dfter Vorsicht zu genie\u00dfen. Im Krieg kann man auch dem Verk\u00fcnder von Nachrichten dort aus dem Feld nicht trauen. <!--more--><\/p>\n<p>Wer steuert da wie welche \u201eMeinung\u201c?<br \/>\nAuf welcher Seite steht der oder die?<br \/>\nWem n\u00fctzt da welche \u201eMeinung\u201c, die da vertreten wird?<br \/>\nWer will da welche \u201eMeinung\u201c mit aller Gewalt durchdr\u00fccken?<br \/>\nWas soll da also welcher \u201eMeinung\u201c zur Vorherrschaft verhelfen?<br \/>\nWer ist wirklich bei den Menschen da und interessiert sich f\u00fcr ihr Sein und ihr Nicht-Sein? Ihre \u00c4ngste und N\u00f6te?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>2.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a2\"><\/a>An Stelle einer Rezension<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>soll hier vielmehr er\u00f6rtert werden, was das Dilemma ausmacht, das Karin Leukefeld im erstmals 2015 erschienenen, hier jetzt in der dritten Auflage von 2017 vorliegendem Buch \u201eFl\u00e4chenbrand\u201c darstellt.<\/p>\n<p>\u201eNoch selten wurde ein milit\u00e4rischer Konflikt quer durch politische Lager so kontrovers diskutiert wie der Krieg in Syrien. Und selten sind die Frontlinien und beteiligten Interessen in einem Krieg f\u00fcr die einfachen Zeitgenossen so schwer durchschaubar gewesen.\u201c<sup>1 <\/sup><\/p>\n<p>So beginnt im \u201esocialnet \u2013 Das Netz f\u00fcr Sozialwirtschaft\u201c eine klug das Buch zusammenfassende Rezension von Prof. Dr. Georg Auernheimer. Der emeritierte Erziehungswissenschaftler gerade f\u00fcr interkulturelle P\u00e4dagogik der Uni K\u00f6ln schlie\u00dft seine Buchbesprechung mit dem Fazit ab:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEine Publikation, die nicht nur den mit Politik befassten oder an Politik interessierten zu empfehlen ist, sondern unter anderem auch Leser*innen aus sozialen Berufen oder Ehrenamtlichen, die sich in der Arbeit mit Gefl\u00fcchteten engagieren. Wer der Darstellung der Verfasserin Misstrauen entgegenbringt, sollte sich immerhin damit auseinandersetzen. Manchen wird dazu z.B. ihre kritische Haltung gegen\u00fcber den von Kurden angef\u00fchrten SDF (Demokratische Kr\u00e4fte Syriens), die hierzulande viel Sympathie genie\u00dfen, veranlassen.\u201c<sup>1<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich als 2010 vom Hindukusch, aus Afghanistan nach Deutschland zur\u00fcckgekehrten \u201eAufbauhelfer\u201c dort, fasst dieses Fazit recht gut das Dilemma eines \u201eKriegsheimkehrers\u201c zusammen: Man w\u00fcnscht sich nichts sehnlicher als endlich wieder einen R\u00fcckweg eines solchen Landes, in dem man auch eine Art \u201eHeimat\u201c versp\u00fcrt auf einen Weg, der nicht von Krieg und Zerst\u00f6rung, sondern von Hoffnung und Zuversicht getragen ist.<\/p>\n<p>Die Bewertung der Rolle einzelner (verf\u00fchrter, h\u00f6chst vulnerabler) Akteure dort \u2013 in diesem Falle etwa der Kurden ordnet man damit zwangsl\u00e4ufig dieser wichtigsten Option unter: der Sehnsucht nach Frieden und Sicherheit von Seiten der gro\u00dfen, \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit der Bev\u00f6lkerung.<br \/>\n\u201eT\u00e4ter\u201c und \u201eOpfer\u201c? Irgendwann sieht man, dass es nur noch Opfer gibt. Auch unter vormaligen T\u00e4tern. Dass die Spirale der Gewalt durchbrochen werden muss. Endlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>3.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a3\"><\/a>Man w\u00fcnscht allen und sich einfach nur, dass die Grausamkeiten aufh\u00f6ren<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Insofern lese ich Karin Leukefelds Buch eben auch mit einer ganz anderen Pr\u00e4misse. Mit ganz anderen Augen:<\/p>\n<p>Es handelt sich unter anderem auch um ein akribisch zusammengetragenes Zeugnis von hysterisiert \u00fcberinterpretierten und bald dann \u201egezielt gesteuerten Missverst\u00e4ndnissen\u201c, das hier ausgebreitet wird.<\/p>\n<p>\u201eMenschlich Allzu-menschlich\u201c? Vielleicht.<br \/>\nZum Teil aber auch scheint Vieles da, was den Krieg weiter anfacht auch von einer ersch\u00fctternden Boshaftigkeit.<br \/>\nOder von Unf\u00e4higkeit und Unwillen, die Dinge friedlich zu regeln?<br \/>\nMan wei\u00df es nicht. Aber: es scheint bisweilen zum Verzweifeln.<\/p>\n<p>Einzelne, h\u00f6chst vulnerable Volksgruppen wie etwa die ohnehin im Exil lebenden Pal\u00e4stinenser geraten so einmal mehr unter die R\u00e4der. Um nicht zu sagen: sie werden zum Teil zwischen den Fronten zerrieben. Einmal mehr.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEine Trag\u00f6die geschah und wir durchlebten noch einmal, was 1948 geschehen war, die Diaspora. Im Yarmuk-Lager lebten damals bis zu 800.000 Menschen. Und in nur einem Tag mussten 80 Prozent dieser Menschen das Lager verlassen.\u201c<sup>2<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>So zitiert Karin Leukefeld einen ehemaligen Bewohner dieses gr\u00f6\u00dften Fl\u00fcchtlingslagers in der pal\u00e4stinensiaschen Diaspora. 1957 von den UN gepachtet, damals 8 km vom Stadtzentrum von Damaskus gelegen war es nun ein pulsierender Stadtteil der syrischen Hauptstadt geworden, der aber im Laufe des Jahres 2012 immer mehr zwischen die verschiedenen Frontlinien geriet und dann im Dezember desselben Jahres den geschilderten Exodus erlebte.<\/p>\n<p>Und dieses Schicksal bl\u00fcht leider derzeit mehr denn je einer anderen h\u00f6chst vulnerablen Volksgruppe: den Kurden im Norden.<\/p>\n<p>Ob und wann die T\u00fcrkei in ihrem eigenen nationalen \u201eKampf gegen kurdischen Terror\u201c, die syrische Regierung mit russischen und iranischen Partnern und die US da mit den vielen \u201eKampfverb\u00e4nden\u201c dazwischen zu Waffenstillstandsvereinbarungen kommen k\u00f6nnen und wollen: das ist derzeit einmal mehr eine der vielen Ungewissheiten eines solchen Krieges.<\/p>\n<p>Der, wie Geza T\u00f6r\u00f6 sagt, \u201enicht Mitglied der Atlantikbr\u00fccke\u201c darstellende Weserkurier aus Bremen berichtet am 28. Dezember 2018, \u201eMoskau stoppt Erdogan\u201c\u00a0 und stellt abschlie\u00dfend fest: \u201eRussland, das den syrischen Luftraum ab sofort konkurrenzlos beherrscht, hat Ankara unzweideutig vor einem Angriff gewarnt, und syrische Regimetruppen sind in die von einem kurdisch-arabischen B\u00fcndnis beherrschte Stadt Manbidsch einger\u00fcckt, die Erdogan zuerst attackieren wollte. Das sind gute Nachrichten, denn damit d\u00fcrften neues Blutvergie\u00dfen, ethnische S\u00e4uberungen und ein weiterer Exodus der Christen abgewendet werden.\u201c<sup>3<\/sup><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den US vor Trump scheint Russland, insbesondere Putin aus den Afghanistan-Erfahrungen und den Verheerungen von Machtvakuen in gescheiterten oder zum Scheitern gebrachten Staaten gelernt zu haben.<\/p>\n<p>Jedoch in Anbetracht der vielf\u00e4ltigen, sich nun also auch in Regierungskreisen und Medien abzeichnenden Grabenk\u00e4mpfen nach US-Pr\u00e4sident Trumps eigenm\u00e4chtiger Abzugsbekundung von US-Truppen aus Syrien sind nat\u00fcrlich weitere Grabenk\u00e4mpfe mit entsprechender Au\u00dfenwirkung zu bef\u00fcrchten.<br \/>\nDoch das wird hier einmal mehr deutlich:<br \/>\nTrump ist nur das \u201eSymptom, nicht die Erkrankung\u201c.<\/p>\n<p>Viele der regionalen, wie der internationalen \/ globalen Akteure scheinen da von dem unb\u00e4ndigen Willen besessen, ungel\u00f6ste Probleme bei sich zu Hause nach au\u00dfen zu tragen.<br \/>\nWillen oder Unf\u00e4higkeit? Gezielte Projektion oder Flucht vor der eigenen Verantwortung? Ablenkung von den eigenen ungel\u00f6sten Themen?<\/p>\n<p>Was bedingt die Entscheidungen bei denjenigen, die da \u201eEntscheidungstr\u00e4ger\u201c sind? Politikern, die ja verantwortlich sind f\u00fcr das \u201eWohl ihres Volkes\u201c? Da alle sich irgendwie als demokratisch legitimiert w\u00e4hnen oder schimpfen: \u201eihrer W\u00e4hler\u201c? Eigentlich auch f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben der V\u00f6lker untereinander. Sollte man meinen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>4.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a4\"><\/a>(Neo-)Postkoloniales: Frankreichs \u201eneues Selbstverst\u00e4ndnis\u201c?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Besonders markant ist die \u201epostkoloniale Komponente\u201c, die da bei Ausbruch des Krieges 2011 die Rolle vom damaligen franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Nicolas Sarkozy im \u00c9lys\u00e9e-Palast in Paris kennzeichnet. Karin Leukefeld schildert einige Begebenheiten, die ganz deutlich auf gezielte und gesteuerte Konflikte zwischen dem Pr\u00e4sidenten und seinem Beraterstab einerseits und dem franz\u00f6sischen Au\u00dfenminister und dem Botschafter in Syrien andererseits und franz\u00f6sischen Inlands- und Auslandsgeheimdiensten hinweisen.<\/p>\n<p>Wie kaum anders zu erwarten ist das im Oktober 2014 von den franz\u00f6sischen Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot herausgebrachte Buch &#8220;Les Chemins de Damas&#8221; (deutsch &#8220;Die Stra\u00dfe nach Damaskus&#8221;) dazu nicht ins Deutsche \u00fcbersetzt. Auch in deutschen \u201eLeitmedien\u201c wird es nicht besprochen. Nur bei Heise Telepolis wird es kurz er\u00f6rtert.<sup>4<\/sup><\/p>\n<p>Karin Leukefeld schreibt von \u201epolitischem Sprengstoff\u201c, wo \u201ebis dahin geheim gehaltene Informationen \u00fcber die Syrienpolitik Frankreichs\u201c<sup>5<\/sup> von 2011 bis heute aufgedeckt werden.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEine Szene aus dem Fr\u00fchjahr 2011 beschreibt, wie der damalige franz\u00f6sische Botschafter in Syrien, \u00c9ric Chevallier, vom damaligen Pr\u00e4sidentenberater Nicolas Galey bei einer Besprechung am Quay d\u2019Orsay (Au\u00dfeniministerium) abgefertigt wurde. Als Chevallier erkl\u00e4rte, dass seiner Meinung nach die Position von Pr\u00e4sident Bashar al-Assad stabil und nicht gef\u00e4hrdet sei, habe ihn Galey angefahren: \u201aH\u00f6ren Sie auf, solchen Quatsch zu erz\u00e4hlen.\u2019 Man m\u00fcsse sich \u201anicht an Fakten halten, sondern \u00fcber unsere Nasenspitze hinausblicken\u2019, wird Galey zitiert, der damals Pr\u00e4sident Nicolas Sarkozy in Fragen des Nahen und Mittleren Ostens beriet. Alle Anwesenden seien \u201aschockiert \u00fcber die unerh\u00f6rte Feindseligkeit\u2019 gewesen, mit der Galey den Botschafter angefahren h\u00e4tte. Herv\u00e9 Ladsous, damaliger Stabschef im Au\u00dfenministerium, erinnerte sich, dass der Pr\u00e4sidentenberater offenbar \u201anicht zu dem Treffen gekommen war, um gemeinsam die Sachlage zu er\u00f6rtern, sondern um einen speziellen Auftrag zu erf\u00fcllen. Es ging um die politische Vorgabe, \u201adass der Sturz von Assad unvermeidlich ist\u2019, so Ladsous.<\/p>\n<p>Eine andere Meinung sei nicht toleriert worden.<\/p>\n<p>Die Formel \u201ader Sturz von Assad ist unvermeidlich\u2019 wurde damals \u00fcbereinstimmend von den USA, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Deutschland, der T\u00fcrkei, Katar und Saudi-Arabien \u00fcbernommen. Kurz darauf schlossen sie sich in der Kerngruppe der \u201aFreunde Syriens\u2019 zusammen und begannen am UN-Sicherheitsrat vorbei, gegen\u00fcber Syrien ihre eigene Interventionspolitik zu organisieren.\u201c<sup>5<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Weiter schildert Karin Leukefeld, dass diese Konflikte zwischen Botschaftern und Kundigen vor Ort und den jeweiligen Machtzentralen insbesondere in Europa keine Ausnahme waren. In einem Gespr\u00e4ch Ende 2014 mit Ali\u00a0 Haidar, seit 2012 in Damaskus Minister f\u00fcr nationale Vers\u00f6hnung sagt dieser:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie meisten Botschafter waren \u00fcberrascht, als ihre Au\u00dfenminister diesen Schwenk vollzogen, obwohl ihnen ja die Berichte aus den Botschaften hier vorlagen. Ich kenne einen europ\u00e4ischen Botschafter, der geweint hat, als seine Regierung ihn aus Syrien abzog. Er sagte damals, das sei eine Verschw\u00f6rung gegen alle Staaten, nicht nur gegen Syrien. Das waren seine eigenen Worte.\u201c<sup>5<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>5.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a5\"><\/a>Eitelkeiten und Profilierungss\u00fcchte: Das wei\u00dfe Haus mit Hillary Clinton im Au\u00dfenamt<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Julian Assange, dessen weiteres Schicksal frei nach dem Motto \u201eT\u00f6tet den Botschafter!\u201c ja derzeit, zum Jahreswechsel 2018\/19 wieder sehr ungewiss ist, hat schon viel \u00fcber Hillary Clintons h\u00f6chst eigenm\u00e4chtige Rolle im US-Au\u00dfenministerium zu ihrer Amtszeit dort in der Regierung Obama mit Wikileaks aufgedeckt.<\/p>\n<p>In Karin Leukefelds Schilderungen wird offenkundig, dass der Vize des ersten afro-amerikanischen US-Pr\u00e4sidenten Joe Biden, der im Gegensatz zum politischen Newcomer Obama so wie Clinton sehr gut im politisch-unternehmerisch-medialen Establishment vernetzt ist, da immer wieder mit gem\u00e4\u00dfigten Positionen und bald auch mit fr\u00fchen Warnungen vor \u201efalschen Freunden\u201c weitaus \u201eausgewogener\u201c daherkommt als die damalige Chefin im Au\u00dfenamt.<\/p>\n<p>H.R. Clinton als Au\u00dfenministerin der ersten Obama-Administration von 2010 bis 2013\u00a0 steht damit in der \u201ew\u00fcrdigen Nachfolge\u201c der ersten afro-amerikanischen Frau im Au\u00dfenamt in der zweiten Bush-Administration 2005 bis 2009, C. Rice.<\/p>\n<p>Karin Leukefeld erl\u00e4utert das im Kapitel zum Irak folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer damalige US-Vizepr\u00e4sident Dick Cheney entwickelte die Idee des \u201ekreativen Chaos\u201c (US-Au\u00dfenministerin Condoleezza Rice zur Zerst\u00f6rung des Iraks) mit Prinz Bandar bin Sultan fort, wie Anfang 2007 der kenntnisreiche US-amerikanische Journalist Seymour Hersh in der Zeitschrift \u201eThe New Yorker\u201c schrieb.<sup>6<\/sup>&#8230;<\/p>\n<p>Cheney und Bandar wollten den infolge des Libanonkrieges 2006 gewachsenen Einfluss des Irans, Syriens und der Hisbollah im Nahen Osten zur\u00fcckdr\u00e4ngen, daf\u00fcr sollten religi\u00f6se und ethnische Gruppen in der Region gegeneinander ausgespielt werden. Basierend auf einem jahrhundertealten Religionsstreit unter den Muslimen, sollten Sunniten gegen die Schiiten aufgewiegelt werden.\u201c<sup>7<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Genannter Bandar bin Sultan,\u00a0 Neffe des fr\u00fcheren saudi-arabischen K\u00f6nigs Abdullah war von 1983 bis 2005 Botschafter in den US und zudem langj\u00e4hriger saudischer Geheimdienstchef. George W. Bush nannte ihn scherzhaft auch \u201eBandar Bush\u201c.<\/p>\n<p>Seymour Hersh beschreibt seine Rolle 2007 eindringlich und selbst Wikipedia notiert da manches frank und frei:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn Washington war hinl\u00e4nglich bekannt, dass Bandar so eng mit George Bush und den f\u00fchrenden K\u00f6pfen seiner Regierung zusammenarbeitete (darunter\u00a0James Baker,\u00a0Dick Cheney, General\u00a0Colin Powell), dass er praktisch selbst Regierungs-mitglied\u00a0wurde.\u00a0&#8230; Kein arabischer Botschafter \u2013\u00a0 vielleicht \u00fcberhaupt kein Botschafter\u00a0hatte jemals so gro\u00dfen Einfluss in Washington wie Bandar. Auf dem H\u00f6hepunkt seiner Macht hatte er sich f\u00fcr beide Seiten unentbehrlich gemacht, so diente er seinem K\u00f6nig als pers\u00f6nlicher Bote und dem Wei\u00dfen Haus als\u00a0Laufbursche.\u201c<sup>8<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<!--nextpage-->\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>6.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a6\"><\/a>Anfang 2017: \u201eAusblick\u201c Karin Leukefeld<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<blockquote><p>\u201eEs ist menschlich, angesichts grausamer Bilder und Anschuldigungen emotional aufgew\u00fchlt, zornig zu sein. In der komplizierten Kriegszone Syrien allerdings \u2013 in der es nationale, regionale und internationale staatliche und noch viel mehr nicht staatliche Akteure und Interessen gibt \u2013 eskalieren solche Kampagnen das Geschehen. Positive Entwicklungen wie Dialog, Waffenstillst\u00e4nde, politische Verhandlungen werden behindert, blockiert, vielleicht unm\u00f6glich gemacht. Sieger sind extremistische Positionen, weil sie am Krieg mit verdienen. &#8230;<\/p>\n<p>Die Waffen f\u00fcr die Kriege im Nahen und Mittleren Osten gehen nicht aus. Russland und Iran unterst\u00fctzen vertragsgem\u00e4\u00df die syrische Armee, irregul\u00e4re Kampfgruppen werden weiter von den Golfstaaten mit Waffen aus Europa und den USA beliefert.<sup>9<\/sup>&#8230;<\/p>\n<p>Sowohl Saudi-Arabien, als auch Katar erh\u00f6hten ihre Waffeneinfuhr zwischen 2012 und 2016 um mehr als 200 Prozent.<\/p>\n<p>Wenn die v\u00f6lkerrechtlich legitimierte syrische Regierung weiter milit\u00e4risch bek\u00e4mpft, wirtschaftlich isoliert, politisch und medial als Feind markiert und nicht als Partner f\u00fcr den Frieden angesprochen wird, ist ein Ende des Krieges nicht absehbar.<br \/>\nDie Syrer zahlen daf\u00fcr seit 2011 den h\u00f6chsten Preis.\u201c<sup>10<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>7.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a7\"><\/a> 2018: Saudi-Arabien und der Iran \u2013 Ausweitung des Fl\u00e4chenbrandes im Jemen?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die grausame Ermordung des kritischen saudischen Journalisten Jamal Kashoggi durch ein Kommando aus dem Hause Saud hat in der \u201ewestlichen Wertegemeinschaft\u201c zumindest vor\u00fcbergehend etwas den Fokus auf den \u201ePartner\u201c Saudi-Arabien erweitert.<\/p>\n<p>Der seit 2015 gef\u00fchrte Krieg im Jemen, der in den hiesigen Medien auch verst\u00e4rkt auf die Konfrontation zwischen Schia und Sunna, zwischen Iran und Saudis reduziert wird jedoch ist wie jeder Krieg ein immer wieder v\u00f6llig aus dem Rampenlicht verschwindendes Geschehen. Der \u00dcberfall des reichsten Landes der arabischen Halbinsel, des absolutistisch regierten K\u00f6nigreiches auf das \u00e4rmste Land der Region da erf\u00e4hrt so eine seltsam oberfl\u00e4chliche \u201eLegitimation in der \u00f6ffentlichen Meinung\u201c.<\/p>\n<p>Der Stop der Waffenexporte an Saudi-Arabien von Seiten Berlins wird erst gro\u00df verk\u00fcndet, dann auf zwei Monate befristet. Weiterer Verlauf eher ungewiss. Rechnet man mit der Vergesslichkeit der \u201e\u00f6ffentlichen Meinung\u201c?<\/p>\n<p>Weitere Konfliktebenen und staatliche und nicht staatliche Akteure und einzelne Entscheidungstr\u00e4ger darin und die jeweiligen Interessenskonflikte und Kriegsursachen bleiben unerw\u00e4hnt.<br \/>\n\u201eIntrigen und R\u00e4nke am Hof\u201c \u2013 besser an den vielen H\u00f6fen wurden ohnehin immer tunlichst verschwiegen.<\/p>\n<p>\u201eNaturgesetz\u201c. Der Iran, \u201egr\u00f6\u00dfte Bedrohung des Weltfriedens\u201c als Unterst\u00fctzer des Huthi-Regimes im Jemen:<br \/>\nIn Anbetracht der medialen Steuerung von Nachrichten im Orkus der \u201eLeitmedien\u201c zeichnet sich so eher eine \u201eVerdr\u00e4ngung des sich solcherma\u00dfen diskret ausweitenden Fl\u00e4chenbrandes\u201c ab.<\/p>\n<p>\u201eAlles gut. Weit weg.\u201c<br \/>\nSo scheinen viele hinter den Linien der \u201e\u00f6ffentlichen Meinung\u201c zu denken. Die Debatten \u00fcber \u201eMigranten und Fl\u00fcchtlinge\u201c jedoch verhei\u00dfen da sch\u00e4rfere Auseinandersetzungen. Mit welchen Folgen im \u201epost-demokratischen Alltag\u201c?<\/p>\n<p>\u201eDie Gesch\u00e4fte m\u00fcssen laufen.\u201c<br \/>\nSo scheinen wiederum viele vor und in den Linien der \u201e\u00f6ffentlichen Meinung\u201c zu denken. Und dies auch in Anbetracht ihrer medialen Stimmgewalt lauthals immer wieder zu verk\u00fcnden. Lange Zeit aus dem B\u00fchnenhintergrund. Derzeit auf der vordersten Ebene der B\u00fchne, direkt vor dem Orchestergraben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>8.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a8\"><\/a>Berlin und Paris: (Neo-) Postkoloniales Wegducken unter die Doktrinen des \u201eKriegs gegen den Terror\u201c?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Im Gegensatz zu Paris, wo zumindest das vorher zitierte Buch der beiden Journalisten Chesnot und Malbrunot<sup>11 <\/sup>viele brisante Details des einer Gleichschaltung \u00e4hnelnden, 2011 durchgeboxten Plans vom \u201eRegimewechsel in Damaskus mit aller Gewalt\u201c eine etwas breitere \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr diese eher \u201epost-demokratische und beratungsresistente\u201c Situation \u201eam Hofe\u201c geschaffen hat, findet man aus Berliner Regierungskreisen und der dortigen Verwaltung keine Verlautbarungen, die \u00fcber einfache Statements hinausgehen.<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Partner der \u201eGrande Nation\u201c da in Mitteleuropa hat nat\u00fcrlich keine solche koloniale Vergangenheit zumal dort in Syrien. Traditionell hat aber Deutschland, haben sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR immer gute Beziehungen zur \u201earabischen Welt\u201c gepflegt. Man kann sagen:<br \/>\nzur gesamten muslimischen Welt.<br \/>\nGanz gleich ob Sunna oder Schia oder andere lokale muslimische Glaubensgemeinschaften da jeweils vorherrschen.<\/p>\n<p>Dennoch wiegt das Erbe des \u201eKampfes der Kulturen\u201c sehr schwer. Und es erfordert ehrliche, tiefe vertrauensbildende Ma\u00dfnahmen, um einen \u201ewirklich Frieden versprechenden Waffenstillstand f\u00fcr Syrien und die Region\u201c anzustreben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>9.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a9\"><\/a>2019: Sudan \u2013 fr\u00fcherer \u201eSchurkenstaat\u201c G.W.Bushs. Ausweitung des Fl\u00e4chenbrandes?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Karin Leukefelds Buch \u201eFl\u00e4chenbrand\u201c verdeutlicht auch, wie flexibel \u201ePl\u00e4ne zum Systemwechsel\u201c im Nahen und Mittleren Osten seit den 1980er Jahren von Seiten verschiedener US-Regierungen der jeweiligen strategischen Situation angepasst werden. Wie immer wieder auf Fragmente von \u00e4lteren \u201ePlanwerken und Gedankenspielen\u201c zur Neugliederung der Region und ihrer V\u00f6lker zur\u00fcckgegriffen wird. Und wie dabei besonders die \u201eEind\u00e4mmung\u201c des Iran und von Russland und China in ihren jeweiligen Macht- und Einflusssph\u00e4ren erfolgen soll.<\/p>\n<p>Am 25. Dezember 2018 berichtet die Tagesschau \u00fcber die Unruhen im Sudan. \u201eZun\u00e4chst ging es nur um h\u00f6here Brotpreise &#8211; inzwischen rufen die Demonstranten zur Revolution auf. Wie gef\u00e4hrlich wird das f\u00fcr Diktator al-Baschir? Die Sorge vor einem B\u00fcrgerkrieg im Sudan w\u00e4chst.\u201c<sup>12<\/sup><\/p>\n<p>Das Land in der Sahelzone am wei\u00dfen und blauen Nil, mit der Nubischen W\u00fcste \u00f6stlich vom Nil zum Roten Meer und der Lybischen W\u00fcste westlich davon wurde von George W. Bush als \u201eSchurkenstaat\u201c bezeichnet. In den auch von Karin Leukefeld notierten \u00c4u\u00dferungen des ehemaligen NATO-Oberbefehlshabers und Vier-Sterne-Generals der US-Army a.D. Wesley Clark steht auch der Sudan auf der Liste der \u201esieben L\u00e4nder, die in f\u00fcnf Jahren zu \u00fcberfallen und die Regierungen zu st\u00fcrzen\u201c sind.\u00a0 Clark bringt im Jahr 2007 die \u201ePl\u00e4ne der Bush-Administration\u201c im unmittelbaren Anschluss an die Anschl\u00e4ge vom 11. September 2001 mit fr\u00fcheren geostrategischen Hinweisen von Politikern von 1991 und den Mitgliedern der Denkfabrik \u201eProjekt f\u00fcr ein Neues Amerikanisches Jahrhundert\u201c von 2000 in der Regierung zusammen.<\/p>\n<p>Die Schilderung der \u201ePl\u00e4ne\u201c der Bush-Administration, die er wenige Wochen nach 9\/11 beil\u00e4ufig von einem Offizier vom \u201eVereinigten Generalstab\u201c (Joint Chiefs of Staff) im Pentagon erfahren hat, l\u00e4sst ihn zun\u00e4chst konsterniert zur\u00fcck. Im Jahr 2007 dann spricht er von einem \u201epolitischen Staatsstreich\u201c.<sup>13<\/sup><\/p>\n<p>Bis M\u00e4rz 2015 war der Sudan eines der wenigen arabisch-sunnitischen L\u00e4nder mit guten Beziehungen zum Iran. Dann jedoch brach man mit dem schiitischen Gottesstaat und wurde Teil der saudischen Koalition im Jemen. Gleichwohl unterh\u00e4lt man gute Beziehungen zu Katar und der T\u00fcrkei und unterst\u00fctzte die Muslimbr\u00fcderschaft w\u00e4hrend der Staatskrise in \u00c4gypten 2013\/14\u00a0 und dem B\u00fcrgerkrieg in Libyen 2014\/15.<\/p>\n<p>Meine Wenigkeit ist schon 2010 auf einem Flug zwischen Kabul und Frankfurt ehemaligen US-Army-Mitgliedern begegnet, die sich intensiv mit dem Sudan besch\u00e4ftigten. Wahrscheinlich DIA- oder CIA-Mitarbeiter. Eine lange, sehr interessante Unterhaltung.<\/p>\n<p>In Anbetracht der \u201eFlexibilit\u00e4t alter Planwerke\u201c nach dem, was Gen. a.D. Wesley Clark als Staatsstreich des \u201eProjektes f\u00fcr ein Neues Amerikanisches Jahrhundert\u201c in der Bush-Administration bezeichnet und was ja auch in Stratfor und anderen \u201eDenkfabriken des Imperiums\u201c weiter gesponnen wird, kann man gespannt sein, wie sich die Lage im Sudan nun entwickeln wird.<\/p>\n<p>In Anbetracht der sp\u00e4testens seit 2001 dauerhaft virulenten Deflationskrise als \u00f6konomiegeschichtliche Phase allergr\u00f6\u00dfter Kriegsh\u00e4ufigkeit werden gerade die Falken im politisch-unternehmerischen Teil des Milit\u00e4risch-(finanz-)industriellen Komplexes gerade der US und der ehemaligen Kolonialmacht\u00a0 UK wahrscheinlich bald neue Absatzmargen zwischen Arabern und Schwarzafrikanern &#8211; Sunniten (rund 70 % der Sudanesen), Anh\u00e4ngern ethnischer Religionen (rund 25 %) und Christen (rund 5 %) innerhalb der einzelnen Volksgruppen der Sudanaraber, Nubier, Nuer und anderer ausmachen.<\/p>\n<p>Diktator al-Baschir wird ihnen das leider erleichtern.<br \/>\nDen Menschen im Sudan ist es nicht zu w\u00fcnschen.<br \/>\nAber es ist zu bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>10.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a10\"><\/a>2019: Syrien. Beginn des Wiederaufbaus?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ende 2018 werden die \u201eKosten von Krieg und Wiederaufbau\u201c diskutiert. Der au\u00dfenpolitische Sprecher der Gr\u00fcnen Omid Nouripour sagt im Interview mit der Deutschen Welle, dass die Hilfe dabei der \u201eeinzige Hebel f\u00fcr Deutschland, politische Forderungen und Bedingungen an Syrien zu stellen\u201c sei.<sup>14<\/sup><\/p>\n<p>Frage: Geht das \u00fcberhaupt, w\u00e4hrend andernorts noch die Stellvertreterkriege weitergehen?<br \/>\nIm Hinblick auf \u201efaire internationale Zusammenarbeit\u201c?<br \/>\nAuf \u201evertrauensbildende Ma\u00dfnahmen\u201c, um mit den Syrern zusammen wirklich ihr Land wieder aufzubauen?<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Angaben \u00fcber die Kosten zum Wiederaufbau gehen weit auseinander. W\u00e4hrend der scheidende UN-Sondergesandte f\u00fcr Syrien, Staffan de Mistura, von rund 250 Milliarden US-Dollar spricht, beziffert das syrische Regime die Summe mit 400 Milliarden US-Dollar. Aber auch die Summe von 1,2 Billionen US-Dollar steht im Raum. Experten gehen zudem davon aus, dass die Beseitigung der Kriegssch\u00e4den mindestens ein Jahrzehnt dauern wird.\u201c <sup>14<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Als Architekt und Ingenieur mit Erfahrungen sowohl bei der (Kosten-)Planung allgemein auf allen Ma\u00dfstabsebenen als auch in der \u201eAufbauhilfe\u201c in Afghanistan will ich mich zu solchen \u201eZahlenspielen\u201c und \u201eZeitangaben\u201c nicht \u00e4u\u00dfern.<br \/>\nNur so viel: Das genannte Jahrzehnt zur \u201eBeseitigung der Kriegssch\u00e4den\u201c w\u00e4re als erste Phase des Wiederaufbaus zu bezeichnen. Dabei sind ma\u00dfgeblich \u00fcberhaupt sozio-\u00f6konomische und \u00f6kologische Infrastrukturkonzepte zu entwickeln, die zudem den Bestand im (bau-)historischen Sinne evaluiert und Themen von Rekonstruktion und Wiederherstellung auch ma\u00dfgeblicher Teile des gebauten \u201ekollektiven Ged\u00e4chtnisses\u201c in diese Themenkomplexe einf\u00fcgt.<br \/>\nInsbesondere, wie der Wiederaufbau dann mit dem syrischen Volk in den verschiedenen Provinzen und St\u00e4dten unter Einbindung aller Gruppen vollzogen und organisiert werden kann.<br \/>\nMit besonderem Gewicht dann auch auf \u201eAllmende\u201c: den Umgang mit G\u00fctern des Allgemeinwohls am jeweiligen Ort.<br \/>\nUnd vieles mehr.<\/p>\n<p>Bei den jetzigen, hier dargelegten \u201ePerspektiven\u201c k\u00f6nnte man da polemisch hinzuf\u00fcgen: es scheint, als ob der \u201epolitische Staatsstreich\u201c, von dem Wesley Clark spricht, weiter geht.<br \/>\nDie entsprechende \u201eBeratungsresistenz\u201c scheinbar auch.<\/p>\n<p>Der folgende Abschnitt, in dem \u201ePositionen\u201c der f\u00fchrenden Insassinnen von Kanzleramt und Verteidigungsministerium zitiert werden, verdeutlicht das. Es hei\u00dft da dann auch:<br \/>\n\u201eDoch wie eine Nachkriegsordnung aussehen k\u00f6nnte, das wei\u00df noch niemand.\u201c<sup>14<\/sup><\/p>\n<p>Das (partei-) politische Geschacher indes mehrerer zitierter deutscher Nahost- oder Au\u00dfenpolitik-Experten und die zitierten Positionen Assads und auch seines Schutzpatrons Putin verdeutlichen, wie gro\u00df das Misstrauen ist.<\/p>\n<p>\u201eNahost-Experte Guido Steinberg h\u00e4lt eine deutsche Beteiligung am Wiederaufbau Syriens &#8211; egal unter welchen Umst\u00e4nden &#8211; f\u00fcr falsch. Aber Moral sei eben bis heute keine etablierte Kategorie der internationalen Beziehungen.\u201c<sup>14<\/sup><\/p>\n<p>Die Expertenaussage aus den Reihen der mehr oder weniger bundeseigenen \u201eStiftung Wissenschaft und Politik\u201c verdeutlicht das Dilemma einmal mehr: \u201eMoral\u201c ist ein Idealbild, das ein(e) jede(r) nach seinen (ihren) \u201eWerten\u201c bestimmt.<br \/>\nDiese \u201eWerte\u201c jedoch sind von Interessen geleitet.<\/p>\n<p>Der Inhalt eines solchen \u201eInteressen geleiteten Idealbildes\u201c zu diesem Zeitpunkt kann nur situativ dem \u201eRealismus auf dem Boden der Tatsachen\u201c gem\u00e4\u00df der Interessen zwischen verschiedenen Partnern angepasst und vermittelt werden.<br \/>\nVertrauen und Sicherheit sind Pinsel und Farbe bei Erstellung dieses \u201erealistischen Bildes\u201c.<br \/>\nBei Darstellung von Licht und Schatten, Objekt und Hintergrund darauf. \u201eDas Recht\u201c bildet dabei die Leinwand, den auf den Rahmen aufgezogenen Malgrund f\u00fcr das Bild.<\/p>\n<p>V\u00f6lker- und Menschenrecht \u2013 internationale Beziehungen jedoch bed\u00fcrfen nach einem solchen Krieg einer grundlegenden Neuordnung.<br \/>\nWenn die Bereitschaft dazu dargestellt wird, dann kann man mit Assad und seiner Regierung durchaus auch begr\u00fcndet eine neue Verfassung mit und f\u00fcr das syrische Volk ausarbeiten.<br \/>\nUnd eine Vertrauensbasis zur Zusammenarbeit auch beim Wiederaufbau erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Das gilt zudem f\u00fcr Afghanistan nicht minder.<br \/>\nEs gilt f\u00fcr die historische Situation, in der wir uns befinden.<br \/>\nWeltweit.<\/p>\n<p>Von der Bereitschaft dazu sind wir noch weit entfernt.<\/p>\n<p>Krieg ist eine menschliche Extremerfahrung, die mit der Zeit gerne verdr\u00e4ngt wird. Auch der Gr\u00fcnen-Abgeordnete und fr\u00fchere Iran-Fl\u00fcchtling Omid Nouripour hat diese Erfahrung irgendwann in seinem Leben gemacht. Insofern soll ihm diese Empathie mit dieser Extremerfahrung auch nicht abgesprochen werden.<\/p>\n<p>Der gesamte Konflikt seit 2001 mit dem \u201eheftigsten Schauplatz Syrien\u201c ab 2011 ist jedoch gekennzeichnet durch stetige aggressive Verdr\u00e4ngungsprozesse. Auch hierzulande.<\/p>\n<p>Es ist noch immer so, wie John Maynard Keynes es in seiner Schrift \u201eKrieg und Frieden\u201c zum Versailler Vertrag 1920 ausdr\u00fcckte: Jeder f\u00fchlt sich als (moralischer) Sieger. Und alle halten diese Position v\u00f6llig starr ein. Keiner zeigt auch die leiseste Spur von Demut. Gerade auch gegen\u00fcber den vielen Menschen, die von 2001 bis 2018 den Kriegen zum Opfer fielen.<br \/>\nAlles ist weiterhin von Machtspielen gepr\u00e4gt.<sup>15<\/sup><\/p>\n<p>Dies betrifft ganz besonders die \u201ewestliche Wertegemeinschaft\u201c.<br \/>\nBei Russland und Syrien wei\u00df ich es nicht.<br \/>\nDie Aussagen des Offiziers vom \u201eVereinigten Generalstab\u201c (Joint Chiefs of Staff) im Pentagon jedoch, den der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber und US-General a.D. Wesley Clark 10 Tage nach 9\/11 und dann noch einmal sechs Wochen sp\u00e4ter getroffen hat, sprechen eigentlich f\u00fcr sich. Auch das Zitat:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eUnd Sie kennen diesen alten Spruch, der besagt: \u201aWenn das einzige Werkzeug, das Du hast ein Hammer ist, dann muss jedes Problem zu einem Eisennagel werden.\u2019\u201c<sup>13<br \/>\n<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>In einer solchen Haltung sind \u201eInteressensausgleiche\u201c und \u201efaire Verhandlungen\u201c nicht m\u00f6glich.<br \/>\nDie \u201ewestliche Wertegemeinschaft\u201c scheint sich das bedingungslose Recht anzuma\u00dfen, Hammer und Nagel zu benutzen, scheint aber keine Zange parat zu haben, um den krumm geschlagenen Nagel aus der Wand heraus zu ziehen.<br \/>\nStattdessen scheint man lieber auf die Wand schimpfen zu wollen. Schon Konfuzius soll ja gesagt haben:<br \/>\n\u201eEs ist besser, ein Licht zu entz\u00fcnden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen.\u201c<br \/>\nBisher ist diese entsprechende Bereitschaft der sich selbst so definierenden \u201ewestlichen Wertegemeinschaft\u201c nicht zu erkennen.<\/p>\n<p>Inzwischen taucht zudem auch schon die n\u00e4chste Generation innerhalb der \u201eKrieg f\u00fchrenden Eliten\u201c dort auf. Und auch da sind kaum Zeichen von L\u00e4uterung und Demut zu erkennen, wenn Liz Cheney, die Tochter von Dick Cheney in den CBS-News als dritth\u00f6chste Republikanerin im US-Repr\u00e4sentantenhaus Trumps eigenm\u00e4chtigen R\u00fcckzug aus Syrien in der Art eines \u201epolitischen Gefechtsfeldtouristen\u201c tadelt.<sup>16<\/sup><\/p>\n<p>R\u00e4nke und Intrigen an den verschiedenen H\u00f6fen gehen weiter.<br \/>\nF\u00fcr diejenigen, die da den Hammer in der Hand halten, und deren H\u00f6flinge und G\u00fcnstlinge sind ja bisher auch keine amtlichen, geschweige denn strafrechtlichen Konsequenzen zu bef\u00fcrchten.<\/p>\n<!--nextpage-->\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>11.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a11\"><\/a>2011-2018: H\u00e4tte es Chancen f\u00fcr einen \u201edemokratischen Umbau\u201c Syriens ohne den Krieg gegeben?<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Frage ist hypothetisch. Und rhetorisch zugleich.<br \/>\n\u201eMoral\u201c indes, die sich gleich zu Anfang nur mit Zahlen:<br \/>\nZeit- und Geldwerten bemessen lassen will, ist wertlos.<br \/>\nEine solche \u201ePolitik\u201c nicht minder.<\/p>\n<p>Man gebe die Frage weiter an die letzten noch lebenden Tr\u00fcmmerfrauen und -m\u00e4nner in Deutschland und Europa nach dem 2. Weltkrieg. Man wird ganz verschiedene Antworten erhalten. Auch von den Nachgeborenen.<br \/>\nJe nach Stand, gesellschaftlicher Klasse und Bildung.<br \/>\nSowohl vor, als auch nach dem Krieg.<\/p>\n<p>Man reiche die Frage weiter an die V\u00f6lker Sudans.<br \/>\nUnd erst Recht: die V\u00f6lker Afghanistans.<\/p>\n<p>Bashar al-Assad, Nicola Sarkozy, Hillary Clinton, Dick Cheney,\u00a0 Bandar bin Sultan und auch Umar al-Baschir und viele andere: keiner davon ist ein \u201eWaisenknabe oder -m\u00e4dchen\u201c.<br \/>\nKeiner davon ist schuldlos.<br \/>\nJede(r) tut jedoch weiterhin so, als w\u00e4re der oder die andere alleine verantwortlich f\u00fcr das Leid, Not und Elend der anderen.<br \/>\n\u00dcber die, und vor allem: mit den Angeh\u00f6rigen der Opfer spricht man kaum.<\/p>\n<p>Wie schon gesagt: zu Russland und Syrien kann ich das von hier aus nicht sagen. Karin Leukefeld zitiert ja mehrmals in ihrem Buch Ali\u00a0 Haidar, seit 2012 in Damaskus Minister f\u00fcr nationale Vers\u00f6hnung. Sie bezeichnet ihn auch als Teil der syrischen Opposition. Wahrscheinlich zur herrschenden Baath-Partei.<\/p>\n<p>Insofern gelten die meisten folgenden Darstellungen der selbst ernannten und selbst erm\u00e4chtigten westlichen \u201eWertegemeinschaft\u201c und ihren Vertretern. Darunter ja auch die \u201egew\u00e4hlten Vertreter\u201c des grundgesetzlichen Souver\u00e4ns in Deutschland.<\/p>\n<p>Die \u201e\u00f6ffentliche Meinung\u201c in diesem Drama wird da weiterhin hinter\u2019s Licht gef\u00fchrt. Das Murren und ihr Unmut jedoch werden immer lauter. Un\u00fcberh\u00f6rbar. Trag\u00f6die oder Kom\u00f6die?<\/p>\n<p>F\u00fcr die meisten, die in diesem Krieg in Syrien alles verloren haben, stellt sich diese Frage derzeit kaum. Ihre Liebsten, ihre Heimat. Auch die sch\u00f6nen Erinnerungen ben\u00f6tigen Zeit, um wiederzukehren. Um die Wunden langsam verheilen zu lassen.<\/p>\n<p>Postfaktisch-postdemokratisches Stimmengewirr auf der B\u00fchne: \u201eSpiegel-Leitmedien-Bauernopfer\u201c Claas Relotius\u2019 \u201eEinzelfallschilderung\u201c:<br \/>\n\u201e\u2019Bei Gott, ich h\u00e4tte das nie schreiben d\u00fcrfen\u2019;<br \/>\nDer Junge, mit dem der Syrienkrieg begann\u201c<sup>17<br \/>\n<\/sup>reduziert das Geschehen auf ein r\u00fchrseliges St\u00fcck.<br \/>\nEine Biedermeier-Posse. Schmierentragikom\u00f6die.<br \/>\nRelotius ist einer von vielen, die mehr weglassen und den Rest<br \/>\n\u201eausschm\u00fcckend aufh\u00fcbschen\u201c, um ja keine \u201efalschen Fragen\u201c<br \/>\nzulassen zu m\u00fcssen. \u201eSymptom, nicht Erkrankung\u201c.<\/p>\n<p>Hier und bei Karin Leukefeld ge\u00e4u\u00dfertes Lesen zwischen den Zeilen wird weiterhin abgeb\u00fcgelt und ignoriert und dann im Notfall bald mit Keulen wie \u201eVerschw\u00f6rungstheorie\u201c abgetan.<br \/>\nUnd das nicht erst seit dem Syrienkrieg.<br \/>\nDas sp\u00e4testens seit dem 11. September 2001.<\/p>\n<p>Hat sich jemals ein \u201epolitischer Praktiker\u201c hierzulande zu manchen \u201ekongruenten Interessenslagen und sachdienlichen Hinweisen dazu\u201c seitdem ge\u00e4u\u00dfert?<\/p>\n<p>Der Mord am Thronfolger von \u00d6sterreich-Ungarn Franz Ferdinand\u00a0Carl Ludwig Joseph Maria\u00a0von \u00d6sterreich-Este am 28. Juni 2014 durch den serbischen Nationalisten Gavrilo Princip in Sarajewo l\u00f6ste die Julikrise aus, die dann zum 1. Weltkrieg f\u00fchrte. Der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings, der eine Ger\u00f6lllawine ins Tal donnern lie\u00df.<sup>18<\/sup><\/p>\n<p>In \u201e120 Anschl\u00e4gen pro Minute\u201c dokumentieren die Einst\u00fcrzenden Neubauten in \u201eLament \u2013 Klagelied:<br \/>\nDer 1. Weltkrieg\u201c den Verlauf dieses Krieges und den Kriegseintritt der verschiedenen Nationen.<br \/>\nJeder percussive Anschlag ist ein Tag im Kriegsverlauf 1914-18.<br \/>\n\u201eIhr m\u00fcsst verstehen: Jeder Schlag, den Ihr h\u00f6rt ist ein Tag im ersten Weltkrieg, an dessen Abend einmal mehr hunderte oder tausende von Toten zu beklagen sind\u201c,<br \/>\nwie Blixa Bargeld zur Erl\u00e4uterung vor dem St\u00fcck Ende 2014, also hundert Jahre danach sagt. Dass der Weltkrieg als erster Teil des Infernos der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts nicht am 11. November 1918, mit dem letzten Anschlag hier auf eines der Rohre endete, das haben wir erst sp\u00e4ter erfahren.<br \/>\nWissen wir es aber auch?<sup>19<\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>12.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a12\"><\/a>\u201eMan muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will. Alles verschwindet!\u201c<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Diesen Ausspruch des Malers Paul Cezanne aus der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts stellt Paul Virilio seiner 1991 erschienenen \u201e\u00c4sthetik des Verschwindens\u201c\u00a0 voran.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Unsichtbarkeit von Geschwindigkeit hat uns die F\u00e4higkeit zur Erinnerung genommen.<\/p>\n<p>Die Alltagserfahrung ist obligat \u2013 jemand hat etwas im Fernsehen gesehen, wei\u00df aber nicht mehr, was. Sehen nicht mehr als Begreifen und Wahrnehmung, sondern als Desinformation. Tempo als Ortlosigkeit.\u00a0\u201c<sup>20<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>So fasst Fritz J. Raddatz die Kerngedanken dieser \u00c4sthetik des franz\u00f6sichen Philosophen zusammen.<\/p>\n<p>Im Zeitalter des Smartphones sind wir da noch ein paar Schritte weiter als 1991.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEine weitere wichtige Frage von Virilios Medientheorie, neben der Dromologie, ist die Frage nach der Wahrnehmung. Die wesentliche These ist hierbei die Erlernbarkeit der Wahrnehmung und des Sehens und daraus folgend das Verlernen dieser Dinge durch die Geschwindigkeit der Medien.\u201c<sup>21<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Dies verdeutlicht jedoch auch, dass wir um das \u00dcberleben unserer selbst willen und als Species dieser Herausforderung begegnen m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen also diese Wahrnehmung lernen. Nicht das Medium Smartphone, das Harald Lesch da als \u201edigitalen Diktator\u201c<sup>22<\/sup> bezeichnet, soll uns beherrschen, sondern wir m\u00fcssen das Chaos der Tyrannis der Echtzeit und der damit implizierten Gleichzeitigkeit vieler Geschehnisse auf vielen (Ma\u00dfstab-)Ebenen beherrschen lernen.<br \/>\nUnd es ist eine ganz ma\u00dfgebliche Aufgabe politischer Entscheidungstr\u00e4ger, diese Prozesse der politischen Willensbildung im demokratischen Prozess \u2013 im Alltag eines funktionierenden Rechtsstaates zu steuern.<br \/>\nUnd die \u00f6ffentliche Meinung nicht hinter\u2019s Licht zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Auch Peter Weiss\u2019 1971 bis 1981 verfasste, die Geschichte des antifaschistischen Widerstands im dritten Reich schildernde \u201e\u00c4sthetik des Widerstands\u201c entwickelt anhand von Betrachtungen von Kunstwerken aus verschiedenen Epochen \u2013 \u201edes Pergamonaltars, G\u00e9ricaults \u201aFlo\u00df der Medusa\u2019 und Picassos \u201aGuernica\u2019 eine eigene \u201aKunst des Bilderansehns\u2019\u201c.<sup>23<\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>13.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a13\"><\/a>\u201eDie \u00c4sthetik des Aufdeckens\u201c und das \u201eMuseum des Unfalls\u201c<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Julian Assange und Chelsea Manning und andere \u201eWhistleblower\u201c \u2013 also \u201eFl\u00fcsterer unbequemer Wahrheiten\u201c begr\u00fcnden da ja eigentlich auch so etwas wie eine \u201eneue \u00c4sthetik des Aufdeckens\u201c, die weit aus dem Soufflesenkasten der politischen B\u00fchnen herausragt.<\/p>\n<p>Auch im Sinne des erweiterten Kunstbegriffes von Joseph Beuys sind ihre Arbeiten wichtiger Teil eines vom Architekten, Urbanisten und Philosophen Paul Virilio geforderten \u201eMuseums des Unfalls\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch glaube, da\u00df der Unfall f\u00fcr die menschliche Wissenschaft das ist, was die S\u00fcnde f\u00fcr die menschliche Natur war. Er stellt ein bestimmtes Verh\u00e4ltnis zum Tod dar, das hei\u00dft, er enth\u00fcllt die Identit\u00e4t des Objekts.&#8221;<sup>24<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Die Enth\u00fcllungen der Kleider der nackten Kaiser an den verschiedenen \u201epost-demokratischen H\u00f6fen\u201c und ihrer H\u00f6flinge und G\u00fcnstlinge bed\u00fcrfen jedoch auch strafrechtlicher Konsequenzen. Im jeweiligen nationalen wie im internationalen, also \u201eglobalen\u201c Rechtsraum.<br \/>\nDie Darstellung der einzelnen Kollektionen von \u201eDes Kaisers neuen Kleidern\u201c frei nach dem M\u00e4rchen von Hans-Christian Andersen ist da eher eine der vielen Aufgaben f\u00fcr ein Paul Virilio zu widmendes \u201eMuseum des Unfalls\u201c.<\/p>\n<p>Beides \u2013 die strafrechtliche Verfolgung wie die k\u00fcnstlerische Aufarbeitung k\u00f6nnten aber bald zumindest in Teilen geschehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 4.08%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>14.<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 95.92%; vertical-align: top;\"><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong><a id=\"a14\"><\/a>\u201eHumanismus oder Barbarei\u201c<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Titel hier greift dabei nat\u00fcrlich die ber\u00fchmte Entscheidungsfrage der 1871 in Zamo\u015b\u0107, im \u201eZwischenzustand\u201c des K\u00f6nigreichs Polen \/ Kongresspolen \/ Weichselland als Rozalia Luksenburg geborenen und am 15. Januar 1919 in Berlin von Freikorps-Offizieren ermordeten Rosa Luxemburg auf. <sup>25<\/sup><\/p>\n<p>\u201eSozialismus oder Barbarei\u201c ist aber auch urspr\u00fcnglich ein 1916 von ihr verfasster Text zur \u201eKrise der Sozialdemokratie\u201c. In den Wirren und Schlachten des Krieges sagt sie:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie b\u00fcrgerliche Staatskunst sitzt in der Klemme,<br \/>\nim eigenen Eisen gefangen;<br \/>\ndie Geister, die man rief,<br \/>\nkann man nicht mehr bannen.\u201c<sup>26<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Am 18. Dezember 2018 stellt der US-amerikanische, an der Universit\u00e4t Missouri (Kansas City) lehrende Wirtschaftswissenschaftler und Pr\u00e4sident des Instituts f\u00fcr langfristige Wirtschaftsentwicklung (ISLET) in New York City Michael Hudson\u00a0diese Frage erneut in den Raum.<sup>27<\/sup><\/p>\n<p>Befinden wir uns also in einer<br \/>\nVor- oder einer Nachkriegssituation?<br \/>\nOder \u201eirgendwo dazwischen\u201c?<br \/>\nBefinden wir uns in einer vor- oder einer nachrevolution\u00e4ren<br \/>\nSituation?\u00a0 Oder \u201eirgendwo dazwischen\u201c?<br \/>\nBefinden wir uns vor, in oder nach dem gro\u00dfen \u201eCrash\u201c?<\/p>\n<p>WAS IST ZU TUN?<\/p>\n<p>Sicher sind da auch b\u00fcrgerliche Kr\u00e4fte einzubinden. B\u00fcrgerliche Kr\u00e4fte, die leidvolle Erfahrungen mit den Versuchen des Sozialismus gemacht haben.<br \/>\nDennoch &#8211; auch Rosa Luxemburg betont 1916:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAber die deutsche Sozialdemokratie war nicht blo\u00df der st\u00e4rkste<br \/>\nVortrupp, sie war das denkende Hirn der Internationale.\u201c<sup>26<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Aufkl\u00e4rung und ihre viel beschworenen \u201eWerte\u201c sind denn auch Werte des Menschseins. Mithin des Humanismus. Und die Sozialdemokraten sind in Deutschland mindestens genauso traditionsreich wie die Liberalen.<\/p>\n<p>In seiner Weihnachtsansprache hat der Bundespr\u00e4sident davon gesprochen, dass man zur \u00dcberwindung der tiefen Gr\u00e4ben in der Gesellschaft vielleicht im Jahr 2019 einmal auf diejenigen zugehen sollte, die man vorher immer gemieden hat.<br \/>\nIhnen Geh\u00f6r schenken solle.<\/p>\n<p>Als langj\u00e4hriger Sozialdemokrat ist Frank-Walter Steinmeier ja von Amts wegen als Staatsoberhaupt und zw\u00f6lfter Bundespr\u00e4sident der Bundesrepublik durchaus \u00e4hnlich wie der urspr\u00fcnglich konservative Sprecher John Bercow im britischen Unterhaus einer gewissen Neutralit\u00e4t verpflichtet.<br \/>\nWas Bercow im Zuge des Brexit und Mays Scharaden dazu derzeit auch manchmal sehr schwer f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Insofern \u2013 vielleicht findet der Bundespr\u00e4sident ja mal Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch. Vielleicht gemeinsam mit Susi Neumann und Marco B\u00fclow. Unter Sozialdemokraten. Trotz alledem. Vielleicht ja auch dieses Gespr\u00e4ch gemeinsam mit Karin Leukefeld.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich geht es darum, \u00fcberhaupt das Thema der \u201esozialen Marktwirtschaft\u201c wieder neu zu bestimmen.<br \/>\nMit Blick von innen und au\u00dfen.<br \/>\nUnd dabei viele durchaus begr\u00fcndete Erfahrungswerte zu Wort kommen zu lassen. Stimmen anzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich gilt Frank-Walter Steinmeier als damaliger Chef des Bundeskanzleramtes unter Gerhard Schr\u00f6der auch als eine der ma\u00dfgeblichen Stimmen beim \u201eNein! \u2013 Non!\u201c zwischen Deutschland und Frankreich zur Teilnahme am Angriff der \u201eKoalition der Willigen\u201c 2003 auf den Irak. Wo ja seinerzeit die Partnerschaft zwischen Kanzler Gerhard Schr\u00f6der und dem franz\u00f6sischen Staatspr\u00e4sidenten Jacques Chirac, der sich vor den Korruptionsvorw\u00fcrfen aus seiner Zeit als Pariser B\u00fcrgermeister in den \u00c9lys\u00e9e-Palast gerettet hatte funktionierte.<\/p>\n<p>Was ihm in Frankreich jedoch nur einen leichten Aufschub gew\u00e4hrte: 2011 wurde Chirac wegen Veruntreuung \u00f6ffentlicher Mittel und illegaler\u00a0Parteienfinanzierung\u00a0zu zwei Jahren Haft auf Bew\u00e4hrung\u00a0veurteilt. Und zumindest mit \u00e4hnlichen strafrechtlichen Verfahren ist auch Nicolas Sarkozy derzeit konfrontiert. Da sollte aber noch Einiges dazukommen in seinem Falle.<\/p>\n<p>Vielleicht stirbt die Hoffnung auf Ver\u00e4nderung<br \/>\nund L\u00e4uterung ja doch zuletzt.<br \/>\nVielleicht ja auch dieses Gespr\u00e4ch mit Manaf Hassan.<br \/>\nUnd Manfred Hulverscheidt.<br \/>\nUnd Andreas Heil. Und Gabriele Baumann.<br \/>\nUnd Eddie Lange. Und Anthony Rieck.<br \/>\nUnd Heinz Peglau. Und Sava Stomporowski.<br \/>\nUnd Ludger Elmer. Und Andreas Schlutter.<br \/>\nUnd Franco Clemens. Und Sebastian K\u00f6pcke.<\/p>\n<p>Und manchen anderen,<br \/>\ndie hier genannt werden.<br \/>\nUnd die nicht genannt werden.<br \/>\nHier und vorher.<\/p>\n<p>Vielleicht eben auch als \u201erunder Tisch\u201c,<br \/>\nan dem manches langj\u00e4hrige parlamentarische und<br \/>\nregierungstechnische Tabu entschiedener er\u00f6rtert wird<br \/>\nals zuletzt auf den ausgebremsten mutlosen<br \/>\nPfaden der \u201eAlternativlosigkeit\u201c.<\/p>\n<p>Und wo dann auch pragmatischere L\u00f6sungen dargelegt werden k\u00f6nnen. Von den B\u00f6den der handfesten Tatsachen her.<\/p>\n<p>Vielleicht stirbt die Hoffnung auf Ver\u00e4nderung<br \/>\nund L\u00e4uterung ja doch zuletzt.<\/p>\n<p>\u201eIch warte.\u201c<br \/>\n\u201e\u2013 immer noch\u201c.<sup>28<\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a id=\"a15\"><\/a>Anmerkungen<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li>Zwei Rezensionen im \u201esocialnet\u201c und in \u201ekritisch-lesen.de: <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.socialnet.de\/rezensionen\/23597.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.socialnet.de\/rezensionen\/23597.php<\/a> , <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.kritisch-lesen.de\/rezension\/vom-lokalen-aufstand-zum-internationalen-krieg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.kritisch-lesen.de\/rezension\/vom-lokalen-aufstand-zum-internationalen-krieg<\/a>,<\/li>\n<li>\u201eFl\u00e4chenbrand\u201c \u2013 \u201eSyrien, Irak, die arabische Welt und der islamische Staat\u201c, Karin Leukefeld, \u00a9 2015\/ 2017 by PapyRossa Verlags GmbH &amp; Co.KG, K\u00f6ln; S. 224 <a title=\"\" href=\"http:\/\/shop.papyrossa.de\/Leukefeld-Karin-Flaechenbrand\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/shop.papyrossa.de\/Leukefeld-Karin-Flaechenbrand<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/deutschland-welt\/deutschland-welt-politik_artikel,-moskau-stoppt-erdogan-_arid,1794991.html?fbclid=IwAR0ZoQkdtlpjwJySh_Ks_QSaUDlWm0LEKUFJCx0k3SDeKEi27-Wxo520AEg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.weser-kurier.de\/deutschland-welt\/deutschland-welt-politik_artikel,-moskau-stoppt-erdogan-_arid,1794991.html?fbclid=IwAR0ZoQkdtlpjwJySh_Ks_QSaUDlWm0LEKUFJCx0k3SDeKEi27-Wxo520AEg<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Aussenpolitik-mit-falschen-Annahmen-und-vorsortierten-Informationen-3367942.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Aussenpolitik-mit-falschen-Annahmen-und-vorsortierten-Informationen-3367942.html<\/a><\/li>\n<li>\u201eFl\u00e4chenbrand\u201c &#8211; S. 27-28<\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/magazine\/2007\/03\/05\/the-redirection\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.newyorker.com\/magazine\/2007\/03\/05\/the-redirection<\/a><\/li>\n<li>\u201eFl\u00e4chenbrand\u201c \u2013 S. 157-158<\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bandar_ibn_Sultan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bandar_ibn_Sultan<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/sipri-waffenhandel-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/sipri-waffenhandel-101.html<\/a><\/li>\n<li>\u201eFl\u00e4chenbrand\u201c \u2013 S. 294-296<\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.polemia.com\/les-chemins-de-damas-de-christian-chesnot-et-georges-malbrunot\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.polemia.com\/les-chemins-de-damas-de-christian-chesnot-et-georges-malbrunot\/<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/sudan-krise-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/sudan-krise-101.html<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.woahworld.com\/video?v=cIAtMPt8UE4&amp;requestid=Fh6Rfsu0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.woahworld.com\/video?v=cIAtMPt8UE4&amp;requestid=Fh6Rfsu0<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/syrien-wiederaufbau-eines-zerst%C3%B6rten-landes\/a-46792539\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dw.com\/de\/syrien-wiederaufbau-eines-zerst%C3%B6rten-landes\/a-46792539<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4559&amp;page=4#a8\">https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4559&amp;page=4#a8<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.cbsnews.com\/news\/liz-cheney-says-she-strongly-opposes-trump-on-syria-afghanistan\/?fbclid=IwAR3_gWx6lnyk0l7DSUWCYzoM9loV92QHV4jXo6qJz__U0cm6u-zMyf6GvaY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.cbsnews.com\/news\/liz-cheney-says-she-strongly-opposes-trump-on-syria-afghanistan\/?fbclid=IwAR3_gWx6lnyk0l7DSUWCYzoM9loV92QHV4jXo6qJz__U0cm6u-zMyf6GvaY<\/a> und <a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4559&amp;page=2#a5\">https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=4559&amp;page=2#a5<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/plus\/mouawiya-syasneh-der-junge-mit-dem-der-syrienkrieg-begann-a-00000000-0002-0001-0000-000158024647?fbclid=IwAR2SouhkSMX9elHONUBJA70ZfNvWXO6oeWPGxu45P8slSeJ22PolV24Kmdk\" target=\"_blank\" 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rel=\"noopener\">https:\/\/www.grin.com\/document\/101422<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.woahworld.com\/video?v=6wLlWWp8Vcg&amp;utm_source=cr&amp;utm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.woahworld.com\/video?v=6wLlWWp8Vcg&amp;utm_source=cr&amp;utm<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/villa-le-guadalupe.com\/news\/die-aesthetik-des-widerstands-100-jahre-peter-weiss\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/villa-le-guadalupe.com\/news\/die-aesthetik-des-widerstands-100-jahre-peter-weiss\/<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2018-09\/paul-virilio-nachruf?page=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2018-09\/paul-virilio-nachruf?page=1<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rosa_Luxemburg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rosa_Luxemburg<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.mlwerke.de\/lu\/luf_1.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.mlwerke.de\/lu\/luf_1.htm<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"https:\/\/rosa-luxemburg-konferenz.de\/de\/berichte-2019\/832-sozialismus-oder-barbarei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/rosa-luxemburg-konferenz.de\/de\/berichte-2019\/832-sozialismus-oder-barbarei<\/a><\/li>\n<li><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.woahworld.com\/video?v=b831nCMRI4Y&amp;requestid=dlXViHS8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.woahworld.com\/video?v=b831nCMRI4Y&amp;requestid=dlXViHS8<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4817 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ 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