{"id":3904,"date":"2017-10-03T16:34:38","date_gmt":"2017-10-03T14:34:38","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=3904"},"modified":"2017-10-05T10:46:01","modified_gmt":"2017-10-05T08:46:01","slug":"heiner-flassbeck-die-marktwirtschaft-des-21-jahrhunderts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=3904","title":{"rendered":"Heiner Flassbeck: \u201eDie Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/wp-content\/uploads\/9783938060544.jpg\" alt=\"\" width=\"245\" height=\"381\" \/>Irgendwie habe ich von dem <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/die-marktwirtschaft-des-21-jahrhunderts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Buch von Flassbeck<\/a> erfahren, das \u2013 obwohl erst Auflage 2010 \u2013 nur mehr im Antiquariat zu finden war.<br \/>\nMeiner Meinung nach ist Flassbeck einer der besten \u00d6konomen, die wir in Deutschland haben, und in diesem Buch \u2013 wie auch in seinen Vortr\u00e4gen \u2013 h\u00e4lt er ein eindringliches Pl\u00e4doyer gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik.<\/p>\n<p>Lesen Sie dieses Buch daher NICHT, wenn Sie glauben dass<\/p>\n<ul>\n<li>Export\u00fcbersch\u00fcsse immer was Positives sind<\/li>\n<li>dass die Staaten in Krisen zuerst das Vertrauen der Finanzm\u00e4rkte zur\u00fcckgewinnen m\u00fcssen<\/li>\n<li>h\u00f6here L\u00f6hne automatisch zu mehr Arbeitslosigkeit f\u00fchren<\/li>\n<li>die M\u00e4rkte schon immer den richtigen Preis finden<\/li>\n<li>eine Flexibilisierung der Arbeitsm\u00e4rkte Vollbesch\u00e4ftigung schafft<\/li>\n<li>man auf deregulierte Finanzprodukte nicht verzichten kann weil sonst das Geld woanders hinflie\u00dft<\/li>\n<li>Steuersenkungen das richtige Mittel sind f\u00fcr Wachstum<\/li>\n<li>die Leistungstr\u00e4ger nicht durch hohe Abgaben \u00fcberfordert werden d\u00fcrfen<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eingangs zitiert er aus der Regierungserkl\u00e4rung von Angela Merkel im Herbst 2009 wonach das Wachstum durch Steuersenkungen und B\u00fcrokratieabbau erreicht werden soll \u2013 ein Armutszeugnis.<br \/>\n\u201eEs geht nicht mehr um die Teilhabe der Menschen am Fortschritt, sondern es geht nur noch darum, dass der \u201eLeistungstr\u00e4ger\u201c angemessen entlohnt wird und der Rest nicht vollst\u00e4ndig unter den Tisch f\u00e4llt\u201c<br \/>\nAls Ursachen f\u00fcr die seit ca. 20 Jahren dominierende Wirtschaftspolitik sieht er neben der Macht des Geldes vor allem den Niedergang der Gewerkschaften, die Unf\u00e4higkeit der Linken eine alternative Politik zu definieren, das einseitige Weltbild der \u00d6konomen und das ideologisch dauernde Wiederholen der neoklassischen Prinzipien.<\/p>\n<h4>Stichwort Export\u00fcbersch\u00fcsse<\/h4>\n<p>Speziell in Deutschland wurde und wird das Wachstum nur \u00fcber den Export erm\u00f6glicht und kaum jemand sieht die negativen Folgen f\u00fcr die \u00fcbrigen Eurol\u00e4nder aber letztendlich auch f\u00fcr Deutschland.<br \/>\nDeutschland verschafft sich auf Kosten der anderen W\u00e4hrungspartner Marktvorteile. Man h\u00e4tte eine sog. Lohnregel einf\u00fchren m\u00fcssen wonach die L\u00e4nder in einen Fond einzahlen m\u00fcssen, die das Inflationsziel unterschreiten wie Deutschland.<br \/>\nWenn die Bundesrepublik den anderen EU-L\u00e4ndern keine Chance gibt, ihre Schulden zur\u00fcckzuzahlen, weil es seine \u00dcbersch\u00fcsse verteidigt, werden sie ihre Schulden nicht zur\u00fcckzahlen k\u00f6nnen und das Handelssystem kollabiert.<br \/>\nDer R\u00fcckzug des Staates muss gestoppt werden, und der Staat muss f\u00fcr Vollbesch\u00e4ftigung sorgen und nicht eine Flexibilisierung der Arbeitsm\u00e4rkte zu Gunsten der Unternehmen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h4>Finanzkrise<\/h4>\n<p>Der Hype um die Finanzm\u00e4rkte und deren Versprechen einer 25%igen Rendite hat die Finanzkrise ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt. Es wurden keine realen Werte geschaffen wie sie durch Investitionen in Betriebe erfolgen, sondern reine Casinospekulation wie bei einem Schneeballsystem.<br \/>\nAnhand der Beispiele Islands und Ungarn zeigt Flassbeck wie durch W\u00e4hrungsspekulation eine Aufwertung der nationalen W\u00e4hrungen passierte und in Folge dessen es zu einem Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen kam und Sparprogramme aufgelegt wurden um die Finanzm\u00e4rkte zu \u00fcberzeugen dass die W\u00e4hrung stabilisiert werden kann.<br \/>\nF\u00fcr einige Zeit lassen sich Preise (H\u00e4user, \u00d6l, Nahrungsmittel) so nach oben treiben und von der Wirklichkeit entfernen, dass Scheingewinne entstehen.<br \/>\nV\u00f6llig irre ist der Fall Goldman Sachs die unter Beteiligung eines Hedgefonds ein mieses Finanzprodukt zusammengestellt haben das dann mit einer positiven Bewertung der Ratingagentur deutschen Landesbanken untergejubelt wurde w\u00e4hrend der Hedgefonds auf den Totalverlust des Papiers wettete; gegen die Zahlung von 500 Mio. Dollar wurde das Verfahren durch US-Gerichte eingestellt.<br \/>\nZweistellige Gewinne wie bei Banken gibt es nur bei Gl\u00fccksspielen und mit viel Risiko und auch nicht dauerhaft.<\/p>\n<p>Noch gef\u00e4hrlicher ist das Thema Nahrungsmittelspekulation da dadurch besonders arme L\u00e4nder unter den hohen Preisen leiden die durch die Spekulation derer erzeugt werden die gar kein Interesse an diesen Lebensmitteln haben.<\/p>\n<h4>Sozial- und Armutskrise<\/h4>\n<p>Seit Mitte der 90er Jahre gehen die Reall\u00f6hne immer weiter zur\u00fcck weil die Politik uns eingetrichtert hat, dass die Besch\u00e4ftigungsprobleme in Deutschland gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, wenn wir auf Lohnzuw\u00e4chse (Produktivit\u00e4t und Inflationsausgleich) verzichten.<br \/>\nDiese Theorie ist falsch. Das Einzige was man damit erreicht hat ist der Exportboom \u2013 der private Konsum ist gesunken obwohl man den Arbeitsmarkt flexibilisiert hat.<br \/>\nBesch\u00e4ftigung und Investitionen laufen gleich:<br \/>\n\u201ewann immer die Unternehmen investieren, stellen sie auch mehr Arbeitskr\u00e4fte ein und wann immer die Unternehmen Investitionen abbauen m\u00fcssen auch die Arbeitspl\u00e4tze dran glauben\u201c<br \/>\nFalsch ist auch, die Arbeitslosigkeit mit Arbeitszeitverk\u00fcrzungen oder mit Lohnk\u00fcrzungen zu bek\u00e4mpfen da damit ein negativer Effekt des privaten Konsums erzielt wird.<br \/>\nDer Staat m\u00fcsste mit Mindestl\u00f6hnen daf\u00fcr sorgen dass die unteren Einkommensbezieher wieder eine produktivit\u00e4tsorientierte Lohnanpassung erhalten \u2013 doch dagegen steht die Ideologie, dass steigende L\u00f6hne unmittelbar Arbeitspl\u00e4tze vernichten.<br \/>\nBereits 2010 pl\u00e4diert Flassbeck f\u00fcr einen Mindestlohn von 10-12 \u20ac, damit jeder die M\u00f6glichkeit hat, am Zuwachs des allgemeinen Lebensstandards teilzuhaben. Ansonsten wird die Marktwirtschaft f\u00fcr den Einzelnen sinnlos und radikalen Politikern wird T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<h4>Handelskrise<\/h4>\n<p>Das Dogma des Freihandels mit dem der Wohlstand erkl\u00e4rt wird, ist insbesondere f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder die falsche Doktrin.<br \/>\nWenn ein Land mangels Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch den Freihandel dazu gezwungen wird, sich von ausl\u00e4ndischen G\u00fctern \u00fcberschwemmen zu lassen (wie in vielen afrikanischen Staaten) dann werden die eigenen Produktionsstrukturen zusammenbrechen und es bleibt nur die Abwertung der eigenen W\u00e4hrung, um seine Auslandsschulden zu entwerten.<\/p>\n<h4>Handel und Entwicklung<\/h4>\n<p>Kritik an den Nahrungsmittelexporten in Entwicklungsl\u00e4nder<br \/>\nBeispiel Lateinamerika: wo liberalisiert und privatisiert wurde auf Druck vom IWF und der Weltbank und der Lebensstandard trotzdem nicht gestiegen ist.<br \/>\nEuro<br \/>\nVorteile des Euros wurden \u00fcbersch\u00e4tzt \u2013 schon vorher gab es stabile W\u00e4hrungsverh\u00e4ltnisse in Europa (EWS)<br \/>\nGeburtsfehler des Euro war die Konzentration auf die Staatsschulden \u2013 wichtiger w\u00e4re es gewesen, die Zahlungsbilanzen und die Ungleichgewichte in der Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu definieren. Vergleiche unterschiedlicher Staaten mit Staatsschulden und Zinssatz f\u00fcr Anleihen.<br \/>\nW\u00e4hrung hat etwas mit Ausgleich zu tun \u2013 Wechselkurs\u00e4nderungen braucht man um Ausgleich zu schaffen zwischen L\u00e4ndern mit hoher Inflation oder st\u00e4rker steigenden L\u00f6hnen. Europa braucht eine koordinierte Lohnpolitik.<br \/>\nWer wie Deutschland dauernd Marktanteile gewinnt, kann nicht Konkurs gehen und wird als kreditw\u00fcrdig eingestuft, egal wie hoch sein Staatsdefizit ist.<\/p>\n<h4>Klimakrise<\/h4>\n<p>Wachstum von Ideen, M\u00f6glichkeiten \u2013 Wachstum ist was die Gesellschaft w\u00fcnscht auch mehr saubere Luft \u2013 W\u00fcnscht sie mehr Umweltschutz f\u00fchrt das auch zu mehr Arbeitspl\u00e4tzen \u2013 kein Konflikt \u00d6konomie und \u00d6kologie.<br \/>\n\u201eWenn die Menschen sich nicht abgew\u00f6hnen, auch die kleinsten Annehmlichkeiten ihres Lebens als das Wichtigste \u00fcberhaupt anzusehen, wird es schwer, L\u00f6sungen zu finden\u201c<\/p>\n<h4>Besch\u00e4ftigung und Strukturwandel<\/h4>\n<p>Berufliche Anerkennung wichtig, Angst vor Verlust Arbeitsplatz \u2013 Lebensplanung wird zerst\u00f6rt. Wichtig Vollbesch\u00e4ftigung \u2013 dann ist Strukturwandel besch\u00e4ftigungsneutral. Soziale Absicherung statt H\u00e4rten bei Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<h4>Schuldenkrise<\/h4>\n<p>Wenn einer Schulden macht muss ein Anderer sparen.<br \/>\nUmgekehrt: ich kann nicht sparen und Zinsen erwarten, wenn nicht jemand Geld von der Bank aufnimmt als Schulden um Ausgaben zu t\u00e4tigen und zu investieren.<br \/>\nVolkswirtschaft ist etwas v\u00f6llig anderes als Betriebswirtschaft \u2013 staatliche Schulden belasten nicht k\u00fcnftige Generationen.<br \/>\nSchuldenbremse einf\u00fchren aber Steuersenkungen versprechen \u2013 Einsparungen aber \u00fcber R\u00fcckbau Sozialstaat.<br \/>\nBanken haben nur Servicefunktion und sind Kreditvermittler im Auftrag des Staates. Staat muss auch f\u00fcr Stabilisierung der Wirtschaft durch h\u00f6here \u00f6ffentliche Defizite sorgen. Skandal, dass Bank-Volkswirte die von Staaten gerettet wurden, \u00fcber die Pleite von Staaten reden.<\/p>\n<p>Ein Staat wird deshalb zahlungsunf\u00e4hig, wenn die Liquidit\u00e4t in fremder W\u00e4hrung knapp wird, das Land aber wegen gro\u00dfem Leistungsbilanzdefizit auf diese W\u00e4hrung angewiesen ist.<\/p>\n<h4>Leistungstr\u00e4ger<\/h4>\n<p>Senkung der Steuern f\u00fcr die Leistungstr\u00e4ger, das sind die Menschen, die gerne ihr Bestes geben, aber unter der Steuerlast so leiden, dass sie viel weniger Leistung erbringen als zu erwarten w\u00e4re.<br \/>\nWenn man aber die Leistungstr\u00e4ger immer mehr entlastet, woher kommt dann das Geld f\u00fcr staatliche Infrastruktur, dann zahlen die Armen diese.<\/p>\n<h4>Der Staat wird gebraucht<\/h4>\n<p>Ideologie \u2013 m\u00e4chtige Interessengruppen wollen Staat reduzieren, deshalb Credo, Abgabenlast ist zu hoch und Schulden zu hoch.<br \/>\nIdeologie scheitert nicht an Argumenten (man will ja nicht wissen, was falsch ist oder richtig) sondern an der Wirklichkeit.<\/p>\n<h4>Die \u00d6konomen finden niemals die richtige Antwort<\/h4>\n<p>Seit 1997 \u2013 B\u00fcndnis f\u00fcr Arbeit \u2013 stiegen die L\u00f6hne nur noch halb so stark wie vorher unter Mithilfe der Gewerkschaften.<br \/>\nWenn G\u00fcter, die vorher in anderen L\u00e4ndern produziert wurden, jetzt in Deutschland produziert werden, aber immer noch in Frankreich etc. konsumiert werden, hat sich der Handel ausgeweitet, die gesamte Produktion nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<h4>Der falsche Lohn<\/h4>\n<p>In einer Rezession sind Lohnsenkungen der falsche Weg weil dann die Nachfrage der privaten Verbraucher noch mehr einbricht.<\/p>\n<h4>Der falsche Wechselkurs<\/h4>\n<p>W\u00e4hrungsspekulation auf dem R\u00fccken der Entwicklungsl\u00e4nder.<\/p>\n<h4>Dogma: Der Markt findet immer die richtigen Preise<\/h4>\n<p>Man leiht sich Geld zu 1% in Japan, tauscht die Yen in isl\u00e4ndische Kronen um und erh\u00e4lt 10% Zinsen, weil Inflationsrate hoch, dadurch steigt der Wechselkurs der Krone zum Yen. Dadurch wird der R\u00fcckumtausch in Yen noch attraktiver. Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch dauernde Aufwertung gef\u00e4hrdet da f\u00fcr Exporte durch hohe Inflation hohe Preise verlangt werden m\u00fcssen und Defizite in der Leistungsbilanz entstehen.<\/p>\n<h4>Der falsche Zins<\/h4>\n<p>Beispiel Ghana: IWF und Weltbank haben dem westafrikanischen Land die Privatisierung von Banken vorgeschrieben und die 7 Banken aus westlichen Banken verlangten Kreditzinsen von 25-36% bei 10% Inflation, die Zentralbank verlangte von den Banken Zinsen von 12 %. Da sich normale Kleinunternehmer oder Betriebe diese Zinss\u00e4tze nicht leisten konnten, wurden Kredite prim\u00e4r an den Staat vergeben. Man nimmt also Geld von der Zentralbank, also vom Staat zu g\u00fcnstigen Zinsen und verleiht das Geld zu doppelt so hohen Zinsen wieder an den Staat von dem man es bekommen hat \u2013 das ist Wettbewerb.<br \/>\nFrage: wie kann es gelingen, praktisch alle Lebensbereiche von einem System Markt zu beherrschen und wenn das System installiert ist, fragt man sich nicht mehr ob die Ergebnisse die man erzeugt hat, funktionieren \u2013 Bsp. Griechenland.<br \/>\nAnstieg Sparquote f\u00fchrt nicht wie in der neoklassischen Welt zu mehr Investitionen sondern zu geringerer Nachfrage und damit zu weniger Investitionen. Zins wird nicht am Kapitalmarkt gebildet sondern via kurzfristigem Zins von den Notenbanken festgesetzt.<br \/>\nNotenbanken k\u00f6nnen nur \u00fcber Zins die Inflation in Schach halten.<\/p>\n<h4>Der falsche Rohstoffpreis<\/h4>\n<p>Die Deutsche Bank ist einer der gr\u00f6\u00dften Zuckerh\u00e4ndler weltweit \u2013 Spekulation auf steigende Preise.<br \/>\nMenschen k\u00f6nnen aber nicht oder nicht schnell genug auf hohe Nahrungsmittelpreise reagieren \u2013 Asien \u2013 statt Reis Kartoffeln<br \/>\nIn einer Wirtschaft die j\u00e4hrlich um ca. 2% w\u00e4chst kann nicht das Finanzsystem Renditen in 2-stelliger H\u00f6he erwirtschaften ohne die Schwachen im System zu sch\u00e4digen. Fossile Rohstoffe &#8211; Preis den es f\u00fcr die Verhinderung des Klimawandels gibt, wird den Zufallsschwankungen Spekulation von Finanzm\u00e4rkten \u00fcberlassen.<br \/>\nKonsequenz: Handel mit Derivaten auf Nahrungsmittel und \u00d6l verbieten.<br \/>\nVersagen der Ordnungspolitik<\/p>\n<h4>Der Wettbewerb als Dogma<\/h4>\n<p>Wettbewerb ist nicht Stra\u00dfenkampf \u2013 gleiche Voraussetzungen n\u00f6tig und nicht, dass jeder festlegt unterwelchen Bedingungen er spielen m\u00f6chte.<br \/>\nSollen diejenigen belohnt werden, die Hungerl\u00f6hne zahlen, den Staat schr\u00f6pfen und dann nach staatlichen Rettungsprogrammen rufen?<br \/>\nWettbewerb ist nur dann gut, wenn jeder eine faire Chance hat, einmal zu gewinnen und nicht dauernder Druck \u2013 L\u00f6hne, Kosten der Lieferanten usw. nach unten.<\/p>\n<p>Wettbewerb auf Staatenebene: beste Standortbedingungen d.h. keine Steuern, keine Regulierung gef\u00e4hrlicher Produkte, Flexibilisierung Arbeitsmarkt, kein K\u00fcndigungsschutz, keine Mindestl\u00f6hne, niedrige Lohnnebenkosten \u2013 woher kann dann die Infrastruktur des Staates und die soziale Sicherung finanziert werden?<\/p>\n<h4>Antworten<\/h4>\n<p>Ideologien der deutschen Wirtschaftspolitik der letzten 30 Jahre sind gescheitert.<br \/>\nWirtschaftswunder wurden durch Regulierung der Finanzm\u00e4rkte erm\u00f6glicht.<\/p>\n<ul>\n<li>Beendigung der Spekulation mit W\u00e4hrungen<\/li>\n<li>W\u00e4hrungssystem handelsneutral zu machen, die nur den Inflationsdifferenzen der L\u00e4nder folgen.<\/li>\n<li>Euro-L\u00e4nder an den Lohn-St\u00fcckkosten ausrichten um Handelsbilanz\u00fcberschuss Deutschlands zu reduzieren.<\/li>\n<li>Trennbankensystem (Glass-Stegall-Act) einf\u00fchren \u201eDie gleichen Banken, die von der Zentralbanken und EZB g\u00fcnstigst mit Liquidit\u00e4t versorgt werden, gehen dann mit diesem Geld ins Kasino zum Zocken und spekulieren gegen die gleichen Staaten, die sie mit Geld versorgt haben und wenn sie pleitegehen, schreien sie wieder nach dem Staat der sie retten soll\u201c<\/li>\n<li>Teilhabe aller Menschen am Fortschritt<\/li>\n<li>Gefahr des Rechtsextremismus, wenn die sozialen Ungleichgewichte immer gr\u00f6\u00dfer werden dass man dann nationale Ideen mit neuen sozialen Ideen verbindet (dann braucht man nur noch eine charismatische F\u00fchrerfigur) und es wird gef\u00e4hrlich.<br \/>\nWenn die Demokratie nicht in der Lage ist komplexe wirtschaftliche Probleme zu l\u00f6sen, werden die Menschen Rattenf\u00e4ngern hinterherlaufen die einfache Erkl\u00e4rungen anbieten. 10 Jahre Stagnation und Deflation. Die Deflation in den 30er-Jahren hat ma\u00dfgeblich zum Nationalsozialismus gef\u00fchrt.<br \/>\nWirklicher Wettbewerb ist nicht Wetteifer darum wer seinen B\u00fcrgern gr\u00f6\u00dferes Leid abverlangen kann, sondern Wettbewerb um Innovationen.<\/li>\n<li>Renten auf richtige Grundlagen stellen<br \/>\nwer formal das Renteneintrittsalter hoch setzt, de facto aber weit darunter bleibt, k\u00fcrzt nur die Renten und erreicht nichts.<br \/>\ngr\u00f6\u00dftes Problem hinter den Rentenk\u00fcrzungen sind die zu geringen L\u00f6hne und die schw\u00e4chere Nachfrage daraus.<\/li>\n<li>Wettkampf der Nationen beenden<br \/>\nRattenrennen der Nationen wo dauernd irgendeine Nation zu Sieger erkl\u00e4rt wird und andere permanent zum Verlierer \u2013 wer immer verliert, macht irgendwann nicht mehr mit.<br \/>\nwenn die G\u00fcter des Verlierers nicht mehr gekauft werden sondern die des Siegers, muss er sich verschulden um die G\u00fcter des Siegers zu kaufen.<br \/>\nTeufelskreislauf nach unten beginnt<br \/>\nGl\u00e4ubiger bleiben auf faulen Krediten sitzen und muss dem Schuldner mit Stundung, verbesserten Zinsen oder Schuldenerlass entgegenkommen, um Totalausfall seiner Anspr\u00fcche zu vermeiden.<\/li>\n<li>Euroanleihe, kein Kaputtsparen der Defizitl\u00e4nder der \u00f6ffentlichen Haushalte um Deflation zu vermeiden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwei Themen sind mir in dem Buch von Flassbeck aber doch zu kurz gekommen oder gar nicht thematisiert worden: Das ist zum einen die Steuervermeidung durch Gro\u00dfkonzerne und Superreiche und zum anderen die Ausbeutung von Entwicklungsl\u00e4ndern bei billigen Arbeitskr\u00e4ften und Rohstoffen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Im Online-Buchhandel ist das Buch als vergriffen gekennzeichnet, allerdings ist die eBook-Ausgabe f\u00fcr 9,99 \u20ac verf\u00fcgbar. Auf der <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/die-marktwirtschaft-des-21-jahrhunderts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verlagsseite<\/a> ist das Buch zum Preis von 22,95 \u20ac allerdings weiterhin lieferbar.<\/em><\/p>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3904 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3904')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3904').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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