{"id":3437,"date":"2016-12-15T09:25:27","date_gmt":"2016-12-15T08:25:27","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=3437"},"modified":"2023-04-08T22:29:43","modified_gmt":"2023-04-08T20:29:43","slug":"fuer-ein-europa-mit-mehr-zeit-zum-leben-lachen-und-lieben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=3437","title":{"rendered":"F\u00fcr ein Europa mit mehr Zeit zum Leben, Lachen und Lieben"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/csm_P1130971_4ba6028056.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/csm_P1130971_4ba6028056.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"270\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\"><br \/>Foto: AG ArbeitFairTeilen, Attac<\/p><\/div>\n<p><strong>von Christa Hourani<\/strong><\/p>\n<p>VertreterInnen von ca. 30 Organisationen aus Gewerkschaften, NGOs, Kirchen, Politik und Wissenschaft aus sieben L\u00e4ndern trafen sich Ende Oktober auf Initiative der <a href=\"http:\/\/www.attac-netzwerk.de\/ag-arbeitfairteilen\/startseite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Attac-AG ArbeitFairTeilen<\/a> u.a. mit Unterst\u00fctzung der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu einer Tagung in Br\u00fcssel und gr\u00fcndeten ein informelles Netzwerk. Ziel der Tagung war und ist, eine gemeinsame Initiative zur Reduzierung der Arbeitszeit in Europa ins Leben zu rufen. Das ist auch gelungen. Es wurde beschlossen, im n\u00e4chsten Jahr einen Workshop mit mehr beteiligten Organisationen aus noch mehr europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zu organisieren, um konkrete Verabredungen zu treffen. <!--more--><\/p>\n<h4>Neue Arbeitszeitverk\u00fcrzungen mehr als dringlich<\/h4>\n<p>Damit wurde in Br\u00fcssel der Grundstein gelegt f\u00fcr eine neue Forderung in der europ\u00e4ischen Bewegung, die f\u00fcr ein emanzipatorisches, soziales und \u00f6kologisches Europa k\u00e4mpft: Weniger Arbeiten, damit alle arbeiten und besser leben k\u00f6nnen. Das Treffen fand in einer schwierigen Zeit statt, da Politik und Kapital eher auf Arbeitszeitverl\u00e4ngerung und maximale Flexibilisierung setzen. Angesichts von 30 Mio. Erwerbslosen in Europa, darunter viele junge Menschen, ist die Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit dringlich und spielt in der gesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Debatte in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern eine zunehmende Rolle. Urs\u00e4chlich hierf\u00fcr sind die arbeits- und lebensweltlichen Ver\u00e4nderungen: die Produktivit\u00e4tssteigerungen und der steigende Stress einerseits und die Anspr\u00fcche an gute Arbeit und sinnerf\u00fclltes Leben andererseits. Neben dem Lohn ist die Arbeitszeit die entscheidende Stellschraube in der Verteilungsfrage. Die Tatsache, dass der 8-Stunden-Tag in vielen L\u00e4ndern vor 100 Jahren gesetzlich eingef\u00fchrt, die 5 Tage-Woche vor ca. 50 Jahren tariflich durchgesetzt wurde, und seit dem nicht viel geschah, macht es mehr als notwendig, nun die n\u00e4chsten gro\u00dfen Schritte in Richtung Verk\u00fcrzung der Erwerbsarbeitszeit zu gehen. Als Ziele werden die \u00dcberwindung der Erwerbslosigkeit, die Geschlechter- und Verteilungsgerechtigkeit, sowie der Klima- und Ressourcenschutz genannt. Die Teilnehmenden haben verabredet, die Debatte intern und \u00f6ffentlich fortzusetzen und alle Ma\u00dfnahmen zu diskutieren, zu f\u00f6rdern und zu koordinieren, die dem Ziel n\u00fctzen werden.<\/p>\n<h4>Viele Organisationen sind bereits aktiv f\u00fcr Arbeitszeitverk\u00fcrzung<\/h4>\n<p>Der Deutsche Frauenrat fordert z. B. seit 10 Jahren die 30-Stunden-Woche. An den Internationalen Frauentagen 2014 und 2015 hat er gemeinsam mit dem Bundesforum M\u00e4nner dazu aufgerufen, dass die Arbeitszeitverk\u00fcrzung wieder auf die politische Agenda muss und wir eine neue \u201eNorm\u201c einer 30 Stundenwoche brauchen, um alle Menschen im Erwerbsalter existenzsichernd besch\u00e4ftigen zu k\u00f6nnen \u2013 ohne Arbeitsverdichtung und erh\u00f6hten Leistungsdruck. Auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) hat bereits 2014 eine Arbeitszeitoffensive f\u00fcr eine 30-Stundenwoche bei vollem Lohn- und Personalausgleich beschlossen und fordert ein gesamtgesellschaftliches Projekt, in dem viele gesellschaftliche Akteure und die Zivilgesellschaft eingebunden werden. In vielen Einzelgewerkschaften gibt es auf Frauenseite klare Beschl\u00fcsse f\u00fcr die 30-Stundenwoche, so bei IGM, Verdi und GEW. Allerdings tun sich die Gesamtorganisationen schwer mit der 30 Stundenwoche. Da stehen Forderungen um flexible und mobile Arbeit, Bezahlung von \u00dcberstunden, k\u00fcrzere Arbeitszeit f\u00fcr besonders Belastete oder f\u00fcr besondere Lebenslagen auf der Tagesordnung. Anders sind einige Gewerkschaften in anderen L\u00e4ndern unterwegs. So z.B. die \u00d6sterreichische Gewerkschaft GPAdip \u2013 die mitgliederst\u00e4rkste Gewerkschaft innerhalb des \u00d6sterreichischen Gewerkschaftsbundes (\u00d6GB). Dort gibt es die Kampagne \u201ek\u00fcrzer Arbeiten \u2013 leichter Leben\u201c, die die Verk\u00fcrzung der Normalarbeitszeit beinhaltet oder die franz\u00f6sische CGT, die zweitgr\u00f6\u00dfte, sicher aber m\u00e4chtigste und politisch einflussreichste Gewerkschaft der franz\u00f6sischen Besch\u00e4ftigten. Ihr Generalsekret\u00e4r sieht als Antwort auf die digitale Revolution eine Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit auf 32 Stunden als das Mindeste, \u201eweniger w\u00e4re besser und w\u00fcrde helfen, diese Revolution zum Guten zu wenden.\u201c<\/p>\n<h4>Europaweite Bewegung<\/h4>\n<p>Diese Initiativen und Kampagnen zusammenzuf\u00fchren und zu koordinieren, dass eine europaweite Bewegung f\u00fcr k\u00fcrzere Arbeitszeiten entsteht, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Wichtig ist auch, das wurde auch auf der Tagung diskutiert, dass Teilzeitkr\u00e4fte, die gerne mehr arbeiten m\u00f6chten, aber keine Angebote finden, entsprechend ihre Arbeitszeit erh\u00f6hen k\u00f6nnen und damit auch ein Ausgleich bzw. eine Ann\u00e4herung der Arbeitszeiten der Voll- und Teilzeitbesch\u00e4ftigten einhergeht.<\/p>\n<p><em>Christa Hourani hat als Vertreterin der <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/gewlinke-info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken<\/a><\/em><br \/>\n<em>an dem Br\u00fcsseler Treffen teilgenommen. Die Ver\u00f6ffentlichung erfolgt mit Zustimmung der Autorin.<\/em><\/p>\n<p><em>Weitere Infos zu der Konferenz finden sich auf der Webseite der bundesweiten <a href=\"http:\/\/www.attac-netzwerk.de\/ag-arbeitfairteilen\/startseite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AG ArbeitFairTeilen<\/a> von Attac. In M\u00fcnchen gibt es dar\u00fcber hinaus einen lokalen <a href=\"http:\/\/www.attac-muenchen.org\/arbeitskreise\/ak-arbeitfairteilen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitskreis ArbeitFairTeilen<\/a>.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3437 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3437')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3437').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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