{"id":3133,"date":"2016-06-18T19:54:25","date_gmt":"2016-06-18T17:54:25","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=3133"},"modified":"2019-06-02T18:45:57","modified_gmt":"2019-06-02T16:45:57","slug":"die-verkuerzung-der-vollzeiterwerbstaetigkeit-als-gesamtgesellschaftliches-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=3133","title":{"rendered":"Die Verk\u00fcrzung der Vollzeiterwerbst\u00e4tigkeit als gesamtgesellschaftliches Projekt"},"content":{"rendered":"<p><em>Anl\u00e4sslich der Diskussionsveranstaltung <a href=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?event=30-stunden-woche\">30-Stunden-Woche \u2013 Ein Einstieg in ein fortschrittliches Projekt in Europa?<\/a> am 22.06.2016 ver\u00f6ffentlichen wir hier einige interessante Beitr\u00e4ge zum Thema Arbeitszeit bzw. Verk\u00fcrzung der Vollarbeitszeit. Den Anfang machen wir mit einem Beitrag der Sozialwissenschaftlerin und Autorin Gisela Notz, urspr\u00fcnglich <\/em><em>im M\u00e4rz 2013 <\/em><em>erschienen in <a href=\"http:\/\/www.lunapark21.net\/heft-21-kapital-arbeitszeit\/\" target=\"_blank\">Lunapark21 \u2013 Heft 21<\/a>.<\/em><\/p>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/kurze-Vollzeit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/kurze-Vollzeit.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"227\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Grafik: Initiative &#8220;Arbeitszeitverk\u00fcrzung jetzt!&#8221;<\/p><\/div>\n<p><strong>von Gisela Notz<\/strong><\/p>\n<p>\u201eFreiheit f\u00fcr die Frauen, Freiheit f\u00fcr das Volk \u2013 durch eine Neuorganisierung des Haushaltes und der Industrie.\u201c Das war das Motto der Frauen um die Zeitung \u201eLa femme libre \u2013 Die freie Frau\u201c, die sie um 1832 in Frankreich herausbrachten. Neuorganisierung und Neuverteilung des Haushalts und in der Industrie, sprich der Arbeit im Beruf, auf Frauen und M\u00e4nner, also die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, davon erhofften sich die \u201eFreien Frauen\u201c mehr Freiheit f\u00fcr alle Menschen.<span id=\"more-1825\"><\/span><\/p>\n<p>Damals betrug der Arbeitstag in den Fabriken 12 bis 15 Stunden. Frauen und Kinder waren es vor allem, die die schlechtesten von den ohnehin schon schlechten Arbeitsbedingungen und die niedrigsten von den ohnehin niedrigen L\u00f6hnen zu ertragen hatten; bei ebenso langen Arbeitszeiten. Leider ist die gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit auch heute noch eine Utopie. Aber: Es ist eine konkrete Utopie, also keine wirklich unl\u00f6sbare Aufgabe. Mit der Umsetzung kann hier und jetzt begonnen werden. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Kleine Geschichte der Arbeitszeitverk\u00fcrzung<\/strong><br \/>\nDie Erwerbsarbeitszeiten sind seit dem 19. Jahrhundert Gegenstand dauernder gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Die Bestrebungen der Arbeiterbewegung richteten sich stets darauf, die betrieblichen Arbeitszeiten zu standardisieren und zu verk\u00fcrzen und den Arbeitstag ertr\u00e4glicher zu gestalten. Viele Arbeitsk\u00e4mpfe dienten diesem Ziel, auch wenn sie zun\u00e4chst verloren wurden. Wer kennt nicht das Bild der entschlossen dreinschauenden, streikenden Textilarbeiterinnen von Crimmitschau (Sachsen) von 1903\/04? F\u00fcnf Jahre nach Ende des Streiks wurde der Maximalarbeitstag in Sachsen auf zehn Stunden herabgesetzt.<\/p>\n<p>Von den arbeitenden M\u00e4nnern hatten sie wenig Unterst\u00fctzung zu erwarten. Die dachten vor allem an ihre bezahlte Arbeit. Ihr vordringlicher Wunsch war es, wie es aus einer Petition an Kaiser Wilhelm II. deutlich wird, \u201eso viel zu verdienen, dass wir unsere Familien ehrlich und ordentlich ern\u00e4hren k\u00f6nnen.\u201c Viele Arbeiterinnen lehnten schon damals die Alternative Berufs- oder Familienarbeit ab und auch f\u00fcr die meisten Arbeiter wurde die gew\u00fcnschte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung zum Problem, weil eine entsprechend bezahlte Arbeit schwer zu finden war. Von Seiten der Unternehmer wurde der Forderung nach einer allgemeinen Verk\u00fcrzung der Erwerbsarbeitszeit stets mit hinhaltendem Widerstand begegnet.<\/p>\n<p>Bis zum Ersten Weltkrieg pr\u00e4gte die Forderung nach dem 8-Stunden-Tag die Kundgebungen zum 1. Mai: Die Triade je acht Stunden Arbeit, Schlaf und Erholung sollte den Tag bestimmen. Wobei \u201eErholung\u201c f\u00fcr die Arbeiterin etwas anderes bedeutete, als f\u00fcr den Arbeiter. Den Unternehmern konnten nur schrittweise einzelne freie Stunden abgerungen werden. Die 54-Stunden-Woche galt zu Beginn des Ersten Weltkriegs schon als Fortschritt. Erst nach Ende des Krieges, mit der Revolution von 1918, wurde in Deutschland die Forderung nach einem \u201eNormalarbeitstag\u201c von 8 Stunden erf\u00fcllt. Die wirtschaftlichen Krisenzeiten der 1920er Jahre f\u00fchrten zur schrittweisen Aush\u00f6hlung dieser Errungenschaft, bis sie w\u00e4hrend der Nazi-Diktatur v\u00f6llig au\u00dfer Kraft gesetzt wurde.<\/p>\n<p>Mit der Forderung \u201e40 Stunden sind genug\u201c schlugen die Gewerkschaften erst 1955 eine Br\u00fccke zur Diskussion der Zeit vor 1933: Im Zeichen hoher Erwerbslosigkeit sollte Arbeitszeitverk\u00fcrzung dazu f\u00fchren, dass die bezahlte Arbeit gleichm\u00e4\u00dfiger verteilt wurde. Doch erst in den 1960er Jahren gelang es, schrittweise den 8-Stunden-Tag und die 5-Tage-Woche zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Auch in der arbeitszeitpolitischen Diskussion zu Beginn der 1980er Jahre \u2013 damals ging es um die 35-Stunden-Woche \u2013 wurde die allgemeine Arbeitszeitverk\u00fcrzung durch die Unternehmer immer wieder abgelehnt. Sie bevorzugten diverse Formen der Arbeitszeitflexibilisierung. Als 1983 die 38,5-Stundenwoche f\u00fcr die Metallindustrie durchgesetzt wurde, wurde die konkrete Umsetzung den betrieblichen Parteien zugewiesen; sie sollten die w\u00f6chentliche Arbeitszeit durch Betriebsvereinbarungen regeln. Die Gewerkschaften haben sich, indem sie sich auf diese Regelungen einlie\u00dfen, ihrer vereinheitlichenden Rolle durch Tarifvertr\u00e4ge beraubt. Der flexiblen Arbeitszeitgestaltung wurde T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Von frauenpolitischer Seite wurde schon damals bef\u00fcrchtet, verschiedene Formen der Flexibilit\u00e4t w\u00fcrden das Abdr\u00e4ngen von Frauen aus der Erwerbsarbeit bzw. an die unattraktiven Randzonen des bezahlten Arbeitsmarktes beg\u00fcnstigen \u2013 mit prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen und Teilzeitarbeitspl\u00e4tzen, von deren finanziellem Erl\u00f6s die dort arbeitenden Frauen nicht leben k\u00f6nnen. Feministinnen forderten seit Beginn der 1980er Jahre eine allgemeine Verk\u00fcrzung der Vollzeit-Erwerbsarbeit mit dem Sechs-Stunden-Tag. Die Gewerkschaften sahen sich vor dem Dilemma, dass durch das verst\u00e4rkte \u201eEindringen der Frauen\u201c in den Organisationsbereich Arbeitszeitw\u00fcnsche, die vom \u201eNormalarbeitstag\u201c abwichen, zunahmen. Auch scheinbar an den Interessen der Frauen orientierte Konzepte, die erlauben, auf differenzierte Arbeitszeitw\u00fcnsche zu reagieren, sind immer mit einem Dilemma verbunden: Sie k\u00f6nnen von den Flexibilisierungsstrategien der Unternehmer vereinnahmt werden. Bislang gelang es nie wirklich, Arbeitszeitverk\u00fcrzung und Arbeitszeitflexibilisierung so zu verbinden, dass allgemeine Schutzfunktionen im Interesse der Arbeitenden erhalten bleiben. Die Einf\u00fchrung immer flexiblerer, kapitalbestimmter Frauenarbeitszeiten hat ein damals nicht zu ahnendes Ausma\u00df angenommen. Sie geht auf Kosten der eigenst\u00e4ndigen Existenzsicherung. Aktuelle Armut und Altersarmut sind die Folgen.<\/p>\n<p><strong>Was hei\u00dft Vollbesch\u00e4ftigung?<\/strong><br \/>\nUnsere Arbeitsgesellschaft ist im wesentlichen immer noch so strukturiert, dass von einem \u201eNormalarbeitsverh\u00e4ltnis\u201c mit M\u00e4nnern, die in der Erwerbsarbeit arbeiten, und Frauen, die in der Familie und im sozialen Ehrenamt arbeiten, allenfalls erg\u00e4nzt durch einen weiblichen \u201eZuverdienst\u201c, ausgegangen wird. Diesem Arbeitsverst\u00e4ndnis liegt die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung nach dem Vorbild der b\u00fcrgerlichen Kleinfamilie zugrunde, die f\u00fcr Arbeiterhaushalte nie funktioniert hat. Die (Wieder-)Herstellung dieser traditionellen \u201eVollbesch\u00e4ftigung\u201c ist aus feministischer Sicht nicht w\u00fcnschenswert, weil sie f\u00fcr Frauen die Verantwortung f\u00fcr die Reproduktionsarbeiten festschreibt. Weder Beruf noch Familie in der jetzigen Struktur sind geeignet, \u201ebeides\u201c zu vereinbaren. Das hei\u00dft, dass sich sowohl die betriebliche als auch die au\u00dferbetriebliche Arbeitswelt \u00e4ndern und die Arbeiten neu verteilt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch wenn das \u201eHausfrauenmodell\u201c heute ausgedient zu haben scheint, sind es weitestgehend Frauen, die vor\u00fcbergehend oder teilzeitig aus dem Beruf aussteigen um h\u00e4usliche, verwandtschaftliche und freundschaftliche Care-Arbeiten zu leisten. Selbst in Familien mit zwei berufst\u00e4tigen Erwachsenen \u00fcbernehmen Frauen zwei Drittel der Haus- und Sorgearbeiten. Der Unterschied zwischen den Arbeitszeiten von M\u00e4nnern und Frauen (GenderTime Gap) von \u00fcber neun Stunden in Deutschland ist einer der gr\u00f6\u00dften in Europa und der st\u00e4rkste Ausgrenzungsmechanismen f\u00fcr Frauen von Geld, Macht und Anerkennung.<a id=\"a1\" href=\"#f1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Das \u201eErn\u00e4hrermodell\u201c (vollzeitarbeitender Mann und Hausfrau) findet sich noch immer in einem Viertel aller Paarhaushalte mit Kindern.<a id=\"a2\" href=\"#f2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Nicht nur die Schere zwischen Arm und Reich, auch die Schere der Ungleichverteilung von Erwerbsarbeit und Geld zwischen den Geschlechtern geht immer weiter auseinander. Die Zielorientierung der egalit\u00e4ren Erwerbsbeteiligung zwischen Frauen und M\u00e4nnern; ebenso wie die egalit\u00e4re Verteilung der \u00fcbrigen gesellschaftlich notwendigen Arbeiten \u2013 nicht nur individuell sondern auch gesamtgesellschaftlich gesehen \u2013 fehlt in der bundesdeutschen Politik.<\/p>\n<p><strong>Frauen haben andere Arbeitszeitw\u00fcnsche, weil sie andere Arbeitszeiten haben<\/strong><br \/>\nDas betrifft die bezahlte, wie die unbezahlte Arbeit. In allen L\u00e4ndern des fr\u00fcheren Bundesgebietes ist der Hauptgrund der \u00dcbernahme prek\u00e4rer Arbeitspl\u00e4tze durch Frauen die Betreuung von Kindern oder pflegebed\u00fcrftigen Personen beziehungsweise sonstige famili\u00e4re oder pers\u00f6nliche Verpflichtungen (56%). 19 Prozent arbeiten verk\u00fcrzt, weil sie keinen ganzt\u00e4gigen Arbeitsplatz finden konnten.<a id=\"a3\" href=\"#f3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Im Gegensatz dazu nennen Frauen in den neuen Bundesl\u00e4ndern als Hauptgrund f\u00fcr ihre Teilzeitt\u00e4tigkeit, dass eine Vollzeitstelle nicht gefunden werden konnte (49%). In den neuen L\u00e4ndern gilt Teilzeitarbeit demnach in sehr viel st\u00e4rkerem Ma\u00dfe als Notl\u00f6sung. M\u00e4nner \u00fcben zu einem wesentlich geringeren Anteil (acht\u00a0Prozent Ost und West) Teilzeitt\u00e4tigkeiten aus als Frauen. 40\u00a0Prozent dieser M\u00e4nner arbeiten \u201eunfreiwillig\u201c auf einer Teilzeitstelle, 23\u00a0Prozent, weil sie sich in Aus- oder Weiterbildungen befinden. Famili\u00e4re oder pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde (8%) spielen bei M\u00e4nnern eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Teilzeitbesch\u00e4ftigte Frauen m\u00f6chten h\u00e4ufig mehr Stunden arbeiten, als ihr aktueller Arbeitsplatz zul\u00e4sst. Fast die H\u00e4lfte aller teilzeitbesch\u00e4ftigten Frauen und zwei Drittel der Mini-Jobberinnen w\u00fcrden nach Forschungen des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) die Erwerbsarbeitszeit gerne ausweiten. Im Schnitt w\u00fcrden teilzeitbesch\u00e4ftigte Frauen ihre vereinbarte Wochenarbeitszeit gerne um vier Stunden erh\u00f6hen und geringf\u00fcgig besch\u00e4ftigte Frauen um neun Stunden. Insgesamt ergibt sich eine Wunscharbeitszeit der Frauen von rund 32 Stunden w\u00f6chentlich. Vollzeitbesch\u00e4ftigte M\u00e4nner m\u00f6chten Forschungen des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaft (DIW) zufolge oft weniger arbeiten, vor allem w\u00fcrden sie gerne die \u00dcberstunden reduzieren. Insgesamt gesehen liegen die W\u00fcnsche von M\u00e4nnern und Frauen zwischen 30 und 35 Stunden.<\/p>\n<p><strong>Perspektiven<\/strong><br \/>\nDie allgemeine Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit im Bereich der Vollzeit-Erwerbsarbeit (30- Stunden-Woche f\u00fcr alle Geschlechter) ist ein erster Schritt, um eine gerechte Verteilung der (jetzt) bezahlt geleisteten und der (jetzt) unbezahlt geleisteten gesellschaftlich notwendigen und n\u00fctzlichen Arbeiten zu erreichen. Letztlich geht es um eine Umstrukturierung, Neudefinierung, Neugestaltung, Neuverteilung und Neubewertung von Arbeit in allen Arbeitsbereichen und um eine Umverteilung der Verantwortung auf alle Geschlechter. Durch eine Verk\u00fcrzung der Erwerbsarbeitszeit w\u00fcrden jetzt von der Erwerbsarbeit Ausgeschlossene die M\u00f6glichkeit einer bezahlten Arbeit erhalten. Personen, die jetzt so viel arbeiten, dass sie keine Zeit f\u00fcr die unbezahlten Arbeiten haben, bekommen die M\u00f6glichkeit, sich in die unbezahlten Arbeiten einzuklinken. F\u00fcr die \u00dcbernahme der reproduktiven Arbeiten m\u00fcssen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es geht um die Schaffung kollektiv organisierter, tariflich bezahlter professioneller Dienstleistungen, p\u00e4dagogischer und menschenw\u00fcrdiger, pflegerisch wertvoller Infrastruktur und um legale und versicherungspflichtige betrieblich oder genossenschaftlich organisierte Arbeitsverh\u00e4ltnisse auch in diesen Bereichen.<\/p>\n<p>Eine andere Verteilung von (jetzt) bezahlt und (jetzt) unbezahlt geleisteter Arbeit wird f\u00fcr viele Frauen eine Verk\u00fcrzung ihres gesamten Arbeitstages bedeuten, f\u00fcr manche M\u00e4nner aber auch eine Verl\u00e4ngerung. Dass eine Neugestaltung und \u2013verteilung aller Arbeitsaufgaben mit der Qualifizierung der Personen f\u00fcr alle Arbeitsbereiche einhergehen muss, versteht sich von selbst. Neben den fachlichen und pflegerischen Kompetenzen sind soziale und kritische Kompetenzen notwendig, die dazu bef\u00e4higen, sich kritisch mit der betrieblichen, gesellschaftlichen, aber auch mit der \u201eprivaten\u201c Wirklichkeit auseinander zu setzen und Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich geht es um die M\u00f6glichkeit der Teilhabe von Frauen und M\u00e4nnern am ganzen Leben. Ohne eine Zusammenarbeit von sozialen Bewegungen, Frauenbewegungen und Gewerkschaftsbewegung wird das lange phantasierte Projekt nicht gelingen.<\/p>\n<p><em>Gisela Notz ist als Sozialwissenschaftlerin und Autorin freiberuflich in Berlin t\u00e4tig. Sie schrieb bereits im kritischen Gewerkschaftsjahrbuch 1985 einen Artikel mit dem Titel: \u201eMehr Zeit zum Schaffen, Tr\u00e4umen, K\u00e4mpfen. F\u00fcr eine feministische Arbeitszeitpolitik\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><br \/>\n<a id=\"f1\" href=\"#a1\">[1]<\/a> Der Abstand bei den Arbeitszeiten (bezahlte Lohnarbeit) von M\u00e4nnern und Frauen vergr\u00f6\u00dfert sich. Er ist deutlich unterschiedlich in West- und Ostdeutschland. In Westdeutschland ist der Abstand der durchschnittlichen Arbeitszeit zwischen Frauen und M\u00e4nnern von 7,0 Stunden im Jahr 1991 auf 9,6 Stunden im Jahr 2010 angestiegen. In Ostdeutschland hat sich dieser Abstand von 2,8 Stunden im Jahr 1991 auf 4,8 Stunden im Jahr 2010 vergr\u00f6\u00dfert. Angaben nach: WSI GenderDaten-Portal, 14.<br \/>\n<a id=\"f2\" href=\"#a2\">[2]<\/a> IAB-Kurzbericht 9\/2011.<br \/>\n<a id=\"f3\" href=\"#a3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/GesamtwirtschaftUmwelt\/Arbeitsmarkt\/Arbeitsmarkt.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/GesamtwirtschaftUmwelt\/Arbeitsmarkt\/Arbeitsmarkt.html<\/a><\/p>\n<p><small>Der Beitrag unterliegt dem Copyleft der Zeitschrift <a href=\"http:\/\/www.lunapark21.net\/\" target=\"_blank\">LunaPark21 zeitschrift zur kritik der globalen \u00f6konomie<\/a>.<br \/>\nDie Grafik unterliegt dem Copyright der <a class=\"internal-link\" href=\"http:\/\/www.arbeitszeitverkuerzung-jetzt.de\/impressum.html\" target=\"_blank\">Initiative &#8220;Arbeitszeitverk\u00fcrzung jetzt!&#8221;<\/a>.<br \/>\n<\/small><br \/>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=3133&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3133 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3133')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3133').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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