{"id":2505,"date":"2015-08-19T16:41:43","date_gmt":"2015-08-19T14:41:43","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2505"},"modified":"2015-08-19T17:42:57","modified_gmt":"2015-08-19T15:42:57","slug":"hegemonialmacht-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2505","title":{"rendered":"Hegemonialmacht Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><strong>Realsatire<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Regierung Merkel demonstriert in Europa ihre Vormachtstellung. Finanzminister Sch\u00e4uble hat mit Griechenland ein Exempel statuiert und Kanzlerin Merkel l\u00e4sst ihn gew\u00e4hren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein Gastbeitrag von <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/waschi\" target=\"_blank\">blog1<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Im Bundeskanzleramt treffen sich die Parteispitzen der CDU zu ihrer regelm\u00e4\u00dfigen w\u00f6chentlichen Sitzung unter strengster Geheimhaltung nat\u00fcrlich. Mit von der Partie sind neben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesfinanzminister Wolfgang Sch\u00e4uble, Kanzleramtsminister Peter Altmaier, Fraktionschef Volker Kauder sowie der Generalsekret\u00e4r Peter Tauber. Aus der Agenda stehen heute Griechenland, TTIP, Mitgliederwerbung und die Fl\u00fcchtlingsproblematik.<\/p>\n<p><strong>Merkel:<\/strong> Also, Wolfgang, wie Du das gestern in der Sendung \u201eWas nun Herr Sch\u00e4uble\u201c wieder hingekriegt hast, allerh\u00f6chste Hochachtung von mir, mein lieber Wolfgang. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4uble:<\/strong> Na ja, die zwei Moderatoren Schausten und Frey waren ja sehr handsam mit ihren Fragen. Es kam mir fast so vor, als ob der Fragenkatalog vorab abgesprochen war. Jetzt m\u00fcssen wir nur noch die Abweichler in der eigenen Fraktion in Schach halten. Also, zu meiner Zeit als Fraktionsvorsitzender h\u00e4tte es eine solche Ablehnungsfront in einer solch zentralen Frage wie das dritte Hilfspaket f\u00fcr Griechenland nicht gegeben.<\/p>\n<p><strong>Kauder:<\/strong> Ich habe mein M\u00f6glichstes getan. Die Abweichler sind zwar \u00e4rgerlich, aber wenigstens kennen wir sie alle. Bei der n\u00e4chsten Bundestagswahl m\u00fcssen wir \u00fcber die vorderen Listenpl\u00e4tze neu nachdenken. Man spuckt einfach nicht auf die Hand, die einen n\u00e4hrt.<\/p>\n<p><strong>Altmaier:<\/strong> Also die Kommunikation mit der Fraktion ist gut, daran kann es nicht liegen. Es gibt ein paar R\u00e4delsf\u00fchrer, wie beispielsweise Herrn Bosbach, der sich medial in jeder Talkshow verpflichtet f\u00fchlt, seinen Standpunkt zur Griechenlandfrage dezidiert zum Besten zu geben. Auch wenn ich die Wortwahl meines Vorg\u00e4ngers Pofalla nicht gerade als optimal bezeichnen m\u00f6chte, muss ich ihm im Falle Bosbach ausnahmsweise mal Recht geben.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4uble:<\/strong> Das sind doch Kinkerlitzchen. Entscheidend ist doch, was hinten dabei rauskommt. Mir hat die Wortwahl von Herrn Varoufakis auch nicht gefallen. Und was ist jetzt Fakt? Ich bin noch da und Herr Varoufakis ist weg. So funktioniert heute Realpolitik.<\/p>\n<p><strong>Merkel:<\/strong> Ich bin ja auch noch da mein lieber Wolfgang. Und es gibt mir ein gutes Gef\u00fchl, wenn Du gestern erkl\u00e4rt hast, dass zwischen der Bundeskanzlerin und dem Finanzminister kein Blatt Papier passt.<\/p>\n<p><strong>Tauber:<\/strong> Hoffentlich bleiben Sie uns noch sehr lange erhalten, Frau Bundeskanzlerin. Die SPD hat ja schon resigniert die Flinte ins Korn geworfen und erkl\u00e4rt, dass es sich f\u00fcr die Sozis gar nicht lohnt, f\u00fcr die die n\u00e4chste Bundestagswahl einen eigenen Kandidaten aufzustellen.<\/p>\n<p><strong>Kauder:<\/strong> Das sind doch politische Sandkastenspiele. Gabriel ist weder als Vizekanzler noch als Kanzlerkandidat geeignet. Er taugt allenfalls zum Steigb\u00fcgelhalter einer Politik, die von der CDU gepr\u00e4gt wird.<\/p>\n<p><strong>Altmeier:<\/strong> Genau, mein lieber Volker. Wir m\u00fcssen nur daf\u00fcr sorgen, dass Gabriel weiter in Amt und W\u00fcrden bleibt. Dann ist die n\u00e4chste Wahl schon gelaufen. Nicht zu vergessen, f\u00fcr die Abstimmung im EU-Parlament in Sachen des Freihandelsabkommen TTIP brauchen wir ihn auch.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4uble:<\/strong> Meine Herrschaften, nichts aber auch nichts ist gelaufen. Wir wissen doch alle nicht, wie es mit Deutschland die n\u00e4chsten 2 Jahre weiter geht. Wir wissen zwar, dass es mit Griechenland weiter bergab geht, auch L\u00e4nder wie Spanien und Portugal sich nicht entscheidend erholen werden, die Franzosen und die Italiener auf der Stelle treten werden, aber ob das reicht, uns an der der Spitze zu halten, das wage ich zu bezweifeln. Die Schw\u00e4che der anderen ist unsere St\u00e4rke. Deshalb m\u00fcssen die anderen unsere Regeln befolgen, damit unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit immer ein gutes St\u00fcck von der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der anderen Staaten entfernt bleibt.<\/p>\n<p><strong>Merkel:<\/strong> Davon hast Du aber in der gestrigen Sendung im ZDF nichts erz\u00e4hlt, mein lieber Wolfgang.<\/p>\n<p><strong>Kauder:<\/strong> Ja, wo kommen wir denn da hin, wenn ein Politiker \u00f6ffentlich die Wahrheit sagen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Altmaier:<\/strong> Trotzdem m\u00fcssen wir in der Fl\u00fcchtlingsfrage endlich mal Klartext sprechen. Es kann doch nicht angehen, dass immer mehr Asylantenwohnheime in Brand gesteckt werden. Das ist doch unertr\u00e4glich.<\/p>\n<p><strong>Tauber:<\/strong> Wir brauchen deshalb ein Einwanderungsgesetz. Das sage ich schon lange. Wir d\u00fcrfen nur die Leute rein lassen, die wir wirklich ben\u00f6tigen. Die anderen m\u00fcssen dahin zur\u00fcck, woher sie gekommen sind. So verstehe ich die Einwanderungspolitik der CDU.<\/p>\n<p><strong>Kauder:<\/strong> Die Guten ins T\u00f6pfchen, die Schlechten ins Kr\u00f6pfchen sozusagen. Eines muss man dem Seehofer schon lassen. Es stampft schnell mal zwei Abschiebelager aus dem Boden und schon ist die bayrische Bev\u00f6lkerung bes\u00e4nftigt.<\/p>\n<p><strong>Altmaier:<\/strong> Manchmal ist es schon n\u00fctzlich, wenn man f\u00fcr die unangenehmen Themen wie TTIP sowie die Fl\u00fcchtlingsfrage S\u00fcndenb\u00f6cke vorschieben kann, um von der eigenen Position ablenken zu k\u00f6nnen. Wenn ich den Wolfgang richtig verstanden habe, dann m\u00fcssen wir zur Not unsere eigene Wettbewerbsf\u00e4higkeit dadurch steigern, dass wir daf\u00fcr Sorge tragen, unseren europ\u00e4ischen und au\u00dfereurop\u00e4ischen Freunden diejenigen Arbeitskr\u00e4fte abzunehmen, die in ihren Heimatl\u00e4ndern zwar dringend gebraucht werden, aber aktuell nur bei uns in Deutschland eine Perspektive haben.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4uble:<\/strong> <em>(Grinst still vor sich hin, sagt aber nichts.)<\/em><\/p>\n<p><strong>Merkel:<\/strong> Ich habe in meinem Amtseid nur erkl\u00e4rt, den Nutzen von Deutschland zu mehren.<\/p>\n<p><strong>Kauder:<\/strong> So wahr Dir Gott helfe, mein liebe Angela.<\/p>\n<p><strong>Tauber:<\/strong> Dieses sentimentale Gequatsche bringt uns doch nicht weiter. Die CDU braucht dringend neue Mitglieder. Die Attribute jung, weiblich und wenn m\u00f6glich mit Migrationshintergrund w\u00e4ren geradezu ideal.<\/p>\n<p><strong>Merkel:<\/strong> Ja, meine Herren, da k\u00f6nnen Sie von Gl\u00fcck sagen, dass Sie bereits in der CDU eine tragende Rolle innehaben. Ansonsten h\u00e4tten Sie bei einer Neuaufnahme der Mitgliedschaft nur geringe Chancen.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4uble:<\/strong> Mich tr\u00e4gt mein Selbstverst\u00e4ndnis von einem dienenden, ausschlie\u00dflich dem deutschen Staat verpflichteten Staatsdiener von Legislaturperiode zu Legislaturperiode. F\u00fcr die Spitze des Staates hat es zwar nie gereicht, aber ich habe mit mir meinen inneren Frieden gemacht. Wer kann schon von sich behaupten, immer das Richtige getan zu haben. Das ist auch nicht so entscheidend. Entscheidend ist aber, dass man sich an das h\u00e4lt, was man vorher mit seinem Gegen\u00fcber und Vertragspartner vereinbart hat.<\/p>\n<p><strong>Merkel:<\/strong> Dem ist dann wohl nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen, mein lieber Wolfgang. Dann werden wir bei dem n\u00e4chsten CDU-Parteitag Anfang Dezember unsere Entscheidung, ob wir beide weitermachen werden, bekannt geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sitzung ist beendet. Eine nachdenkliche Kanzlerin und ein selbstgef\u00e4lliger Finanzminister bleiben zur\u00fcck. Alles scheint f\u00fcr die CDU\/CSU gelaufen zu sein, wenn da nicht der Unsicherheitsfaktor w\u00e4re.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>blog1<\/strong> ist ein Pseudonym. Unter diesem Namen ver\u00f6ffentlicht ein uns bekannter kritischer Geist regelm\u00e4\u00dfig Realsatiren in der Freitag-Community. Dieser Beitrag ist ebenfalls <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/waschi\/hegemonialmacht-deutschland\" target=\"_blank\">dort erschienen<\/a>.<\/em><\/p>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2505&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2505 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2505')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2505').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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