{"id":2301,"date":"2015-06-27T16:09:12","date_gmt":"2015-06-27T14:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2301"},"modified":"2015-06-27T17:41:47","modified_gmt":"2015-06-27T15:41:47","slug":"europa-eine-neue-version-ist-verfuegbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2301","title":{"rendered":"Europa: Eine neue Version ist verf\u00fcgbar"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine einheitliche europ\u00e4ische Regierung, transnationale Wahlen und ein transnationales Sozialhilfesystem &#8211; das fordern die IntiatorInnen und Unterst\u00fctzerInnen von European Republic. Ein mutiger Gegenentwurf zum Verfall der europ\u00e4ischen Idee im Zeichen von Neoliberalismus, Konkurrenz von Staaten und nationalen Egoismen.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/farm4.staticflickr.com\/3703\/14319430903_5bb236ba21_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm4.staticflickr.com\/3703\/14319430903_5bb236ba21_b.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"322\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Foto: Serge Kalinka<\/p><\/div>\n<p>Wir sind w\u00fctend. Europa bricht vor unseren Augen auseinander. Ewig gestrige PolitikerInnen opfern Grunds\u00e4tze wie Gleichheit und W\u00fcrde auf dem Altar des einfachen Populismus. Dabei ben\u00f6tigt Europa dringend radikale Ver\u00e4nderungen in vielen Bereichen, wie in der Sozial-, Finanz- und Klimapolitik. Aber anstatt Mut zu zeigen, werden anerkannte L\u00f6sungen durch Angst und Misstrauen ersetzt. Vorangegangene Generationen haben ein kriegszerst\u00f6rtes Europa geerbt. Sie haben uns Institutionen zur Einigung und Friedenssicherung hinterlassen. Aber wie k\u00f6nnen sie uns weissmachen, dass Europa f\u00fcr Frieden steht, wenn in der Ukraine Krieg tobt und Tausende im Mittelmeer sterben; dass Europa f\u00fcr Wohlstand sorgt angesichts Millionen Arbeitsloser; dass Europa f\u00fcr Einheit steht, wenn S\u00fcdeuropa zum S\u00fcndenbock von Problemen gemacht wird, die grunds\u00e4tzlich systemischer Natur sind?<br \/>\nWir wollen das europ\u00e4ische Projekt auf die n\u00e4chste Ebene bringen: eine neue Version ist verf\u00fcgbar. <!--more--><\/p>\n<h3>Nicht in unserem Namen<\/h3>\n<p>Deutschlands anhaltendes Beharren auf Austerit\u00e4tspolitik als einziger Weg aus Europas Krise, zerst\u00f6rt was uns zusammenh\u00e4lt. Diese Politik spielt europ\u00e4ische Staaten gegeneinander aus, bef\u00f6rdert Rivalit\u00e4ten, wo Solidarit\u00e4t gebraucht wird und etabliert Hierarchien zwischen den Nationen. Das gro\u00dfe europ\u00e4ische Projekt, einmal ein positives Beispiel f\u00fcr freiwillige und sinnvolle Kooperation, entwickelt sich zu einer Schuldner- Gl\u00e4ubiger Beziehung. Wir stellen uns gegen diese herablassende und destruktive Politik, sie wird nicht in unserem Namen gemacht.<\/p>\n<p>Wenn Zehntausende in ganz Europa auf die Stra\u00dfe gehen und gegen Institutionen, die als \u201eTroika\u201c bekannt wurden, demonstrieren, dann macht das deutlich, dass etwas in Europa fundamental schief l\u00e4uft. Der Zuwachs zu populistischen Parteien, von Frankreich \u00fcber die Niederlande, von Deutschland bis nach Ungarn, sind Beweis f\u00fcr bereits entstandenen Schaden. Angst und Entfremdung treiben Menschen in die H\u00e4nde von Front National, Pegida und \u00e4hnlichen Bewegungen. Aber anstatt ihre Verantwortung f\u00fcr politische Willensbildung und das europ\u00e4ische Projekt wahrzunehmen, laufen viele Politiker Stimmen am rechten Rand nach.<\/p>\n<h3>Wer wir sind<\/h3>\n<p>Wir sind deine FreundInnen, NachbarInnen, Geschwister, die PassantInnen auf der Stra\u00dfe. Wir sind Tausende, die hoffen Millionen von Europ\u00e4ern zu werden, die \u00fcberzeugt sind, dass Erfolg Mut verlangt. Einige unter uns haben in anderen L\u00e4ndern gelebt, sprechen verschiedene Sprachen, wir haben uns in Menschen aus anderen L\u00e4ndern verliebt und viele wissen kaum noch, wie sich inneurop\u00e4ische Grenzkontrollen anf\u00fchlen. Europa ist unser Zuhause. Vielleicht haben wir es bisher als Selbstverst\u00e4ndlichkeit betrachtet. Doch das ist vorbei. F\u00fcr uns ist es klar, dass es an der Zeit ist, Souver\u00e4nit\u00e4t und Demokratie jenseits des Nationalstaats zu denken. In dieser globalisierten Welt sind wir Teil etwas Gr\u00f6\u00dferem als unserer eigenen, miteinander verbundenen Staaten. Eine R\u00fcckkehr zu Nationalismus widerspricht dieser Tatsache. Ohne unsere regionalen oder nationalen Identit\u00e4ten aufgeben zu m\u00fcssen, sind wir Teil eines Europas.<\/p>\n<h3>Was wir wollen<\/h3>\n<p>Unser Plan f\u00fcr die Zukunft Europas ist republikanisch. Um politische Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit und die Achtung von Menschenrechten zu erreichen, sind wesentliche Ver\u00e4nderungen hin zu einem demokratischen System, das diesen Namen verdient, notwendig. Unter anderem fordern wir:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine einheitliche europ\u00e4ische Regierung, die dem Prinzip der Gewaltenteilung unterworfen und durch transnationale Wahlen gew\u00e4hlt ist.<\/li>\n<li>Ein transnationales Sozialhilfesystem, das eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung einschlie\u00dft. Dies sollte unabh\u00e4nig davon sein, ob wir heute in Frankreich oder Polen arbeiten und morgen in Spanien und unser Ehepartner einer anderen Nationalit\u00e4t hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Es ist an der Zeit, mutig zu sein und neue Wege f\u00fcr ein anderes Europa einzuschlagen.<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Jonathan Buhl, Daphne B\u00fcllesbach, Victoria Kupsch,<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em> Nora Rahtje, Benjamin Zeeb<\/em><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Gerne verbreiten wir diesen Aufruf weiter, der auf der eigens daf\u00fcr eingerichteten <a title=\"Europe: A New Version ist Available\" href=\"http:\/\/www.european-republic.eu\/index_ger.html\" target=\"_blank\">Webseite<\/a> in mehreren Sprachen zur Verf\u00fcgung steht und dort als Petition <a href=\"http:\/\/www.european-republic.eu\/index_ger.html#widget\" target=\"_blank\">unterzeichnet<\/a> werden kann. Er ist bereits von prominenten Personen wie Thomas Piketty, Robert Menasse, Ernst Ulrich von Weizs\u00e4cker, Gesine Schwan und Linn Selle, Tr\u00e4gerin des Preises &#8220;Frau Europas&#8221; (2014), unterzeichnet worden.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><small>Bildquelle:<a title=\"Serge klk | Flickr - Photo Sharing!\" href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sklkphoto\/\" target=\"_blank\"> Serge Kalinka<\/a> \/ <a title=\"Creative Commons \u2014 Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY-NC-ND 2.0<\/a><\/small><br \/>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2301&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2301 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2301')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2301').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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