{"id":2083,"date":"2015-05-30T09:58:13","date_gmt":"2015-05-30T08:58:13","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2083"},"modified":"2015-05-30T09:58:13","modified_gmt":"2015-05-30T08:58:13","slug":"reiche-laender-arme-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2083","title":{"rendered":"Reiche L\u00e4nder, Arme Menschen"},"content":{"rendered":"<h3><strong>\u201cEs geht darum, politische Forderungen zu stellen\u201d<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Elisa Ludwig, Mitherausgeberin des\u00a0Blogzines <a href=\"http:\/\/politicas.at\/\" target=\"_blank\"><strong>Pol\u00edticas<\/strong><\/a> im Gespr\u00e4ch mit Kathrin Hartmann<\/strong><\/p>\n<p>Armut in reichen L\u00e4ndern wird selten thematisiert und wenn doch, dann meist nur m\u00f6glichst distanziert. Kaum nehmen wir wahr, dass sie ein unumg\u00e4nglicher Teil unserer Wirtschaftsordnung ist und nicht pauschal als selbstverschuldet gelten kann. Immer wieder verdr\u00e4ngen wir die Realit\u00e4t der Armut und tun sie als Problem von sogenannten Faulen, von Arbeitslosen oder von \u201eirgendwelchen Zugereisten\u201c ab, die sich alle miteinander angeblich selbst in ihre Misere hineingeritten h\u00e4tten. Die T\u00e4ter-Opfer-Umkehr wird somit perfekt, der Gegenspieler Reichtum ger\u00e4t aus dem Blick, die gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen von Armut erreichen \u2013 als solche \u2013 gar nicht erst unsere Aufmerksamkeit und das zugrunde liegende System, das diese Zust\u00e4nde \u00fcberhaupt erm\u00f6glicht, bleibt weiterhin unbehelligt.<\/p>\n<p>Die Journalistin und Autorin <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/wir.muessen.leider.draussen.bleiben?fref=ts\" target=\"_blank\">Kathrin Hartmann<\/a> macht mit ihrem Buch \u201e<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Paperback\/Wir-muessen-leider-draussen-bleiben-Die-neue-Armut-in-der-Konsumgesellschaft\/Kathrin-Hartmann\/e380628.rhd\" target=\"_blank\">Wir m\u00fcssen leider drau\u00dfen bleiben<\/a>\u201c genau darauf aufmerksam, weshalb sie im Themenmonat \u201eArmut, Hunger &amp; Ethik\u201c der Nachhaltigkeits-Reihe der Wiener Volkshochschulen zu Vortrag und Podiumsdiskussion \u201e<a href=\"http:\/\/www.vhs.at\/nachhaltig\/februar-2015-armut-hunger-ethik\/essen-ist-selbstbestimmung-vortrag-von-kathrin-hartmann.html\" target=\"_blank\">Essen ist Selbstbestimmung!<\/a>\u201c geladen wurde. Im Vorfeld traf auch ich sie zu einem h\u00f6chst interessanten Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><a class=\"cboxElement\" href=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC_0530-Large.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-532 size-large\" src=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC_0530-Large.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"441\" \/><\/a>Ludwig: <strong>In Ihrem letzten Buch \u201e<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Paperback\/Wir-muessen-leider-draussen-bleiben-Die-neue-Armut-in-der-Konsumgesellschaft\/Kathrin-Hartmann\/e380628.rhd\" target=\"_blank\">Wir m\u00fcssen leider drau\u00dfen bleiben<\/a>\u201c besch\u00e4ftigen Sie sich unter anderem auch mit Armut. Europaweit steigen die Zahlen, sowohl was die Armutsgef\u00e4hrdung, die Einkommensarmut und die manifeste Armut betrifft. Was aber hei\u00dft es \u00fcberhaupt, arm zu sein? Was impliziert Armut?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Kurz zusammengefasst bedeutet Armut die Unm\u00f6glichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu f\u00fchren. Armut hei\u00dft keinen Zugang zu den Dingen zu haben, die ein gutes Leben erm\u00f6glichen. Das beginnt fundamental beim Essen, geht weiter \u00fcber die medizinische Versorgung, Bildung, kulturelle Angebote und reicht zum Teil auch bis zum politischen Engagement. Es gibt einen sehr irref\u00fchrenden Begriff mit dem Armut in reichen L\u00e4ndern definiert wird, den der \u201erelativen Armut\u201c. Das klingt wie \u201erelativ arm\u201c, also harmlos. Im Sinne von: <em>Im Vergleich zu Afrika geht es uns hier doch eigentlich ganz gut, wenigstens haben wir ein Dach \u00fcber dem Kopf und gen\u00fcgend zu Essen<\/em>. Aber der Begriff \u201erelative Armut\u201c bezieht sich in Wahrheit nicht auf die Armut in sogenannten Entwicklungsl\u00e4ndern, sondern stellt einen Bezug zum Durchschnitt der Gesellschaft her, in der man selbst lebt. Das Problematische ist, dass er Armut in reichen L\u00e4ndern kleiner erscheinen l\u00e4sst, als sie tats\u00e4chlich ist, weil er sich am Durchschnittseinkommen orientiert. Aber Armut in reichen L\u00e4ndern bedeutet mehr, als zu wenig Geld zu haben, es bedeutet eben auch einen Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe und Anerkennung. <!--more--><\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Sie berichten auch davon, dass Armut einen Verlust an Zeit nach sich zieht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Ja, das wird zum Beispiel beim geringen politischen Engagement deutlich. In vielen L\u00e4ndern des S\u00fcdens gibt es starke soziale Bewegungen von Armen. In reichen L\u00e4ndern ist das tats\u00e4chlich eine Zeitfrage. Das ist etwas, das ich bei meinen Recherchen herausgefunden habe: Die Armen sind nicht immer arbeitslos. Sie arbeiten, oft in mehreren Jobs, aber k\u00f6nnen davon kaum ihr Leben bestreiten. Das nimmt viel Zeit in Anspruch, die Leute nehmen einiges auf sich und pendeln zum Teil, um zum Arbeitsplatz zu kommen. Da bleibt nicht mehr viel Zeit f\u00fcr ein soziales Leben. Und es raubt Kraft, vor allem, wenn es auch noch schlechte Arbeit ohne Anerkennung ist. Das hat f\u00fcr die gesamtgesellschaftliche Entwicklung und den Zusammenhalt fatale Folgen, weil ein schwaches soziales Leben wesentlicher Treiber von Spaltungen ist. Nicht nur bez\u00fcglich Einkommen und Partizipationsm\u00f6glichkeiten, sondern auch im Sinne eines solidarischen demokratischen Zusammenlebens.<\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Zementiert das die Armut zus\u00e4tzlich?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Genau. Das haben mir alle gesagt, mit denen ich gesprochen habe. Im Grunde ist das eine Abw\u00e4rtsspirale, in der nichts mehr voran geht. In meinem Buch nenne ich das \u201eneue Armut\u201c. Eine Situation, aus der es kaum mehr einen Weg heraus gibt. Viele erz\u00e4hlten mir von der Schwierigkeit, wieder zur\u00fcck zu ihrem alten Leben zu finden, nachdem sie mal ein Jahr lang den Anschluss verloren hatten. Es gibt einen endlosen Kreislauf von Billig-Arbeit, der wiederum die Armut verfestigt. Jede_r Vierte, die oder der in Deutschland arbeitslos wird, landet sofort bei Hartz IV. Diese Zahl belegt, wie viele Menschen mittlerweile in schlecht bezahlten, ungeregelten und befristeten Jobs arbeiten. F\u00fcr das Arbeitslosengeld I, das man ein Jahr bekommt und das sich am Gehalt orientiert, muss man eine Weile gearbeitet und eine gewisse Summe verdient haben. Wenn man also erst in dieser Abw\u00e4rtsspirale drin ist, dann zahlt man auch zu wenig Rentenbeitr\u00e4ge, private Vorsorge geht sich nicht aus. Das ist der direkte Weg in die Altersarmut. Viele Langzeitarbeitslose haben beschrieben, dass sie praktisch dem Arbeitsamt geh\u00f6ren. Das Arbeitsamt kann eine_n permanent abrufen um Jobs zu erledigen, die man eigentlich gar nicht machen m\u00f6chte. Ich w\u00fcrde das als Arbeitszwang bezeichnen. Das ist es auch tats\u00e4chlich. Betroffene haben mir Arbeitsamt-Vertr\u00e4ge vorgelegt, die sie unterzeichnen mussten um zu versichern, dass sie die Stadt nicht \u00fcber Nacht verlassen w\u00fcrden. Im Prinzip ist das offener Vollzug. Das sehe ich als ein weiteres Zeichen f\u00fcr Armut und auch f\u00fcr \u201eneue Armut\u201c, dass es keinen Zugang zu guter und selbstbestimmter Arbeit gibt. Und dass dieser Zugang im Allgemeinen immer kleiner wird.<\/p>\n<p><a class=\"cboxElement\" href=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC_0526-Large.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-535 size-medium\" src=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC_0526-Large.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Ludwig: <strong>Nicht unwahrscheinlich, dass diese Erfahrungen wohl dramatische psychologische Effekte nach sich ziehen, die wiederum den Ausstieg aus dieser Situation erschweren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Mit Sicherheit. Es ist kein Zufall, dass viele Leute bald krank werden, an Depressionen leiden, dass viele alkohol- beziehungsweise suchtkrank werden \u2013 was ihnen nachher auch noch als moralisches Fehlverhalten ausgelegt wird! Letzteres ist skandal\u00f6s, weil es sich um Krankheiten handelt, die ihre Ursache haben. Armut ist eine permanente Dem\u00fctigung. St\u00e4ndig wird vom Arbeitsmarkt und vom Rest der Gesellschaft signalisiert: <em>Du bist nichts wert. Dich braucht man nicht<\/em>. Oder: <em>Dich braucht man nur f\u00fcr die Drecksarbeit, f\u00fcr das, was die anderen nicht machen wollen. Du hast dich nicht zu beschweren!<\/em> Eben diese psychosoziale Ebene erschwert es zus\u00e4tzlich, sich aus der Armutsspirale zu befreien. Viele, mit denen ich gesprochen habe, sind von den andauernden Vorurteilen die ihnen begegnen, v\u00f6llig zerm\u00fcrbt. Sie stehen immer unter dem Generalverdacht, dass sie sich etwas erschleichen, dass sie schmarotzen, dass sie nicht arbeiten wollen. Nat\u00fcrlich kann es sein, dass es auch Einzelne gibt, auf die das zutrifft. Aber wir sollten dabei doch nicht das gro\u00dfe Ganze aus den Augen verlieren: Wer ist denn eigentlich wirklich ein Sozialschmarotzer? Sind es tats\u00e4chlich die paar Armen, die wir mit wenig Geld beim \u00dcberleben unterst\u00fctzen und ein kleines Bisschen am gesellschaftlichen Geschehen teilhaben lassen, was noch dazu unsere Verpflichtung ist und unserem Gesellschaftsvertrag entspricht? Oder sind es die paar Wohlhabenden, die das meiste Kapital besitzen, unter sich bleiben, sich der Gesellschaft entziehen und deren Verm\u00f6gen z.B. nach der Finanzkrise weiter exorbitant stiegen? Die Diskussion geht grunds\u00e4tzlich in die falsche Richtung. Wir d\u00fcrfen nicht immer nur \u00fcber Armut reden, sondern wir m\u00fcssen ganz explizit auch \u00fcber Reichtum sprechen.<\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Sie weisen auch auf die Verachtung des \u201efeinen B\u00fcrgertums\u201c gegen\u00fcber den sozial Benachteiligten hin. Begriffe wie Sozialschmarotzer, Leistungsschw\u00e4che oder generell das Stigma der Faulheit sind h\u00e4ufige Abwertungen, die auf Armutsbetroffene zielen. Es gibt aber auch einen steigenden Unmut gegen\u00fcber den Verm\u00f6genden, den Regierenden und den reichen Unternehmen. H\u00e4lt sich die gegenseitige Antipathie nicht die Waage?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Ja, diese Antipathie gibt es, aber sie ist nicht ausbalanciert. Grund daf\u00fcr ist, dass die Verachtung f\u00fcr die Armen aus einer Klasse kommt, die die Macht inne hat. Das ist ein bedeutender Unterschied. Die Verachtung gegen\u00fcber den Armen geht von Angeh\u00f6rigen der Elite aus, die Zugang zu den wesentlichen gesellschaftlichen Schaltstellen haben, die die Inhalte der Medien gestalten, die in den Gerichten, den Anwaltskanzleien, in der Wirtschaft und in der Politik sitzen. Das sind diejenigen, die enormen Einfluss haben. Es gibt nat\u00fcrlich auch einen Unmut gegen\u00fcber den Eliten, aber dieser Unmut bewegt sich nicht auf einer instiutionellen Ebene. W\u00e4hrend der Armutshass institutionalisiert ist. Das hei\u00dft er ist in Gesetze und Regelungen gegossen, die Arme strukturell benachteiligen. Das zu verstehen, halte ich f\u00fcr sehr wichtig: Denn aus dieser Spirale \u2013 in die \u00fcbrigens jede_r geraten kann \u2013 kommen wir nur raus, wenn wir uns gegen dieses Unrecht auflehnen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass dieser Hass gegen Arme politisch gew\u00fcnscht ist: Die Einf\u00fchrung von Hartz IV ist ja von einer Hetzkampagne begleitet worden. Der ehemalige Bundeskanzler und sogenannte Sozialdemokrat Gerhard Schr\u00f6der sagte: \u201eEs gibt kein Recht auf Fauhlheit in unserer Gesellschaft\u201c. Eine unglaubliche Diffamierung und Kriminalisierung, mit der er die B\u00fcrger_innen gegeneinander aufgehetzt hat. Denn nur mit den beiden gegens\u00e4tzlichen Begriffen \u201eLeistungsgerechtigkeit\u201c und \u201eSozialschmarotzertum\u201c l\u00e4sst sich die obsz\u00f6ne Kluft zwischen Arm und Reich rechtfertigen.<\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Haben Sie Beispiele zur falsch gef\u00fchrten Diskussion \u00fcber Armut?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Jede Menge! In Deutschland erschien vor kurzem z.B. der neue Armutsbericht. In den Medien hie\u00df es dann: <em>In Sachsen wird es besser, die Armut ist gesunken!<\/em> Dann sieht man sich das genauer an und es handelt sich um 0,2 Prozentpunkte. Es ist also immer noch so, dass jede_r F\u00fcnfte in Sachsen arm ist. Der ganze Bericht zeigt in Wahrheit, dass die Armut in Deutschland steigt, dass sie auf einem historischen H\u00f6chstlevel ist. Das kann man auch auf den Rest Europas \u00fcbertragen. Oder diese Jubelnachrichten vom Wirtschaftswachstum. Dieser Wachstum ist im Grunde nichts anderem geschuldet, als einer verheerenden Verarmung. Der Billig-Lohnmarkt f\u00fchrt zu diesem Wachstum, weil er die Exportkosten senkt. Von diesem Wachstum profitieren nur noch ganz Wenige \u2013 und am wenigsten die, die den Mehrwert erschaffen. Dieser Umstand wird in den Medien oft unterschlagen. Oder nehmen wir die OECD Studie, die seit Jahren darauf hinweist, dass die soziale Spaltung in Deutschland so gro\u00df sei wie nirgends sonst. Im Anschluss aber publiziert jemand einen reaktion\u00e4ren Kommentar, der alles anders hinstellt und behauptet, es stimme gar nicht, es w\u00fcrde einfach nur viel zu viel gejammert werden! Substanzielle Debatten gibt es immer noch nicht. Gewerkschaften oder Wohlfahrtsverb\u00e4nde machen durchaus auf wirtschaftliche Missverh\u00e4ltnisse aufmerksam, aber ihr Zugang ist wiederum eher der Blick auf die Armut. Die Zusammenh\u00e4nge werden nicht beleuchtet. Armuts-Bashing ist bis dato immer noch weitaus wirksamer.<\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Es wird Ihrer Meinung nach also auch zu wenig infrage gestellt, wie Reichtum \u00fcberhaupt entsteht?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Ja. Und das obwohl es die Studien, die Zahlen dazu gibt. Es ist \u00fcberhaupt nicht schwer zu verstehen. Doch Armuts-Bashing funktioniert wom\u00f6glich auch deshalb so gut, weil verst\u00e4ndlicherweise weite Teile der Mittelschicht gerne an diesen Leistungs-Mythos glauben wollen. Weil sie dem Glauben verfallen sind, sie h\u00e4tten doch alles richtig gemacht, den richtigen Schulabschluss, das n\u00f6tige Studium, dieses und jenes Extra: <em>Armut kann mir gar nicht passieren, nur \u201edenen\u201c, die m\u00fcssen ja irgendwas falsch gemacht haben<\/em>. Das ist nat\u00fcrlich ein Selbstschutz, aber h\u00f6chst bedenklich. Dieses soziale Stockholm-Syndrom reproduziert die hierarchische Struktur. In dieser Atmosph\u00e4re werden entsprechende politische Entscheidungen getroffen, die letztendlich der Allgemeinheit schaden. Die Mittelschicht h\u00e4lt sich krankhaft an der Vorstellung fest, sie w\u00fcrde die Interessen der Reichen teilen, weil sie glaubt selbst auch einmal reich werden zu k\u00f6nnen. Was f\u00fcr eine Idiotie! Die Angeh\u00f6rigen dieser Schicht sind n\u00e4mlich sehr viele Schritte n\u00e4her an Unten als an Oben dran. Nat\u00fcrlich hat das auch eine Ursache: Je kleiner die gesellschaftlichen Unterschiede, desto gr\u00f6\u00dfer ist das Abgrenzungsbed\u00fcrfnis. Und es ist auch unter den \u00c4rmeren selbst nicht unbedingt anders. Mir sind immer wieder Menschen begegnet, die gerade noch einen Job haben, dabei aber die Abwertung gegen\u00fcber denjenigen teilen, die noch weiter unten verortet werden. Im Sinne von: <em>Ja der, der ist wirklich faul!<\/em> Das ist kontraproduktiv. Die relevante Frage ist jedoch, wieso verdient ein Bankmanager 1000 Mal mehr als eine Krankenschwester?<\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Im vom Sozialministerium herausgegebenen <a href=\"https:\/\/www.bmask.gv.at\/site\/Startseite\/News\/Sozialbericht_2013_2014_erschienen\" target=\"_blank\">\u00f6sterreichischen Sozialbericht 2013\/2014<\/a> wird postuliert, dass sich die Situation verbessert h\u00e4tte. Folgte man der Darstellung, k\u00f6nnte man fast meinen die \u00f6sterreichische Regierung sei im Vergleich zum Rest der EU sehr flei\u00dfig: 30% der Wirtschaftsleistungen flie\u00dfen in Sozialma\u00dfnahmen und alle armutsdefinierenden Zahlen sind im EU-Vergleich niedriger. Gleichzeitig steigt aber weiterhin die Ungleichheit bei den Einkommen und die Abh\u00e4ngigkeit von einem krisenanf\u00e4lligen Wirtschaftssystem. G\u00e4be es beispielsweise keine Pensionen und Sozialleistungen, w\u00e4ren 44% der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung armutsgef\u00e4hrdet.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Tja, die Bereitschaft der Regierenden sich selbst zu loben, ist oft sehr gro\u00df \u2013 bei nur kleinen Fortschritten. Oder es wird schamlos gelogen, etwa wenn in Deutschland wieder die angeblich sinkenden Arbeitslosenzahlen pr\u00e4sentiert werden. Dabei sind die Zahlen gesch\u00f6nt. Im Prinzip kommen solche Verbesserungen nur durch minimale Reformen zustande und wenn sich etwas \u00e4ndert, sind diese Reformen genauso schnell wieder pass\u00e9. Das ist nicht stabil, daher kann man auch nicht von einem realen Fortschritt sprechen, aus dem weiter etwas erwachsen kann. Im Gegenteil, man f\u00e4ngt eher nur auf, es ist Schadensbegrenzung. Selbstverst\u00e4ndlich ist das effektiver, als gar nicht zu agieren, aber es \u00e4ndert nicht die Struktur. Es ist europaweit Tatsache, dass die L\u00f6hne im besten Fall stagnieren, wenn sie nicht ohnehin schon sinken oder man von Arbeit gar nicht mehr leben kann. Welchen Sinn hat das gesellschaftliche Konzept noch, wenn selbst Vollzeit-Erwerbsarbeit ein selbstbestimmtes Leben nicht erm\u00f6glichen kann? Indem man diese Symptome auff\u00e4ngt, stabilisiert man das zugrunde liegende Modell, das dieses Problem erst hervorgebracht hat. Immer noch besser als Verarmungs-Programme wie Hartz 4 in Deutschland, aber ich sehe darin noch keine strukturelle Ver\u00e4nderung die Gerechtigkeit hervorbringt. Im Grunde ist dieser Reform-Eifer auch eine Inszenierung von Alternativlosigkeit. Und da m\u00fcssen wir doch fragen: Wem n\u00fctzt denn Armut eigentlich? Arme und Arbeitslose stellen ein Reserveheer f\u00fcr billige Arbeit dar, mit der jedenfalls in Deutschland die Exportkosten niedrig gehalten werden. Man kann fast schon sagen, dass Arbeitslosigkeit im Grunde auch eine Form der Ausbeutung ist.<\/p>\n<p><a class=\"cboxElement\" href=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC_04121.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-541 size-medium\" src=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC_04121.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Ludwig: <strong>K\u00f6nnte das bedingungslose Grundeinkommen einen Ausweg bieten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Ich denke es k\u00f6nnte vor\u00fcbergehend eine M\u00f6glichkeit sein, vielen Leuten den Druck zu nehmen, sich jede f\u00fcrchterliche Arbeit anzutun, die sie eigentlich gar nicht machen wollen. Ich glaube, dass es ein unglaubliches Potenzial in den Menschen erwecken k\u00f6nnte und diese Menschen dann endlich das machen w\u00fcrden, was sie gerne machen und was sie gut k\u00f6nnen. Diese Vorstellung gef\u00e4llt mir ziemlich gut. Aber ich vermute auch, dass das eher eine \u00dcbergangsl\u00f6sung w\u00e4re und das Ziel auf jeden Fall ein anderes System sein m\u00fcsste. Denn auch ein bedingungsloses Grundeinkommen basiert auf blo\u00dfer Umverteilung und es ist auch nicht unbedingt klar, wie die umverteilten Reicht\u00fcmer \u00fcberhaupt erwirtschaftet werden. Ich halte es aber f\u00fcr eine M\u00f6glichkeit, eine Gesellschaft \u00fcber ganz andere Optionen nachdenken zu lassen. Es w\u00fcrde die neoliberale Propaganda der Alternativlosigkeit L\u00fcgen strafen, wenn wir uns wieder damit besch\u00e4ftigen w\u00fcrden, wie wir leben wollen. Im Moment besteht dahingehend ja eher Stillstand, sowohl politisch wie auch intellektuell. Es wird ein bisschen was hin- und hergeschoben und dann \u201eReform\u201c genannt, aber das System wird nicht in Frage gestellt. Dass man sich als Gesellschaft Gedanken dar\u00fcber macht, wie man gemeinsam leben will, wie man die Gesellschaft gestalten will, daf\u00fcr gibt es nur sehr wenig Raum. Das bedingungslose Grundeinkommen k\u00f6nnte dazu beitragen, diesen Raum entstehen zu lassen. Die h\u00e4ufige Behauptung, dass dann keine_r mehr arbeiten w\u00fcrde, halte ich in dem Zusammenhang f\u00fcr Bl\u00f6dsinn. Jede_r will etwas tun und Anerkennung daf\u00fcr, darin liegt ja das Drama der Arbeitslosigkeit! Dazu gibt es auch sehr viele Studien, die absolute Mehrheit macht gerne etwas Sinnvolles. Ob das nun unbedingt fremdbestimmte Erwerbsarbeit sein muss, dar\u00fcber kann man diskutieren.<\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Ihre Recherchen haben Sie auch zu den Tafeln gef\u00fchrt. Das ist eine Institution die auch in \u00d6sterreich u.a. als die Wiener Tafel auftritt. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es hier jedoch keine Ausspeisungsstellen. Das Prinzip ist dennoch dasselbe: Die Tafel holt verzehrf\u00e4hige aber aussortierte Lebensmittel von Gesch\u00e4ften ab und freiwillige Mitarbeiter_innen liefern sie an soziale Einrichtungen. Damit sollen Armutsbetroffene ern\u00e4hrt und der Lebensmittelverschwendung vorgebeugt werden. Klingt doch nett, auf den ersten Blick?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Das ist das sch\u00f6nste Schmuckbild, das man heranziehen kann, um Armut zu rechtfertigen. Es klingt nat\u00fcrlich wahnsinnig einfach: Da ist was zu viel und dort haben Leute zu wenig, also geben wir den \u00dcberschuss jenen, die nichts haben. Das ist ein primitives und affirmatives Bild von Armut, innerhalb dessen die Tafeln es schaffen, ihre Arbeit als Verteilungsgerechtigkeit darzustellen. Leider \u00e4ndert dieses Vorgehen aber nichts an den Strukturen, weder an jenen der Armut, noch an jenen der Verschwendung. Im Gegenteil, beides wird zementiert: Die Tafeln brauchen den \u00dcberfluss, damit sie was zu verteilen haben. Das System braucht die Armut, damit es weiterl\u00e4uft. So machen die Tafeln die Armut f\u00fcr die Gesellschaft ertr\u00e4glich, sie nehmen ihr den Skandal. Denn an den Tafeln hat alles seinen richtigen Platz. Verschwendung, \u00dcberfluss, Armut und Reichtum \u2026 alles hat dort einen Sinn. Die Reichen tun so so als w\u00fcrden sie etwas <em>zur\u00fcck geben<\/em>, dabei verteilen sie \u2013 nicht einmal ihren eigenen \u2013 M\u00fcll. Au\u00dferdem: Wenn sie was <em>zur\u00fcck geben m\u00fcssen<\/em>, sollten wir da nicht fragen, was sie uns weggenommen haben, anstatt sie zu beklatschen? Zum anderen sind die Tafeln ein wunderbares Beispiel daf\u00fcr, dass Armut bedeutet, nicht selbstbestimmt leben zu k\u00f6nnen. Bezieher_innen k\u00f6nnen nicht einmal mehr selbst bestimmen, was sie essen! Die Armen kommen au\u00dferdem so auch nicht zu mehr Finanzkraft, was der Gesellschaft ganz gut gef\u00e4llt, weil sie dann auch nicht ausreichend Geld zur Verf\u00fcgung haben um es potenziell \u201everrauchen und versaufen\u201c zu k\u00f6nnen. Es ist auf verschiedenen Ebenen autorit\u00e4r, bevormundend und damit auch degradierend. Es ist gewisserma\u00dfen Zwangsern\u00e4hrung mit Herz. Wenn man sowieso schon ausgesto\u00dfen und \u00fcberfl\u00fcssig ist und dann auch noch mit \u00dcberfl\u00fcssigem gef\u00fcttert wird: Das ist unertr\u00e4glich! Das sp\u00fcrt man, wenn man sich mit den Tafeln eine Weile direkt besch\u00e4ftigt. Ich fand die Recherchen dort unglaublich deprimierend. Alle, mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt, dass sie nicht hingehen m\u00f6chten. Niemand von uns will das! In \u00d6sterreich l\u00e4uft das zwar ein bisschen anders, aber grunds\u00e4tzlich stimmt auch hier: Es hat nicht jede_r Zugang. Es gibt nur, was \u00fcbrig bleibt. Das hei\u00dft es wird auch hier nicht jede_r satt. In Deutschland ist es zudem so, dass Tafelbezieher_innen nicht einmal fehlen d\u00fcrfen, weil sie sonst Gefahr laufen, aus dem System raus zu fallen. Sie h\u00e4tten es dann ja angeblich nicht n\u00f6tig. Wenn ein_e Tafelbezieher_in sich traut, irgend etwas an den Lebensmitteln zu bem\u00e4ngeln, dann ist das <em>unerh\u00f6rt<\/em>. Es ist extrem dem\u00fctigend. Die Karten sind klar gemischt: Wer steht auf welcher Seite? Das Ganze reproduziert den Status Quo unserer Gesellschaft. Es macht sehr deutlich, wer drinnen und wer drau\u00dfen ist, wer was zu melden hat und wer nicht, wer als Objekt der F\u00fcrsorge abgef\u00fcttert wird und wer gener\u00f6s gibt. Das ist Charity. Im Prinzip unterh\u00f6hlen die Tafeln das Recht auf Nahrung, weil sie den Zugang zu Essen zur freiwilligen Wohlfahrtsleistung verkommen lassen.<\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Die Menschenrechte bleiben demnach au\u00dfen vor, die Tafeln setzen also keinen Rechtsanspruch durch. Weiters kritisieren Sie, Frau Hartmann, dass den beteiligten Unternehmen aufgrund ihrer Mitwirkung bei den Tafeln ein sozialer Anstrich verliehen wird.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Genau. Es ist ja auch kein Zufall, von wem die Tafeln f\u00fcr gut befunden werden. Das sind die Handelsketten, das sind die Gro\u00dfkonzerne, das sind Politiker_innen. Die Unternehmensberatung McKinsey hat beispielsweise die Tafeln am Anfang beraten. Sie haben ein Handbuch f\u00fcr sie verfasst, das beschreibt wie man eine Tafel aufbaut und leitet. Die Bertelsmann Stiftung hat Studien publiziert, die zeigen sollen, wie gut die Tafeln sind. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat den Tafeln einen Innovationspreis verliehen. Das erscheint mir verd\u00e4chtig. Interessant ist auch, dass die Tafeln ja auch nie dort sind, wo die Armut besonders gro\u00df ist. In Ostdeutschland gibt es nur ganz wenige. Die Tafeln treten vor allem in Regionen auf, wo gen\u00fcgend Reiche sind, die Zeit f\u00fcr Charity haben. Bayern, Baden-W\u00fcrtemberg, die reichen Bundesl\u00e4nder. Es ist ein weltweiter Trend. Zum Beispiel die Food Banks: Die Food Bank in New York wird von der Bill Gates Foundation finanziert, was eigentlich keine \u00dcberraschung ist. In l\u00e4ndlichen Gebieten in Bangladesch beispielsweise, wo die Menschen tempor\u00e4re Hungersn\u00f6te erleiden, dort gibt es das nicht. Aber in den gro\u00dfen St\u00e4dten in Indien schon, n\u00e4mlich dort wo es Wirtschaftswachstum gibt. Wenn man genau hinschaut, sind die Tafeln das st\u00e4rkste Symbol daf\u00fcr, wie sich die Gesellschaft spaltet. Und mit welcher Selbstverst\u00e4ndlichkeit das alles passiert! Dass beispielsweise \u00fcberhaupt nicht mehr \u00fcber Rechte diskutiert wird und das bestimmten Leuten einfach keine Rechte zugesprochen werden, das ist das Gef\u00e4hrliche daran.<\/p>\n<p>Ludwig: <strong>Sind Sie der Meinung, dass die Tafeln abgeschafft werden sollten? Und falls nicht, was w\u00fcrden Sie ihnen raten? Was k\u00f6nnten sie besser machen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hartmann:<\/strong> Es wird niemanden geben, der sagt, die Tafeln sollen abgeschafft werden. Sie m\u00fcssten \u00fcberfl\u00fcssig werden. Sie m\u00fcssten sich vor allem selber \u00fcberfl\u00fcssig machen. Das machen sie aber nicht und daf\u00fcr gibt es Gr\u00fcnde. Ihr Potenzial w\u00e4re jedenfalls gro\u00df: Sie haben Zugang zu ganz vielen Armen, sie k\u00f6nnten sich mit ihnen solidarisieren! Sie k\u00f6nnten eine politische Bewegung werden! Sie k\u00f6nnten z.B. damit anfangen, an jede Ausgabestelle einen Anwalt oder eine Anw\u00e4ltin hinzusetzen. In M\u00fcnchen zum Beispiel sind einige Top-Anwalts-Gattinnen freiwillige Mitarbeiter_innen der Tafeln, warum machen deren M\u00e4nner dort nicht mal an einem Wochenende Rechtsberatung? Solche M\u00f6glichkeiten g\u00e4be es, aus den Tafeln k\u00f6nnte eine soziale Bewegung werden! Dazu braucht es aber den Willen. Das Gerede von den Tafeln als Ort der Solidarit\u00e4t ist zynisch. Die Leute gehen da hin, holen sich ihr Essen, zum Teil versteckt hinter Sonnenbrillen und Kopft\u00fcchern, und dann gehen sie ganz schnell wieder nach Hause. Manche haben mir erz\u00e4hlt, dass sie aus lauter Scham f\u00fcnf Anl\u00e4ufe gebraucht haben, bevor sie sich in die Schlange gestellt haben. Sie sind anfangs jedes Mal weinend nach Hause gegangen. Ich habe auch unsch\u00f6ne Szenen bei den Ausgabestellen in M\u00fcnchen beobachtet: Die Leute haben Nummern, die sie sich um den Hals h\u00e4ngen m\u00fcssen. Am Kopf der Schlange steht dann ein_e Freiwillige mit einem Klemmbrett und hakt ab, wer da ist. V\u00f6llig absurd! Es gibt aber nat\u00fcrlich auch kritische Leute bei der Tafel, auch in den Sozialverb\u00e4nden, die Tafeln betreiben. Vor etwa zwei Jahren, anl\u00e4sslich der 20 Jahre Tafeln in Deutschland, hat sich ein <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/KritischesAktionsbundnis20JahreTafeln?fref=nf\" target=\"_blank\">Aktionsb\u00fcndnis<\/a> gegr\u00fcndet. Viele Menschen von der Tafel haben sich angeschlossen. Es w\u00e4re gro\u00dfartig, wenn daraus tats\u00e4chlich etwas entstehen w\u00fcrde. Wenn es gel\u00e4nge, denen, die dort hingehen, Mut zu machen um f\u00fcr ihre Rechte einzustehen. Dazu m\u00fcssen sie ihre Rechte nat\u00fcrlich kennen und wissen, was man fordern kann. Letztlich geht es darum, B\u00fcndnisse zu schlie\u00dfen. Sich zu organisieren und politische Forderungen zu stellen. Das gilt \u00fcbrigens f\u00fcr uns alle!<\/p>\n<p><a class=\"cboxElement\" href=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC_0463.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-544 size-large\" src=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC_0463.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"441\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Kathrin Hartmann ist freie Autorin und ver\u00f6ffentlicht u.a. in der Frankfurter Rundschau und im Wirtschaftsmagazin enorm. Vor dem Buch &#8220;Wir m\u00fcssen leider drau\u00dfen bleiben&#8221; hat sie 2009 &#8220;<i>Ende der M\u00e4rchenstunde. Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-\u00d6kos vereinnahmt&#8221; ver\u00f6ffentlicht. Am <span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" class=\"fbPhotosPhotoCaption\" tabindex=\"0\" data-ft=\"{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}\"><span class=\"hasCaption\">24. August erscheint <a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Paperback\/Aus-kontrolliertem-Raubbau\/Kathrin-Hartmann\/e459396.rhd\" target=\"_blank\">ihr neues Buch &#8220;Aus kontrolliertem Raubbau&#8221;<\/a> im Blessing Verlag.<\/span><\/span> Sie lebt und arbeitet in M\u00fcnchen.<\/i><\/em><\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist \u00fcbernommen vom Blogzine Pol\u00edticas, der von <a href=\"http:\/\/politicas.at\/ueber\/autorin\/\" target=\"_blank\">Sebasti\u00e1n Bohrn Mena und Elisa Ludwig<\/a> herausgegeben wird. Die Bilder machte der Wiener Fotograf Christopher Glanzl. Herzlichen Dank an Elisa Ludwig f\u00fcr die Zweitver\u00f6ffentlichung auf NachDenken in M\u00fcnchen.<\/em><\/p>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2083&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2083 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2083')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2083').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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