{"id":2009,"date":"2015-05-09T10:33:47","date_gmt":"2015-05-09T09:33:47","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2009"},"modified":"2015-05-09T10:33:47","modified_gmt":"2015-05-09T09:33:47","slug":"afrikanische-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2009","title":{"rendered":"Afrikanische Revolution"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/8\/82\/Boat_People_at_Sicily_in_the_Mediterranean_Sea.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm2.staticflickr.com\/1115\/1223221696_0f6464a7e0_b.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Foto: Vito Manzari<\/p><\/div>\n<p>Wie viele Fl\u00fcchtlinge und Asylbewerber werden in diesem Jahr nach Deutschland kommen? Es werden sicherlich doppelt soviel sein wie im letzten Jahr, da waren es ca 250.000. Unterdessen erkl\u00e4ren viele Gemeinden, dass schon bald die Grenze der Aufnahmef\u00e4higkeit erreicht sein wird.<\/p>\n<p>Die gesellschaftliche Diskussion \u00fcber die wirklichen Ursachen der Fl\u00fcchtlingsbewegung hat aber noch gar nicht richtig begonnen. In zwei Leserbriefen an die Redaktion der SZ fand ich dazu allerdings Bemerkenswertes.<!--more--><\/p>\n<p>Norma Mattarei aus M\u00fcnchen erinnert an die Verantwortung der westlichen Politik. Unter dem Titel &#8220;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kolumne\/ihre-post-ihre-post-zu-fluechtlingen-und-dem-recht-auf-gastfreundschaft-1.2461025#4\" target=\"_blank\">Abgeschottete M\u00e4rkte<\/a>&#8221; schreibt sie:<\/p>\n<blockquote><p>Wieder sind Hunderte Fl\u00fcchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Viel Betroffenheit und Ersch\u00fctterung werden ge\u00e4u\u00dfert. Seenotrettungsprogramme stehen ebenso im Mittelpunkt. Weniger gesprochen wird stattdessen \u00fcber die Ursachen der Flucht. Diese haben n\u00e4mlich viel mit der Politik der westlichen L\u00e4nder zu tun. Kriege, die den Zerfall fr\u00fcher stabiler Staaten verursacht haben, sind von der Nato durchgef\u00fchrt oder provoziert worden, so zum Beispiel in Libyen, Afghanistan und im Irak. Zudem ist der Waffenhandel ein enormes Gesch\u00e4ft und wandelt Kriege in gewinntr\u00e4chtigen Profitmaschinen. Weiterhin zwingen die Strukturprogramme von Weltbank und Internationalem W\u00e4hrungsfonds afrikanische L\u00e4nder zu drastischen Sparprogrammen &#8211; Entlassungen, Privatisierungen, K\u00fcrzungen -, die, statt die Armut zu bek\u00e4mpfen, diese geradezu herbeif\u00fchren. Auch die Liberalisierung der M\u00e4rkte f\u00fchrt zu paradoxen Folgen, indem zum Beispiel europ\u00e4ische L\u00e4nder mit ihren billigen Waren M\u00e4rkte in Afrika \u00fcberschwemmen und die Lokalproduktion vernichten. Gleichzeitig haben Produkte aus Entwicklungsl\u00e4ndern kaum Chancen auf den abgeschotteten EU-M\u00e4rkten. Die Pharmaindustrie mit ihrer Patentregelung ist ein weiteres Beispiel, wie arme L\u00e4nder daran gehindert werden, an den Fortschritten der Medizin teilzuhaben. Im \u00dcbrigen nehmen nicht unbedingt die reichsten L\u00e4nder die meisten Fl\u00fcchtlinge auf: 1,6 Millionen in Pakistan, 1,1 Million in Libanon, 982 000 in Iran; 824 000 in der T\u00fcrkei; 737 000 in Jordanien; 588 000 in \u00c4thiopien.<\/p><\/blockquote>\n<p>Walte Beeck aus Duisburg erinnert an die Ausbeutung der Rohstoffe durch die Industriel\u00e4nder und er glaubt, dass es einer <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kolumne\/ihre-post-ihre-post-zu-fluechtlingen-und-dem-recht-auf-gastfreundschaft-1.2461025#5\" target=\"_blank\">Afrikanischen Revolution<\/a> bedarf.<\/p>\n<blockquote><p>Zweifellos steht fest, dass eine Abwanderung der afrikanischen Bev\u00f6lkerung aus wirtschaftlichen und politischen Gr\u00fcnden erfolgt, aufgrund der Ausbeutung der Rohstoffe durch die Industriel\u00e4nder. Es ist nicht damit zu rechnen, dass diese Nutznie\u00dfer und Profiteure an einer \u00c4nderung der Situation interessiert sind. Milliardenprofite stehen hier auf dem Spiel. Gewaltige Mengen von Rohstoffen wie Erd\u00f6l, Uran, Gold, Phosphat, Mineralien, Seltene Erden, Platin, Diamanten usw. werden von den dortigen Despoten au\u00dfer Landes gebracht. Die Eliten dieser L\u00e4nder werden von den europ\u00e4ischen Industriel\u00e4ndern und ehemaligen Kolonien gegen die eigene Bev\u00f6lkerung in Schutz genommen (Lieferung von Polizeiausr\u00fcstung und Polizeiausbildung). Wie kann es sein, dass Elend und Armut in einem Land wie Nigeria herrschen, das seit Jahrzehnten in \u00d6l schwimmt? Warum m\u00fcssen Gener\u00e4le in \u00c4gypten auch gleichzeitig noch Industrielle sein? Warum ist der Besitz von gutem Agrarland im Maghreb nur auf wenige Personen beschr\u00e4nkt? Warum sind die Fischereirechte an der afrikanischen Westk\u00fcste an fremde L\u00e4nder vergeben, sodass die eigenen Fischer keinen Fang mehr haben?<br \/>\nWann beginnen wir, die Ungerechtigkeiten in Afrika zu beseitigen, damit die Afrikaner in Frieden mit ihren eigenen Bodensch\u00e4tzen leben k\u00f6nnen? Bestimmt bedarf es einer Afrikanischen Revolution \u00e4hnlich der Franz\u00f6sischen Revolution.<\/p><\/blockquote>\n<p>In einer Fernsehrunde, die immer am Sonntag mittag stattfindet, forderte der Chefredakteur eines Nachrichtenmagazins &#8211; den Namen will ich gar nicht nennen &#8211; , dass die in Libyen aufgebauten Schlauchbootfabriken bombardiert werden m\u00fcssten. Wer so etwas sagt, der zeigt, dass er nicht verstanden hat, dass es die Gewalt, n\u00e4mlich die der Kriege und die der Ausbeutung ist, die die Menschen ins Mittelmeer treibt.<\/p>\n<p>Wenn wir wirklich nicht in der Lage sind, diese Ursachenforschung zu betreiben und die erforderlichen Ma\u00dfnahmen daraus abzuleiten, dann werden wir feststellen, dass an der Grenze unserer Belastbarkeit, wie realistisch diese auch immer definiert sein mag, die Fl\u00fcchtlingsbewegung nicht enden wird. Und dann?<\/p>\n<p><small>Bildquelle: <a class=\"external text\" title=\"Flickr: Vito Manzari\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/people\/62265212@N00\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Vito Manzari<\/a> \/ <a title=\"Creative Commons \u2014 Attribution 2.0 Generic \u2014 CC BY 2.0\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY 2.0<\/a><\/small><\/p>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=2009&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2009 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2009')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2009').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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