{"id":1914,"date":"2015-04-16T11:00:44","date_gmt":"2015-04-16T10:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1914"},"modified":"2015-04-16T11:00:44","modified_gmt":"2015-04-16T10:00:44","slug":"schroeder-und-steinmeier-die-maschmeyer-connection","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1914","title":{"rendered":"Schr\u00f6der und Steinmeier &#8211; die Maschmeyer-Connection"},"content":{"rendered":"<p><b>Realsatire<\/b><\/p>\n<p><strong>Ein Gastbeitrag von <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/waschi\" target=\"_blank\">blog1<\/a><\/strong><\/p>\n<p><b>Das Beziehungsgeflecht zwischen Wirtschaft und Politik ist vielschichtig. Altbundeskanzler Schr\u00f6der galt als der Genosse der Bosse. Was wussten Steinmeier und Gabriel von der Kungelei mit Carsten Maschmeyer?<\/b><\/p>\n<p>Im Willy Brandt-Haus treffen sich der Parteivorsitzende der SPD und Vizekanzler Gabriel, Au\u00dfenminister Steinmeier und Altbundeskanzler Schr\u00f6der zu ihrem regelm\u00e4\u00dfigen Informationsaustausch. Der findet immer dann statt, wenn Schr\u00f6der nicht zu sehr von seinem Freund und Dienstherrn Putin in Anspruch genommen wird bzw. gerade in Deutschland weilt, um dort u.a. auch alte Freunde zu besuchen, die seinen politischen Werdegang positiv begleitet haben. In dem Zusammenhang ist gerade Hannover ein immer wieder gerne von Schr\u00f6der aufgesuchter Ort. Dort begann Schr\u00f6ders unaufhaltsamer Aufstieg bis hinein in das Bundeskanzleramt und dort trifft er auch immer wieder alte Freunde wie beispielsweise Carsten Maschmeyer, auch Mister \u201enetwork marketing\u201c genannt.<\/p>\n<p><b>Gabriel:<\/b> Meine Herren, es freut mich au\u00dferordentlich, wenn ich in entspannter Atmosph\u00e4re mit euch plaudern kann. Mein Ministeramt nimmt mich voll in Anspruch und wo ich hinschaue nichts als \u00c4rger. Vor allem meine Parteifreunde bereiten mir Ungemach.<\/p>\n<p><b>Schr\u00f6der:<\/b> Also, wenn ich Dir einen Rat geben darf, mein lieber Sigmar. Die SPD hat mich in meiner aktiven Zeit nicht entscheidend in meiner pers\u00f6nlichen Meinungs- und Willensbildung beeinflusst. Diesen Rat habe ich von meinem Vorg\u00e4nger Altbundeskanzler Schmidt bekommen, der sich auch wenig um die Partei geschert hat. Nichtsdestotrotz verweile ich immer wieder gerne an meiner alten Wirkungsst\u00e4tte. Das waren noch Zeiten als \u201emeine\u201c SPD noch Wahlen gewonnen hat. Aber Schwamm dr\u00fcber, liebe Freunde, Frau Merkel regiert mittlerweile schon l\u00e4nger als ich es vermochte. Das sollte sich zwar \u00e4ndern, aber von nichts kommt nun mal nichts.<\/p>\n<p><b>Steinmeier:<\/b> Man kann sich auch zu Tode regieren, aber ihr habt schon Recht, unsere Bundeskanzlerin ist z\u00e4h, die macht noch weitere vier Jahre. Die CDU wird sie auf Knien anflehen, weiter zu machen. Weit und breit ist niemand in Sicht, der sie beerben k\u00f6nnte. <!--more--><b><\/b><\/p>\n<p><b>Schr\u00f6der:<\/b> Leute, euch fehlt einfach der n\u00f6tige \u201eKampfgeist\u201c. Ich wollte seinerzeit &#8211; koste es, was es wolle &#8211; in das Bundeskanzleramt. Ich habe sogar an den Gitterst\u00e4ben ger\u00fcttelt mit der Bemerkung \u201eIch will hier rein\u201c und auch sonst keine M\u00fchen gescheut, so sehr war ich davon \u00fcberzeugt, Deutschland regieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><b>Gabriel:<\/b> Manche Deiner Aktivit\u00e4ten, mein lieber Gerd, sind jetzt etwas ins Zwielicht geraten. Dein Freund Maschmeyer war ja zu der damaligen Zeit ein gro\u00dfer Fan von Dir und als Chef des AWD durchaus willens und auch in der Lage, Dich finanziell zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><b>Steinmeier:<\/b> Du redest doch nicht etwa von solchen Petitessen wie der Wahlkampfspende in H\u00f6he von 150.000 \u20ac, die wir ordentlich verbucht und zielgerichtet verwendet haben?<\/p>\n<p><b>Schr\u00f6der:<\/b> Also der Maschmeyer hat begriffen, wie das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Politik optimiert werden kann. Ich erinnere mich immer gerne an die Vertriebsausfl\u00fcge des AWD, dagegen waren doch die Saunaaufenthalte der Ergo-Versicherung ein seichter Aufguss.<\/p>\n<p><b>Gabriel:<\/b> Ich bekomme in letzter Zeit vermehrt l\u00e4stige Briefe von meinen \u201ePateifreunden\u201c, was es denn mit dem Beziehungskoto auf sich hat, das Maschmeyer und dem Decknamen \u201eInitiative Mittelstand\u201c eingerichtet hat.<\/p>\n<p><b>Schr\u00f6der:<\/b> Was hei\u00dft denn hier Beziehungskonto? Beziehungen unterhalte ich zu meinen Frauen und die kosten mich in Summe mehr als mir lieb sein kann. Wenn ich nicht so gut als Aufsichtsratsvorsitzender bei Nord-Stream AG verdienen w\u00fcrde, dann k\u00f6nnte ich mir das alles nicht leisten.<\/p>\n<p><b>Steinmeier: <\/b>Ich<b> <\/b>kann mir durchaus vorstellen, dass uns hier einige am Zeug flicken wollen. \u00dcber den Maschmeyer ist auch der Wulff gestolpert.<\/p>\n<p><b>Schr\u00f6der:<\/b> Der Wulff war doch ein lausiger Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger, dem jegliches Gesp\u00fcr f\u00fcr das Gro\u00dfe und Ganze in der Politik fehlte. Ihr wollt mich doch nicht ernsthaft mit diesem Parvenu vergleichen, der noch nicht einmal geschnallt hat, dass f\u00fcr jeden Politiker und Manager das so genannte Peter-Prinzip gilt? Jeder wird so lange bef\u00f6rdert, bis er die Grenzen seiner eigenen Leistungsf\u00e4higkeit erreicht hat.<\/p>\n<p><b>Gabriel:<\/b> Tja. mein lieber Gerd, Das muss man Dir schon lassen. Du hast mit den angesetzten Neuwahlen in 2005 rechtzeitig die Weichen f\u00fcr Deine \u00c4ra als Altbundeskanzler gestellt.<\/p>\n<p><b>Steinmeier:<\/b> Wie sagte schon Gorbatschow so treffend. \u201eWer zu sp\u00e4t kommt, den bestraft das Leben.\u201c<\/p>\n<p><b>Schr\u00f6der:<\/b> Ich gelte zwar als Spieler. Aber auch ein Spieler muss mehrere Optionen in der Tasche haben, wenn er das Spiel beginnt und vor allem gewinnen will. Mein Freund Putin wusste sehr zu sch\u00e4tzen, welche tragende Rolle ich bei der Gaspipeline durch die Ostsee eingenommen habe. Und sind wir doch mal ehrlich, Deutschland ist heute durch das Gas \u00fcber die Ostseepipeline unabh\u00e4ngig von dem Gastransit durch die Ukraine. Wenn Putin morgen dort das Gas abdreht, sitzt ihr hier in Deutschland wenigstens nicht im Kalten.<\/p>\n<p><b>Gabriel:<\/b> Manchmal frage ich mich schon, ob Dein Hang zu gewissen M\u00e4nnerfreundschaften ein systemimmanentes Kalk\u00fcl darstellt? Aber eines muss man Dir lassen. Du hast Dich von kleinen Verh\u00e4ltnissen ganz nach oben gearbeitet und bist insofern der Prototyp f\u00fcr ein SPD-Urgestein. Mit Dir hat die SPD eine Galionsfigur geschaffen, die die SPD in ihrer nunmehr 150-j\u00e4hrigen Geschichte dringend gebraucht hat. Mit Dir, lieber Gerd, hat die SPD sozusagen die Neuzeit eingeleitet.<\/p>\n<p><b>Steinmeier:<\/b> Tja, liebe Leute, wo w\u00e4re Deutschland heute ohne die Agenda 2010, die mein Freund Gerd und ich entscheidend mitgestaltet haben? F\u00f6rdern und fordern hei\u00dft die Devise, liebe Freunde. Zwar mussten wir in letzter Zeit einige Korrekturen durchf\u00fchren. Das \u00e4ndert aber nichts an der Grundausrichtung der Agenda 2010, die damals richtig war und heute richtig bleibt. Da k\u00f6nnen der Saar-Napoleon Oskar und seine linken Gesinnungsgenossen nicht das Geringste daran \u00e4ndern.<\/p>\n<p><b>Gabriel:<\/b> Bis auf die Tatsache, dass die Linkspartei unseren Stimmenanteil auf unter 30% W\u00e4hlerzustimmung gedr\u00fcckt hat und wir jetzt hinnehmen mussten, dass in Th\u00fcringen ein Ministerpr\u00e4sident der Linkspartei mit unserer Unterst\u00fctzung regiert.<\/p>\n<p><b>Schr\u00f6der:<\/b> Leute, ihr k\u00f6nnt jetzt sagen was ihr wollt. Ich stecke mir jetzt eine dicke Zigarre an und dann trinken wir ein Bierchen zusammen und sto\u00dfen auf die alten Zeiten an und hoffen darauf, dass sie wiederkommen werden mit einem SPD-Bundeskanzler an der Spitze des Staates. Ich habe doch schon nach der verlorenen Wahl in 2005 gesagt, \u201eFrau Merkel, sie k\u00f6nnen es nicht\u201c. Das hat doch gestimmt oder will mir hier irgendjemand widersprechen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Willy-Brandt-Haus steht im Foyer die B\u00fcste von Willy Brandt. Der jetzt verstorbene Schriftsteller G\u00fcnter Grass hatte den Wahlkampf von Willy Brandt seinerzeit massiv unterst\u00fctzt wie so viele Kulturschaffende der damaligen Zeit. G\u00fcnter Grass hat mit seinem Roman \u201eDie Blechtrommel\u201c ein Ausrufezeichen gesetzt. Man m\u00f6chte sich w\u00fcnschen, dass in der SPD sich zeitnah ein neuer \u201eOskar\u201c zeigen m\u00f6ge, der der SPD das wieder zur\u00fcckgibt, was ihr unter Schr\u00f6der verloren gegangen ist, n\u00e4mlich der Sinn f\u00fcr eine gerechte und solidarische Gesellschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wie nah dies an der Realit\u00e4t ist, macht der Beitrag &#8220;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25723\" target=\"_blank\">Die Maschmeyer-Connections \u2013 Fragen an den SPD-Parteivorsitzenden<\/a>&#8221; vom 14. April auf den NachDenkSeiten deutlich, den wir hier noch anf\u00fcgen:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>Im Dezember letzten Jahres hat unser Leser Klaus Peter Lohest eine Reihe von Fragen an den Parteivorsitzenden der SPD zu den Darstellungen in dem Buch \u201e<a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=gcJWBQAAQBAJ&amp;pg=PP1&amp;lpg=PP1&amp;dq=Geld+%E2%80%93+Macht+%E2%80%93+Politik:+Das+Beziehungskonto+von+Carsten+Maschmeyer,+Gerhard+Schr%C3%B6der+und+Christian+Wulff%E2%80%9C+von+Wigbert+L%C3%B6er+und+Oliver+Schr%C3%B6m&amp;source=bl&amp;ots=UvhsSzoheT&amp;sig=EpubB1sKJHnioJd1zw3wvwvu4OY&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=9uIsVbyyNovgywP624CQDw&amp;ved=0CFYQ6AEwDA#v=onepage&amp;q=Geld%20%E2%80%93%20Macht%20%E2%80%93%20Politik%3A%20Das%20Beziehungskonto%20von%20Carsten%20Maschmeyer%2C%20Gerhard%20Schr%C3%B6der%20und%20Christian%20Wulff%E2%80%9C%20von%20Wigbert%20L%C3%B6er%20und%20Oliver%20Schr%C3%B6m&amp;f=false\" target=\"_blank\">Geld \u2013 Macht \u2013 Politik: Das Beziehungskonto von Carsten Maschmeyer, Gerhard Schr\u00f6der und Christian Wulff<\/a>\u201c von Wigbert L\u00f6er und Oliver Schr\u00f6m gestellt. Trotz Erinnerung ist bisher keine Antwort eingegangen. Dieser Brief wirft Fragen an die politische und die demokratische Kultur in Deutschland auf, die nicht unbeantwortet bleiben d\u00fcrfen, weil sie den konkreten Verdacht aufwerfen, dass bei der Einf\u00fchrung der Privatvorsorge und der Riester-Rente eine neue Spielart \u201epolitischer Korruption\u201c eine Rolle spielte. Weil die Antworten auf diesen Brief von allgemeinem Interesse w\u00e4ren, machen wir mit Erlaubnis von <strong>Klaus Peter Lohest<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150414_lohest_brief_geld_macht_politik.pdf\" target=\"_blank\">seinen Brief an Sigmar Gabriel [PDF \u2013 57 KB]<\/a> publik.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1914&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1914 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1914')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1914').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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