{"id":1769,"date":"2015-03-06T17:10:17","date_gmt":"2015-03-06T16:10:17","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1769"},"modified":"2015-03-06T17:10:17","modified_gmt":"2015-03-06T16:10:17","slug":"das-schlachthaus-europas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1769","title":{"rendered":"Das Schlachthaus Europas"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/farm6.staticflickr.com\/5177\/5402368718_d9daa6fb3c_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm6.staticflickr.com\/5177\/5402368718_d9daa6fb3c_b.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"240\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Foto: Johannes Lietz<\/p><\/div>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht sagen, wir h\u00e4tten nichts gewusst. Es hat so viele Artikel und Sendungen gegeben, die \u00fcber Massentierhaltung und Tierqu\u00e4lerei berichtet haben. Dabei tun die Bilder und das Lesen schon weh, wie in den beiden folgenden Beispielen im \u201e<a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/politik-weltgeschehen\/europamagazin\/sendung\/wdr\/sendung-vom-30112014-118.html\" target=\"_blank\">Ersten<\/a>\u201c und in der <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/schweinemast-101.html\" target=\"_blank\">Tagesschau<\/a>.<br \/>\nDeutschland ist mittlerweile das Schlachthaus Europas geworden, so schreibt die <a href=\"http:\/\/oldenburger-onlinezeitung.de\/regional\/ausbeutung-auf-den-spuren-der-menschlichen-gier-41411\" target=\"_blank\">Oldenburger Onlinezeitung<\/a> und die Massentierhaltung dient dazu, unsere Produktions- und Exportst\u00e4rke abzusichern.<!--more--><br \/>\nDie <a href=\"http:\/\/albert-schweitzer-stiftung.de\/massentierhaltung\" target=\"_blank\">Albert-Schweizer-Stiftung<\/a> beschreibt, was wir unter Massentierhaltung zu verstehen haben. Tiere werden unter unnat\u00fcrlichen und gewaltsamen Bedingungen gehalten: \u201eH\u00f6rner, Ringelschw\u00e4nze, Schn\u00e4bel und z. T. auch Z\u00e4hne werden ohne Bet\u00e4ubung gek\u00fcrzt\/abgetrennt.\u201c Merke: Wenn du ein Schwein im Garten oder auf dem Balkon hast, darfst du ihm nicht den Ringelschwanz abschneiden. Wenn du mehrere Tausend davon in einer Fabrik h\u00e4ltst, dann darfst du das schon!<br \/>\nVon artgerechter Tierhaltung kann da keine Rede mehr sein. Um das Leiden der Tiere \u201eertr\u00e4glicher\u201c zu gestalten, werden Massen an Antibiotika eingesetzt. Der Tierarzt und die Pharmaindustrie geh\u00f6ren zur Tierhaltung dazu wie das Tierfutter. Spitzenreiter ist das <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/regionales\/id_64744794\/antibiotika-einsatz-bei-tierhaltung-niedersachsen-ist-spitzenreiter.html\" target=\"_blank\">Land Niedersachsen<\/a>, wo im Jahre 2011 allein 700 von bundesweit 1.700 Tonnen Antibiotika f\u00fcr Tiere geliefert wurden.<br \/>\nDabei haben die Antibiotika im Puten- und Schweinfleisch eine enorme Nebenwirkung. Es ist massiv mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Der <a href=\"http:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/bundnet\/pdfs\/landwirtschaft\/150113_bund_landwirtschaft_antibiotikaresistente_keime_faq.pdf\" target=\"_blank\">Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland<\/a> f\u00fchrt aus:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWenn zu viele Tiere auf zu engem Raum gehalten werden, sind diese Stress, Hitze, und Hygieneproblemen ausgesetzt. Intensivtierhaltung (\u201eMassentierhaltung\u201c), bei der Tiere nicht artgerecht gehalten werden, funktioniert nicht ohne Hilfsmittel. Um das System der Fleischerzeugung in industriellem Ma\u00dfstab aufrechterhalten zu k\u00f6nnen, werden sehr gro\u00dfe Mengen Antibiotika eingesetzt. Beispielsweise zeigt die Evaluierung des Einsatzes von Antibiotika in der Putenmast des nordrhein-westf\u00e4lischen Landesamtes f\u00fcr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, dass 92 Prozent der Mastputen mit Antibiotika behandelt wurden. Mehr als jeder f\u00fcnfte Einsatz in NRW erfolgte mit Medikamenten aus der Gruppe der so genannten Reserveantibiotika. So genannten Reserveantibiotika werden vor allem dann ben\u00f6tigt, wenn herk\u00f6mmliche Antibiotika nicht mehr wirken.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn wir so brutal mit den Tieren umgehen, wie ergeht es dann den Menschen, die in den Tierfabriken arbeiten?<br \/>\nDas \u201e<a href=\"http:\/\/oldenburger-onlinezeitung.de\/regional\/ausbeutung-auf-den-spuren-der-menschlichen-gier-41411\" target=\"_blank\">Netzwerk f\u00fcr Menschenw\u00fcrde<\/a>\u201c beklagt \u201emenschenunw\u00fcrdige Arbeits-, Lebens- und Wohnverh\u00e4ltnisse der osteurop\u00e4ischen Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie\u201c. Die Stundenl\u00f6hne betragen teilweise zwischen zwei und drei Euro oder \u201e25 Euro f\u00fcr einen Zw\u00f6lf-Stunden-Tag\u201c. Im August 2013 waren zwei rum\u00e4nische Arbeiter bei einem Brand in ihrer Wohnung in Papenburg ums Leben gekommen.<br \/>\nSomit ist das Fleisch, das wir essen, oft billig und ungesund zugleich. Wer beim Discounter kauft, muss wissen, was er sich antut. Wer den Verbraucher auffordert, der Massentierhaltung ein Ende zu bereiten, verkennt, dass derartige Praktiken verboten werden m\u00fcssen.<br \/>\nObendrein, die Fleischindustrie leistet ihren Beitrag zu unserer Exportst\u00e4rke, gest\u00fctzt durch Lohndumping. Im Oktober 2013 berichtet <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article121117588\/Frankreich-wirft-Deutschland-Lohndumping-vor.html\" target=\"_blank\">Die Welt<\/a> \u00fcber die franz\u00f6sische Fleischindustrie, die in der Krise steckt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHintergrund ist eine Entlassungswelle in der franz\u00f6sischen Fleischindustrie, die zu gro\u00dfen Teilen in der Bretagne sitzt. Dort geraten immer mehr Schlachtbetriebe in Bedr\u00e4ngnis. Sie beklagen sich dar\u00fcber, dass sie ihren Besch\u00e4ftigten einen Mindestlohn bezahlen m\u00fcssen, w\u00e4hrend die deutsche Konkurrenz sich auf Arbeiter vor allem aus Bulgarien und Rum\u00e4nien st\u00fctze, die mit Billigl\u00f6hnen abgespeist w\u00fcrden.<br \/>\nMontebourg [der ehemalige franz\u00f6sische Industrieminister] kritisierte: &#8220;Wenn unsere Schlachth\u00e4user eines nach dem anderen schlie\u00dfen, dann liegt das auch daran, dass Deutschland Besch\u00e4ftigte anwirbt, die 400 Euro im Monat bekommen.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Angesichts dieser Misere der deutschen Agrarindustrie fordern <a href=\"http:\/\/www.gruene.de\/presse\/2015\/internationale-gruene-woche-zeit-fuer-eine-neue-haltung.html\" target=\"_blank\">die Gr\u00fcnen,<\/a> \u201edie Tierfabriken zu stoppen, indem wir Stallgr\u00f6\u00dfen begrenzen und den Antibiotika-Missbrauch im Stall gesetzlich unterbinden.\u201c Und die Forderung nach dem Veggie Day sollten sie auch wieder erheben \u2013 aber diesmal mit Nachdruck!<\/p>\n<p><small>Bildquelle: <a title=\"Porkcamp 2011\" href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/joe_leads\/sets\/72157625815136433\/\" target=\"_blank\">Johannes Lietz<\/a> \/ <a title=\"Creative Commons \u2014 Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY-NC-ND 2.0<\/a><\/small><\/p>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1769&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1769 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1769')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1769').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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