{"id":1695,"date":"2015-02-18T08:44:52","date_gmt":"2015-02-18T07:44:52","guid":{"rendered":"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1695"},"modified":"2015-02-18T08:44:52","modified_gmt":"2015-02-18T07:44:52","slug":"erziehermangel-in-muenchen-loesung-in-weiter-ferne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1695","title":{"rendered":"Erziehermangel in M\u00fcnchen: L\u00f6sung in weiter Ferne"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/118\/274569891_41bc1c69e9_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/118\/274569891_41bc1c69e9_b.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"270\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Foto: Florian Seiffert<\/p><\/div>\n<p>Im Lokalteil titelte die S\u00fcddeutsche vorgestern so treffend daneben &#8220;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/kindertagesstaetten-muenchen-gehen-die-erzieher-aus-1.2350351\" target=\"_blank\">Kindertagesst\u00e4tten &#8211; M\u00fcnchen gehen die Erzieher aus<\/a>&#8220;. Anlass des Artikels ist die Kombination aus Fachkr\u00e4ftemangel und Grippewelle gewesen. Richtig m\u00fcsste es Erzieherinnen hei\u00dfen, denn M\u00e4nner sucht man in den meisten Einrichtungen vergebens. Das Fachkr\u00e4fteportal <a title=\"Qualifikationsrahmen, Quereinstiege und die (M\u00e4nner-) Quote - Aktuelle Herausforderungen an die Ausbildung von ErzieherInnen\" href=\"http:\/\/www.erzieherin.de\/qualifikationsrahmen-quereinstiege-und-die-maenner-quote.html\" target=\"_blank\">ErzieherIn.de<\/a> schreibt dazu:<\/p>\n<blockquote><p>Unter den EU-L\u00e4ndern sind dabei gro\u00dfe Unterschiede zu verzeichnen. D\u00e4nemark ist der Spitzenreiter mit 6 % M\u00e4nnern in der Krippe und 10 % in Kinderg\u00e4rten. Die Anteile sind h\u00f6her in Freizeiteinrichtungen und im au\u00dferschulischen Bereich. Deutschland hat in Kitas einen Anteil von 3 %, die meisten L\u00e4nder kommen jedoch nicht einmal auf 1 %. Es handelt sich hier also nicht um ein deutsches, sondern um ein europ\u00e4isches Thema. <!--more--><\/p>\n<p>Oberhuemer\/Schreyer diagnostizieren, dass die geringen Geh\u00e4lter der Grund f\u00fcr die fehlende Pr\u00e4senz von M\u00e4nnern im Kita-Bereich seien. Dies ist sicher ein Grund, aber es gibt dar\u00fcber hinaus andere (&#8230;):<\/p>\n<ul>\n<li>Das traditionelle M\u00e4nnerbild l\u00e4sst sich immer noch schwer mit der sorgenden, empathischen Arbeit mit kleinen Kindern vereinbaren.<\/li>\n<li>Auch aufgeschlossene, flexible M\u00e4nner werden h\u00e4ufig Probleme haben, ihrer Umwelt zu vermitteln, dass sie nun mit kleinen Kindern arbeiten wollen: Die Reaktion der Umwelt ist nicht zu vernachl\u00e4ssigen.<\/li>\n<li>Ein wesentlicher Punkt ist auch die weibliche Dom\u00e4ne Kita, in der sich einzelne M\u00e4nner als Fachkr\u00e4fte behaupten m\u00fcssen. Es geh\u00f6rt viel Mut dazu, sich einer solchen \u00dcbermacht an Frauen auszuliefern.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Nun soll es hier nicht um Sprachanalyse gehen. Dem Fachkr\u00e4ftemangel in M\u00fcnchen wird seit einigen Jahren von freien Tr\u00e4gern durch das gezielte Anwerben in Griechenland und Spanien begegnet, auch das ist Teil der Krise der S\u00fcdl\u00e4nder der EU. Mit eigenen Anstrengungen die personellen L\u00fccken zu f\u00fcllen, kann den Fachakademien f\u00fcr Sozialp\u00e4dagogik, die die Ausbildung der Erzieherinnen verantworten, kaum schnell gelingen. Die Ausbildung dauert aus gutem Grund f\u00fcnf Jahre (die ersten beiden qualifizieren dabei zur Kinderpflegerin), selbst bei einem weiteren Ausbau der Ausbildung wird es erst nach 2020 eine deutliche Entlastung geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Bezahlung ist m\u00e4\u00dfig, inklusive der von der Landeshauptstadt M\u00fcnchen seit November vergangenen Jahres gezahlten Arbeitsmarktzulage in H\u00f6he von 200 Euro sowie der regul\u00e4ren M\u00fcnchen-Zulage in H\u00f6he von 117,91 Euro verdient eine Erzieherin bei der Stadt mit 10 Jahren Berufserfahrung nach dem Tarifvertrag f\u00fcr den \u00d6ffentlichen Dienst ca. 3.260 Euro &#8211; au\u00dferhalb des Ballungsraums also in etwa 2.945 Euro, Aufstiegsm\u00f6glichkeiten gibt es wenige.<\/p>\n<p>Es gibt viele freie Tr\u00e4ger, die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverb\u00e4nde, AWO, BRK, gemeinn\u00fctzige Vereine, Elterninitiativen. Alle stehen vor demselben Problem &#8211; es gibt zu wenig Erzieherinnen. Und bei den <a title=\"Wohnen in M\u00fcnchen und ein Blick nach \u00d6sterreich\" href=\"http:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1286\">hohen Mieten<\/a> und Lebenshaltungskosten in M\u00fcnchen ist auch kaum darauf zu hoffen, dass junge Frauen oder gar ganze Familien aus dem ganzen Bundesgebiet nach M\u00fcnchen ziehen, weil es hier eine so aufregend breite M\u00f6glichkeit f\u00fcr die beruflichen Karriere f\u00fcr Frauen gibt.<\/p>\n<p>Ein Teil der L\u00f6sung ist die grunds\u00e4tzlich bessere Bezahlung, wie die Gewerkschaft ver.di sie in der aktuellen <a title=\"ver.di \u2013 Soziale Berufe aufwerten\" href=\"https:\/\/www.verdi.de\/themen\/geld-tarif\/soziale-berufe-aufwerten\" target=\"_blank\">Aufwertungskampagne f\u00fcr die sozialen Berufe<\/a> fordert. Dazu w\u00e4re es allerdings dringend w\u00fcnschenswert, wenn mehr Frauen f\u00fcr sich erkennen und dies in Handeln umsetzen, dass sie sich f\u00fcr eine Verbesserung der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen schon selber durch gemeinsames Handeln einsetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der andere Teil ist die Frage, wie es gelingen kann, mehr M\u00e4nner f\u00fcr den Beruf zu interessieren. Das bedarf wohl einer Ver\u00e4nderung der gesellschaftlichen Werte und Ziele. In einem marktradikalen, von Konkurrenz getriebenen Kapitalismus ist es schwer, \u00f6ffentlich zu finanzierende Leistungen wie Kindertagesbetreuung den gesellschaftlichen Wert zu geben, den sie verdienen. Aber diese Leistungen sind existenziell f\u00fcr den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Diese notwendige Debatte k\u00f6nnen, ja m\u00fcssen wir vor Ort f\u00fchren. Wir sind es unseren Kindern schuldig. Lasst uns damit beginnen.<\/p>\n<p><small>Bildquelle: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/seiffert\/sets\/72157594336872474\" target=\"_blank\">Florian Seiffert<\/a> \/ <a title=\"Creative Commons \u2014 Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY-NC-SA 2.0<\/a><\/small><\/p>\n<a href=\"https:\/\/nachdenken-in-muenchen.de\/?p=1695&amp;wp_email_popup=1\" onclick=\"email_popup(this.href); return false;\"  title=\"Beitrag versenden\" rel=\"nofollow\">Beitrag versenden<\/a>\n<p class=\"wpf_wrapper\"><a class=\"print_link\" href=\"\" target=\"_blank\">Drucken<\/a><\/p><!-- .wpf_wrapper --><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1695 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1695')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1695').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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