Ausverkauf griechischer Inseln

Screenshot der Webseite privateislandsonline.com

Eurokorruption

Warren Buffett, bekannt für seinen Riecher für lukrative Investments, hat die griechische Insel Agios Thomas gekauft. Ein Schnäppchen sozusagen.

Ein Gastbeitrag von blog1

Warren Buffett, der zweitreichste Mann der Welt, hat für 15 Millionen USD die griechische Insel Agios Thomas gekauft. Nun ist Warren Buffett bekannt dafür, dass er nur lukrative Investments eingeht, die (mindestens) eine zweistellige Rendite abwerfen. Für Warren Buffett ist der Kaufpreis sozusagen ein Schnäppchenpreis, denn wie heißt es in Finanzkreisen so treffend, „Im Einkauf liegt der Gewinn“. Die Insel ist ca. 78 Quadratkilometer groß. Das sind umgerechnet 19,23 Cent pro Quadratmeter.

Aber nicht nur Warren Buffett hat sein Augenmerk auf das griechische Vermögen gerichtet, auch Captain Sparrow alias Johnny Depp soll bereits eine griechische Insel sein eigen nennen. Auch bekannte Filmgrößen wie Angelina Jolie und Brad Pitt finden die Ägäis pittoresk. Hier kann man so richtig die Seele baumeln lassen und sich von dem Stress bei den anstrengenden Filmdrehs erholen.

Für russische Oligarchen vom Schlage eines Dmitrij Rybolowlew sind solche Immobiliendeals knallharte Geschäfte, die man allzu gern über die Töchter und Söhne abwickelt. So hat Jekaterina Rybolowlewa von der Enkelin von Aristoteles Onassis, Athina Onassis, schon 2013 die Insel Skorpios für den „Schnäppchenpreis“ von 158 Mio USD übernommen. Die Familie Onassis hat natürlich den Immobiliendeal mit einem kräftigen Aufschlag (in Fachkreisen nennt man das auch Agio) verkauft, steuerfrei versteht sich. Das alles lief mit freundlicher Unterstützung der Troika, die die griechische Regierung geradezu zu solche Privatisierungen gezwungen hat.

Aber auch die Bedingungen für das neue Hilfspaket für Griechenland (ESM) sehen derartige Privatisierungsorgien vor. Jetzt wird sogar unter europäischer Aufsicht ein Privatisierungsfonds aufgelegt.

Was sich in Griechenland derzeit abspielt, wird der Eurozone, in vorderster Front Deutschland, noch auf die Füße fallen. Diese Politik ist nicht nur zynisch, sondern desaströs und eine Schande für das gesamte Resteuropa. Die Syriza-Partei mit ihrem Regierungschef Tsipras wollte mit dieser Korruptionsform aufräumen und wird jetzt zu Maßnahmen gezwungen, die die Krise nicht lösen, sondern im Gegenteil noch verschärfen wird.

Zu guter Letzt noch eine kleine Parabel aus der griechischen Sagenwelt „die Irrfahrten des Odysseus“. Als Odysseus nach heftigen Irrungen und Wirrungen nach Hause (Ithaka) zu seiner Ehefrau Penelope zurückkehrte, musste er zunächst die Freier seiner Ehefrau aus dem Weg räumen, die sich während seiner Abwesenheit in seinem Palast festgesetzt hatten. Penelope wandte seinerzeit eine List an, um die Freier zumindest auf Distanz zu halten. Jeder Freier, der sie ehelichen wollte, musste einen Bogen spannen, um damit einen Pfeil abschießen zu können. Dieser Pfeil musste durch die Schaftlöcher von 7 Äxten geschossen werden. Keiner der Freier (Schmarotzer) hatte jedoch die Kraft bzw. die Geschicklichkeit, den Bogen zu spannen. Odysseus, als Bettler verkleidet, gelang dieses Kunststück. Für die Freier endete die Rückkehr Odysseus tödlich. Jetzt ist Tsipras zwar nicht mit Odysseus vergleichbar, aber ich möchte ihm wünschen, dass er mit der gleichen, aber gewaltlosen Beharrlichkeit seine Ziele verfolgt.

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3 Gedanken zu „Ausverkauf griechischer Inseln

  1. Andreas Mirgel

    Heute habe ich das Br2 Tagesgespräch gehört. Der ging es heute, nach dem Shitstorm um Till Schweiger,
    um das Thema:
    “Hetze im Netz: Wo endet die Meinungsfreiheit?” Zu Gast war Sascha Lobo, welcher mich durch seine seh gut differenziete Betrachtung beeindruckt hat.
    Dabei kam u.a. als Sidekick das schwindende Vertrauen in die Leitmedien zur Sprache:
    http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/ausstrahlung-382956.html

    Dieses kann hier nachgehört werden:
    http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-tagesgespraech.shtml

    Dabei kam aber auch zur Sprache, dass der Inselkauf von Buffet wohl eine nicht recherierte, aber massiv abgeschrieben Ente sein soll….
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/griechenland-warren-buffett-dementiert-insel-kauf-a-1044675.html
    http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/korrektur-buffett-hat-keine-griechische-insel-gekauft-a-1044779.html

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